„Ein Autor…“ / „An author…“

Das Schreiben sollte mir jetzt leicht fallen, nun da ich seit einem Jahr pensioniert bin, Zeit satt habe und den ganzen Tag genießen kann. Nichts steht mir im Wege, ich kann machen was und wann ich will. „Ja, denkste Puppe“, so leicht komme ich nicht zum schreiben oder dazu meiner Fantasie freien Lauf zu lassen. Wieder mittendrin, viel Spaß beim lesen…

…es sind diese alltäglichen Ablenkungen, die mich daran hindern einfach mal richtig loszulegen. Als Beispiel führe ich kurz den Haushalt, Garten und die Wäsche an, alles Tätigkeiten die für mich zuerst gemacht werden müssen, bevor ich in Ruhe schreiben kann.

Wieder einmal sitze ich morgens an meinem Schreibtisch, Kaffee und Kekse stehen griffbereit, als meine Augen vom Schreibtisch durch das Fenster in den Garten wandern.

„Ganz schön nebelig heute“, stelle ich fest und bemerke dabei, daß es mehr trübe ist, nicht so richtig nebelig, eher grau schmutzig bis milchig. „Komisch“, denke ich mir bis ich langsam darauf komme was mich stört. „Nee, so kann ich nicht schreiben, werde schnell mal die Fenster putzen“. Mit schmunzelnden Gesicht und einem lächeln auf den Lippen folge ich „Mal eben“, meinem inneren Drang, gehe in den Garten und putze meine Terrasse, sammele Herbstblätter auf, öle quietschenden Rasenmäher, Türen und andere Schuppengeräte, bis mein inneres Ordnungsgefühl wieder mit mir zu Frieden ist.

Nach zwei Stunden und drei Wassereimer später erstrahlen nicht nur meine Fenster in neuem Glanze. „Nun gehts los, schnell rein in die gute Stube und schreiben, schreiben, schreiben bis ich fertig bin.“ Eine neue Kanne Kaffee steht an meinem Schreibtisch griffbereit, Kekse in Reichweite, schnell überfliege ich meine Emails diagonal, „Keine dringenden Nachrichten, keine Rechnungen, nichts störendes im Postkasten, nun kann mich meine Muse küssen“, resümiere ich zu mir selbst und bringe meinen Titel zu Papier.

„Ein Autor…“, da klingelt es an der Haustür. Meiner Neugier folgend, schaue ich nach wer mich da stören möchte. Schnell geht es zwei Treppen runter und ich öffne die Tür, vor der niemand mehr auf Einlass wartet. Mit einem „Na warte“, auf dem Absatz wendend und Türe zu knallend

spurte ich die Treppen wieder hoch, herausblickend

aus blitzblanken Fenstern erspähen

meine Augen nichts verdächtiges. Leicht frustriert schleppe ich mich mit letzter Kraft an meinen Schreibtisch zurück und besinne mich erneut.

„Erstmal lesen was ich bis jetzt geschrieben habe…‘Ein Autor’…“. Mitten in meinen tiefsinnigen Überlegungen, signalisiert mein Magen ein leichtes Hungergefühl. Mittlerweile ist es Mittag geworden, „Wo ist nur die Zeit geblieben?“, ein paar Minuten später, auf meinem Sofa sitzend, stimme ich mit einer Butterstulle meinen Bauch gnädig. Beim Nachdenken, was ich schreiben werde, bin ich dann kurz mal eingedöst. Als ich wieder erwache, ist der Nachmittag schon längst vorbei.

Zielgerichtet wandern nun meine Blicke über meine geschriebene Geschichte. Genüsslich lesend, was ich bis jetzt zu Werke gebracht „Ein Autor…“, endet für mich mein heutiger Schaffensdrang. Leicht beschwingt verlasse ich meinen Schreibtisch, gehe in die Küche und mache mir mein Abendbrot.

Bis zum nächsten Mal, wünsche ich ein schönes Wochenende.

(

Writing should be easy for me now, because I have been retired for a year, have enough time and can enjoy the whole day. I am not in the way, I can do what and when I want.

„What’s get up sweetie“, so easy I don’t come to writing or to let my imagination run wild. Back in the middle, enjoy reading …

… it’s these everyday distractions that prevent me from getting started. As an example, I briefly introduce the household, garden and laundry, all activities that must be done for me first, before I can write in peace.

Once again I am sitting at my desk in the morning, coffee and biscuits at hand, as my eyes wander from the desk through the window into the garden.

„Pretty foggy today“, I note, noticing that it is more cloudy, not really foggy, rather dirty from gray to milky.

„No, I can not write like that, I’ll clean the windows quickly“. With a smirking face and a smile on my lips, I follow „just now“, my inner urge, go in it to the garden and brush my terrace, picking up autumn leaves, oil creaking mowers, doors and other scales, until my inner sense of order, my mind, is with me again.

After two hours and three buckets of water later not only my windows shine in new splendor. „Now i go quickly back into my living room and write, write, write until I’m done“. A new pot of coffee is at my desk at hand, cookies in reach, with quickly I scan my emails diagonally, „No urgent news, no bills, nothing disturbing in the mailbox, now my muse can kiss me“, i summarize to myself and bring my title to paper.

„An author … „, as it rings at my front door. Following my curiosity, I look for who might bother me. Quickly it goes down two flights and I open the door, in front of which no one waits for admission. With a „Well wait“, turning on the heel and pounding the door

I picked up the stairs again, looking out

spy out of sparkling windows my eyes nothing suspicious. Slightly frustrated, I drag myself back to my desk with my last strength and remember again.

First I read what I have written so far „An author…“. Disturbing in my profound reflections, my stomach signals a light hunger sensation, it has become noon, „Where has the time gone?“, A few minutes later, sitting on my couch , I graciously agree with a butter sandwich my stomach. Reflecting on what I’m going to write, I’m doomed for a moment. When I wake up, the afternoon is long gone.

Targeted walk now my views on my written history. Reading with relish, what I have so far brought to work… „An author …“, ends for me my urge to work today. Slightly elated, I leave my desk, go to the kitchen and make my supper.)

https://www.dailymotion.com/video/x5axjxz

Until next time, I wish a nice weekend.

Erdi Gorch Fock

Ein Jahr später im „Herbst meines Lebens“/One year later in „Autumn of my life“

Für mich ist es das Jahr eins nachdem ich in den Ruhestand gewechselt bin. Etwas zu früh um ein Fazit zu ziehen ? vielleicht oder vielleicht auch nicht. Was habe ich mir vorgestellt, vorgenommen und was ist noch nicht oder nur zum Teil von meinen eigenen Erwartungen tatsächlich eingetroffen? … wieder mittendrin, viel Spaß beim lesen.

Seit Herr Glossi 1980 bei der Deutschen Bundespost im Fernmeldeamt angefangen hatte zu arbeiten, stand seine Pension fest. Alles war schön schwarz auf weiß nachzulesen, es sollten 75 Prozent seines letzten Lohnes (Bezügezettels) sein, wenn er das 65 Lebensjahr erreichen würde. Vorausgesetzt er schaffte die Beamtenlaufbahn als Bundesbeamter und bei bester Gesundheit, dann wäre mit etwas Glück ein schöner und einfacher Lebensabend sicher gewesen. Ruhig und gelassen rechnete Glossi damals von seinen erdienten 1000 Mark ein viertel ab, also blieben im Alter noch 750 übrig. Dies sollte reichen um sich alles leisten zu können. Doch im Laufe der Jahre wurden die Pensionsansprüche geändert und plötzlich es gab nur noch 71 Prozent Pension. Glossi rechnete jetzt mit künftigen 710 Mark. Wieder ein paar Jahre später änderte sich das Pensionsalter, es wurde auf 67 Jahre angehoben. Gleichzeitig wurde rigoros gesetzlich eingeschrieben, daß wer als Bundesbeamter früher gehen wollte, so mit 55 Jahren, mit weiteren Abschlägen seiner Pension rechnen kann.

Soweit bis hierhin, Edgar Glossi kam ins Grübeln. „Wie soll ich nun im Alter zurecht kommen? Kann ich gegen all diese Änderungen im Pensionssystem noch irgendwas machen?“ Wie Edgar es auch drehte, immer wieder war seine eigene Antwort nein, er war hoffnungslos unterlegen und der Fürsorge des Staates völlig ausgeliefert. Langsam wurden per Gesetz angehäufte gesicherte Pensionsansprüche ab den 90 Jahren des vorherigen Jahrhunderts gedrosselt, vermindert und Sonderzahlungen gestrichen. Er konnte es in etlichen Bundesbeamtengesetzen nachlesen, am Beispiel „Alimentation vom Staat an seine Beamten“.

Alles wird alimentiert, kein Beamter kann sich gegen geltende oder künftige Pensionsbestimmungen wehren, er ist abhängig von seinem Dienstherrn solange er lebt. Edgar entschied sich für die Pensionsregelung, die für Bundesbeamte im Jahre 2018 eingeführt wurden. Als treuer Diener des Staates wechselte er mit 55 Jahren in den Ruhestand.

2019, ein Jahr später stellt Edgar fest, daß er alles richtig gemacht hat. Er ist nicht Reich geworden und wird es auch nicht mehr werden. Dafür kann Herr Glossi nun aufstehen und schlafen gehen wann er will, muß sich nicht mehr an Schicht- und Dienstpläne halten, keinen Dienst mehr am Wochenende oder zu ungünstigen Zeiten machen. Allein diese wenige Punkte machen für ihn das Leben „lebenswert“.

Zum Schluß sein Resümee. „Wenn ich noch 12 Jahre weiter gearbeitet hätte, wären es vielleicht 60 Euro netto mehr geworden oder auch nicht, wer weiß wann mein Dienstherr wieder Lust hat ein Gesetz zu reformieren?“.

Mit einem „Endlich frei und pensioniert, das ist alles was zählt“, blickt er vorausschauend auf kommende Pensionärswellen und stellt dabei fest, daß es nicht besser werden wird. Die zukünftigen Pensionen fallen geringer aus, wenn es wie demnächst geplant, angepasst am Rentensystem Niveau nur noch 48 Prozent Pension gibt und die Beamten erst mit 70 Jahren gehen dürfen und nicht vorher. Mit sich im reinen steht für ihn fest „Min lütten Schieter allens sööt mogt“.

Bis zum nächsten Mal, immer schön gesund, munter un wuchtig blieven.

Erdi Gorch Fock

Sex und andere Suchwörter im Internet / Sex and other search words on the internet

„Man wie heißt das noch mal“. Edgar versuchte mal wieder was im Internet zu finden. Bei seiner vorhandenen Legasthenie garnicht nicht so leicht zu … ( oh wieder mittendrin , viel Spaß beim lesen.)

…bewerkstelligen. Alle getippten Wortvarianten im Suchfenster der Suchmaschine, waren plausibel, führten aber nicht zum gewünschten Erfolg. „Sexchu, Seck, Säsu“, aber das gesuchte Wort tauchte nicht auf. Viel mehr blinkten andere Hilfsverben und Wegweiser ihm im Suchfeld entgegen, die allesamt nicht gemeint und gänzlich fehl am Platze waren. Sexseiten, Spielzeugreklame, und Reisevorschläge…Langsam merkte Edgar wie seine Ohren anfingen zu pulsieren und sein Blutdruck höher stieg. „Das habe ich nicht in die Suchzeile geschrieben. Komisch warum kann der Suchgenerator nicht das suchen, was ich schreibe?“ wunderte er sich. Edgar hatte sich wieder einmal in den weltweiten Webseiten verloren. Auf der Suche nach seiner „Verheißungsvollen Ingredienz“, die sein Glück perfekt machen sollte, benutze er die Internet Suchmaschinen eher mit Argwohn. Immer wenn er was suchte wurden aus

Minuten Stunden, bis er mal das richtige fand, was er finden wollte. „Immer dasselbe“, brummte er vor sich hin. Schließlich machte Edgar den Computer aus. Herr Glossi wußte nun wer ihm weiterhelfen konnte, er bräuchte auch diesmal keine Angst haben zu fragen, so wie damals in der Schule, als man ihn mit seiner Lese-und Rechtschreibung Schwäche hänselte und sich lustig über ihn machte. „Wie gut, das diese Zeit vorbei ist“, dachte Edgar. Der Sohn von Edgar lachte nie darüber, wenn sein Vater mal das richtige Wort nicht einfiel oder er die richtige Schreibweise nicht wusste. „Fiete weiß was ich brauche, ich werde ihn fragen“. Als Fiete die Stimme von seinem alten Herrn vernahm, erinnerte er sich daran, was sein Vater beim letzten Essen erzählt hatte und was ihm fehlte. „Fiete ich gehe was besorgen, kann ich Dir was mitbringen mein Sohn?“ „Ja, Papa, bringe Szechuanpfeffer mit, damit Du beim nächsten Mal Dein Spaghetti Gericht wieder würzen kannst“.

„Das mache ich mein Sohn“, mit erleichterte Stimme, fiel Edgar ein großer Stein vom Herzen, nun da er nicht fragen mußte wie dieses Wort lautete, was er sich nicht merken konnte.

Auf dem Rad Richtung Stadt, schmunzelte Herr Glossi Senior lange vor sich hin. „Blödes Internet, für mich kann es da bleiben wo der Pfeffer wächst“.

Bis zum nächsten Mal , wünsche ich allseits ein schönes Wochenende.

( „Man, what’s that called again?“ Edgar tried again to find something on the Internet. At his existing dyslexia not so easy to … (oh again in the middle, enjoy reading.)

… accomplish. All typed word variants in the search window of the search engine were plausible, but did not lead to the desired success. „Sexchu, Seck, Säsu“, but the word did not appear. Much more other auxiliary verbs and signposts winked at him in the search field, all of which were not meant and completely out of place. Sex pages, toy advertisements, and travel suggestions … Edgar slowly noticed his ears begin to throb and his blood pressure rose higher. „I did not write that in the search line. Funny why the search generator can not find what I write? „He wondered. Edgar had once again lost in the worldwide websites. In search of his „auspicious ingredient“, which should make his luck perfect, he uses the Internet search engines rather with suspicion. Whenever he was looking for something, he got out Minutes, until he found the right thing he wanted to find. „Always the same,“ he grumbled to himself. Finally, Edgar turned off the computer. Mr. Glossi now knew who could help him, he needed this time not to be afraid to ask, as in school back then, when he was teased with his reading and spelling weakness and made fun of him. „How good that this time is over,“ Edgar thought. Edgar’s son never laughed when his father did not remember the right word or did not know the correct spelling. „Fiete knows what I need, I’ll ask him“. When Fiete heard the voice from his old man, he remembered what his father had said during his last meal and what he lacked. „Fiete, I’ll go get something, can I bring you something, my son?“ „Yes, Dad, bring Szechuan pepper, so you can spice up your spaghetti dish next time.“

„That’s what I’m doing my son,“ with a relieved voice, Edgar dropped a big stone from his heart, now that he did not have to ask what that word meant, which he could not remember.

On the bike to the city, Mr. Glossi Senior chuckled for a long time. „Stupid internet, for me it can stay where the pepper grows“.

Until next time, I wish you all an nice weekend. )

Erdi Gorch Fock