Gedanken zum Weltfrauentag 2016, starke Frau was nun ?

Bei diesem Thema lasse ich mal wahllos meinen Finger auf dem Globus kreisen. Nach dreimaligen drehen bleibt meine blau beleuchtete Kugel bei Berlin, Bernaul und Hagen im Sauerland stehen. Was könnten diese Städte mit dem Weltfrauentag gemeinsam haben ? Auf dem ersten Blick, vom Titel dieser Geschichte angeregt nicht viel…könnte man meinen…und doch mal um die Ecke gedacht, kommen aus diesen drei Orten ziemlich starke Frauen her. Wer nun glaubt, ich würde auf den Spuren der Jeanne – Antoinette Poisson ( *1721 –† 1764) Lust wandeln, hätte damit Recht …aber nur beinahe….

Eine Gemeinsamkeit besteht tatsächlich und diese Verbindung ist bei Madame de Pompadour zu finden. Aus der Geschichte wissen wir, daß die Mätresse des Königs Ludwig des XV sehr reiselustig war. Ihre Talente setzte sie geschickt ein, um für Frankreich das beste raus zu holen. Schenken wir Ihren Gespür für Künstler mehr Beachtung, entdecken wir in dieser Person eine heimliche Förderin der Bildung. In Ihrer Funktion beim König von Versailles, bekleidete Sie über Jahre eine wichtige Rolle, teils um für Ihren Ludwig als Edelkurier zu dienen, mehr jedoch um als wirkliche Gönnerin der Kultur und der Künste zu fungieren. Auf einer Ihrer Reisen nach Berlin fand Sie bestimmt eine Unterkunft in der Nähe von Hagen im Sauerland. Anders kann ich es mir nicht erklären, daß Ihr Ausspruch „Visitez ma tente“ bis ins Rheinland Spuren hinterlassen hat. Ein geflügelter Satz, den man historisch gesehen heute gerne den napolionischen Soldaten nachgesagt, die damit mehr oder weniger schöne Frauen in Ihr Zelt locken wollten. Um es mal eindeutig fest zu halten, hatte Sie ein sehr ausgeprägtes soziales Engagement vor gelebt, Not leidenden Freunden und Familienmitglieder immer zur Seite gestanden, entweder mit einer Anstellung oder mit gestifteten Leibrenten.

Heben wir mal einen Punkt aus dem Leben der eigentlich ersten Dame des französischen Hofes hervor, nehmen an, Sie wäre in einer wichtigen Mission nach Berlin gereist, natürlich auf Anweisung Ihres königlichen Geliebten, der in Ihrem Leben nur eine Nebenrolle spielte, um in Potsdam mit dem Alten Fritz zu sprechen und dieser preußische König hätte keine Lust auf die Pompadour gehabt, stellte sich quer, wollte nicht mit einer Dirne über staatsmännische Dinge kommunizieren, so muß ich doch allemal den Hut vor Madame verwegener Kühnheit ziehen. Mit Hilfe einer nicht zu unterschätzenden Liaison Ihrer Freundinnen Maria Theresia und der Zarin Elisabeth verschaffte Sie sich Gehör beim Preußenkönig. Nachdem die erfolgreiche Tacheles Rede bei Friedrich des II. Wirkung zeigte, beschloss dieser, daß jeder Berliner und andere selig nach seiner Fasson leben sollten. Vielleicht war der Alte einfach nur hin und her gerissen von soviel Schneid und der Schönheit der Madame de Pompadour, wer weiß es genau.

Vermutlich lernte Jeanne – Antoinette bei einem Ihrer Besuche bei der Freundin Elisabeth in Sibirien die aufstrebende Stadt Barnaul kennen. Vielleicht gab Sie sogar den Anstoss hier eine weitere Bibliothek zu bauen oder eine Akademie der Künste, es gibt keine stichhaltigen Beweise dafür, doch ist es für mich durchaus vorstellbar. Im Laufe der Jahre stechen immer wieder besonders starke Frauen aus diesen Städten hervor, setzen sich mit Ihrer Weise und Ihrem Lebensgefühl für andere ein. Wenn ich beim nächsten Mal was höre oder lese über Berlin, Bernaul, Hagen, denke ich auch mal abseits der Politik und betrachte diese Orte mal kulturell. Was wären wir ohne Ina, Jule oder Nena ?… Musikalisch gesehen bestimmt etwas ärmer oder ?

Solange bis der nächste Teil kommt, etwas Spaß von meinem Kanal

Bis zum nächsten Mal, wünsche ich eine schönen Sonntag. Es grüßt ein Exil lebender Hamburger in NRW

Erdi Gorch Fock

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