Cher und die verschwundenen MINI Lenkräder, Teil III

————— Teil III————–

So, mit dem dritten Teil von Cher und Ihren MINI Lenkrädern, feiere ich ein kleines Jubiläum, meine 50 Kurzgeschichte. Anstatt lange zu reden, über wie es mit dem schreiben angefangen hat, starte ich in meiner „Hamburger Art“ gleich mit der Fortsetzung…. nach dem Cher und ich die Wache verlassen hatten, klopfte Sven Eddi auf die Schulter….. oh ich bin schon wieder mittendrin….. Also, es war einmal……

Das hast Du genau richtig gemacht Eddi“, sagte der Revierleiter Sven Matke von der Polizeikommissariat Harburg zu seinem Kollegen. „Ich gebe jetzt alle Unterlagen zum LKA Berliner Tor ab.“ „Du meinst wohl Winterhude“ schmunzelte Eduard Otte, in Anspielung auf das Behördenhaus, daß wie ein Dekagramm 2001 nun das neue zu Hause des Polizeipräsidiums Hamburg ist. „Jaja, klei mi am Moors“, leicht verlegen griff Sven zum Telefon, suchend nach einen persönlichen Ansprechpartner im Polizeipräsidium, blätterte er missmutig im Telefonregister. Früher wäre er schnell mal mit dem Boot Elbe 14 rüber geschippert, hätte über Heidenkampsweg das Hochhaus am Berliner Tor geentert. „Ich gebe auf, ich wähle die Polizei Hotline an, so’n schiet“ am anderen Ende klingelt es…….

„….Bettina, ganz sutje, ich bin es nur Ronald“ gab sich der Bauamtsleiter zu erkennen, er war auch sofort aus dem Saal gegangen um nach seiner schönen Mitstreiterin zu sehen. „Man mir zittern immer noch die Knie, ich habe mich richtig erschreckt, laß mich schnell noch den abweichenden Bebauungsplan von der zukünftigen Seenplatte Hemmingen raus holen“. Ein paar Minuten später waren beide wieder im Lokal. Die nun vorgestellten Pläne beruhigten fast alle Anwesenden. Am Schluß der Informationsveranstaltung holte sich Bettina Lorz den Peter Junghans zur Seite und erzählte Ihm vom einer baldigen Eröffnung eines Autohauses in Laatzen. Mit diesen noch geheimen Informationen fuhr Peter nach Hause. Angekommen bestaunte er die neuen Emaille Schilder von Gisbert Hannen & Sohn, die sein Bruder Klaus mit Gisbert an der an der Einfahrt angebracht hatten. Bei einem abschließenden Kaffee erzählte Peter den beiden die erfreulichen Nachrichten aus dem Ricklingen Gasthof. Mit einem: „Tschüss bis moin“, verabschiedete sich der fleißige Hannen und fuhr Heim nach Westerfeld.

So, was ist Dir eingefallen ?“ neugierig kam ich auf Hans zu. „Weißt Du noch wie wir uns Lenkräder vom Schrottplatz besorgt haben, um sie am Rad zu montieren?“ lachend unterbrach ich meinen Freund, „Ja klar, kann ich mich erinnern, Du hast Dein Steuerrad als Sattel befestigt und behauptet, es sei von einem einem Mercedes.“ Nur weil das Emblem fehlte, ich hatte nicht die richtigen Schrauben und Muttern damals“, versuchte Hans die alte Geschichte zu retten. Plötzlich fiel mir was ein, ich schnappte mir mein Telefon und wählte die Nummer von Cher, statt eines Klingeltones am anderen Ende der Leitung kam nur ein Tüt,Tüt.tüt……

Das Besetztzeichen wollte nicht aufhören, ich wachte auf und bemerkte, daß ich vollkommen übermüdet vom Koffer und Karton packen auf dem Sofa eingeschlafen war, ich hielt noch meinen Telefonhörer in der Hand, meinen geliebtes graues Wählscheibentelefon wollte ich gerade verstauen, als mir spät abends die Augen zu fielen. Alles nur geträumt. Es war alles in meiner Fantasie entsprungen, schmunzelnd legte ich nun das Telefon in den Karton, klebte es mit Klebeband zu. Da schellte es an meiner Türe. Ich rappelte mich auf und öffnete die Tür. Cher stand draußen mit einem Picknick Korb in der Hand. „Du hast verschlafen, heute ist Markttag, wir treffen uns gleich mit den anderen“ zwitscherte sie fröhlich drauf los. Ich zog mich schnell an, unterwegs erzählte ich von meinen merkwürdigen Traum. Es war für mich der letzte Samstag auf Finkenwerder, warum nicht mit einem Markttag beginnen. Am Zeitungsstand trafen wir den Rest meiner Freunde. Zum letzten Mal blätterte ich zwischen den Heften, vielleicht nehme ich mir einen Kojak Krimi auf der Fahrt mit zum Niederrhein. „Niederrhein ?“ flüsternd echote Manu. „Wollen mal sehen, wie lange Du es da aushältst ?“ dabei setze sie mir einen Schmatzer auf meiner Wange,Ich hab was gefunden“ kam es von Cher, „ sagtest Du nicht was vorhin von Ricklinger Seenplatte und Marion Pitsch?“ Fast hätte ich mein Kojak fallen lassen, neugierig blättere ich in dem Sachbuch……es fehlten ein paar Seiten…. „Komm laß uns ins Freibad gehen, wir können dann mal alle ins Buch schauen“, drängelte Hans. „Also, dann verstelle ich mal das Lenkrad und wir quetschen uns alle in meinen Mini“, sagte Piti. „Ich glaube, ich habe ein Dejavu“, kam es aus mir heraus. „Darum kümmere ich mich gleich“, hauchte Manu mir ins Ohr. „Mit 5 Leuten im Mini, na das kann was werden.“ lachte Cher und stieg ein…….

für alle die bei sich bei diesem Thema nicht angesprochen fühlen…mein youtube Kanal…

Bis zum nächsten Mal, wünsche ich einen schönen Sonntag. Es grüßt ein Exil lebender Hamburger in NRW

Erdi Gorch Fock

Cher und die verschwundenen MINI Lenkräder, Teil II

————— Teil II————–

Für mich war der Tag gelaufen. Trotzdem versuchte ich mich zu beruhigen. Würde der Täter jemals gefasst werden ? Ich holte mir ein Notizbuch und schrieb alles auf, was mir einfiel. „ Bundesstraße B3, vom Norden bis Freiburg, nicht an der Elbe, wie weit ist es bis Breisgau? Seen, Hemmingen, Buxtehude“ mir gingen so viele Gedanken durch den Kopf, daß ich nicht mehr rational Denken konnte, erschöpft legte ich mich hin……..

Cher ließ diese flache Erklärung des Polizeibeamten keine Ruhe. Um abzuschalten unternahm sie einen Spaziergang. Auf alten verschlungen Pfaden auf Finkenwerder, am hinteren Teil des Ortsamtes war Sie zu Hause, vorbei am Freibad, nun im alten Gelände Ihrer Kindheit, sinnierend über nicht mehr vorhandene Straßen, erreichte sie zügig den Deich am Flugzeugbau, zu dieser abendlichen Tageszeit stand der Wind landeinwärts, zügig lief sie auf das Mühlenberger Loch zu. Was hatte sie damals nicht alles recherchiert, nun verliefen alle Spuren im Sande. Bei ihrem langen Spaziergang erreichte sie das Estesperrwerk. „Was schon so weit“, von der nahe gelegenen Bushaltestelle fuhr sie wieder nach Finkenwerder zurück. Die Fahrt dauerte diesmal etwas länger, da ein Auto mit Panne die lange Zufahrtsstraße versperrte. Die Polizei war gerade damit beschäftigt, den Verkehr im Minutentakt durch die Unfallstelle zu schleusen, nicht gerade einfach, stockend und langsam fuhr Cher am beschädigten Auto vorbei. Ein mulmiges Gefühl stieg in Ihr auf, endlich war sie an an den Finkenwerder Landungsbrücke an gekommen.

– Rückblick Mitte 1968, in eine Informationsveranstaltung zu Erweiterung der B 3

Warum müssen wir Hemminger denn alle weichen ? Ihr könnt Eure Bundesstraße 3 mit der Trassenführung über Westerfeld ziehen, da ist Platz genug“ „Das würde Mehrkosten bedeuten, die dann in die Millionen DM gehen, laß uns doch mal in Ruhe über den Bauplan schauen, betrachten wir dabei auch die Eingriffe in die Natur“ beruhigend klang das nicht, was der zuständiger Bauamtsleiter von Hannover, von sich gab. Er hatte sich extra für diese Veranstaltung einen neutralen Ort, eine alt eingesessene Gaststätte in Ricklingen ausgesucht, der Saal, mit herrlichen Ausblick auf die Ihme, war bis zum letzten Platz belegt, viele betroffene Anlieger aus Hemmingen, Linden und Umgebung, wollten Informationen haben. Eine schwierige Aufgabe für Ronald Pitsch, der nach einer guten Lösung für alle Beteiligten suchte. „Ist ja typisch, immer wieder Westerfeld ins Spiel zu bringen, dann kann ich unseren Nutzfahrzeuge Reparaturdienst schließen“, kam es von Peter Junghans heraus, er war mit seiner ganzen Familie am meisten betroffen von der geplanten Straßenverbreiterung der B3. „Meinem Bruder Klaus habt Ihr schon so einen Enteignungsbrief geschickt, der kann nun seine Werkstatt schließen und dadurch geht Ihm sehr wahrscheinlich das Geschäft mit Britsh Leyland durch die Lappen. Das ist willkürliche Diktatur, daß wird nicht nur ein heißer Herbst in Berlin, fangt nur an mit graben……. „Deswegen sind wir hier um eine Lösung zu finden, MINI Freunde müssen zusammen halten“, schaltete sich nun Frau Bettina Lorz ein, sie war stellvertretende Dezernentin der Enteignungsbehörde Hannover. „Klei mi am Moors“ wutentbrannt verließ Peter Junghans die Gaststätte……………

Bettina Lorz stand auf und verließ ebenfalls den Saal, sie hatte eine Mappe in Ihren Auto vergessen, am Wagen stehend, suchend nach Ihrem Türschlüssel, hörte sie auf einmal ein „Guten Abend“, hastig drehte sie sich um, vor lauter Schreck lies sie den Autoschlüssel zu Boden fallen.

Der Wecker riss mich aus tiefen Schlaf, ein paar Momente später würgte ich den elenden Klingelton endlich ab. Schleppend brachte ich meine körperliche Hülle in die Küche. Wieder klingelte es, diesmal an der Haustüre. „Man was ist denn heute morgen nur los“, brummelnd öffnend begrüßte ich Hans an der Türe. Er wollte mir beim Umzug helfen, in seinen Händen schleppte er ein Dutzend gefaltete Umzugskartons mit. „Moin, wohin damit ?, Kaffee fertig ?“ „Moin, leg irgendwo hin, ich bin noch nicht soweit, ich glaube, ich verschiebe den Umzug“ Hans grinste mir breit entgegen und hörte sich meine Erlebnisse vom gestrigen Tag an. Alles sprudelte noch mal aus mir raus, mit Cher auf der Polizeiwache, von der gesendeten Radionachricht bis hin zum Punkt, was ich mir alles noch aufgeschrieben hatte. „Zeig mal Deine Notizen her, vielleicht fällt mir noch was ein“, mit diesen Worten überflog er meinen Zettel. Es wurde still in meiner Küche, da ich beim lesen nicht störend wollte, suchte ich nach der Telefonnummer von meinem neuen Vermieter am Niederrhein, eigentlich wollte ich so schnell wie möglich umziehen, nun konnte ich mich nicht von meiner Insel los reißen. In diesem Moment wurden meine Gedanken unterbrochen, da ich von Hans hörte: „Mir ist was eingefallen“ „ Was…. „ war mein erster Gedanke könnte Hans eingefallen sein……………..

Fortsetzung …………folgt………..

Bis zum nächsten Mal, wünsche ich einen schönen Sonntag. Es grüßt ein Exil lebender Hamburger in NRW

Erdi Gorch Fock

Cher, ich und die verschwundenen MINI Lenkräder an der Bundesstraße 3

Als Fan von Groschenromanen habe ich reihenweise Jerry Cotton verschlungen. Auf dem Wochenmarkt in Finkenwerder holte ich mir samstags immer neuen Lesestoff. Beim Zeitschriftenhändler trafen sich alle Leseratten, hier war die größte Auswahl von Krimis und Western, Liebeslektüren zu finden, meist lag der Schund einfach unübersichtlich geordnet, in Kästen in der Auslage herum, jeder Standbesucher suchte, wühlte sich dicke durch Stapel. Es dauerte immer eine Zeit bis ich zwischen Lassiter „letzter tödlicher Trial“ über die Erika Ergüsse „ …tiefer Blick im Wartezimmer“ und Isola Bella Schinken „Blockhaus in den Bergen“ endlich meine Kojak’s „Tod in Manhatten“ Krimi Sammlungen fand. Der Besuch endete immer beim Kakao und heißen Würstchen Stand, danach wurde die Lesebeute nach Hause gebracht, fein säuberlich unter dem Bett platziert, dabei wurde schon in die ersten Hefte gespickt. Ich erblickte ein Heft ohne ……. oh wir sind in einer neuen Kurzgeschichte… also es war einmal….

ein Samstag, endlich hatte ich frei, fast ausgeschlafen, wollte ich heute früh auf dem Wochenmarkt gehen und meine alten Romane gegen neue Krimis eintauschen. Ein kurzer Halt beim Bäcker, weiter mit einer Tüte herrlich duftender Rundstücke, schnell noch vorbei am Haus von meinem Freund Hans. Hoffentlich war die alte Pennmütze schon wach. Ich wurde eines besseren belehrt, natürlich schlummerte er noch tief und fest. Darum versuchte ich mich durch leichte Steinchen werfend, klopfend am oberen Fenster des Hauses bemerkbar zu machen. Nichts geschah, die Gardinen im oberen Stock bewegten sich nicht, in diesem Moment öffnete sich die Haustür und Hans Vater ließ mich herein. Ein peinlicher Moment, alles was ich wollte war Hans wecken, ohne den Vater zu stören, der gerade von der Nachtschicht kam. „ Wi hebt ogg een Klingelknopp“ sagte der müde wirkende Mann, „ Komm in di Küch, mog wi een Tass Kaff för de Rundstücke, oda hebt do nix för mi dabie? sät di mol dale open Stohl“, ich folgte ihm. „Jo, heb ick mitbrocht för……“ weiter kam ich nicht, denn vom Kaffeegeruch angelockt schlurfte Hans in die Küche herein, mit einem lächeln und einem Franzbrötchen verließ Hans Vater uns Richtung Bett gehend. Wir machten uns auf den Weg, auf dem Markt trafen wir unsere anderen Freunde. Hans und ich verabreden uns später mit den Piti (eigentlich Patrizia) und Manuela (Manu) zum gemeinsamen Besuch im Finkenwerder Freibad. Nun machte ich mich mit einem ganzen Stapel von Kojak Krimis auf dem Heimweg.

Ich verstaute meine kleinen Schätze unter meinem Bett, plötzlich hielt ich ein Heft ohne Umschlag in meinen Händen. „Wat istn datt ?“ neugierig las ich den Titel. „Marion Pitsch, Fundstücke am Ricklinger Teich.“ Verwundert fragte ich mich: „Wo ist denn nun der Ricklinger Teich ?“ Mein Interesse war geweckt, ich konnte dieses Werk nicht mehr fort legen, eifrig lesend erfuhr ich von einer Seenplatte bei Hannover an der Bundesstraße 3, die die Verfasserin beruflich öfter als leitende Beamtin für das städtische Bauordnungsamt Hannover besuchte, um das Areal für das neue……. es fehlten ein paar Seiten, es war eine gut geschriebene Sachgeschichte. „Mal was anderes“ dachte ich. Ich packte das Heft in meine Tasche. Gerade noch rechtzeitig schaffte ich es zum vereinbarten Zeitpunkt mit meinen Freunden im Freibad zu sein. Nachdem ich ein paar Runden geschwommen hatte, legte ich mich auf meine Decke und holte das Ricklinger Teichheft wieder hervor, es fehlten wie gesagt ein paar Seiten, als ich wieder ein paar Passagen lesen konnte, erfuhr ich von den ausgebaggerten Kies Seen an der alten B3, in denen eine Menge Zeug im Laufe der Jahre gefunden wurde, zur Vorbereitung eines neuen Strandbades…..“So ein Mist“ wieder fehlte ein Stück, in der Mitte des Heftes ging es weiter. Es folgten ein paar Angaben über Aufforstung der Grünanlagen, bis an die Stelle, mit einem tragischen Fund, bei der eine junge Frau in ihrem Mini Cooper nur noch tot im nahe liegenden Srandbadsee geborgen werden konnte. Bei der Bergung fehlte das Lenkrad des Autos. „Ah, nun wird es spannend“ eifrig blätterte ich weiter, schade das nicht alle Seiten vorhanden waren, erfuhr ich auf den letzten Absätzen, wie viel Arbeit dahinter steckte um mit Hilfe von Beton und Bohlen eine Wegsicherung um den Ricklinger Teich zu gestalten und ausreichend gegen Verschlickung zu sichern. Resümierend über den trocken Schreibstil, daß die Auflistung von gefunden Gegenständen für mich hätte mehr mehr sein können, legte ich das fertig gelesene Heft wieder in meine Tasche zurück. Mittlerweile waren unsere seuten Deerns eingetroffen, die nach Aufmerksamkeit verlangten, ich verkrümmelte mich mit Piti, Hans und Manu zum Sprungbrettbereich der Freibadeanstalt, von hier aus hatten wir einen herrlichen Blick auf die Elbe, erzählend vom Ricklinger Teich, machte ich dabei den Vorschlag mal zu einem Baggersee zu fahren, vielleicht finden wir auch mal was, scherzte ich in die Runde, so endete der ein herrlicher Sommertag.

Jahre später, mehr durch Zufall, hörte ich von einer Frauenleiche in den Nähe von Schneverdingen, die junge Frau ertrank in der Veerse. Es handelte sich um ein tragisches Unglück, sie verstarb in ihrem R50 Cabrio, merkwürdig an dieser Unfallnachricht war, daß das Lenkrad verschwunden war, ein Umstand den sich die Polizei nicht erklären konnte. „Moment, da war doch was“, konnte ich weiter helfen ? Die Sache ließ mir keine Ruhe, es dauerte etwas bis mir wieder Marion Pitsch einfiel. Ich schwang mich ans Telefon und rief meine alten Freunde an, vielleicht konnte sich einer noch an unseren Besuch in Hemmingen erinnern, wo wir fast alle Seen durch schwammen und abtauchten, auf der Suche nach Schätzen oder einem Lenkrad. Die Telefonate führten zu keiner neuen Erkenntnis, bis auf eine Einladung zum Kaffee trinken bei Manu, die ich dankend an nahm, konnte ich nichts informelles raus bekommen.

Was stand noch in Marion Pitsch’s Sachheft drin?, einem inneren Verlangen in mir folgend, wollte ich mehr über die B3 erfahren. Wo konnte ich fündig werden, in der Finkenwerder Bücherhalle erklärte mir meine Freundin Cher Lock, daß ich eine Nadel im Heuhaufen suchen würde. Ich beschäftigte mich tagelang mit Unfallstatistiken, Verkehrstoten und fand nichts brauchbares. Auch mit Cher’s Hilfe und Ihrer Idee, in den örtlichen Zeitungen entlang der B3 zu blättern, war eine Spur die ins nichts führte, ungewöhnliches war nicht zu entdecken, Ergebnis gleich Null. Also verwarf ich alle meine Gedanken und begrub meinen Detektiv Instinkt.

Es vergingen wieder Jahre, bis mich Cher anrief und mir von einem Mini Carbrio erzählte, den man bei Uferarbeiten am Oevelgönner Mühlenteich raus geholt hatte. Es stimmten alle Details, tote Frau, fehlendes Lenkrad, Polizei stand vor einem Rätsel. Ich konnte mich gar nicht beruhigen, nachdem ich das Gespräch beendete hatte, versuchte ich mich noch mal an alles zu erinnern, was Cher und ich damals recherchiert hatten. Mit wenig Erfolg, alle meine Bemühungen verliefen im Sande. Durch meinen bevorstehenden Umzug vergaß ich nach eine Weile diese komischen Ereignisse, den nur so konnte ich mir es erklären, daß die Polizei und Kommissar Zufall noch keinen Erfolg hatten und es keine Spur von meinem Täter gab.

Ein paar Tage später las ich im Finkenwerder Süderelbe Wochenanzeiger folgendes Inserat: „Haushaltsauflösung, die Erben verschenken gut 100 Mini Cooper Lenkräder an Sammler oder Liebhaber, bei Interesse bitte unter Ciffre 742 melden“. Meine Hände wurden starr vor Angst. In der darauf folgenden Nacht hatte ich Alpträume, schweissnass wachte ich morgens auf. Nach einem starken Kaffee machte ich mir Gedanken über den unbekannten Mörder, warum er unauffindbar war. Cher und ich gingen zur Polizei und erzählten alles was wir wußten und in Erfahrung gebracht hatten. Die Überprüfung unseres Verdachtes erbrachte nichts, auch meine heisse Spur mit dem Inserat im Wochenspiegel löste sich in Luft auf. Es handelte sich bei der Anzeige um einem verstorbenen Inhaber einer kleinen Werkstatt, der mit seiner Vorliebe für englische Autos, Lenkräder sammelte. Der Sohn wollte nicht alles auf den Müll werfen und inserierte deshalb in der Zeitung. So die Erklärung der Polizei, mehr war da nicht, alles nur ein dummer Zufall ? Mein Sinne hatten sich getäuscht, es gab kein Anzeichen für eine Mordserie an der B3. Also Schluß damit, als ich wieder nach Hause kam, brühte ich mir noch eine Kanne starken Kaffee auf, erschöpft stellte ich das Radio an, bei den gespielten Musiksongs kam langsam meine gute Laune wieder. Nebenbei blätterte ich in der Fernsehzeitung, als ich im Radio gerade noch die Nachrichten mit bekam: „Die Polizei ersucht um Mithilfe der Bevölkerung, bei einem tragischen Unfalltod, der sich im Naturschutzpark Buxtehude bei der B3 n ereignet hatte. Ein Mini wurde aus dem Wasser…….“ ich schaltete den Sendeknopf meines Radio aus , zitternd umklammerten meine beiden Hände die Tasse Kaffee………..

ein Ende mit Schrecken oder doch nur schwarzer Humor…mein youtube Kanal…

Bis zum nächsten Mal, wünsche ich einen schönen Start in die Woche. Es grüßt ein Exil lebender Hamburger in NRW

Erdi Gorch Fock

Cher Lock ’s Enkel mag auch heute keine Schuluniformen…..

Wer Glück hat kommt in die Schule, entdeckt seine Individualität und lebt sich aus. Wer Pech hat kommt in die Penne, wird in alte Denkformen gepresst und hat ein Leben lang das nach sehen. Cher Lock hatte immer ein Gespür was gerade in Mode angesagt war. Ob praktisch oder chic, ganz egal, Hauptsache nicht zu kalt oder warm angezogen. So war sie als Jugendlicher in den 60′ zigern zur Schule gegangen und groß geworden. Es wurde getragen was gefällt oder was man / sie hatte. Was hätte Cher in dieser Zeit rebelliert gegen Schule, Staat und Spießer. Also, es war einmal……..

eine Zeit, da wurde in den Schulen noch gelernt. Alte Lehrer hatten mit sich zu kämpfen, ob noch Ohrfeigen im Unterricht verteilt werden durften oder nicht. Es herrschte Ordnung in den Klassenzimmern bis Mitte der 60′ ziger Jahre. Auf einmal wurde im ganzen Land rebelliert. – hier muß ich einschieben, daß ich nur einen kleinen Einblick in die Hamburger / Schleswig Holstein Schulen habe oder hatte, soll aber im weiteren Verlauf der Geschichte nicht störend sein oder ? – Was langsam mit der Musik der Beatles in die Klassenzimmer Einzug hielt, Kleidungsstil und Haarpracht, fand mit der Verbrennung der Büstenhalter seinen Höhepunkt und brachte eine ganze Generation von heutigen alten Lehrern und Direktoren in Wallung. Wer 1968 gerade sein Studium aufgenommen hatte, identifizierte sich über seine Klamotten, seiner Musik mit der Außenwelt. Ein „Make Love not War“ war Lebensgefühl. Auch haben viele noch die Studentenrevolten in der Bundesrepublik Deutschland mit erlebt. Wer heute von den Verantwortlichen in den Kultusministerien seinen Moralapostelhut aufsteckt, hat viel vergessen und geht hier zu weit in seiner Bevormundung gegenüber den heranwachsenden Schülern, die selbst entscheiden müssen was sie anziehen oder tragen wollen.

In den 70’zigern habe ich Ringelpullover und falsche Kunstnappalederhosen getragen, in der Musik wurden auf dem Schulhof keine Kompromisse gemacht, entweder ABBA, Sweet oder Slade, wir hatten klare Vorstellungen. Wir haben getragen, was in „ Bravo und Melodymaker Kult war“. Ich sage nur: „Bananenbadehosen und Bonanza Räder, Hot Pants und Dreiecks T-Shirt waren Pflicht“ Unsere Referendare, wartend auf Ihre feste Anstellung als Lehrer, hatten keine Probleme den Unterricht frei zu gestalten und uns im Sommer auf der Wiese den Lernstoff bei Eis und Bikini zu vermitteln. Wir hätten eine feste englische Kleiderordnung gar nicht durch gehalten.

So sind wir ( ich ) auch in die 80’ziger gerutscht. – Nie wieder Schule – war das neue Motto für die jungen Berufsanfänger, die in Ihrer angestrebten Stellung, damals die 12 Schuljahre in den Berufsschulen hinter sich brachten und den Unterricht gemeinsam zwischen Grund, Haupt- und Realschülern verbrachten. Wir waren Popper oder Punker – no future- war angesagt. Wir hätten eine gewünschte Kleiderordnung verbrannt oder geraucht und fertig wäre das Thema gewesen. Ich erinnere mich an Schüler-und Studentendemonstrationen die für den Stadtteil Hamburg – Rotherbaum angesagt waren und auf dem Kiez in St. Pauli mit Pali-Tüchern endeten. Ob für den Frieden gegen Helmut Schmidt oder Franz-Josef Strauß, Hauptsache die Hafenstraße lebt………. Wir haben uns nichts gefallen lassen.

Die 90’ziger waren richtig zahm, unsere alt 68’ziger haben Ihre Kinder ohne große Revolten in die Schule bekommen, die Einführung von schönen und guten Privatschulen war ein Thema, das für viele mit einer einheitlichen Ordnung, mehr einer gefühlten Anpassung zu tun hatte. An dieser Stelle einen schönen Gruß an alle Waldorfschüler, auch hier wurde eine strickte Kleiderordnung ausgeschlossen, da es nicht genug Persönlichkeit und Entwicklung für den einzelnen Schüler geben würde, wenn alle in ein Kleid gepresst würden. Eine Generation der Weicheier wurde gestylt und von Eltern gezeugt, die heute mit Ihren Vorstellungen keine klare Meinung definieren können. Liegt vielleicht auch an der Musik die mit Techno und Loveparade allgegenwärtig präsent war.

Nun sind wir im neuen Jahrtausend angekommen. Was im Norden als Klamotten in Schulen gebilligt und getragen wird, findet in der Mitte von Deutschland Beachtung, wird im Osten des Landes als Thema nicht war genommen, außer eine Gruppe von Schülern bringt Springerstiefel mit, wird selbst verantwortend und auf sachte Weise in Bayern an die Eltern abgeschoben unter den Tisch gekehrt, sehen wir mal von Kreuzen und Kopftüchern ab. Hier haben die Schüler für mich keine Entfaltungsmöglichkeiten mehr. Immer bedacht auf politisch korrekt und ja keinen verletzend, in seinem Glauben, steuern wir mit Vollkraft auf einen gleichförmigen Schüler in Deutschland zu. Wer heute als Heranwachsender Angst hat in der Schule mit Hilfe von Musik und Klamotten zu experimentieren, sich auszuleben, hat es im späteren Leben schwer damit mit anderen Mitmenschen klar zu kommen, das er / sie seit der Schule „in oder outsind. Ich hoffe, wir werden es nicht mehr erleben, das in der Bundesrepublik Deutschland eine Kleiderordnung an Schulen praktiziert wird. So wie ich auf die Individualität eines jeden Schülers zähle. Cher Lock’s Enkel sagt nein zu Uniformen, zur orwellschen Gesellschaft, Lebensweise und trägt was Ihr gefällt, sie braucht keine Kleiderordnung an Ihrer Schule.

Als kleines Beispiel und mal gegen den Strom gedacht……

Bis zum nächsten Mal, wünsche ich einen schönen Sonntag. Es grüßt ein Exil lebender Hamburger in NRW

ErdiGorchFock63