Ein Hauch mehr sinniges, Schlagzeilen ala was gibt es wirklich Neues?


Guter Journalismus ist rar, ganz gleich welches Medium ich bemühe, um an Informationen zu kommen, irgendwas stört immer. Was mich so stört? Es sind die fehlenden Quellverweise, einfach ausgedrückt: „Der hat gesagt“ oder „Die hat ein Bild vom Dingenskirchen gemacht“ und „Das Regattarennen, der seltene Hupfdohlen findet am Ort Ping Pong statt“. Wenn ich schon mit einer fetten Schlagzeile geködert werde, möchte ich daß meine Leselust befriedigt wird. Vielleicht möchte ich auch zu viel, muß gegebenenfalls meine hohen Erwartungen zurück schrauben. Der Wahrheitsgehalt, der Inhalt, der nach der Überschrift oft dann daher kommt, läßt mich oft erschaudern… oh, wieder mittendrin…

…nehmen wir mal als Beispiel an, ich lese im Internet, irgendein Portal, ganz gleich welches, nachdem ich den anmachenden Titel verdaut habe, versuche ich mich dann mit feuchten Fingern, scrollend, wischend, drückend, ja seitenweise lesend durch einen Wust von Halbwahrheiten zu quälen, bis ich fündig werde und endlich Zahlen, Daten, Fakten so umsetzen kann, daß es Hand und Fuß hat. Mein immer wiederkehrender Eindruck, wenn das gelesene verarbeitet wurde, ist stets gekoppelt mit meinen Fragen: „Wieso ist das denn eine Nachricht wert?“, „Weshalb sollte mich das interessieren?“, „Warum erfahre ich jetzt davon?“. Letztendlich bestärkt es mich in meiner Meinung, es ist und war wieder vertane Zeit, da hätte ich auch was anderes machen können.

Zugeben es ist nicht leicht eine Nachricht, einen Bericht zu verfassen, wenn der roter Faden fehlt, wenn die schreibende Zunft sich nicht an die „der, die, das“ Tatsachen hält oder die „W-Wort Fragen“ einfach nicht intuitiv im Nachrichtentext einarbeitet werden. Wer als Verfasser einen Anreißer so schreibt wie: „Norddeutscher Koch macht Schluß“ bei der zum Schluß der Geschichte heraus kommt, daß nur ein Weg zum Restaurant neu verlegt werden mußte, bevor das Lokal wieder eröffnet werden kann. Der Koch durch diese Baumaßnahmen nicht arbeiteten konnte, deswegen ein paar Tage schließen mußte, hat seinen Beruf verfehlt oder er ist bekannt oder verwandt mit dem Koch, den Gerüchten lasse ich hier mal freien Lauf.

Was machen die anderen? Sie kochen mit dem selben Wasser. Die etwas intelligenteren Internet-Nachrichtenportale verschleiern ihre „nicht fragt bleibt dumm“ Tatsachen mit gut getarnten Analysen. Sie duplizieren einfach die Sätze aus den zuvor geschriebenen Zeilen und beginnen ihre Wiederholung mit „Das bedeutet“.

Was kann der geübte Leser/die geübte Leserin tun, um sich objektiv zu informieren? Keine Angst, auch in diesem Jahr werde ich keine Ratschläge geben. Meine gewonnene Quintessenz ist einfach, ich bin konsequent aus den sozialen Netzwerken gegangen. Ich ärgere mich nicht mehr über globale Halbwahrheiten, meine Quellen entnehme ich aus dem lokalen Radio, Fernsehen, Zeitungen. Getreu meinem roten Faden, „ich mache mir die Welt, wie sie mir gefallt“.   

Bis zum nächsten Mal, Gruß an all meine Leser und Leserinnen. Bleiben Sie allzeit gesund und wuchtig.

Erdi Gorch Fock ®