Herr Glossi hat Schnupfen und die Arbeitskollegen verstehen kein americano

Wer in Firenze mit Influenza verwechselt ist ein armer Wicht, entweder er oder sie ist keiner Fremdsprache mächtig oder steckt mitten in einer Erkältung und gehört ins Bett. Herr Glossi wäre lieber in Florenz in einem schönen Hotel mit Aussicht auf den Arno, an der Seite von Florentina, sprich seiner Ehegattin Mona Lisa gewesen, als sich mit einer Grippe zu plagen, nun mußte er liegen und sich ausruhen. Er wäre auch zu Arbeit gegangen, nur nicht bei Krankheit. Vom Arzt mit einem Krankenschein nach Hause geschickt, mußte er sich ein paar Tage lang eine Auszeit nehmen. Es ist ärgerlich, daß Herr Glossi sich schon wieder bei seinen lieben Arbeitskollegen angesteckt hatte. Aus unerfindlichen Gründen nehmen sich seine Arbeitsmitstreiter keinen Krankenschein und gehen lieber mit Fieber und Grippe zur Arbeit. Es stimmte Edgar traurig, daß die meisten Mitmenschen nicht an die Folgen Ihres Handeln denken und ohne Rücksicht auf Verluste alle anderen Personen anstecken….wieder mittendrin…….Es war einmal…..

einer solchen Tage, an dem sich Glossi wünschte, daß es mehr Rücksicht unter den Kollegen geben würde. Er mußte am eigenen Körper immer wieder selbst erfahren, daß seine Mitmenschen auf der Arbeit rücksichtslos handelten, wenn es um die Gesundheit der anderen ging. An die Karrieristen, die sich immer lieb Kind beim Chef machten, hatte sich Glossi längst gewöhnt. Wehe, wenn einer wie er mal krank zu Hause lag, dann wurde sofort eine Gerüchte Kampagne in seinem Großraumbüro gestartet. Wer kennt es nicht und lästert nicht mit, meistens geht es mit kleinen harmlosen Fragen los, in der Art: „ Was hat er denn ?“ „ Ach es ist ja nur Schnupfen, er soll sich nicht so anstellen“. Je nachdem wie der Chef in die Kerbe haut, was der Boss dazu sagt, ist entweder Ruhe in der Arbeitsgruppe oder es kommt ein lieb gemeinter Nachschlag vom Team: „ Schön das Du da bist, ich mußte Deine Arbeit mitmachen“ wenn man / sie sich gesund zurück gemeldet hat. Herr Glossi war klar, das er in seiner Situation nichts dagegen machen konnte, wie seine lieben Arbeitskollegen in seiner Abwesenheit über Ihn redeten, mit Fieber im Körper lag er in seiner Hängematte und versuchte so schnell wie möglich wieder zu gesunden.

Bis es soweit war und Edgar wieder arbeiten konnte, versorgte seine Frau Mona Lisa Ihren Schatz liebevoll. Eine Grippe wurde bei der Familie Glossi seit Generationen wie folgt behandelt. Erst mal tüchtig den Körper aufwärmen, so das Ritual, dann stand eine Schwitzkur an. Dick eingewickelt lag Edgar nun regungslos in seinem Bett und wartete geduldig, das diese Tortur vorüber ging, danach folgten unzählige Kannen Tee. Ganz gleich ob ein Virus oder eine bakterielle Hemmnis, es wurde alles im Hause Glossi ausgespült. Das war schon Tradition, so nach dem Motto: „Oma sagte immer, nichts außer schwitzen und trinken hilft, den ist der Körper von innen und außen gereinigt, hat der Teufel keinen Platz, wo er sich wohl fühlt.“ Nach einer nicht durch schlafenen Nacht wurde frühmorgens immer das Bettzeug gewechselt und Edgar durfte dann diese neu eingedeckte Pritsche nicht mehr verlassen. „Dösend mitten im November kann man auch mal ruhig ein paar Tage im Bett aushalten“, mit diesen Worten verließ Mona Lisa Ihren Gatten in Richtung Küche, um eine Hühnerbrühe zu kochen. Damit es nicht so unendlich langweilig für Edgar wurde, hatte John seinem Vater einen kleinen Beistelltisch mitsamt Notebook hergerichtet. So hatte der Papa etwas Abwechslung und konnte seinem Hobby nach gehen, indem er kleine Clips auf seinem Musikkanal einstellte. Musik war seine erste Liebe, ob italienische Tarantella, Samba, Oper, ein breites musikalisches Spektrum wohnte im Oberstübchen von Glossi Senior, ein unerschöpfliches geistiges Material, war jederzeit abrufbar. So schnitt er seine Videoclips zusammen. als kleinen Einblick hierzu meine Geschichte –  https://erdigorchfock.com/2015/05/15/grand-prix-eurovision-de-la-chanson-eurovision-song-contest/

Mona Lisa konnte mit dieser Trivialmusik nichts anfangen, für Sie gab es nur Hardrock oder ernste Musik, dazwischen gab es nichts. Auch der mediale Kult, der mit der Schauspielerei und seinen Darstellern gemacht wurde, war Ihr zu wider. Regenbogenpresse und Klatsch waren bei Ihr fehl am Platze. Schlau wie temperamentvollen Frauen nun mal sind, gönnte Sie Ihrem Mann sein Hobby, wohl wissend, das Sie keine Konkurrenz ala Bo, Sophia oder Ornella Muti zu befürchten hatte. Sie hörte Ihren Mann, wie er immer wieder „We speak no americano“ summte. Ein untrügliches Zeichen, daß Edgar wieder irgendwas ausbrütete und demnächst ein neuer Videoclip entstand. In der Tat mixte Herr Glossi mit seinen einfachen Möglichkeiten das oft kopierte Renato Carosone Lied mit Bildern und Filmausschnitten von Sophia Loren zusammen. Endlich war der Clip fertig, gut gelaunt fragte er seine Frau, ob sie nicht Lust hätte sein Video ‚Sophia spricht kein amerikanisch‘ anzusehen. Das kleine Kunstwerk war gelungen, zufrieden machte Edgar eine Pause, als plötzlich das Telefon klingelte. Der Chef von Glossi war an der anderen Seite der Leitung, Edgar wurde sehr sich ruhig, Mona Lisa hörte ein knappes: “Ja ich komme, mit der Prämisse früher zu gehen“ von Ihrem Mann „Was ist los Schatz“ bohrte ungeduldig wartend Mona Lisa nach.“ Ich gehe am Samstag zur Arbeit“ knurrte Edgar zurück. Was war passiert?

Ganz einfach dem Chef war aufgefallen, das Glossi’s Krankenschein nur bis Freitag attestiert war. Laut Plan mußte Glossi am Samstag arbeiten. Sein Vorgesetzter hätte Ihm mit Leichtigkeit sofort frei geben können, aber aus Prinzip gab der kleine Boss nicht frei, es herrschte der Nasenfaktor des kleinen Arbeitgebers. Edgar wollte keinen validen Grund für eine arbeitsrechtliche Sanktionen schaffen, sprich eine Abmahnung von seinem Chef erhalten. „Das Betriebsverfassungsgesetz, Mitbestimmung von Betriebsräten wird solange gebeugt bis keiner mehr zu Arbeit kommt, das ist aber ein anderes Thema“ dachte sich Herr Glossi. Am Samstag war er auf der Arbeit, sein Großraumbüro war leer, kein weiter Mitstreiter kam bis 07:30 Uhr zum Dienst. Er setzte sich an seinen Platz, erledigte die wenigen Aufgaben die an standen. So gegen 09.00 Uhr war Herr Glossi immer noch allein. Es wurde langsam Mittagszeit, alles fertig: “Natürlich hätte das auch alles Montag erledigt werden können“, sinnierte Edgar vor sich hin. Nach einem kurzen Telefonat mit dem Chef vom Dienst, konnte Edgar früher nach Hause gehen. Als der Montag kam, begrüßten die Kollegen Herrn Glossi überschwänglich freundlich, sie erzählten, das seine ganzen Aufgaben von Ihnen mit gemacht wurden. Mit einem Lächeln quittierte Edgar die Antworten seines Team, als wenn er nicht wüßte was gemeint wäre, summte er : We speak no americano !

       zur Untermalung, etwas Spaß aus meinem youtube Kanal

Bis zum nächsten Mal, wünsche ich eine schöne Woche. Es grüßt ein Exil lebender Hamburger in NRW

Erdi Gorch Fock

Alles Tutti Frutti mit DISCO und Musikladen…….eine Zeitreise in Sachen Musik und Fernsehen

Schon seit Kindertagen höre ich Musik. Geboren in einer Zeit, wo auf unserer Elbinsel Finkenwerder noch nicht jeder ein Fernseher hatte, war mein ganzer Stolz ein kleiner Plattenspieler. Ich hörte am liebsten Märchengeschichten. Einige Platten dudelte ich rauf und runter, so spannend waren die Erzählungen und die Musik, die am Anfang und am Ende gespielt wurden.

Im Laufe der Jahre verfolgte ich die Topsongs auf NDR 2 oder BBC im Radioäther, meistens durfte ich nicht so lange aufbleiben, vielleicht mit viel Verhandlungsgeschick ( das heißt: „rum trödeln beim Zähne putzen, Schultasche noch packen, Schluck Wasser holen usw.“) konnte ich noch bis zum Schluß die TOP 3 Songs im Radio hören, oft klappte es nicht……. Das änderte sich, als wir einen Fernseher bekamen. Nachrichten und Filme wurden geschaut und auch hier mußte ich schnell merken, daß leider die guten Musiksendungen oder lustigen Sachen später am Abend gesendet wurden, ohne Gnade hätte ich sonst mit meinem Kassettenrekorder und Mikrophon bewaffnet, die ganzen Sendungen aufgenommen bis in die Nacht, aber hier hatten wir ja lange Zeit von allen zwei Fernsehanstalten (heute unvorstellbar für die jüngeren Leser) einen Sendeschluß von ARD und ZDF. Die Nachtprogramme im Radio waren gerade erst eingeführt worden und kamen von ARD abwechselnd aus den regionalen Funkhäusern.

Nun ja, ich wollte eigene Musik machen, besser gesagt, das was die Moderatorin Uschi Nerke am Samstag Nachmittag im Beatclub machte, so was wollte ich machen. Tagelang war ich damit beschäftigt, von der Platte Musik auf Kassette aufzunehmen. Als richtiger Discjockey erwischte im Radio die angesagten Single Einspielungen von Slade, Neil Diamond oder Sweet. Wer so eine Aufnahme hatte, die nicht vom Verkehrsfunk unterbrochen wurde, war ein Glückspilz und konnte mit seinen Freunden Lieder austauschen.

Das Fernsehen meinte es später gut mit mir (oder waren es politische Interessen???) und die Disco mit Ilja Richter wurde auch am späten Nachmittag gezeigt. Endlich eine Sendung für mich und nicht so bieder wie die Hitparade, mit Dieter Thomas Heck. Hier konnte ich Suzi Quatro, Rubettes und ABBA sehen, ganz zu schweigen von „Lady in Black“ von Uriah Heep.

Was habe ich den Musikladen geliebt, es wurde von Radio Bremen spät ausgestrahlt. Manche Folgen konnte ich nur in den Ferien an schauen, aber die Mischung aus Go Go Girls und Uschi Nerke mit den Musikstücken war klasse. Der ruhige Pol war Manfred Sexauer, für mich immer ein Vergnügen Ihm zu zuhören. Natürlich war ich Fan der Plattenküche mit Frank Zander und von Olivia Pascal aus der Musiksendung Bananas. Das neue Konzept gefiel mir, Hauptsache chaotisch mit Witz und Humor. In diesem Sinne, schon etwas älter, habe ich später Formel Eins mit Stefanie Tücking verfolgt.

Dann kamen die privaten Sender und eine neue Welle von Musik und humorvollen Sendungen, die nicht immer ernst genommen werden wollten. Wer erinnert sich nicht gerne an „RTL Samstag Nacht“ mit Esther Schweins und Tanja Schumann oder war mit den miefenen „Doofen“ nicht einer Meinung? Bei „Darf ich sie zur Bheke titten“ schmunzele ich noch heute mit. Meine Samstage waren gerettet. Bei „Die Wochenshow“ mit Ingolf Lück, der als Herbert Görgens immer ins Fernsehen wollte und an Anke Engelke alias Rickys mit Ihrem Popsofa ? waren die Sendungen immer zu kurz. Die Titelmusik der jeweiligen Show’s erkennt jeder sofort, der sie gesehen hat. Machen wir einen Versuch und denken mal kurz an ………„Eine schreckliche Familie“.…… richtig „Love and Marriage“ von Frank Sinatra, herrlich gespielt von Al Bundy ( Ed O’Neill ). Ein Glanzstück für mich ist und bleibt „Tutti Frutti“ mit dem „Früchte Chin Chin Ballett“. Wer hat es nicht in jener Zeit mit gesummt oder die Melodie nach gepfiffen ? Wie waren noch mal die Regeln in dieser Rate- und Spieleshow ? dessen Sinn keiner verstand, bis auf den Moderator, liebevoll Hühnerhugo genannt und seine schöne Assistentin Monique.

                                                    meine Playliste in youtube unter Erdi GorchFock63 zu finden

 

 

 

Nun frage ich mich zum Schluß, wo sind diese Ablenkungen geblieben ? Alle weg bis auf DSDS, Supertalent, Dschungelcamp oder den jährlichen Songcontest de la Chanson? Es fehlt mir etwas in der Fernsehlandschaft. Was ist los mit den TV Sendern? Kommerz hin und oder her, zweifellos möchte jeder verdienen, nur glaube ich, wir brauchen mehr Unterhaltung in Form von Humor und Musik. Ein Benny Hill läßt grüßen………. Mit diesem „Jingle im Ohr“ verabschiede ich mich.

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Bis zun nächsten Mal, wünsche ich einen schönen Sonntag. Es grüßt ein Exil lebender Hamburger in NRW

ErdiGorchFock63