Blümerant und offen seine Meinung sagen…

Wer kennt es nicht, der Mensch neigt dazu, sich über alles und jeden eine Meinung zu bilden. Genetisch bedingt können wir gar nichts dafür, daß wir so sind wie wir sind, stammen wir doch alle mehr oder weniger von den Tieren ab. In einer beschäftigungslosen Situation zwischen fressen und ausruhen, ist es für einen frei denkenden Menschen von Zeit zu Zeit wichtig sich zu äußern. Sei es über seine häuslichen Umstände, wie er oder sie lebt, damit für jeden selbst eine Klarheit einkehrt, eine Überprüfung der eigenen Werte, bin ich noch auf dem richtigen Weg ? Was machen den die anderen ? In vielen Bespielen des normalen Alltags kommen wie mit dieser Methode gut damit zu Recht. Was ist, wenn wir uns Gedanken über Wirtschaft und Politik machen? vielleicht mal über den Tellerrand schauen und unsere Aussagen nicht von jeden geteilt werden…wieder mittendrin….
aufgewachsen in einer Demokratie, von frühster Jugend konfrontiert mit ständigen Wechseln und Eindrücken, sei es familiär und das was auf mich von außen einwirkte, konnte ich mich immer frei äußern. Kennt jeder von uns oder ? Das oder jenes finde ich gut oder der oder die gefallen mir. Meine eigenen Sinne entwickelnd, habe ich es geschafft abstrakt zu denken. Angefangen mit einem gefunden Plakat „Unter den Talaren – Muff von 1000 Jahren“, ein Spruch, ein Transparent aus dem Jahre 1967, enthüllt an der Uni Hamburg im Audimax, der in dieser gereimten Form oft zitiert wurde von den damaligen Studentenbewegung aus den 1960’zigern, erklärten mir meine Eltern, so gut wie es ging Wirtschaft und Politik, dankbar für Erklärungen über die damals gezeigten Bilder im Fernsehen einer beginnenden Studentenrevolte konnte ich so mein Verständnis für nicht fassbare Ereignisse trainieren, seit dieser Zeit auch mein Gefühl entwickeln, wenn ich merkte, daß da was “Faul ist im Staate Dänemark“ war. Seitdem immer wieder versuchend mir meine Meinung zu machen, daß heißt mir mehr Informationen zu beschaffen, komme ich heute nach stundenlanger Suche im Internet zu dem Punkt, daß es leider immer schwerer wird an gesicherte, überprüfbare Quellen zu kommen – ( die meisten googeln und finden irgendwas, was mit dem Kern des eingegebenen Suchwortes überhaupt nichts zu tun hat, Beispiel gefällig ? na dann viel Spaß, wenn nach der Bedeutung des Ausdrucks „wichsen“ in einem anerkannten Handwerksberuf gesucht wird… ) -, die unmissverständlich klar und deutlich aussagen, was, wann, wo passiert, wenn ich in Form der Satire, etwas gesagt oder getan habe, was ein gerichtliches Missfallen auslösen könnte.
Wo war ich, ach ja, frei nach dem Motto „Satire darf alles, muß es aber nicht“ – Kurt Tucholsky – komme ich nach meinem empfinden dazu, daß Satire übertrieben und überzeichnen darstellt werden muß. Auch wenn es ungerecht und verletzend ist, damit Ihr Gehör geschenkt wird. Die eigene Meinung zu vertreten und sie auszusprechen sind für mich die höchsten Güter seit der Erschaffung der Bundesrepublik. So wie mein Freund Till Eulenspiegel, der eine Freude daran hat auf zu fallen und nicht bequeme Themen an zu sprechen. Nehmen wir mal an, seine Darstellung eines Gedichtes hat irgendeinen verletzt. Dieses Individuum stellt darauf eine Anzeige, bezieht sich auf einen Paragraphen, der bei uns im Gesetz verankert ist. Das angesprochene Organ gibt Ihm Recht, verweist aber auf einen anderes Gesetz, das dafür zuständig wäre um festzustellen, ob   es sich in diesem Fall um eine mutwillige Beleidigung handelt, erst danach könnte über den gemachten Antrag/Anzeige entschieden werden. Das ist Satire pur. Wir haben Gesetzte, die wir wie Gummi artig dehnen können. Warum machen wir es nicht. Mein Freund Till hat im Fernsehen in seinem Vortrag übertrieben und überzeichnet, er ist aber auch ein landesweit bekannter Schelm, ein Wortakrobat der hier Sachen anspricht, ohne befürchten zu müssen dafür Strafe zu bekommen oder ins Gefängnis gehen zu müssen, da hier in diesem Land die Meinungsfreiheit gesetzlich garantiert wird. Nun landet unsere imaginäre Anzeige an der richtigen Stelle, die aus gegebenen Grund abschlägig beschieden wird, da sie formal richtig eingereicht wurde, aber im Ansatz von einer falschen Voraussetzung ausgeht, die Beleidigung wurde hier in diesem Fall in einem großen Raum abgeben, der öffentlich einsehbar ist, aber nichts mit der reinen Öffentlichkeit zu tun hat. Wie das? Das liegt doch für mich klar auf der Hand, wir befinden uns im Medium Fernsehen, das wie ein gutes Theater geführt wird, also was kommt, welches Programm wird gespielt. „Ah ja, heute kommt Satire, bin gespannt wer heute einen Denkzettel bekommt“. Im großen und ganzen kennen wir diese Vorgangsweise seit Jahrhunderten, früher hat man dafür Lichtspielhäuser, Vogelweiden oder englische Gärten gehabt. In diesem Rahmen, einer vorgeschriebenen Fläche kann jeder sagen was er will, solange es nicht Gewalt verherrlichend ist. Es ist eben für die Zuhörer und Zuschauer eine gute Vorführung, wo es im Verlauf der Handlung dazu gehört laut zu trommeln, Krach zu machen oder zu beleidigen. Das sollte jeder bedenken, der sich betroffen fühlt.
Zum Schluß meiner Fickfackerposse, steht jedem der Gang zu Gericht jederzeit offen, nur sollte sich auch jeder darüber im klaren sein, ob das aus gesprochene Wort zu seiner Person auch eine Beleidigung ist oder war.         

Solange bis der nächste Teil kommt, etwas Spaß von meinem Kanal

Bis zum nächsten Mal, wünsche ich eine schönen Sonntag. Es grüßt ein Exil lebender Hamburger in NRW

Erdi Gorch Fock

Ein eigenes Zuhause, zwischen GEZ und wilder Ehe…

Wer konnte, durfte und wer nicht mochte blieb Stubenhocker und zog nicht vom heimischen Herd aus, so einfach war das und wie ist es heute? Es hat sich vieles in Germania seit den guten alten 60′ zigern des vorherigen Jahrhunderts verändert. Bratkartoffelverhältnisse sind legalisiert worden und vor der GEZ hat heute niemand mehr Angst. Eine sehr zähflüssige Entwicklung in unserer Gesellschaft, die in Millimeter Schritten gemacht wurde und von der heutigen Generation nicht mehr nach zu vollziehen ist. Meine Brüder und Schwestern haben sich alles zu Hause erkämpfen müßen. Die strengen gesetzlichen Grundlagen wurden kontra der Jugend ausgelegt. Die wenigen Möglichkeiten, die es für diese Halbstarken gab, bestanden aus Flucht von zu Hause, hinein in eine Heirat oder in einem festen Arbeitsplatz, am besten in einer anderen Stadt und weit weg von zu Hause. Mit einem kleinen Versuch, einem kleinen Einblick in unsere zusammen gewürfelten Familie, spinne ich einen kleinen Faden von damals bis heute …oh, wieder mittendrin…Es war einmal…
vor nicht allzu langer Zeit, meine Schwestern und Brüder waren schon alle aus dem Haus, als ich als Nesthäkchen alleine in Hamburg auf wuchs. Eine willkommene Abwechslung war es für mich, wenn Geburtstage oder Festtage an standen und meine Geschwister zu Besuch kamen. Dabei wurden viele kleinen Erinnerungen erzählt, was sich von den 60′ zigern bis Mitte der 70’ziger alles in Sachsen der Kindererziehung bei meinen Eltern abspielte. Eventuelle Fehler von meiner Mutter, meinem Vater wurden dabei kopfschüttelnd von meinen Eltern begleitet, denn so schlimm waren die ‚Alten‘ ja wirklich nicht. Es herrschte Zucht und Ordnung in Germania, ja auch bei uns zu Hause. Mein Vater gab den Ton an und alle in der Familie folgten, solange sie noch Ihre Füße unter dem elterlichen Küchentisch hatten. Auflehnung und Widerstand dagegen wurden von meinen Eltern im Keim erstickt, noch bevor es zu einem familiären Schaden kam oder es Ohrfeigen für uns Kinder regnete.
Mit Gründung einer eigenen Familie bei meinen Geschwistern war alles vergeben und vergessen, was meine Eltern getan und gemacht haben, jeder Familienangehörige freute sich auf ein gemeinsames Wiedersehen. Bei diesen Gelegenheiten ließ ich mir immer die Geschichten von meinen großen Schwestern erzählen, wie sie nur nachmittags ins Kino durften oder von meinen Brüdern, die nur Ausgang zu Tanzschule bekamen und um 20:00 Uhr wieder zu Hause sein mußten. Nach dem Essen bei uns, zur blauen Stunde, gipfelten die kleinen Episoden in mitgebrachten alten Fotos, die meine Schwestern im Minirock oder meine Brüder mit Bierflasche beim Zelten zeigten. Meine Eltern konnten Jahre später darüber schmunzeln. Mehr symbolisch wurde an solchen gemeinsamen Abenden in der Familie Strafen verhängt und wir Kinder wurden zum Geschirr spülen und abtrocknen verdonnert.
Ja mein Vater war streng zu uns Kindern. Bei mir wurden die Zügel kurz vor meinem 17′ ten Geburtstag gelockert, mitten in der Pubertät, bekam ich den Job bei der Post. Mit der Einverständniserklärung meines Vaters, bei der Deutschen Bundespost anfangen zu dürfen, lockerte sich allmählich diese aufgestellten Regelungen meiner Eltern, wie und wann ich zu Hause sein sollte. Die letzte Regelkröte meines Vater schluckte ich, denn sein auferlegtes Kostgeld von 200 D-Mark bezahlte ich gerne. Meine Freundinnen durften, solange die anderen Eltern Bescheid wußten bei uns übernachten. Vorher wurden aber alle weiblichen Gäste bei uns auf Herz und Nieren geprüft, meist peinlich für mich, da meine Mutter immer mit so Fragen kam, die eindeutig intim und zur Familienplanung gehörten, aber aus elterliche Sicht gestellt werden mußten. Ein Beispiel gefällig ? … ich belasse es mal mit dem Hinweis, daß Pillen auch morgens, mittags und abends gegessen werden können. Mein Vater nahm seine verantwortungsvolle Aufgabe ernst und spulte gern zu Abschreckung den alten Kuppelei – Paragraph herunter, ( § 180 des StGB, grobe Aufsichtsverletzung eines anvertrauten Kindes oder Mündel ), wenn auch das meine Herzdamen heile überstanden, konnten sie bei uns übernachteten.
Nun bin ich selbst Vater, ab und zu spiele ich aus Spaß die erzieherischen Regeln aus meiner grauen Vorzeit mit meinem Jungen durch. Spätestens beim gemeinsamen Essen fange ich doch an zu lachen, wenn mein Sohn seine Füße unter dem Tisch auf den gegenüber liegenden Stuhl legt und mich dabei ansieht. Hierbei merke ich, dass meine erzieherischen Methoden vollkommen gefurchtet haben. Heutzutage, so mein empfinden, habe ich und meine Frau alles richtig gemacht. Wenn das noch meine Eltern erleben würden, sie hätten an meinem Sohn Ihre helle Freude gehabt.

Bis zum nächsten Mal, wünsche ich eine schönen Sonntag. Es grüßt ein Exil lebender Hamburger in NRW

Erdi Gorch Fock

Cher und die verschwundenen MINI Lenkräder, Teil II

————— Teil II————–

Für mich war der Tag gelaufen. Trotzdem versuchte ich mich zu beruhigen. Würde der Täter jemals gefasst werden ? Ich holte mir ein Notizbuch und schrieb alles auf, was mir einfiel. „ Bundesstraße B3, vom Norden bis Freiburg, nicht an der Elbe, wie weit ist es bis Breisgau? Seen, Hemmingen, Buxtehude“ mir gingen so viele Gedanken durch den Kopf, daß ich nicht mehr rational Denken konnte, erschöpft legte ich mich hin……..

Cher ließ diese flache Erklärung des Polizeibeamten keine Ruhe. Um abzuschalten unternahm sie einen Spaziergang. Auf alten verschlungen Pfaden auf Finkenwerder, am hinteren Teil des Ortsamtes war Sie zu Hause, vorbei am Freibad, nun im alten Gelände Ihrer Kindheit, sinnierend über nicht mehr vorhandene Straßen, erreichte sie zügig den Deich am Flugzeugbau, zu dieser abendlichen Tageszeit stand der Wind landeinwärts, zügig lief sie auf das Mühlenberger Loch zu. Was hatte sie damals nicht alles recherchiert, nun verliefen alle Spuren im Sande. Bei ihrem langen Spaziergang erreichte sie das Estesperrwerk. „Was schon so weit“, von der nahe gelegenen Bushaltestelle fuhr sie wieder nach Finkenwerder zurück. Die Fahrt dauerte diesmal etwas länger, da ein Auto mit Panne die lange Zufahrtsstraße versperrte. Die Polizei war gerade damit beschäftigt, den Verkehr im Minutentakt durch die Unfallstelle zu schleusen, nicht gerade einfach, stockend und langsam fuhr Cher am beschädigten Auto vorbei. Ein mulmiges Gefühl stieg in Ihr auf, endlich war sie an an den Finkenwerder Landungsbrücke an gekommen.

– Rückblick Mitte 1968, in eine Informationsveranstaltung zu Erweiterung der B 3

Warum müssen wir Hemminger denn alle weichen ? Ihr könnt Eure Bundesstraße 3 mit der Trassenführung über Westerfeld ziehen, da ist Platz genug“ „Das würde Mehrkosten bedeuten, die dann in die Millionen DM gehen, laß uns doch mal in Ruhe über den Bauplan schauen, betrachten wir dabei auch die Eingriffe in die Natur“ beruhigend klang das nicht, was der zuständiger Bauamtsleiter von Hannover, von sich gab. Er hatte sich extra für diese Veranstaltung einen neutralen Ort, eine alt eingesessene Gaststätte in Ricklingen ausgesucht, der Saal, mit herrlichen Ausblick auf die Ihme, war bis zum letzten Platz belegt, viele betroffene Anlieger aus Hemmingen, Linden und Umgebung, wollten Informationen haben. Eine schwierige Aufgabe für Ronald Pitsch, der nach einer guten Lösung für alle Beteiligten suchte. „Ist ja typisch, immer wieder Westerfeld ins Spiel zu bringen, dann kann ich unseren Nutzfahrzeuge Reparaturdienst schließen“, kam es von Peter Junghans heraus, er war mit seiner ganzen Familie am meisten betroffen von der geplanten Straßenverbreiterung der B3. „Meinem Bruder Klaus habt Ihr schon so einen Enteignungsbrief geschickt, der kann nun seine Werkstatt schließen und dadurch geht Ihm sehr wahrscheinlich das Geschäft mit Britsh Leyland durch die Lappen. Das ist willkürliche Diktatur, daß wird nicht nur ein heißer Herbst in Berlin, fangt nur an mit graben……. „Deswegen sind wir hier um eine Lösung zu finden, MINI Freunde müssen zusammen halten“, schaltete sich nun Frau Bettina Lorz ein, sie war stellvertretende Dezernentin der Enteignungsbehörde Hannover. „Klei mi am Moors“ wutentbrannt verließ Peter Junghans die Gaststätte……………

Bettina Lorz stand auf und verließ ebenfalls den Saal, sie hatte eine Mappe in Ihren Auto vergessen, am Wagen stehend, suchend nach Ihrem Türschlüssel, hörte sie auf einmal ein „Guten Abend“, hastig drehte sie sich um, vor lauter Schreck lies sie den Autoschlüssel zu Boden fallen.

Der Wecker riss mich aus tiefen Schlaf, ein paar Momente später würgte ich den elenden Klingelton endlich ab. Schleppend brachte ich meine körperliche Hülle in die Küche. Wieder klingelte es, diesmal an der Haustüre. „Man was ist denn heute morgen nur los“, brummelnd öffnend begrüßte ich Hans an der Türe. Er wollte mir beim Umzug helfen, in seinen Händen schleppte er ein Dutzend gefaltete Umzugskartons mit. „Moin, wohin damit ?, Kaffee fertig ?“ „Moin, leg irgendwo hin, ich bin noch nicht soweit, ich glaube, ich verschiebe den Umzug“ Hans grinste mir breit entgegen und hörte sich meine Erlebnisse vom gestrigen Tag an. Alles sprudelte noch mal aus mir raus, mit Cher auf der Polizeiwache, von der gesendeten Radionachricht bis hin zum Punkt, was ich mir alles noch aufgeschrieben hatte. „Zeig mal Deine Notizen her, vielleicht fällt mir noch was ein“, mit diesen Worten überflog er meinen Zettel. Es wurde still in meiner Küche, da ich beim lesen nicht störend wollte, suchte ich nach der Telefonnummer von meinem neuen Vermieter am Niederrhein, eigentlich wollte ich so schnell wie möglich umziehen, nun konnte ich mich nicht von meiner Insel los reißen. In diesem Moment wurden meine Gedanken unterbrochen, da ich von Hans hörte: „Mir ist was eingefallen“ „ Was…. „ war mein erster Gedanke könnte Hans eingefallen sein……………..

Fortsetzung …………folgt………..

Bis zum nächsten Mal, wünsche ich einen schönen Sonntag. Es grüßt ein Exil lebender Hamburger in NRW

Erdi Gorch Fock

Cher Lock ’s Enkel mag auch heute keine Schuluniformen…..

Wer Glück hat kommt in die Schule, entdeckt seine Individualität und lebt sich aus. Wer Pech hat kommt in die Penne, wird in alte Denkformen gepresst und hat ein Leben lang das nach sehen. Cher Lock hatte immer ein Gespür was gerade in Mode angesagt war. Ob praktisch oder chic, ganz egal, Hauptsache nicht zu kalt oder warm angezogen. So war sie als Jugendlicher in den 60′ zigern zur Schule gegangen und groß geworden. Es wurde getragen was gefällt oder was man / sie hatte. Was hätte Cher in dieser Zeit rebelliert gegen Schule, Staat und Spießer. Also, es war einmal……..

eine Zeit, da wurde in den Schulen noch gelernt. Alte Lehrer hatten mit sich zu kämpfen, ob noch Ohrfeigen im Unterricht verteilt werden durften oder nicht. Es herrschte Ordnung in den Klassenzimmern bis Mitte der 60′ ziger Jahre. Auf einmal wurde im ganzen Land rebelliert. – hier muß ich einschieben, daß ich nur einen kleinen Einblick in die Hamburger / Schleswig Holstein Schulen habe oder hatte, soll aber im weiteren Verlauf der Geschichte nicht störend sein oder ? – Was langsam mit der Musik der Beatles in die Klassenzimmer Einzug hielt, Kleidungsstil und Haarpracht, fand mit der Verbrennung der Büstenhalter seinen Höhepunkt und brachte eine ganze Generation von heutigen alten Lehrern und Direktoren in Wallung. Wer 1968 gerade sein Studium aufgenommen hatte, identifizierte sich über seine Klamotten, seiner Musik mit der Außenwelt. Ein „Make Love not War“ war Lebensgefühl. Auch haben viele noch die Studentenrevolten in der Bundesrepublik Deutschland mit erlebt. Wer heute von den Verantwortlichen in den Kultusministerien seinen Moralapostelhut aufsteckt, hat viel vergessen und geht hier zu weit in seiner Bevormundung gegenüber den heranwachsenden Schülern, die selbst entscheiden müssen was sie anziehen oder tragen wollen.

In den 70’zigern habe ich Ringelpullover und falsche Kunstnappalederhosen getragen, in der Musik wurden auf dem Schulhof keine Kompromisse gemacht, entweder ABBA, Sweet oder Slade, wir hatten klare Vorstellungen. Wir haben getragen, was in „ Bravo und Melodymaker Kult war“. Ich sage nur: „Bananenbadehosen und Bonanza Räder, Hot Pants und Dreiecks T-Shirt waren Pflicht“ Unsere Referendare, wartend auf Ihre feste Anstellung als Lehrer, hatten keine Probleme den Unterricht frei zu gestalten und uns im Sommer auf der Wiese den Lernstoff bei Eis und Bikini zu vermitteln. Wir hätten eine feste englische Kleiderordnung gar nicht durch gehalten.

So sind wir ( ich ) auch in die 80’ziger gerutscht. – Nie wieder Schule – war das neue Motto für die jungen Berufsanfänger, die in Ihrer angestrebten Stellung, damals die 12 Schuljahre in den Berufsschulen hinter sich brachten und den Unterricht gemeinsam zwischen Grund, Haupt- und Realschülern verbrachten. Wir waren Popper oder Punker – no future- war angesagt. Wir hätten eine gewünschte Kleiderordnung verbrannt oder geraucht und fertig wäre das Thema gewesen. Ich erinnere mich an Schüler-und Studentendemonstrationen die für den Stadtteil Hamburg – Rotherbaum angesagt waren und auf dem Kiez in St. Pauli mit Pali-Tüchern endeten. Ob für den Frieden gegen Helmut Schmidt oder Franz-Josef Strauß, Hauptsache die Hafenstraße lebt………. Wir haben uns nichts gefallen lassen.

Die 90’ziger waren richtig zahm, unsere alt 68’ziger haben Ihre Kinder ohne große Revolten in die Schule bekommen, die Einführung von schönen und guten Privatschulen war ein Thema, das für viele mit einer einheitlichen Ordnung, mehr einer gefühlten Anpassung zu tun hatte. An dieser Stelle einen schönen Gruß an alle Waldorfschüler, auch hier wurde eine strickte Kleiderordnung ausgeschlossen, da es nicht genug Persönlichkeit und Entwicklung für den einzelnen Schüler geben würde, wenn alle in ein Kleid gepresst würden. Eine Generation der Weicheier wurde gestylt und von Eltern gezeugt, die heute mit Ihren Vorstellungen keine klare Meinung definieren können. Liegt vielleicht auch an der Musik die mit Techno und Loveparade allgegenwärtig präsent war.

Nun sind wir im neuen Jahrtausend angekommen. Was im Norden als Klamotten in Schulen gebilligt und getragen wird, findet in der Mitte von Deutschland Beachtung, wird im Osten des Landes als Thema nicht war genommen, außer eine Gruppe von Schülern bringt Springerstiefel mit, wird selbst verantwortend und auf sachte Weise in Bayern an die Eltern abgeschoben unter den Tisch gekehrt, sehen wir mal von Kreuzen und Kopftüchern ab. Hier haben die Schüler für mich keine Entfaltungsmöglichkeiten mehr. Immer bedacht auf politisch korrekt und ja keinen verletzend, in seinem Glauben, steuern wir mit Vollkraft auf einen gleichförmigen Schüler in Deutschland zu. Wer heute als Heranwachsender Angst hat in der Schule mit Hilfe von Musik und Klamotten zu experimentieren, sich auszuleben, hat es im späteren Leben schwer damit mit anderen Mitmenschen klar zu kommen, das er / sie seit der Schule „in oder outsind. Ich hoffe, wir werden es nicht mehr erleben, das in der Bundesrepublik Deutschland eine Kleiderordnung an Schulen praktiziert wird. So wie ich auf die Individualität eines jeden Schülers zähle. Cher Lock’s Enkel sagt nein zu Uniformen, zur orwellschen Gesellschaft, Lebensweise und trägt was Ihr gefällt, sie braucht keine Kleiderordnung an Ihrer Schule.

Als kleines Beispiel und mal gegen den Strom gedacht……

Bis zum nächsten Mal, wünsche ich einen schönen Sonntag. Es grüßt ein Exil lebender Hamburger in NRW

ErdiGorchFock63

Gedanken zum Weltfrauentag 2015, was ist besser für Frauen in Deutschland geworden ?

Heute ist der Weltfrauentag, ist dieser achte März eines jeden Jahres wichtig genug, damit wir uns daran erinnern? Woher kommt dieser ehrenwerte Tag, wer hat Ihn erfunden? Natürlich kann ich mit männlichen Brustton in der Stimme sagen, ich weiß es und alles ist Tutti Frutti, daß würde wiederum nicht den Kern der Sache treffen. Weiß ich es wirklich? Nun, nein, also nähere ich mich diesem Frauentag in kleinen Schritten und stelle mir meine Fragen zum Schluß.

Letztes Jahr habe ich mich schon mit dem Weltfrauentag beschäftigt. Zu Erinnerung –http://exillebenderhamburgerinnrw.com/2014/03/08/taylor-swift-trouble/– Fortsetzung am Schluß………

Rein aus der Geschichte betrachtet, wurde für diesen „Tag der Frauen“ hart gekämpft. Im Jahre 1908 international in Kopenhagen ausgerufen, schwappte dieses Welle mit dem ganzen „drum und dran“ ursprünglich durch die amerikanische Frauenbewegung 1857 nach Europa rüber. Hier streikten Textilarbeiterinnen für mehr Lohn und bessere Arbeitsbedingungen. Dieser Aufstand wurde blutig nieder geschlagen und durch die rein männlich ausgerichtete Zeit und Gesellschaftsform als unpopulär vermarktet, eben schlicht weg verdrängt. Aus gewerkschaftlicher Sicht, ist es ein sehr wichtiges Ereignis, der Anfang im Kampf für mehr Löhne, besseres Leben und Auskommen für Frauen, nun ist dieser Frauentag mittlerweile fast überall weltweit verankert.

Interessant ist es für mich, daß auch in Deutschland der Weltfrauentag zeitweise in der Versenkung verschwand. Bis eines Tages, in einer Versammlung, eine resolute Frau, so um 1919 diesen Tag als politisch wichtig einordnete. Unsere Parteien konnten sich diese große „neue“ Wählergemeinschaft nicht entgehen lassen und führten den Frauentag ein, plus Wahlrecht. Das Frauenwahlrecht wird gerne offiziell mit der Novemberrevolution in Verbindung gebracht, daß lasse ich mal hier außer Acht.

Was hat sich seit 1920 für die Frauen verbessert ? Bekommen Männer heute den selben Lohn wie die Frauen ? Eine Frage bei der ich hier mit Zahlen, Daten, Fakten nicht weiter komme. Wenn ich die ganzen Gleichstellungsgesetze für Frauen in Deutschland anschaue, verliere ich den Überblick. In der Hoffnung, daß es hier und anderswo endlich und überall zur Beseitigung und Verhinderung von Diskriminierung des Geschlechts kommt, bleibe ich im Bezug auf Gehälter und bessere Arbeitsbedingungen mal optimistisch.

Ich stelle fest, daß ich etwas weiß und das Frau Clara Zetkin in Deutschland etwas erreicht hat. Die Emanzipation und die Gleichberechtigung ist da und das nicht erst seit 1968, als meine Schwestern die Büstenhalter verbrannten. Es ist ein schönes Gefühl frei und ungezwungen auf zu wachsen, mit Rechten und Gleichberechtigung in der Tasche. Es ist ein miteinander geworden. Die Männer spielen nicht mehr so eine große Rolle im Leben der Frauen. Nun sprechen die Frauen mit, der Weltfrauentag hat für mich seine Berechtigung und seinen festen Tag verdient. Warum auch nicht.

Laßt es krachen meine lieben Frauen……. und das nicht nur an einem „besonderen“ Tag im Jahr.

– Zum Schluß habe ich noch eine kleine ‚Fortsetzung‘ angehängt, eine Hommage nicht nur für die Frauen alleine gedacht, sondern auch für die „Männer unter uns“. So was nenne ich ausgewogene künstlerische Freiheit, hoffentlich ein visueller Effekt für Augen und Ohren.-

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Bis zun nächsten Mal, wünsche ich einen schönen Sonntag. Es grüßt ein Exil lebender Hamburger in NRW

ErdiGorchFock63