Bundesbeamte sind in der heutigen Arbeitswelt schlechter dran als Putzfrauen und Prostituierte oder ?

Was haben diese drei Berufe auf dem ersten Blick gemeinsam ? Schauen wir doch mal hinter die Fassade und finden es heraus. Gleich zum Anfang meiner Geschichte darf nicht der Fehler gemacht werden, daß im allgemeinen diese Frage als „Stöhnen auf oberste Ebene“ abgetan wird, nur weil es bequemer ist mit Vorurteilen zu kokettieren und damit alles ab zu tun, was nicht gerade in unser Gedankenmodell, in unsere Arbeitswelt paßt. Putzfrauen und Prostituierte dürfen ablehnen, ein Beamter darf zur einer Aufgabe nicht nein sagen…….. Es war einmal……….

ein System in dem die Sauberkeit wichtig war, wer kennt es nicht, durch mangelnde Hygiene in Ämtern, Krankenhäusern und öffentlichen Toiletten könnten sehr schnell Krankheiten ausbrechen. Damit hier eine minimale Sicherheitsgarantie gegeben war, brauchten wir Reinigungspersonal in allen Bereichen und Orten, nicht zu vergessen die vielen Reinigungsaborte bei Autobahnparkplätzen. Früher übernahm diese Aufgabe der einfache Dienst in Kommune, Land und Stadt. Ausgestattet mit Schlüsseln kamen Reinigungskräfte überall hin, ganz klar diese Arbeitsgruppe war der Dienstverschwiegenheit verpflichtet. Fast unsichtbar versahen sie Ihre Arbeit in den Räumen und räumten somit Jahr für Jahr den größten Mist weg.

Bei Prostituierten sieht es nicht anders aus. Sauberkeit und Verschwiegenheit gehören zu Ihrem ausgeübten Beruf dazu. Viele leben unerkannt in der Anonymität mitten unter uns. Ihre besonderen Fähigkeiten werden nicht nur von den vielen wirtschaftlichen Unternehmen geschätzt, sie können sich meistens Ihrer Freier selbst aussuchen, sind ungebunden in Ihrem Arbeitsverhältnis.

Wie passen denn nun die Bundesbeamten hier hin. Ganz einfach in Krisenzeiten wurden und werden von den jeweiligen Regierungen Bordelle eingerichtet. Es ist und war ganz legal, ohne Ächtung und als völlig normal in der Bevölkerung angesehen. Selbst in der Politik wurden freizügige Beamte bei Buch- und Automessen eingesetzt. Natürlich ganz sauber mit dem Vorwand der Informationsbeschaffung und zum Wohle des Staates. Der Beamte muß seiner Pflicht nach kommen und wird hierfür alimentiert. Diese Zeit wird es nicht mehr so schnell geben, hoffe ich, da der kalte Krieg lange schon vorbei ist. Kommen wir zur Gegenwart.

Ein Schelm, der hier einen Vergleich wagt. Also decken wir den Mantel der Liebe darüber, hüllen uns in Schweigen und ignorieren die Tatsache, daß wir immer nur von guten Putzfrauen hören, den Escort Service in Zusammenhang mit Big Ben für was geschäftliches halten und Madame de Pompadour nur kommunikativ für Ihren König unterwegs war. Kommen wir und drehen an diesem Punkt alles um, da es nicht mehr produktiv und Gewinn bringend ist, solche nicht effektiven veralteten Arbeitsabläufe zu tolerieren. Wir privatisieren und schaffen die öffentlichen Reinigungskräfte ab, die Liebesdamen- und Herren werden sich selbst überlassen……und was machen wir mit den Beamten ?

Welcher Vordenker in Wirtschaft, Politik oder Lobby hat sich ausgedacht diese treuen Staatsdiener ganz zu privatisieren, aber es ist so gekommen. Aus puren Finanzdenken wurden alle Reinigungskräfte bei den Behörden abgeschafft. Nun können schlechter bezahlte Putzfrauen und Putzmänner in ehemals staatlichen Organen sauber machen, es lebe der billige Subunternehmer. Eine überprüfbare Sauberkeit an den Arbeitsstätten wird meistens mit einem Din A4 Bogen bescheinigt. Mit einem minutiösen Plan fahren die guten Geister von einer Stelle zu anderen und sind froh, wenn hier der Mindestlohn bezahlt wird. Zur Beruhigung des Bürgers sage ich hierzu: „Keine Angst, es ist gut so wie alles gesetzlich geregelt wird, wir nehmen es fortan Minilohnempfänger“, wenn ich mich nicht irre. Es liegt nicht an der einzelnen Putzkraft, wenn die gemeinschaftlichen und öffentlichen Toiletten ab und zu mal geputzt werden.

Meine verehrten Liebesdiener auf Zeit haben mit der Privatisierung keine Probleme, in unserer momentanen Arbeitswelt können sie freier agieren. Wenn es auch immer schwerer fällt zahlungswilliges Publikum zu finden. Diese weitaus unbekannte Arbeitsgruppe ist sehr anpassungsfähig, wenn auch nicht überall anerkannt.

Meine Bundesbeamten tun sich mit dem Wechsel in eine private Arbeitswelt deutlich schwerer. Sie werden behutsam durch Gesetzesänderungen ( am Beispiel Neuregelung des Postpersonalrechtsgesetzes ) darauf aufmerksam gemacht, daß sie bundesweit einsetzbar sind. Da Papier geduldig ist, werden Standortoptimierungen von den heutigen ehemaligen Behörden beschlossen. Was eine Putzfrau und eine Prostituierte dürfen, darf ein Beamter noch lange nicht, ich meine, der Beamte darf sich nicht freiwillig auf eine unterbezahlte Stelle bewerben. Es darf sich auch nicht seinen Freier, Entschuldigung, seinen neuen Dienstherrn / Aktiengesellschaft oder GmbH selber aussuchen. In alter Dienst Hierarchie ist der Beamte in diesem kleinen Kosmos gefangen, er muß nach Erlaubnis fragen, bevor sich auf andere Dienststelle bewerben darf und das bei seinem alten Dienstherrn. Wie war das noch mal mit freier Entscheidung in der Berufsauswahl ? Wenn er die Erlaubnis bekommt, nimmt unser treuer Diener freiwillig längere Wegzeiten, dadurch bedingt netto weniger Besoldung in Kauf. Wenn er doch bereit ist und in die private Arbeitswelt wechselt, rechnet er auch mit späteren Verlusten in der Pension, da er nicht in die allgemeine Rentenkasse eingezahlt hat, muß er nach zahlen. Als Beispiel, wer 1963 geboren ist, sich für den Staatsdienst entschieden hat, würde sich beim freiwilligen Wechsel und ohne materielle Unterstützung als Einzahler ( die Rentenbeiträge selber nach zahlend) eine Summe in von ungefähr 1.400€ erarbeiten, im Gegensatz zur seiner Beamtenpension, in der ein Betrag von 1.800 € zu erwarten wäre. Das heißt wenn bis 65 Jahre gearbeitet wird. Vorausgesetzt es bleibt so wie es ist, denn was sich alles bis 2027 in Sachen Rente und Pension ändern kann, das steht in den Sternen.

Natürlich ist bei eigener Recherche alles individuell überprüfbar. Wer beim nächsten Mal eine dieser arbeitenden Berufsgruppen wie eine Putzfrau sieht, sollte sich fragen, ob sie diese Arbeit freiwillig macht? Warum die „Schönen der Nacht“ nicht allgemein respektierte Menschen in der Gesellschaft sind und warum Beamte so einen schlechten „Ruf“ haben……………

für alle die bei sich bei diesem Thema nicht angesprochen fühlen…eine visuelle Unterstützung in unsere Gesellschaft

Bis zum nächsten Mal, wünsche ich einen schönen Start in die Woche. Es grüßt ein Exil lebender Hamburger in NRW

Erdi Gorch Fock

Im Reich von 1001 Nacht, der geizige Schindna baut einen Garten in Rekordzeit…… Teil III

——–Teil III—————

Endlich war Schindna am Hafen angekommen. Tatsächlich waren viele Schaluppen und Koggen gelandet. Emsig waren die Schauerleute damit beschäftigt, die Körbe und Kisten an den Kai und in die Lagerhallen zu schleppen. Der Gartenbaumeister machte sich einen Überblick und kam mit einem Mann ins Gespräch, dessen Pflanzen aus Assur gerade in die Marktwagen verladen wurden. Kirahcs, der Blumenhändler, war aus Assur gekommen, sein Kapuzenmantel war ganz dreckig und seine langen stränigen Haare fielen Ihm über Augen und Nase. Er freute sich auf ein Bad und auf gute Geschäfte in Kalemanszus. Sein Schiff die “Saluki” hatte viele Lillien an Bord. Gemeinsam mit seinem Ellinikos machte er sich nun auf den Weg zum Markt. Gerade eben wollte eine Dhau die “Kira”, ein Sklavenschiff aus Candia, hinter der “Kerang Manis”, anlegen. In diesem Moment sah Schindna Mandaragat am Kai stehen, schnell verabredete sich der Gartenbaumeister mit Kirahcs auf ein späteres Treffen am Nachmittag im Basar.

Scheherazade hörte von Ihrer Schwester, daß Ihr Onkel in Kalemanszus ist. “Es ist immer schön”, dachte sie, wenn Wassiliki’s Karavelle mit Gewürzen auftauchte. In Erinnerung an die Geschichte der wunderschönen Prinzessin ( http://exillebenderhamburgerinnrw.com/2014/12/07/scheherazade-dinharazade-geschichten-aus-1001-nacht-wie-heist-die-kostbare-prinzessin/ ), kam nun aus dem Bürozimmer Schahrayâr dazu. Gespannt hörte sich der Sultan die Erzählung von seiner Schwägerin Dinharazade an. Seine gute Laune verschlechterte sich, er wollte sich diesen Scharik genauer ansehen. Gemeinsam machten sie sich auf in die Gärten, um Dindgessan zu besuchen. Es mußte schnell gehandelt werden.

Dindgessan sah auf den Acker. Die Gartenhelfer und Landarbeiter konnten nicht mehr weiter arbeiten. Er nahm seine Peitsche knallte mit Ihr durch die Luft. Die Männer sahen Ihn an.”Hört mal Ihr könnt…..”, plötzlich wurde er von einer lauten Stimme unterbrochen. Es war Schahrayâr, der seinen alten Freund Wassiliki unterbrach, “laß die Männer ruhen und komme mit mir zum Hafen, ich glaube da werden wir gebraucht”. Den Arbeitern fiel ein Stein vom Herzen, endlich kam der königliche Herrscher und beendete diese Quälerei. “Ich wollte gerade zur Pause rufen Schahrayâr”, kam es aus dem Peitschen schlagenden Wassiliki heraus.

Mandaragat war in seinem Element, der alte Seebär sah vom Kai auf die “Kira”. Mit einer kleinen Handbewegung machte er Melak von der “Kerang Manis” klar, daß die Karavelle der Dhau Platz machen sollte, damit der Sklavenfänger besser am Kai fest machen konnte. Weil die Bordwand der Kira krachend an die Molle schlug, bellten die Jagdhunde der Sklavenaufseher laut auf. Es dauerte ein paar Momente bis sich die Ichnilatis beruhigt hatten. Nun kam Schindna auf den Großwesir zu und begrüßte Ihn. “Ich muß mich noch um die Saluki kümmern, mein Freund” sagte Mandaragat, dabei winkte er der Saluki zu. Nach wenigen Minuten lag auch das Schiff vom Blumenhändler fest zwischen der Dhau und der Karavelle. Nun konnte Mandaragat endlich mit dem Gartenbaumeister reden. “So, Ordnung muß sein, die Schiffe können nicht kreuz und quer stehen, die verstopfen sonst noch alle die Einfahrt des Hafens”, sagte der Großwesir zu Schindna. “Laß uns ein Rosenwasser im Basar trinken Schindna”. Diese Einladung nahm der Gartenbaumeister gerne an, gemeinsam ging es Richtung Markt.

Auf dem Weg zum Hafen erzählte der Sultan dem schmunzelnen Wassiliki, was er sich alles von seiner Frau Scheherazade anhören mußte. Das er wieder Menchen verachtend und auf Kosten der Arbeiter seinen Garten bauen ließ. Er war wütend auf Schindna, denn so hatte sich Schahrayâr den Gartenbau nicht vorgestellt. Endlich erreichten sie die Karavelle. Wassiliki erkannte sofort die Situation vor Ort. Ohne lang zu zögern und auf sein Zeichen, enterte die Mannschaft der “Kerang Manis” die anliegenden Schiffe. Weder auf der Saluki noch auf der Kira war Scharik zu finden.

Auf dem Markt angekommen, besuchten der Großwesir und Schindna den Stand von Kirahcs. Es waren fast alle Pflanzen verkauft. Der Händler freute sich, er hatte ein sehr gutes Geschäft gemacht. Mandaragat klopfte dem ehrwürdigen Marktverkäufer auf die Schulter. Er schüttelte seine Hande, drehte diese dann Blitz artig auf den Rücken. Gefesselt lag nun Kirahcs auf dem Boden. “Willkommen in Kalemanszus Mogul Scharik”, zischte es aus Mandaragat’s Mund.

Im Fühjahr wurde das Gartenprojekt des Sultans fertig. Schindna versprach dem Sultan nie wieder so wenig Leute einzustellen. Schahrayâr schenkte seinem Untertanen diesen ersten öffentlichen Garten in Kalemanszus. Es waren viele Spielgeräte aufgestellt worden. Ein kleiner See mit himmelblauen Wasserlilien schmückte den ehemaligen Acker. In einer Gartenlaube wurden Geschichten und Musik gehört und Pammi Hip Hop getanzt. Die vielen Aleppo Kiefern und der herrliche Duft von Rosen und Lavendel durch zogen von nun an den Palast der Winde.

Bis zun nächsten Mal, wünsche ich einen schönen Samstag. Es grüßt ein Exil lebender Hamburger in NRW

ErdiGorchFock63

Im Reich von 1001 Nacht, der geizige Schindna baut einen Garten in Rekordzeit…… Teil II

——–Teil II—————

Zu Hause angekommen, legte sich Schindna sofort ins Bett. Der ganze Tag verlief nicht nach seinen Wünschen. Unruhig und nach langen hin- und her wälzen schlief er ein.

Im Hause der Großwesirs wurde noch lange die Geschichte vom unbarmherzigen Mogul erzählt. Sein Name war Scharik aus dem fernen Kekova an der lykischen Küste, eine Insel im Mittelmeerraum. Mandaragat und Wassiliki lernten diese einäugige Person auf einen Ihrer gemeinsamen Reisen kennen. Der Mogul quälte seine Leute bei der Arbeit von früh bis spät, sogar mit der Peitsche. Wenn diese Maßnahme nichts mehr half, hetzte Scharik seine Wölfe auf die Arbeiter, nur damit die Untertanen schneller arbeiteten. Dieser Zwang und diese Ausbeutung sollte sich in Kalemanszus nicht wiederholen. Erdana konnte sich langsam wieder an die Geschichte erinnern, da Ihr Mann und Ihr Bruder, damals auf Muschel und Perlen suche waren und nur knapp diesem Usurpator entkommen waren. “War Sharik nicht irgendwann geflohen?” fragte Erdana in die Runde. “Ich weiß es nicht” antwortete Mandagarat, das letzte was ich von Ihm hörte war, daß sich dieser Tyrann im Levantinischen Meer aufhalte. Es war schon spät in der Nacht, höchste Zeit für alle schlafen zu gehen.

Nein………” plötzlich wachte Schindna aus seinem Nachtmahr auf, am ganzen Körper fröstelnd, fiel es Ihm schwer aufzustehen. Mit schwerem Gang machte er sich an diesem Morgen zu Schahrayâr’s Garten auf, hoffentlich hatten die Arbeiter schon mit Ihrem Tageswerk angefangen. Würde sich der Aufpasser bezahlt machen ? Mit schnellen Schritten erreichte der Gartenbaumeister das Ackergrundstück. Hier wartete schon an der linken Steinhecken Seite des sümpfigen Ackers ein hünenhafter Mann.“Das muß er sein” dachte Schindna, Der große Kerl bemerkte Schindna und stellte sich kurz und knapp vor, “Ich bin Dindgessan”, seine Stimme klang rauh, sein Gesicht war gegerbt, sein rechtes Auge zierte eine Augenklappe mit einem Jolly Jumper Emblem. Schindna war platt, da stand vor Ihm ein Kerl mit einer neunschwänzigen Peitsche,“Schön, ich bin Schindna, der Gartenbaumeister, hat Mandaragat schon erzählt um was es geht?Ja, laß mich anfangen” es klang so herzlos aus Dindgessan Mund, daß Schindna auf weitere Erklärungen verzichte und nun auf das steinige und sümpfige Feld zeigte. Hier kamen gerade die Gartenhelfer und Landarbeiter heran geschlichen. Dindgessan schaute missmutig die Helfer an. Der Gartenbaumeister erklärte den Arbeitern, was heute geschafft werden müsste, daß Dindgessan sich an der südlichen Mauer hinsetzten werde und bei Bedarf den Arbeitern helfen würde. In diesem Moment strich ein Peitschenhieb über die Köpfe der Landarbeiter hinweg, ein ohrenbetäubender Hall knallte durch die Luft. Wortlos vorbei gehend bei allen Anwesenden, suchte sich Dindgessan an der südlichen Heckenmauer ein gemütliches Plätzchen, er machte es sich unter einem Feigenbaum bequem. Ohne Zeit zu verlieren sammelten die Gartenhelfer und Landarbeiter alles ein, lockerten den Boden, legten Gestrüb, Knollen und Steine hinter der nördlichen Steinhecke ab. Schindna sah diesen Fleiß mit wohl wollenden Augen, er drehte sich um und ging zum Markt. Nachher wollte er noch zum Hafen runter laufen, vielleicht waren schon Schiffe mit den ersten Pflanzen aus dem Mittelmeer gelandet.

An diesem Morgen sassen Erdana und Dinharazade alleine beim Frühstück. Mandagarat und Wassiliki waren schon früh aus dem Hause gegangen. Der Großwesir machte einen Spaziergang zum Hafen, diesmal freute er sich darauf Wassiliki’s Schiff die “Kerang Manis” zu sehen, auf ein Wiedersehen mit Melak, dem alten Smutje. Am liebsten hätte der ehemalige Seefahrer sofort die Segel der Karavelle aushissen lassen. Schade, daß der neue Kapitän nicht mit kommen konnte.

——–Fortsetzung folgt—————

Bis zun nächsten Mal, wünsche ich einen schönen Abend. Es grüßt ein Exil lebender Hamburger in NRW

ErdiGorchFock63