Gehöre ich zum alten Eisen ? So ein Rentner hat es nicht immer leicht…………..

Ein Wochenende mal tun und machen was man / sie will. Wer träumt nicht davon. Bevor es soweit ist, bestehen wir alle die zahllosen Hürden die von uns Woche für Woche abgefordert werden. Wir arbeiten viel oder zumindest arbeiten wir die ganze Woche auf das Wochenende hinzu. Am Montag fängt es an, ganz egal ob klein oder groß, jeder steht morgens auf, macht sich fertig und geht in den Tag hinein. Wer nicht gerade krank oder haüslich gebunden ist, versucht in die Schule zu kommen oder sich auf den Weg zur Arbeit zu machen. Was aber machen die Rentner ? Wie sieht hier der Alltag aus ? Zugegeben, ich würde als Rentner am Montag liegen bleiben und einfach nix machen oder würde ich meinem Tag strukturiert beginnen… also es war einmal……..

wieder so ein Montag, an dem ich frei entscheiden konnte, was ich machen will. Erst vor kurzen wurde ich in den Ruhestand versetzt. Vor gut zwei Jahren bin ich zum letzten Mal zur Arbeit gefahren. Nun wache ich regelmäßig ohne Wecker zur selben Zeit auf. Uups, so wie jetzt gegen 05:00 Uhr morgens, Zeit zum aufstehen, dachte ich. Warum nicht mal aufstehen und mich fertig machen und einfach ohne Druck zur Arbeit gehen, kam es mir durch Sinn, einfach an der Pforte stehen und den alten Kollegen einen schönen Arbeitstag wünschen, ein Mann ein Wort, einen Augenblick später stand ich Bad, rasierte mich, ließ den Föhn mein lichtes Haar streicheln und schlurfe in die Küche, machte eine Kanne Kaffee fertig. Mit Blick auf die Uhr war es 06.30 Uhr. Bis hierhin hatte ich zu meinen früheren Zeiten schon 30 Minuten Verspätung, somit längst den Bus verpasst, wäre auch zu spät zur Arbeit gekommen. Es fiel mir schlagartig wieder ein, warum für mich die letzten Jahren so quälend waren. Das frühe aufstehen, anziehen, den Bus erreichen. Immer in Hetze und in Galopp, keine Zeit mal beim Bäcker zwischendurch einen zu Kaffee trinken, so wie ich es heute mache. Nein dieser Zug ist abgefahren, ich bin nicht mehr so schnell wie früher. Vielleicht sollte ich mir doch den Wecker stellen, einfach nur mal so aus Spaß meine eigene Stechuhr nehmen, schauen ob ich es noch drauf habe und mithalten kann mit den aktiven, noch in Arbeit stehenden Leuten, die jeden Morgen in der Woche aufstehen müssen.

Dienstag, bevor der Wecker klingelt bin ich wach, so gegen 05:00 Uhr, angespornt vom inneren Drang eines Machers, lege ich einen persönlichen Rekord mit waschen und föhnen im Badezimmer hin. Der Teufel steckt im Detail, ich habe meine Klamotten nicht parat gelegt, versuche daher mich mit dem anziehen zu beeilen. Mit schnellen Schritten geht es weiter in die Küche, ich fühle mich vital wie lange nicht mehr, aber die Uhr an der Wand lächelt mich mit Ihren Zeigern milde an. Es ist genau 06:30 Uhr. So ein Mist, beinahe hätte ich es geschafft. Das Ziel vor Augen, gehe ich Sieges sicher zum Bäcker. Nach einer Tasse Kaffee, war ich wieder der Alte, es brodelte in mir, wieso vertrödelte ich nur soviel Zeit mit dem fertig machen. Auf dem Heimweg schmiedete ich schon neue Pläne, wie ich mich in Form bringen könnte.

Mittwoch, der Wecker klingelt, missmutig drücke ich den Ausknopf und rappele mich hoch. Schleppend trage ich mich zum Bad. Wie konnte ich nur diesen morgendlichen Streß gut finden. Warum wollte ich nochmal aufstehen ? Mit leicht verkniffen Gesichtszügen komme ich auf den Grundgedanken meiner ganzen Aktion, Ja, richtig ich wollte doch mal sehen, ob ich es noch schaffe ein Teil der aktiven Arbeitswelt zu sein. Ohne lange nachzudenken, ziehe ich mich an. Ein letzter Schluck aus der Kaffeetasse, Schuhe an und schon stehe ich vor der Türe. Die wenigen Meter laufe ich gehetzt zum Bus, nun sitzend mit all den Pendlern bei einander, merke ich auf einmal, was mir alles gefehlt hat. Am Bahnhof gehe ich zum Bahnsteiggleis. Als der Zug einfährt, sinniere ich so vor mich hin. Einsteigen oder nicht ? das ist hier die Frage. Wie dämlich kann ich nur sein, ich ließ die Bahn abfahren, erleichtert mit meiner gefunden Erkenntnis, verweilte ich noch einen Augenblick am Gleis stehend. Ja, ich hatte es geschafft, ich wäre pünktlich zur Arbeit gekommen. Vielleicht hätten sich die alten Kollegen über meinen Besuch gefreut oder vielleicht auch nicht. Es war mit auf einmal egal. Langsam bemerkte ich, wie mein mir selbst gemachter Streß verschwand. Wem wollte ich denn heute noch was beweisen ?

Donnerstag, mein Wecker summt nicht mehr, da ich die Weckzeit abgestellt habe. Fröhlich stehe ich im Bad, mache mich fertig, hoppelnd betrete ich meine Küche. Der frische Kaffeegeruch weckt mein Wohlbefinden. Pünktlich um 06:30 Uhr geht es ab zum Bäcker. Ich kann endlich loslassen, es hat zwar lange gedauert, aber jetzt kann ich mit Stolz sagen, ja ich gehöre zum alten Eisen. Ich brauche mich nicht mehr abhetzen und Termine wahrnehmen. Ich bin mein eigener Chef und folge nur noch meinen Anweisungen.

Freitag, irgendwo zwischen Hamburg und Niederrhein, also ungefähr 06:30 Uhr in Deutschland, ein zufriedener Rentner dreht seine Runde, kehrt beim Bäcker ein und freut sich auf seine zweite Tasse Kaffee. Herrlich, entspannt kommt er wieder nach Hause. Gut gelaunt nehme ich mir für Samstag und Sonntag vor, mir nichts mehr zu vor zu nehmen. Naja, es gibt zwar immer noch viele Punkte in meinen Leben mit den ich noch nicht g a n z abgeschlossen habe. Aber das Thema Arbeit gehört definitiv nicht mehr zu Teil meines Lebens. Ich bin nun zu Hause angekommen und hier bleibe ich auch. Hauptsache meine Rente kommt pünktlich und ich kann zum Bäcker gehen und mir Brötchen holen………………………und das Leben genießen.

für alle die bei sich bei diesem Thema nicht angesprochen fühlen…mein youtube Kanal…

Bis zum nächsten Mal, wünsche ich einen schönen Feiertag. Es grüßt ein Exil lebender Hamburger in NRW

Erdi Gorch Fock

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