Mit dem Rad zur rechten Zeit ankommen, der Niederrhein ist länger als man glaubt…

Hier am Niederrhein macht das Fahrrad fahren Spaß. Die meisten Radwege zwischen den Niederlanden und Deutschland wechseln sich munter nahtlos mit Bundesstraße und Feldwegen ab. Wer etwas Zeit und Ruhe mitbringt, läßt sich entlang vom alten Rhein gemächlich gleiten und genießt die herrliche Landschaft abseits des Deiches. An diesem Samstag freute ich mich, endlich war es warm genug, um morgens in die Pedale zu treten. Gemütlich abschalten, sich den Wind um die Ohren wehen lassen, mit reichlich Pausen, einfach nur mal so los strampeln. Nach dem aufstehen, mit einem Blick aus dem Fenster, oh ich bin wieder mittendrin…… also es war einmal….

sah ich keine einzige Wolke am Himmel, schnell eine Tasse Kaffee gemacht, meinen Drahtesel aus dem Schuppen geholt, ein letzter Blick auf meine Karte und der Niederrhein konnte erobert werden. Gemacht und getan radelte ich munter auf die Issel zu, Richtung Bocholt soweit die Füsse tragen hatte ich nach gut 10 Kilometern Hamminkeln erreicht. Bis hierhin, legte ich eine kleine Pause ein. Nach 10 Minuten weiter auf der Bundesstraße, steuerte ich am Ortseingang Bocholt einen kleinen Bäcker an.

– Wer sich nicht so aus kennt am Niederrhein, dem könnte meine Geschichte https://erdigorchfock.com/2014/10/13/deer-niederrheiner-kann-alles-erklaren/

als Einblick weiterhelfen –

Die ersten 20 Kilometer in Beinen merkend, fühlte ich mich auf meiner Tour wohl. Die Sonne strahlte mit mir um die Wette. Nach einer guten halben Stunde später, gestärkt nach Brötchen mit Kaffee, fand mein Rad fast von selbst den alten Grenzweg bei Dinxperlo. Vor Jahren galt diese Strecke als grüne Grenze zwischen den Niederlanden und Deutschland, vorbei an nicht enden wollenden Wiesen und Höfen, stand ich nun vor dem alten verlassenen Zollhäuschen. Nach gefühlten 50 Kilometern sagte mir mein verlängertes Rückrat, daß es noch ein langer Weg nach Hause ist. Umschauend und langsam radelte ich Richtung Aalten. In einem kleinen Restaurant, konnte ich endlich eine große Rast machen. Wer einmal hier in Aalten ist, sollte unbedingt Pfandkuchen essen. Mein Blick fiel auf das bunte treiben der anwesenden Marktbesucher. Gestärkt ging es weiter zum nächsten Markt. Nach ein paar Kilometern wurde ich in Winterswijk fündig. Ich merkte, daß mein Körper eine große Pause brauchte. Erschöpft bannte ich mir einen Weg durch den Markt. Bei einem heißen Bratfischstand kamen ganz langsam meine Kräfte wieder zurück. Das wird ein ganz langer Weg nach Hause, dachte ich mir, meine Augen zählten immer mehr Wolken am Himmel, es war nur eine Frage der Zeit, wann es tröpfeln würde. Bis hierhin war es eine wunderbare Radtour, Zeit langsam meinen Heimweg an zu treten. Auf Wiedersehen Holland, auf alten Schleichwegen vorbei am Freibad und dem Winterswijker Wald, erreichte ich einen anderen verlassen Grenzpunkt. Ich war froh diese kleinen Pfade zu kennen. Es kommt oft vor, das nicht ortskundige Touristen sich hoffnungslos verfahren und auf einer Wiese landen. Wer einmal hier vorbei fährt oder durch kommt, sollte sich nicht auf sein Navigationssystem verlassen, solange auf den Wiesen noch braun-weiße Kühe stehen, ist man noch in den Niederlanden. Wer dagegen schwarz-weiße Viecher sieht, kann sicher sein  Holland verlassen zu haben. Hurra Deutschland, kam es mir durch den Sinn, ich mußte mein Rad ein längeres Stück schieben, mein Rücken wollte keinen Kilometer mehr fressen. Mehr auf Schusters Rappen erreichte ich Rhede. Endlich angekommen, so nah zu Hause und doch von der Heimat soweit entfernt, freute ich mich auf die Rheder Kirmes an diesem Wochenende. Einmal um die Rheder Kirche bummelnd, natürlich mit Einkehr in einer kleinen Eisdiele, krampfhaft meine letzte Kräfte sammelnd, fuhr ich den Rest der Strecke ohne Pause in Brünen machend, in Gedanken an eine trockene Heimfahrt durch. Doch es war zu spät, das Unheil nahm seinen Lauf, kurz vor 17:00 Uhr prasselte ein Landregen auf mich nieder. Mitten im freien Feld, war weit und breit keine Unterstellmöglichkeit für mich zu finden. Nun erinnerte ich an einen alten Segler und Fischerspruch aus meiner Kindheit, irgendwas sollte man nicht tun, wenn morgens keine Wolke am Himmel stand. Pitsch nass konnte ich mir darauf nun eine Antwort geben. Endlich zu Hause angekommen stieg ich vom Fahrrad, mitten im Sommer, mit eiskalten Waden, dachte ich nur noch an ein heißes Wannenbad und warmen Tee. Ich war so durch gefroren, aber zitterend glücklich es geschafft zu haben. Auf dem Sofa, Schlückchen nippend an der Teetasse, schlief ich bei der Bundesliga um 18:00 Uhr friedlich ein. Über 80 Kilometer war ich an einem Tag gefahren. Beim nächsten Mal fahre ich erst wieder Rad, wenn nur eine Wolke am Himmel zu sehen ist oder bringe ich da was durcheinander?…………

   für alle die bei sich bei diesem Thema nicht angesprochen fühlen…mein youtube Kanal…

Bis zum nächsten Mal, wünsche ich einen schönen Sonntag. Es grüßt ein Exil lebender Hamburger in NRW

Erdi Gorch Fock

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