Vorbereitungen auf Weihnachten, Advent, Sütterlin und Scheherazade ist nicht zu finden…….

Langsam wird es ungemütlich draußen. Die Tage verwandeln sich morgens und abends zur andauernden Nächten. So ist das auf der nördlichen Halbkugel. Es ist die Zeit der Vorbereitungen, da der Winter ansteht und nun alles weg geräumt und verstaut werden sollte. Wer kann kocht, backt und dekoriert, füllt Keksdosen und Fenstersimse mit allerlei Dingen, die für jeden eine lieb gewordene Tradition sind. Meistens schaffe ich es auf die letzte Minute mit allem fertig zu werden.

Nur diesmal bin ich spät dran. Das muß daran liegen, daß ich im Frühjahr alles was nach Kugeln und Weihnachtsschmuck aussah, sorgsam weg geräumt habe. Verpackt und geordnet liegt nun alles sicher in Kartons in den neu fertig gestellten Regalen im Keller. Wenn ein Beamter was macht, dann macht er es richtig, wozu auch die Kartons noch beschriften, pure Zeitverschwendung. Im Sommer habe ich noch schnell ein Zimmer gestrichen und den ganzen Malerkram mit samt Eimern fein säuberlich im Keller verstaut. Im Herbst war ich endlich soweit gewesen und habe alle überflüssigen Sachen, wie Koffer, alte Schulsachen und Bücher und Briefe in den Keller gehievt.

Jahres bedingt kommt der erste Advent etwas früher dieses Jahr. Voller Vorfreude an schöne Abende im Kreise meiner Familie, kann ich noch etwas dekorieren und Weihnachten kann kommen. Wie gut das nun alles an einem Ort zu finden ist. Adventskalender, Adventsteller samt Kerzen, etwas Dekor und Grün, kein Problem, ich weiß wo alles steht. Also ran und ab in den Keller.

Voller Tatendrang machte ich die Kellertüre auf und sah einen voll gestellten Raum mit Sachen, alles lag unsortiert durcheinander. Wie komme ich an die Weihnachtskartons heran und wo überhaupt steht das Regal ? Erst mal Licht machen und die Lage peilen. Der erste richtig gute Gedanke von mir, leider machte es nun „Peng“ Meine analytischen Fähigkeiten hatten die Situation sofort richtig erkannt. Das Licht ging nicht an. Wo sind die Ersatzbirnen ? Ruhe bewahren, alles kein Problem, Glühbirnen sind in der Schublade im Werkzeugschrank, der neben dem Keller im Regal steht. …. ………Hilfe………….

„Es wird Zeit, daß ich mir einen Plan mache“, dachte ich. Vielleicht stecken ja im kleinen Karton unter den Schulbüchern und Heften die Adventskerzen. Schnell hatte ich die Leitern und Farbeimer zur Seite geräumt und die ersten 2 Meter Keller freigeräumt. Es waren alte Briefe meiner Eltern in Sütterlin geschrieben, sehr interessant und als Ablenkung wie geschaffen für mich. Außerdem hatte ich keine Lust mehr nach Birnen und Weihnachtssachen zu suchen.
Sütterlin und Kurrentschrift, das ist lange her. Bei mir so 30 Jahre, wo ich diese Schrift zum letzten Mal gelesen habe. Das entziffern der Buchstaben und Wörter war mühsam, langsam studierte ich alle gefundenen Briefe und Ansichtskarten. Es machte soviel Spaß, daß ich einen kleinen Clip darüber gemacht habe. Vielleicht werde ich mal in Sütterlin schreiben, aber erst mal muß ich an das Weihnachtsdekor heran.
Mit gesammelten Kräften habe ich nun alles wieder aus dem Keller geräumt, der Adventskalender ist gefüllt, der Adventsteller mit einem schönen Weihnachtsstern verziert, samt Kerzen steht er nun an einem schönen Platz Schön, wenn alles fertig ist.

Nun könnte ich in Ruhe meine Geschichten von Scheherazade aus 1001 Nacht lesen, wenn ich das Buch finden würde. Ich habe da so eine Ahnung, wo das Buch sein könnte. Es ist in einem Karton im Keller oder in einem Koffer, vielleicht doch eher im Sack bei den Schulbüchern. Ach es eilt ja nicht oder ? Beim nächsten Mal erzähle ich eine Geschichte von Scheherazade.

Ich wünsche Euch allen eine schöne Adventszeit, bleibt mir gesund und kommt gut durch den Winter.

Bis zum nächsten Mal liebe Grüße von einem Exil lebenden Hamburger aus NRW.
Erdi GorchFock63

…. Karneval, der elfte im elften ………….

Es ist ganz ruhig hier am Niederrhein, keiner stört die Idylle. Doch einer, wie könnte es anders sein, der letzte seiner Art…… im Geiste bin ich beim Karneval, am „elften im elften“ auf dem Heumarkt zu Kölle, schunkelnd und der Narretei angetan. Kaum vorzustellen, daß hier in NRW an so einem Tag gearbeitet wird, doch im Wandel der Zeit gehen viele ganz normal zur Schicht und auf Maloche.

Die fünfte Jahreszeit hält Einzug und keiner bemerkt es, nicht bei mir. Mit Mütze und Fischerhemd ging es ab zum Bäcker. So ein Tag fängt mit schönen Rundstücken an. Der erste Schock, alle Kunden im Laden sahen aus wie immer, keiner ist kostümiert. Naja, vielleicht ist es noch ein wenig früh, wir haben ja noch etwas Zeit bis 11:00 Uhr, dachte ich so nebenbei. Meine Stimmung lasse ich mir nicht verderben, „Ein echter Jeck steckt das weg“ Auf dem Heimweg traf ich ein paar bekannte Gesichter mit denen ich ins Gespräch kam. Meine Frage, ob wir nachher alle gemeinsam etwas durch die Stadt laufen und beim Rathaus vorbei schauen, hätte ich mir sparen können. Meine Nachbarn war es etwas zu kalt um spazieren zu gehen. Auch gut, dachte ich, dann gehe ich nach dem Frühstück eben alleine los.

Es folgte der zweite Schock, mitten in unserer Stadt, stand ich alleine auf dem Marktplatz. Kein Trubel, keine Jecken und Narren, absolut nichts los. Nun wird wurde mir bewusst, daß die Leute den Karneval vergessen haben oder zumindest den Anfang verschlafen. Mittlerweile war es 11:11 Uhr geworden und mein Einmannzug machte sich auf den Weg zum Rathaus, in der Hoffnung Gleichgesinnte zu treffen. Fehlanzeige kein Mensch, außer mir, war weit und breit zu sehen, der sich zumindest ansatzweise verkleidet hätte. Es kroch in mir ein eiskalter Gedanke hoch: „Stelle Dir vor, es ist Karneval und keiner geht hin“ Was eine schreckliche Zukunft wartet auf mich. Kann mir einer mal erklären: „Wo sind all die ganzen rheinischen Frohnaturen hin, unter welchem Stein habt Ihr Euch verkrochen? He, aufwachen Ihr Karnevalisten in meiner Stadt“ Wir haben noch nicht Aschermittwoch, Karneval findet nicht nur an bestimmten Tagen statt. Wenn es so weiter geht und wir uns in NRW diese schönen Tagen weg nehmen lassen oder keiner von uns diese tollen Tage vorlebt und den Karnevalsanfang am „elften im elften“ feiert, dann braucht Ihr Euch demnächst nicht zu wundern, wenn es keinen Karneval mehr gibt.

Wieder zu Hause, fast resignierend machte ich die Glotze an, mein Programm war schnell gefunden. Hier im TV wurde aus Düsseldorf und Köln mit Jecken und Narren und rheinischen Liedern der Karneval übertragen. Als Zuschauer, nun in meinem Element, konnte ich schunkelnd mit „Helau und Kölle Alaaf“ meinen Karnevalsanfang genießen. Ich wünsche Euch eine schöne fünfte Jahreszeit…………….

Bis zum nächsten Mal, liebe Grüße von einem im Exil lebenden Hamburger in NRW.

Erdi GorchFock63

Warum brauchen wir Feier- und Brauchtumstage noch ???

Im Laufe der Jahre, vielleicht liege ich falsch, werden es immer weniger Tage, wo Menschen feiern, sich besuchen, gemeinsam Zeit für sich nehmen. Dabei sind diese Tage wichtig für uns alle, um sich zu entspannen, mal aus zu ruhen, sich zu besinnen, im Kreise von Freunden und Familie.

Firmen und Betriebe würden in unserer schnelllebigen Zeit am liebsten alle Feiertage und gesetzlichen Brauchtumstage für Arbeitnehmer streichen. Kostet so ein Tag unternehmerisch viel Geld, da hier nichts produktives geleistet wird. Meiner Meinung nach, ist dieses reduzieren von freien Tagen wieder ein Schritt in die falsche Richtung und sehr Arbeitnehmer feindlich, denn jedes Unternehmen trägt Verantwortung für seine Mitarbeiter, ein Punkt der sich nicht in Zahlen, Fakten, Daten wider spiegeln lässt. Am Beispiel von Deutschland wurden hier alle Feiertage und Brauchtumstage reduziert. Der Buß- und Bettag ist weg, ( in einem Bundesland ist dieser Buß- und Bettag zur Zeit noch gesetzlich vorhanden, wie, warum, ist eine interessante sächsische Geschichte und muß anders betrachtet werden ), der 17. Juni wurde gestrichen. Der Tag der gesamt deutschen Einheit wurde politisch korrekt? auf den 03. Oktober gelegt. Dadurch wurde auf den 7. Oktober verzichtet ( wer sich nicht darin erinnert, bis 1989 ein historischer Tag in einigen Teilen von Deutschland, bis die Grenze gefallen ist. ) Rechnen wir schnell zusammen. 3 – 1 = zwei Tage mehr Arbeit für jeden.

Die Auswirkungen dieser Ersparnis ? spüren die „kleinen Leute“ auf der Straße. Mit dem Schein der Selbstverständnis (andere Länder haben nicht so viele freie Tage, Deutschland geht es gut, einstimmiger Kanon von Politik und Wirtschaft damals) wurden diese frei gewordenen Feiertage in Tarifverträgen nach 1995 nicht als zusätzliche Arbeitstage aufgenommen und nicht als Mehrarbeit dokumentiert. Unglaubliche Behauptung von mir ? dann schaut mal in Eure Tarif- und Arbeitsverträge ab 1995 nach, voraus gesetzt, daß das eigene Beschäftigungsverhältnis vor 1994 beim selben Arbeitgeber bestand. Würde diese Mehrarbeit als Zuschlag von zwei weiteren Arbeitstagen anerkannt und in die bestehenden alten Arbeitsverträgen aufgenommen werden, würde es mehr Lohn für den Arbeitnehmer geben, natürlich prozentual gesehen, Beitragszahlungen in die Rentenkasse fließen, dann hätten alle was von dieser Regelung.

Nur als kleiner Überschlag, von 1995 bis 2014 sind es 19 Jahre mal 2 Tage nicht bezahlte Arbeitsleistung von Arbeitgeber, macht zusammen 38 Tage betrieblicher Gewinn;

He, das sind ja Monatsgehälter und Versicherungszeiten, die mir am Ende bei meiner Rente fehlen. Richtig gedacht ? Die entstandene Pflegeversicherung, die ab 1995 eingeführt wurde, zum Wohle aller Deutschen, hätte auch anders finanziert werden können. Da fallen mir spontan unsere ganzen Subventionen für Arbeitgeber ein, die nicht so groß zügig ausfallen brauchen, bei 10 % Einsparung dieser Maßnahmen, wäre schon alles gedeckelt oder? Der Arbeitnehmer braucht diese freien Tage (wenn ich diesen nutzbringenden Tag, als Brauch, bezeichne und als freien Arbeitstag deklariere)

In einem Staat der Dichter und Denker, lasst uns als erstes voran gehen und diesen neuen Tag gesetzlich verankern. Als Vorschlag hätte ich einen neuen Feiertag für Deutschland. Warum feiern wir nicht Halloween, ein waschechter Brauchtumstag, der in vielen Ländern, vor dem 1. November eines jeden Jahres gefeiert wird und im Moment noch in keimen Land gesetzlich als Feiertag eingeschrieben ist. Dieser Tag ist keine Erfindung der Amerikaner. Um es kurz zu skizzieren, der Halloween Brauch, der Halloween Tag / die Halloween Nacht u.s.w. ist ein gemeinsames Fest, der seinen Ursprung aus dem keltischen Samhain hat, ein gemeinschaftliches Zusammensein von jung und alt. Er wurde von den Römern übernommen, nicht ohne Hintergedanken und später mit irischen Erzählungen a la Jack O’Lantern in ferne Länder gebracht. Vor rund tausend Jahren kam aus aus dem europäischen Raum noch „Gabe oder Streich oder Süßes oder Saures“ hinzu. Es gibt viele Geschichten um den gelebten Halloween Brauch, die für mich alle mit Nächstenliebe in Verbindung gebracht werden.

Geld ist nicht alles und für die Zufriedenheit aller, brauchen wir so einen freien Tag, dieser Feiertag sollte gesetzlich eingeführt werden oder nicht ? In diesem Sinne und bis zum nächsten Mal, wünsche ich einen schönen Tag.

Es grüßt ein Exil lebender Hamburger in NRW

Erdi GorchFock63