Advent ist schön, wenn alle es genießen können……


Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt. Manchmal wünsche ich mir die Zeiten der Popper und Punker zurück. Was waren das für gegensätzliche Gruppen. Bestimmt sind heute alle angepaßt, leben friedlich miteinander, haben Pläte mit Mitte 50 und können nur noch aus dem Fenster vorbei gehende Passanten ärgern oder ? Ich verrate mal nicht, mit welcher Modegruppe ich Ende der 1970′ ziger Anfang der 1980′ ziger sympathisierte. Was ist so schlimm daran, wenn ich mal länger Zeit brauche, um richtig klar Schiff bei mir zu Hause oder im Garten zu machen. Richtig meine lieben Leserinnen und Leser, wir sind wieder bei einem Lieblingsthema von mir, Nachbarn und andere Freunde….wieder mittendrin……also, es war ein mal…..

ich hatte Feierabend, stehe an meiner Bushaltestelle und genieße meinen wohlverdienten Feierabend, mit einem Blick durch die Fenster des anliegenden Lebensmittelgeschäftes bemerke ich wie alle Kassen geöffnet sind und sich Schlangen von ungeduldigen Käufern bis zum hinteren Teil des Ladens bilden. Was ist passiert, gibt es wieder Rabattmarkenbücher und heute ist der letzte Tag, wo alle Kunden davon profitieren können ? Nee, das kann es nicht sein, was ist es denn ? Endlich kam ein mir bekanntes Gesicht, voll bepackt mit Tüten aus dem Laden. „Was schleppst Du dann alles an ?“ wie aus heiterem Himmel hörte ich es mich wirklich fragen, obwohl ich sonst nicht neugierig bin. Einen Moment später kam, von meinem befreundeten Rentner aus meiner Straße, seine gehechelte Antwort: „Man Erdi, Sonntag ist erster Advent, bist Du schon fertig mit dekorieren?“ „Was schon Sonntag, da habe ich nur noch 2 Tage Zeit“ echote ich Gedanken verloren zurück. Wer mich kennt, weiß das ich mich nicht wirklich dafür interessiere was für ein Tag ist, geschweige denn, lasse ich mich vereinnahmen durch Daten und Zeiten. Ich bin nicht gerade preußisch und typisch deutsch aufgewachsen, in meiner gelassene Hamburger Art habe ich schon manchen Sturm gesehen und mich nie aus der Ruhe bringen lassen. Willi der Rentner bohrte niederrheinisch weiter. „Wie Du bist noch nicht fertig ?, sag bloß die Gartenbeleuchtung steht noch nicht.“ Der Bus rettete mich für einen Moment. Nachdem wir unsere Sitzplätze eingenommen hatten, konnte ich mir Willi verknüpfen. „Nein, ich bin nicht fertig geworden, da ich noch das ganze Laub weg fegen muß und ich es auch nach alter Männersitte alleine zum Grünschnitt weg bringe.“ hierzu meine Geschichte – https://erdigorchfock.com/2015/03/15/wenn-fruh-am-morgen-die-werksirene-drohnt-gartenolympiade-am-niederrhein/

Falls Du es wissen möchtest, fahre ich alles alleine mit dem Rad weg“ mit diesen Worten setzte ich einen Schlußstrich und beende die gemeinsame Kommunikation. Die weitere Fahrt verlief nun ruhig und still. Meine Frau würde wieder sagen, daß ich mal wieder übertreibe. „Sei es drum, ich bin ja auch nicht von hier !“ wie man hier am Niederrhein immer so schön sagt.

Am nächsten morgen, schob ich die Rolläden hoch, es hatte in der Nacht etwas geweht, was ich gerne mit ‚ein laues Lüftchen‘ bezeichne, ist hier am Niederrhein immer gleich ein Sturm. Auf der gegenüberliegenden Seite zu den Nachbarhäusern hin, hatte der Wind etliche Beleuchtungssysteme, Weihnachtsterne und Leuchtteppiche von Hecken und Terrassen gefegt. Schnüre und Leuchtbirnen lagen kreuz und quer bei meinen besonderen Freunden verteilt. Ich erspähte aus dem Fenster schauend den Wolfgang, ein lieber Gartenfreund, wie er im Buche steht, für ‚Wolle‘ brach gerade eine Welt zusammen. Alleine könnte er es bis zum ersten Advent nicht schaffen, alles wieder auf zu bauen, was da in seinem Garten an Lichter Ketten lag. Meine Stunde war gekommen, schnell zog ich mit meine Klamotten und ging schnurstracks zu Wolle. Ohne zu klingeln machte ich mich daran die Lichter Ketten sorgsam wieder an den vorgesehenen Haken im Garten zu befestigen. Als ich fast fertig mit meiner guten Tat war, machte mein Nachbar die Türe auf und betrat sein verwüsteten Vorgarten. Er freute sich über meine Hilfe, leise und ohne Worte verließ ich Wolle.

Heute am ersten Advent, bin ich immer noch nicht fertig mit dekorieren und schmücken des Adventskranzes, mir fehlen noch etliche Glühbirnen, ja ich gebe es zu, auch habe ich nicht alle Kerzen beieinander, aber mich stört es nicht. Für mich ist es was besonders, wenn in dieser Zeit alles friedlich und gelassen ist, keiner meckert und jeder gesund auf ein schönes Jahr zurück blicken kann.

In diesem Sinne wünsche ich jedem, ob alleine, in Beziehung stehend, samt Freunden und Familie eine ruhige Vorweihnachtszeit.

ein paar ruhige Töne von meinem Kanal

Bis zum nächsten Mal, wünsche ich einen schönen Sonntag. Es grüßt ein Exil lebender Hamburger in NRW

Erdi Gorch Fock

Scheherazade, Dinharazade, Geschichten aus 1001 Nacht“Wie heißt die kostbare Prinzessin“? Teil III


…………. dritter Teil…………………

Während dessen im Palast wurde……………………………

…. ein großer Kessel mit Rosenwasser direkt in den Garten geschoben. Der wohltuende Geruch legte sich über die festlich eingedeckte Tafel nieder. Shana und Erdana führten Schahrayâr zu seinen Platz, setzten sich neben Ihm als seine Tischdamen dazu. Nach den verschiedenen Vorsuppen und dem frischen Nargessi, sollte der Hauptgang nun am See eingenommen werden.

Auf dem See wurden die kleinen Windlampignons gelöst, langsam stiegen sie dem Himmel entgegen, die Musik auf der Bühne fing an. Die Geschichte konnte beginnen. Der Sultan war sehr gerührt. Keine Aktion entging Ihm. Eine seltsam verlumpte Frau kam auf die Bühne. Ihr gekrümmter Rücken, der langsame Gang und Ihre alten Hände zeigten jedem, daß sie schon lange auf dem Feld gearbeitet hatte. Sie bückte sich und lockerte die lehmartige Erde auf, die auf der Bühne vestreut war, steckte was hinein in die gemachten Rinnen, verschloß und trammpelte die Furchen wieder fest, nun richtete Sie den Kopf auf und sprach mit derm Publikum: “Die wunderschöne Prinzessin möchte Hauptfrau werden”, Ihre Stimme krächste, “noch kein Sultan hat es bisher geschafft, Ihren Namen zu erraten”, wer stellt sich dieser Herrausforderung ? Die Musik verstummte und alle Anwesenden sahen auf Schahrayâr.

Thorus entfachte am letzten Lagerfeuer seinen Kräuterrauch, als er die aufsteigenden Lampignons sah: „Gerade noch rechtzeitig“, dachte er. Der Wind drückte den Rauch die einzelnen Bergwege runter zum See, verhüllte alles in einem Nebel, selbst der Palast der Winde war von den Bergpfaden nicht mehr zu erkennen. Nun kam es auf Scheherazade an.

Der Sultan war vom Auftakt des Stückes hin und her gerissen. Er mochte spannende Geschichten. Er schob seinen Teller Tschelo Kabāb beiseite und willigte mit den Worten ein: “So machen wir es, errate ich den Namen, bevor der Morgen graut, so ist es um Dein Schicksal gesehen”, mit einer Handbewegung zog er seinen Säbel und stach mit der Spitze in die Mitte des Tisches ein. Dies war ein untrügliches Zeichen für alle, jeder wußte, was geschehen würde. Erst langsam began die Musik wieder einzusetzen und die Erzählung konnte weiter gehen.

Vom See her wurde die Bühne mit einem duftenen Nebel umhüllt. Der Boden war nicht mehr richtig zu erkennen. Die alte Frau ging schwerfällig zur Bühnenseite. Fast am Ende angekommen, drehte sie plötzlich auf dem Absatz um und mit einem Klatschen in Ihre Hände verschwand sie in einer Rauchwolke. Die braune Lehmerde bewegte sich, unter den nicht sichtbaren Luken tat sich der Boden der Bühne auf. Die Zuschauer waren begeistert, denn dutzende Tänzer und Tänzerinnen kamen in vielen weissen Schleiern kostümiert heraus, tanzten, streuten Erde in aller Himmelsrichtungen.

Eilig und unbemerkt erreichte Scheherazade den hinteren Bühnenteil. Hier wartete Thorus schon. Er übergab Scheherazade ein Kästchen. Das Kästchen verschwand unter Scheherazade’s Verkleidung. Es war Zeit für Dinharazade’s Auftritt.

Die Tänzer und Tänzerinnen bildeten eine geschlossene Reihe, tanzten zum Steg am See hinüber. Der Nebel wurde etwas durchsichtiger, die 6 beleuchteten Bergwege waren nun besser zu erkennen. Wie mit Zauberhand waren alle Tänzer verschwunden, eine Tänzerin war übrig geblieben. Sie bewegte sich mit leichten Schritten wieder zur Bühnenmitte.

Dinarezade.07.12.2014

In Ihren lila Sari wurde sie sofort vom König Kalemanszus erkannt, es war Dinharazade.

Es ertönte ein Gongschlag.

Der Vorhang fiel und eine kurze Pause wurde mit dem leichten Klang der Daira’s und Sitaren eingeläutet. Viele Bedienstete servierten nun den Nachtisch. Der Sultan ließ sich das Baghlavā und den süssen Reis schmecken. Mandaragat schlug den Bühnengong wieder, der Vorhang ging auf. Dinharazade und Thorus nahmen am Tisch des Sultans Platz. Schahrayâr begrüßte beide herzlich. Nun konnte er sich doch denken, wer die wunderschöne Prinzessin war.

Auf der Bühne traten die Tänzer nun mit lila weissen und orangen Kostümen auf. In Ihren Tanz umrundeten sie die alte lumpige Frau, eine lila rotorange gefärbte Wolke stieg langsam aus der Bühnenmitte hervor und fiel auf die ganze Tänzergruppe.

Shererazade.07.12.2014

Es flogen rotorange Schleier durch die Luft und plötzlich stieg aus dem inneren dieses eingefärbten Kreises Scheherazade hervor.

Sie drehte sich um und ließ den schmutzigen Sari fallen. Sie streckte Ihre Hand mit einem Kästchen in den Himmel empor. Alle Lichter und Lampen erloschen auf der Bühne. Nun mußte Schahrayâr erkennen, daß die Sonne gerade aufging. “Wie heißt die wunderschöne Prinzessin ?“ fragte Scheherazade den Sultan und zeigte hierbei auf Ihr Kästchen. Schahrayâr wußte keine Antwort darauf, so sagte der Sultan zu allen Anwesenden, daß heute keiner geköpft würde, er habe Scheherazade erkannt und Ihre Geschichte hätte kein Ende gehabt, somit müßte die Erzählung heute Abend weiter fort gesetzt werden. Mit einer Erleichterung wurde diese Aussage von Shana und Ihren Verbündeten zu Kenntnis genommen. Es folgten noch fast 1000 Erzählungen. Schahrayâr nahm Scheherazade zu seiner Erstfrau und so lange er lebte köpfte er niemanden mehr.

………………….Ende…………………..

Bis zun nächsten Mal, wünsche ich einen schönen dritten Advent. Es grüßt ein Exil lebender Hamburger in NRW

ErdiGorchFock63

 

Vorbereitungen auf Weihnachten, Advent, Sütterlin und Scheherazade ist nicht zu finden…….


Langsam wird es ungemütlich draußen. Die Tage verwandeln sich morgens und abends zur andauernden Nächten. So ist das auf der nördlichen Halbkugel. Es ist die Zeit der Vorbereitungen, da der Winter ansteht und nun alles weg geräumt und verstaut werden sollte. Wer kann kocht, backt und dekoriert, füllt Keksdosen und Fenstersimse mit allerlei Dingen, die für jeden eine lieb gewordene Tradition sind. Meistens schaffe ich es auf die letzte Minute mit allem fertig zu werden.

Nur diesmal bin ich spät dran. Das muß daran liegen, daß ich im Frühjahr alles was nach Kugeln und Weihnachtsschmuck aussah, sorgsam weg geräumt habe. Verpackt und geordnet liegt nun alles sicher in Kartons in den neu fertig gestellten Regalen im Keller. Wenn ein Beamter was macht, dann macht er es richtig, wozu auch die Kartons noch beschriften, pure Zeitverschwendung. Im Sommer habe ich noch schnell ein Zimmer gestrichen und den ganzen Malerkram mit samt Eimern fein säuberlich im Keller verstaut. Im Herbst war ich endlich soweit gewesen und habe alle überflüssigen Sachen, wie Koffer, alte Schulsachen und Bücher und Briefe in den Keller gehievt.

Jahres bedingt kommt der erste Advent etwas früher dieses Jahr. Voller Vorfreude an schöne Abende im Kreise meiner Familie, kann ich noch etwas dekorieren und Weihnachten kann kommen. Wie gut das nun alles an einem Ort zu finden ist. Adventskalender, Adventsteller samt Kerzen, etwas Dekor und Grün, kein Problem, ich weiß wo alles steht. Also ran und ab in den Keller.

Voller Tatendrang machte ich die Kellertüre auf und sah einen voll gestellten Raum mit Sachen, alles lag unsortiert durcheinander. Wie komme ich an die Weihnachtskartons heran und wo überhaupt steht das Regal ? Erst mal Licht machen und die Lage peilen. Der erste richtig gute Gedanke von mir, leider machte es nun „Peng“ Meine analytischen Fähigkeiten hatten die Situation sofort richtig erkannt. Das Licht ging nicht an. Wo sind die Ersatzbirnen ? Ruhe bewahren, alles kein Problem, Glühbirnen sind in der Schublade im Werkzeugschrank, der neben dem Keller im Regal steht. …. ………Hilfe………….

„Es wird Zeit, daß ich mir einen Plan mache“, dachte ich. Vielleicht stecken ja im kleinen Karton unter den Schulbüchern und Heften die Adventskerzen. Schnell hatte ich die Leitern und Farbeimer zur Seite geräumt und die ersten 2 Meter Keller freigeräumt. Es waren alte Briefe meiner Eltern in Sütterlin geschrieben, sehr interessant und als Ablenkung wie geschaffen für mich. Außerdem hatte ich keine Lust mehr nach Birnen und Weihnachtssachen zu suchen.
Sütterlin und Kurrentschrift, das ist lange her. Bei mir so 30 Jahre, wo ich diese Schrift zum letzten Mal gelesen habe. Das entziffern der Buchstaben und Wörter war mühsam, langsam studierte ich alle gefundenen Briefe und Ansichtskarten. Es machte soviel Spaß, daß ich einen kleinen Clip darüber gemacht habe. Vielleicht werde ich mal in Sütterlin schreiben, aber erst mal muß ich an das Weihnachtsdekor heran.
Mit gesammelten Kräften habe ich nun alles wieder aus dem Keller geräumt, der Adventskalender ist gefüllt, der Adventsteller mit einem schönen Weihnachtsstern verziert, samt Kerzen steht er nun an einem schönen Platz Schön, wenn alles fertig ist.

Nun könnte ich in Ruhe meine Geschichten von Scheherazade aus 1001 Nacht lesen, wenn ich das Buch finden würde. Ich habe da so eine Ahnung, wo das Buch sein könnte. Es ist in einem Karton im Keller oder in einem Koffer, vielleicht doch eher im Sack bei den Schulbüchern. Ach es eilt ja nicht oder ? Beim nächsten Mal erzähle ich eine Geschichte von Scheherazade.

Ich wünsche Euch allen eine schöne Adventszeit, bleibt mir gesund und kommt gut durch den Winter.

Bis zum nächsten Mal liebe Grüße von einem Exil lebenden Hamburger aus NRW.
Erdi GorchFock63