Arbeitnehmerverband via Gewerkschaften 2016, ein ewiger Kampf ums Überleben…

Richtig organisiert sein aber wie ? Die Wahl der Qual und überhaupt was suche ich in einer Gewerkschaft ?, eine Frage für jeden, der versucht in der Arbeitswelt sein Glück zu machen. Hier stoßen Welten aufeinander, der Arbeitnehmerverband trifft auf die Gewerkschaften. Um es genauer zu sagen hier stehen 700 Arbeitgeberverbände den ca. 120 Gewerkschaften gegenüber. Ein ungleiches Kräfteverhältnis, daß es nur in Deutschland gibt, wer weiß…ich skizziere mal Schemenhaft…

Aus der Geschichte und von klein auf haben wie gelernt, die Hand die einen füttert sollte nicht gebissen werden. Dieser Tatsache ist sich jeder Arbeitgeber sehr bewußt, so handelt er auch, ohne Rücksicht auf Verluste. An seiner Produktivität, seinem Absatz von Erzeugnissen und Serviceleistungen möchte er soll viel verdienen wie es geht, natürlich auch so wenig wie möglich dafür bezahlen oder ausgeben. Es ist klar, daß er das nicht alles alleine schaffen oder herstellen kann. Er braucht Arbeiter, die malochen bis sie tot umfallen, am besten nie krank werden und pflegeleicht in Rente geschoben werden können, wenn sie nichts mehr bringen. Etwas hart ausgedrückt, der Arbeiter und Angestellte sollte sich tagtäglich bedanken für die wenigen Krummen die Ihm sein Betrieb sein Unternehmen als Lohn dafür zahlt.

Aus der Historie konnte dieses Verhalten vom Arbeitgeber nicht lange gut gehen. Was konnte der Einzelne gegen diese Ausbeutung seines Körpers und seiner Seele machen? Lange Zeit nichts, da es keine gesetzlichen Regelungen gab über die Länge der Arbeitszeiten, Lohnfortzahlung im Krankheitsfalle, Abführung von sozialen Leistungen samt Einbezahlung in eine Rentenkasse. Als es zu den ersten größeren Arbeitsausfällen im Land kam, versuchten ein paar mächtige Arbeitgeber Hilfe aus der Politik zu bekommen. So um 1880 fand ein gewisser Herr Otto Eduard Leopold von Bismarck-Schönhausen Interesse an diesem Thema. Warum er helfen wollte oder was sonst seine inneren Beweggründe waren hier Regelungen zu gestalten lasse ich mal außen vor. Jedenfalls erkannte er, daß es in der Arbeitswelt rumorte, es hier eine Einigung geben mußte. So kam es endlich zu Verbesserungen für den Arbeitnehmer, der Arbeitgeber bekam seine Grenzen aufgezeigt. Nachdem sich die damaligen Parteien langsam positionierten, dauerte es fast 10 Jahre bis die ersten Sozialgesetze Anerkennung fanden und in der Gesetzgebung dokumentiert wurden. Aus dieser Zeit stammen auch die ersten schwarzen Arbeitsverbände und die rot eingefärbten Gewerkschaften.

125 Jahre später, im hier und heute, treffen sich alle Jahre wieder bei den stattfinden Tarifverhandlungen zwei ungleich gewachsene Parteien auf einander. Auf der einen Seite der mächtige Arbeitgeber, der in seiner agieren Art nicht den ersten Schritt macht und ein Lohnangebot vorlegt, was vereinfacht ausgedrückt eine zähe Verhandlung ausschließt, da man sich im klaren ist, daß die zu erwartende Forderung mehr Lohn bedeutet. Auf der anderen Seite ein Bittsteller, der stets in vertretender Form für seine Mitglieder Forderungen stellen muß. Am runden Tisch beginnt darauf hin ein Lohnspiel, wo der Verlierer schon von Anfang an feststeht, die Gewerkschaft, weil sie immer Ihre Karten zuerst offen auf den Tisch legt, nun auf jedes Arbeitgeber Angebot wartend in der schwächeren Rolle steht und nur noch reagieren kann.

Seit der 2000 Millennium Wende haben es die Gewerkschaften nicht geschafft die negative Lohnentwicklung für Arbeiter und Angestellte in den Verhandlungen abzuwehren. Mit dieser Entwicklung der Nettolöhne steht Deutschland als Schlusslicht in der europäischen Union da. Die Gewerkschaften sollten daraus gelernt haben und bei den Tarifverhandlungen die allgemeinen Verteuerungen, als Beispiel den nötigen Inflationsausgleich erstreiten, nur fehlt es hier an Durchsetzungskraft seitens der Gewerkschaften und daß das die Herren und Frauen im feinen Zwirn schon lange durch schaut haben, sich immer wieder darauf einstellen können. Sie wurden lange vom Arbeitgeberverband auf diesen immer gleichen  Moment der Auseinandersetzung vorbereitet. Können daher jeden Verhandlungspunkt von der jeweiligen Arbeiterorganisation mit Nein beantworten. Ein Streik als letztes Druckmittel ist hier unausweichlich, um wenigstens etwas vom großen Kuchen ab zu bekommen.

Wie gesagt, wenn einer mehr zum ducken neigt, Karriere machen möchte, sollte stets und immer ein Ja zu seinem Chef sagen, vielleicht braucht er oder sie auch ein ganzes Arbeitsleben keinen Personal- oder Betriebsrat, der die gesetzlichen Regelungen im Auge behält und für Ihn oder Sie eintritt, wenn es um Mehrarbeit und nicht gezahlte Überstunden geht. Die Arbeitnehmer, die sich nicht alles gefallen lassen und nur das arbeiten, wonach sie bezahlt werden, sollten sich organisieren und streiken, wenn sie dazu aufgerufen werden. Eine richtige Gewerkschaft sorgt auch mit einer nicht Maßregelungsklausel dafür, daß bei gemachten Streikhandlungen der organisierten Mitglieder, nach Abschluß der Tarifverhandlungen, keiner entlassen wird und es zu keiner negativen Beitragszahlung seitens des Arbeitgebers in der Krankenversicherung / Rentenkasse kommt. Nicht organisierte Arbeitnehmer stehen immer schlechter da, können Ihre Interessen schlechter durch setzten und werden auch mal schneller entlassen. Das klingt brutal, ist aber ein gängiges gelebtes Arbeitsmodell vom bestimmenden Arbeitnehmerverband. Fast eine Million Beschäftigte arbeiten jenseits des Mindestlohnbereiches. In den nächsten Jahren wird es durch bessere Produktionsstraßen, vereinfachte Herstellung von Erzeugnissen weniger Arbeit geben, es wird Zeit, daß die Arbeitgeber umdenken, gerechter bezahlen und nicht immer an eine Gewinnspanne jenseits der 100 Prozent denken…

Wenn das alles nicht interessiert ? sollte mal genauer hinhören

 

 

Bis zum nächsten Mal, wünsche ich einen schönen Tag. Es grüßt ein Exil lebender Hamburger in NRW

Erdi Gorch Fock

Die Mutter ist bekannt, der Vater ungewiß, eine spanische Fliege in der Familie…………..

Neulich bekam ich Post von der Paßstelle der Stadt. Auf dem Informationsblatt wurde mir mitgeteilt, daß mein Personalausweis und der Reisepass ungültig würden. Bis Ende Dezember diesen Jahres hätte ich Zeit für eine Verlängerung des Persos, beziehungsweise Beantragung eines neuen Passes. Dafür sollte ich ein aktuelles Lichtbild mitbringen, ggf. eine Geburtsurkunde und so weiter. Ich legte den Brief zur Seite und überlegte, was ich alles brauchte um an neue Papiere zu kommen. Beim suchen nach neuen Passfotos, stellte ich fest, das meine Passfotos in der Schublade meines Schreibtisches etwas betagt waren. Meine schmucken Profilfotos waren wirklich schon 10 Jahre alt, nicht gerade neu…..also es war einmal…..

einer dieser Momente, wo man sich selbst wundert, das soviel Zeit vergangen ist. Für meine neuen Pässe brauchte ich also neue Fotos. Wo sollte ich jetzt neue machen lassen ? Eine in jeder Dekade wiederkehrende Frage, wichtig, da ich nicht die Qualität eines Fotoautomaten habe möchte, der Marke schwarz weiß mit Bildpunkten, also werde ich beim Fotografen vorbei schauen. Mit dem Schalk im Nacken machte ich ein paar Probebilder mit meinem Händi. So ein Selbstbild, ein Selfie, reicht doch vollkommen aus oder ? Ich verwarf den Gedanken, ging ich in den Keller, schmökerte in alten Fotoalben. So richtige Fotos auf Papier hatten Stil und jedes einzelne erzählte einer Geschichte. Im Laufe der Jahre, sammelte sich an diesem Ort unseres Hauses alles an, was nicht tagtäglich gebraucht wurde. In einem Ordner fand ich alle wichtigen Dokumente, meine Geburtsurkunde, dabei fiel mir das Familienstammbuch in die Hände. Dieses kleine Buch hatte schon etliche Jahrzehnte auf dem Buckel. Vorsichtig blätterte ich die ersten Seiten auf. Vater geboren 1917, Opa geboren 1880, Uropa 18……hier konnte ich die Schrift nicht mehr erkennen. Es fehlten ein paar Seiten, auch der Name von dem, der dieses Stammbuch geführt hatte, war mit bloßem Auge nicht mehr zu erkennen. Weitere lose Blätter, Heiratsurkunden, in der Mitte des Buches steckend, ein vergilbtes Papier noch erkennbar das Geburtsdatum vom meiner Mutter, 1922, wann Oma und Opa mütterlicherseits geboren waren, nicht mehr lesbar. „Hier mußte was getan werden, bevor sich meine liebe Familie in Staub und Luft auflöst“, sinnierte ich vor mir hin. Ich sollte ein neues Familienbuch anlegen. Die Lust an der Ahnenforschung loderte in mir. Alles noch mal vorn. Meine gefundene Geburtsurkunde legte ich fein säuberlich auf den Schreibtisch. Ich schnappte mir einen Block und schrieb auf, was mir so alles einfiel. Bei der väterlichen Familienlinie war alles geordnet und überschaubar. Väterlicherseits waren vom Uropa bis zu meinem Vater alle in Neustettin geboren. Der Geburtsort meine Mutter war Lankow bei Schwerin, die Geburtsstätte von Oma mütterlicherseits unbekannt. Meine Mutter brachte 5 Kinder mit in die Familie, mein Vater 3 Nachkommen. Ganz klar für den geübten Historiker, hier wurde im Laufe des Lebens mehrmals geheiratet. Ich lag nach Durchsicht der Urkunden richtig, für meinen Vater und meine Mutter war es die zweite Ehe und ich war das Erzeugnis Ihrer Liebe. Meine 8 Halbgeschwister konnte ich mir bis hierhin erklären. Für einen Moment zurückblickend, waren alle meine Geschwister ja schon lange aus dem Haus, als ich in Hamburg 1963 geboren wurde. Einzelkind in einer großen Familie, nun steckte ich tief in der eigenen Familienchronik, um mich nicht zu verzetteln, kontrollierte ich meine gemachten Anhaltspunkte. Es fiel mir ein, daß mein Vater mindestens einen Bruder und eine Schwester hatte, hier endete der Weg, weiter kam ich nicht. Meine Mutter hatte 4 Schwestern. Meine Oma mütterlicherseits hatte 3 mal geheiratet.

Moment mal“, dachte ich und ging zeitlich nochmal das Jahrhundert durch. Tatsächlich fand ich heraus, das Oma Kinder bekommen hatte, auch ohne verheiratet zu sein. Ein Skandal und das alles zwischen 1910 bis 1921. Ich mußte schallend lachend, da mir plötzlich die Geschichte der spanischen Fliege einfiel. – Die spanische Fliege, eine Verwechslungskomödie, in deren Verlauf der Geschichte ein junger Erwachsener sich aufmacht, seinen wahren Erzeuger zu suchen und eine Auswahl von vielen in Frage kommenden Vätern in einer Kleinstadt hat. Seine Mutter war eine berühmt, berüchtigte Varieté Künstlern. Eine dieser Väter, erkennt Ihn als seinen Sohn an. Nur um den Skandal zu vermeiden, da die Ehefrau des neu gefundenen Vaters Vorsitzende im ehrenwerten Verein für Anstatt und Sitte ist, kann dieser werte Gentleman seinen außerehelichen Nachkommen nicht anerkennen. Ein anderer Vater aus der selben Stadt sieht sich als der leibliche Vater des Kindes an, nur ist dieser Herr in der selben misslichen Lage wie sein Vorgänger, er kann seinen Sohn nicht ohne weiteres anerkennen. Über all lauern Hindernisse, die ganzen Familien in den Ruin treiben könnten. Gerüchte und Erzählungen machen in der Stadt die Runde. Das Ansehen in der Öffentlichkeit wird hier in dieser gespielten Posse groß geschrieben. Das Ende des Stückes lasse ich offen. Wer gerne ins Theater geht, sollte sich ein in Mundart gespieltes Stück aussuchen, da es im gespielten Dialekt besser rüber kommt und die Dialoge eine Priese witziger werden. Natürlich liegt es auch bei den Schauspielern, die das Stück vortragen. –

Ein paar Tage später war ich in der städtischen Anmeldestelle, dem Paßamt. Vorbei die Zeiten der engen Räume und Flure, ein großes freundliches Besucherzimmer erwartete mich, das Ende des Raumes durch eine Trennwand geteilt, hinter dem die Kundenmitarbeiter Ihre Arbeit verrichteten. Ein Wartemarkenautomaten mit großer Aufruftafel, rief mit einem Klingelzeichen die wartenden Leute nach der Reihe zu den einzelnen freien Schalterbeamten auf. Vor mir saßen gut 10 Besucher, vermutlich alle mit dem selben Anliegen. Gemütlich lehnte ich mich zurück und döste vor mir her. Im Geiste studierte ich meinen mitgebrachten Familienzettel. Ich war 13 facher Onkel und ebenso vielfacher Ur-Onkel. Beim besten Willen konnte ich nicht sagen, wo alle wann geboren wurden und meine Mutters singende und tanzende Oma konnte ich nicht mehr fragen. Ganz ruhig, dachte ich, das ist bestimmt nicht so wichtig und spielt gar keine Rolle. Ein Klingeln ertönte, die Nummer der Aufruftafel stimmte mit meiner Wartemarkennummer überein. Mit einem Blick auf mein neues Profilfoto, trat ich in die Amtstube ein. Nach ein paar Minuten waren alle Formulare ausgefüllt und fertig gestellt. Wie gut, daß meine Geburtsurkunde ausreichte um festzustellen, das ich ich bin, vielleicht hätte ich sonst die Geschichte der spanischen Fliege erzählen müssen…..

für alle die bei sich bei diesem Thema nicht angesprochen fühlen, einen lieben Gruß von meiner Oma…………………………………..mein youtube Kanal………………………

Bis zum nächsten Mal, wünsche ich eine schöne Woche. Es grüßt ein Exil lebender Hamburger in NRW

Erdi Gorch Fock