Ein Jahr später im „Herbst meines Lebens“/One year later in „Autumn of my life“

Für mich ist es das Jahr eins nachdem ich in den Ruhestand gewechselt bin. Etwas zu früh um ein Fazit zu ziehen ? vielleicht oder vielleicht auch nicht. Was habe ich mir vorgestellt, vorgenommen und was ist noch nicht oder nur zum Teil von meinen eigenen Erwartungen tatsächlich eingetroffen? … wieder mittendrin, viel Spaß beim lesen.

Seit Herr Glossi 1980 bei der Deutschen Bundespost im Fernmeldeamt angefangen hatte zu arbeiten, stand seine Pension fest. Alles war schön schwarz auf weiß nachzulesen, es sollten 75 Prozent seines letzten Lohnes (Bezügezettels) sein, wenn er das 65 Lebensjahr erreichen würde. Vorausgesetzt er schaffte die Beamtenlaufbahn als Bundesbeamter und bei bester Gesundheit, dann wäre mit etwas Glück ein schöner und einfacher Lebensabend sicher gewesen. Ruhig und gelassen rechnete Glossi damals von seinen erdienten 1000 Mark ein viertel ab, also blieben im Alter noch 750 übrig. Dies sollte reichen um sich alles leisten zu können. Doch im Laufe der Jahre wurden die Pensionsansprüche geändert und plötzlich es gab nur noch 71 Prozent Pension. Glossi rechnete jetzt mit künftigen 710 Mark. Wieder ein paar Jahre später änderte sich das Pensionsalter, es wurde auf 67 Jahre angehoben. Gleichzeitig wurde rigoros gesetzlich eingeschrieben, daß wer als Bundesbeamter früher gehen wollte, so mit 55 Jahren, mit weiteren Abschlägen seiner Pension rechnen kann.

Soweit bis hierhin, Edgar Glossi kam ins Grübeln. „Wie soll ich nun im Alter zurecht kommen? Kann ich gegen all diese Änderungen im Pensionssystem noch irgendwas machen?“ Wie Edgar es auch drehte, immer wieder war seine eigene Antwort nein, er war hoffnungslos unterlegen und der Fürsorge des Staates völlig ausgeliefert. Langsam wurden per Gesetz angehäufte gesicherte Pensionsansprüche ab den 90 Jahren des vorherigen Jahrhunderts gedrosselt, vermindert und Sonderzahlungen gestrichen. Er konnte es in etlichen Bundesbeamtengesetzen nachlesen, am Beispiel „Alimentation vom Staat an seine Beamten“.

Alles wird alimentiert, kein Beamter kann sich gegen geltende oder künftige Pensionsbestimmungen wehren, er ist abhängig von seinem Dienstherrn solange er lebt. Edgar entschied sich für die Pensionsregelung, die für Bundesbeamte im Jahre 2018 eingeführt wurden. Als treuer Diener des Staates wechselte er mit 55 Jahren in den Ruhestand.

2019, ein Jahr später stellt Edgar fest, daß er alles richtig gemacht hat. Er ist nicht Reich geworden und wird es auch nicht mehr werden. Dafür kann Herr Glossi nun aufstehen und schlafen gehen wann er will, muß sich nicht mehr an Schicht- und Dienstpläne halten, keinen Dienst mehr am Wochenende oder zu ungünstigen Zeiten machen. Allein diese wenige Punkte machen für ihn das Leben „lebenswert“.

Zum Schluß sein Resümee. „Wenn ich noch 12 Jahre weiter gearbeitet hätte, wären es vielleicht 60 Euro netto mehr geworden oder auch nicht, wer weiß wann mein Dienstherr wieder Lust hat ein Gesetz zu reformieren?“.

Mit einem „Endlich frei und pensioniert, das ist alles was zählt“, blickt er vorausschauend auf kommende Pensionärswellen und stellt dabei fest, daß es nicht besser werden wird. Die zukünftigen Pensionen fallen geringer aus, wenn es wie demnächst geplant, angepasst am Rentensystem Niveau nur noch 48 Prozent Pension gibt und die Beamten erst mit 70 Jahren gehen dürfen und nicht vorher. Mit sich im reinen steht für ihn fest „Min lütten Schieter allens sööt mogt“.

Bis zum nächsten Mal, immer schön gesund, munter un wuchtig blieven.

Erdi Gorch Fock

Sex und andere Suchwörter im Internet / Sex and other search words on the internet

„Man wie heißt das noch mal“. Edgar versuchte mal wieder was im Internet zu finden. Bei seiner vorhandenen Legasthenie garnicht nicht so leicht zu … ( oh wieder mittendrin , viel Spaß beim lesen.)

…bewerkstelligen. Alle getippten Wortvarianten im Suchfenster der Suchmaschine, waren plausibel, führten aber nicht zum gewünschten Erfolg. „Sexchu, Seck, Säsu“, aber das gesuchte Wort tauchte nicht auf. Viel mehr blinkten andere Hilfsverben und Wegweiser ihm im Suchfeld entgegen, die allesamt nicht gemeint und gänzlich fehl am Platze waren. Sexseiten, Spielzeugreklame, und Reisevorschläge…Langsam merkte Edgar wie seine Ohren anfingen zu pulsieren und sein Blutdruck höher stieg. „Das habe ich nicht in die Suchzeile geschrieben. Komisch warum kann der Suchgenerator nicht das suchen, was ich schreibe?“ wunderte er sich. Edgar hatte sich wieder einmal in den weltweiten Webseiten verloren. Auf der Suche nach seiner „Verheißungsvollen Ingredienz“, die sein Glück perfekt machen sollte, benutze er die Internet Suchmaschinen eher mit Argwohn. Immer wenn er was suchte wurden aus

Minuten Stunden, bis er mal das richtige fand, was er finden wollte. „Immer dasselbe“, brummte er vor sich hin. Schließlich machte Edgar den Computer aus. Herr Glossi wußte nun wer ihm weiterhelfen konnte, er bräuchte auch diesmal keine Angst haben zu fragen, so wie damals in der Schule, als man ihn mit seiner Lese-und Rechtschreibung Schwäche hänselte und sich lustig über ihn machte. „Wie gut, das diese Zeit vorbei ist“, dachte Edgar. Der Sohn von Edgar lachte nie darüber, wenn sein Vater mal das richtige Wort nicht einfiel oder er die richtige Schreibweise nicht wusste. „Fiete weiß was ich brauche, ich werde ihn fragen“. Als Fiete die Stimme von seinem alten Herrn vernahm, erinnerte er sich daran, was sein Vater beim letzten Essen erzählt hatte und was ihm fehlte. „Fiete ich gehe was besorgen, kann ich Dir was mitbringen mein Sohn?“ „Ja, Papa, bringe Szechuanpfeffer mit, damit Du beim nächsten Mal Dein Spaghetti Gericht wieder würzen kannst“.

„Das mache ich mein Sohn“, mit erleichterte Stimme, fiel Edgar ein großer Stein vom Herzen, nun da er nicht fragen mußte wie dieses Wort lautete, was er sich nicht merken konnte.

Auf dem Rad Richtung Stadt, schmunzelte Herr Glossi Senior lange vor sich hin. „Blödes Internet, für mich kann es da bleiben wo der Pfeffer wächst“.

Bis zum nächsten Mal , wünsche ich allseits ein schönes Wochenende.

( „Man, what’s that called again?“ Edgar tried again to find something on the Internet. At his existing dyslexia not so easy to … (oh again in the middle, enjoy reading.)

… accomplish. All typed word variants in the search window of the search engine were plausible, but did not lead to the desired success. „Sexchu, Seck, Säsu“, but the word did not appear. Much more other auxiliary verbs and signposts winked at him in the search field, all of which were not meant and completely out of place. Sex pages, toy advertisements, and travel suggestions … Edgar slowly noticed his ears begin to throb and his blood pressure rose higher. „I did not write that in the search line. Funny why the search generator can not find what I write? „He wondered. Edgar had once again lost in the worldwide websites. In search of his „auspicious ingredient“, which should make his luck perfect, he uses the Internet search engines rather with suspicion. Whenever he was looking for something, he got out Minutes, until he found the right thing he wanted to find. „Always the same,“ he grumbled to himself. Finally, Edgar turned off the computer. Mr. Glossi now knew who could help him, he needed this time not to be afraid to ask, as in school back then, when he was teased with his reading and spelling weakness and made fun of him. „How good that this time is over,“ Edgar thought. Edgar’s son never laughed when his father did not remember the right word or did not know the correct spelling. „Fiete knows what I need, I’ll ask him“. When Fiete heard the voice from his old man, he remembered what his father had said during his last meal and what he lacked. „Fiete, I’ll go get something, can I bring you something, my son?“ „Yes, Dad, bring Szechuan pepper, so you can spice up your spaghetti dish next time.“

„That’s what I’m doing my son,“ with a relieved voice, Edgar dropped a big stone from his heart, now that he did not have to ask what that word meant, which he could not remember.

On the bike to the city, Mr. Glossi Senior chuckled for a long time. „Stupid internet, for me it can stay where the pepper grows“.

Until next time, I wish you all an nice weekend. )

Erdi Gorch Fock

Blick nach vorne, Glossi geht in Pension

Papa was gibt es, beeile Dich, ich muß gleich zur Arbeit?“, leicht ungeduldig, wie es sich für einen Heranwachsenden gehört, wollte Fiete wissen, was sein Vater zubereitete. „Äh, Sekt oder Selter mein Sohn?“, Edgar Glossi ließ sich beim Kaffee aufbrühen nicht aus der Ruhe bringen. „Papa….“, leicht unwirsch bohrte, aus dem Bad kommend, der Sohn nach „…was tust Du?“. Nun schmunzelte Herr Glossi, wissend das Tu-Sätze immer sofort und gleich beantwortet werden mußten,…oh, wieder mittendrn…viel Spaß beim lesen…

dies verlangte die alte gelebte Tradition der Familie Glossi. „Kaffee machen tun, heute Küche oder möchtest Du den Kaffee im Keller genießen tun ?“, gemeinsam betraten Sie den Keller, um sich genüßlich auf dem Sofa zu platzieren. Nach dem ersten Schluck Kaffee und einer angezündeten Zigarette began der alte Glossi sich langsam zu öffnen. „Also Fiete, bevor Du wieder in See stichst, auf die Arbeit gehst, sage ich Dir, ich tue im September in Pension gehen“, kurz und knapp klang dieser Satz. Ruhig und gelassen nahm der Sohn diese Nachricht auf. Fiete kannte seinen Vater gut, er wußte, das er antworten mußte, denn wenn einmal was ausgeprochen war, wurde darauf sofort reagiert. „Papa hast Du es Dir gut überlegt ?,“ erklang die Gegenfrage.

Ja Fiete, es wird Zeit für mich in Rente zu gehen. Ich habe meinen Wunsch geäußerst, nun warte ich ab. Für mich gibt es kein zurück mehr“.

Edgar unterrichte Fiete, daß ein neues Beamtengesetz für die Bundesbeamten der ehemahligen Post- und Nachfolgeunternehmen seit 2018 in Kraft getreten ist. Dieses Vorruhestandgesetz wurde geschaffen, damit alle Bundesbeamten, die das 55. Lebensjahr erreicht hatten in den Vorruhestand gehen könnten. Edgar vermulierte die Sachlage seinen Sohn in einfacher Form, klar, deutlich und ohne jeden Zweifel, was Glossi senior vor hatte. Nun im August wurde er 55 Jahre alt, seinem Wunsch entsprechend, dem Gesetz folgend, wollte er im September zu Hause bleiben.

Kannst Du es Dir leisten zu Hause zu bleiben ?, wollte Fiete wissen. Edgar zeigte antwortend auf einen drei Punkte Testbeitrag, den er in den sozialen Netzen eingestellt hatte.

Du wist herausfinden, welche Personen nicht wirklich Deine Freunde sind und sie aus Deinem Leben verbannen“, „Der September wird Dir zeigen, wie stark Du wiklich bist“, „Der September zeigt Dir einen neuen Weg, der Dich zum Ziel führt“

Mit einem „Hmmm, allens klor“, nahm Fiete es zu Kenntnis, „…dann mol tau, Vadder“, nickend verschwand der Sohn aus dem Keller um mit schnellen Schritten zur Arbeit zu eilen.

Edgar nippte an seinem Kaffee, in Gedanken blickte er noch mal in sich hinein, würde er moch mal arbeiten gehen? selbstfragend stellte er fest…nein. Nein er wollte nicht nochmal die Zeit zurück drehen, 38 Jahre mit einem rosa Riesen auf dem Buckel waren genug, für Ihn war der Zeitpunkt erreicht Tschüss zu sagen.

DWAS-Incredible Man Youtube Erdi Gorch Fock

 

-Tschüss Arbeit, Willkommen Pension, was auch immer kommt, Herr Glossi wird es erleben und ich werde von meinem Freund berichten.-

Bis zum nächsten Mal, wünsche ich einen schönen Herbst. Es grüßt ein Exil lebender Hamburger in NRW

Erdi Gorch Fock

In vier Tagen vom Niederrhein zumTor der Welt und zurück…Teil I

Ende Oktober, zu den Herbstferien in NRW, eine Reise in Norden zu machen klinkt für den Niederrheiner nicht gerade verlockend. Soll es doch in den nördlichen Reginonen von Deutschland mehr regnen, als im gesamten England das Jahr über. So jedenfalls erzählt man sich hier Schauergeschichten vom meinen schönen Norden. Zugeben die Leute, alles Nachbarn von hier, nehmen es mit dem Thema Urlaub sehr ernst, ganz egal wohin man / sie fährt wird es mit der Schlußfloskel „So isses, zu Hause immer noch am schönsten, nicht wahr.“ kommentiert. Fern einer Logik belassen wir es mal für einen Moment dabei und konzentrieren uns auf Edgar und Fiete, der eine ein waschechter Hamburger Jung, hanseatisch abgeklärt und erfahren. Der andere in Oberhausen geboren, sprich niederrheinsisch weltoffen aufgewachsen,…oh wieder mittendrin…

Edgar wollte wieder in seine alte Heimat fahren, mal durch atmen, seine Stadtteile besuchen, einen Tapetenwechsel auf Zeit machen, nur ein verlängertes Wochenende sich den Wind um die Nase wehen lassen, Großstadtflair genießen, Essen gehen, Klamotten kaufen, Theater besuchen, alles mal anreissen was so eine schöne Stadt zu bieten hat. So beschloß er beim Mittagessen vom seinen Fernweh zu erzählen. Meistens hörte sein Sohn gelassen zu, während dessen er sein Smartphone weiter bediente, wenn Senior Glossi was erzählte. Fiete kannte diese Art der Kommunikation am Mittagstisch, immer über alles offen zu sprechen, ganz egal was anstand, die Küche war für die beiden Kommunikationstreffpunkt. Das hatte schon Tradition in dieser Familie, passend zu den gestellten Fragen, fielen die Antworten immer ruhig und gelassen aus. Anhand des Tipptaktes von Fiete, wußte der Vater, ob er weiter erzählen konnte oder ein neues anderes Thema anschneiden sollte. „Ich möchte mal nach wieder Hamburg fahren, hast Du Lust mit zu kommen Fiete?“, es klang fast beiläufig, als wenn Edgar nach dem Salz gefragt hätte, „Ja, das können wir machen, wann Papa?“, kam es von Fiete heraus, der in diesem Moment von seinem Smartphone abließ und seinen Vater forschend ansah. Verblüfft auf diese für Ihn positive Antwort, setzte Edgar sein Gedankengang weiter fort: „Wie wäre es zu den Herbstferien oder hast Du Termine mit Deinen Freunden?“, nun sah Edgar Fiete vielsagend an. „Nein Papa, alles gut, ich freue mich, wo wollen wir übernachten, was wollen wir in Hamburg machen?“. Mit breitem Grinsen machte Edgar seinem Sohn klar, daß er es noch nicht wüßte, was anstehe…

Nun hatte Edgar Glossi viel vorzubeireten, wußte er doch ganz genau, daß man nicht einfach so nach Hamburg fährt und Urlaub macht – https://erdigorchfock.com/2014/04/21/gedanken-an-st-pauli-kinonacht-fischmarkt-und-eine-nebelige-fahrt-auf-der-elbe/

Als erstes mußte eine Unterkunft gesucht werden, dem Geldbeutel entsprechend, es sollte schon anspruchsvoll mit einer tollen Aussicht auf Hafen, Alster und mehr sein. – Bevor ich als Erzähler weiter schreibe „in medias res gehe“, werde ich hier in dieser Geschichte keine Namen von Hotels oder Schiffeignern und Restaurants nennen, ich möchte skizzieren, was gemacht werden könnte, ganz nach meinem Prinzip alles kann nichts muß, wo war ich, ach ja – Gute Vorbereitung sind das A und O einer jeden Reise. Die Wahl des Hotels war kein Problem, mitten in einer schönen Grünanlage, mit Anbindung einer nahe gelegenden Untergrundbahn war der Ausgangspunkt für die geplanten Unternehmungen schnell gefunden. Es zahlte sich aus, daß Edgar Glossi im Internet vor Jahren einen seriösen Reiseveranstalter gefunden hatte, nun reservierte er das Hotel direkt. Da die Anreise mit der Bahn gemacht werden sollte, Egdar mochte Bahn fahren schon seit seiner frühesten Jugend, besuchte er in den darauf folgenden Tagen ein Deutsche Bahn Reisebüro. Im Gegensatz zur Hotelbuchung, machte Edgar hier keine Kompromisse, ein direkter Informationsausstausch mit einem Mitarbeiter der DB vor Ort geht schnell und spart Zeit. Je nachdem wie früh gebubcht wird, kann man hier schön tüchtig Euros sparen. Der Tag der Abreise, rückte näher. Es wurde Zeit sich um Restaurants zu kümmern, das erwies sich als schwierger als der Edgar dachte. In einer Millionenstadt sollte man ungefähr wissen, wann man wo ist, wenn sich der kleine und große Hunger einstellt. Ein kleiner Zeitplan solle schon zurecht gelegt werden, genauso ist es ein unbedingtes muß, sich vorher einen Tisch zu reservieren.

Hier griff Edgar tief in die Trickkiste, jenseits von der heut üblichen Google und Internetbewertungen Hysterie und Jagerei nach der Hotelsuche und um sich nicht zu verzetteln, machte er sich Gedanken, wo er in nur drei Stadtteilen in Hamburg gut essen könnte. Mit Hilfe von lieben Kontakten, die er im Laufe der Jahre geschlossen hatte, konnte er vorab Tischreservierungen machen und damit in super Restaurants gehen. Alles war perfekt organisiert und vorbereitet, es konnte auf große Fahrt gehen. Ein 3 Nächte, insgesamt 4 Tage Trip, mit kleinen Höhenpunkten wartete auf Fiete war fertig gestrickt.

Samstag, 04:00 Uhr Tag der Abreise. Edgar hatte seinen Koffer schon am Tag vorher gepackt, um nicht in letzter Minute was zu vergessen. Bei dieser Reise wollte er jede Minute genießen. So wurde sein Sohn pünktlich mitten in der Nacht zur führen Morgenstunde geweckt, denn um 05:00 Uhr sollte ein Taxi die beiden zum Bahnhof zum fahren. Plötzlich bemerkte Edgar, daß Fiete noch nichts gepackt hatte. Gerade noch rechtzeitig wurden beide mit dem packen, Mülleimer raus bringen, Licht aus machen fertig. Nach verlassen des Taxis am Bahnhof, stellten beide fest, daß der angegebene Nahverkehrszug 30 Minuten später fuhr als geplant. Dies konnte Edgar nicht aus der Ruhe bringen, ganz in der Art von Jules Verne „In 80 Tagen um die Welt“, konnte der Zug in Duisburg ohne Zeitnot erreicht werden. In Duisburg angekommen kam es zu ersten Geduldsprobe für beide, da vom Gleislautsprecher Ihr Intercity mit einer Verspätung von 30 Minuten angekündigt wurde. Diese Tatsache wurde mit einem Lächeln von Edgar quittiert, während dieser zusätzlichen Wartezeit suchten sie den Bahnhofsbäcker auf, um sich mit Brötchen und Getränken zu stärken. Wieder zurück am abfahrenden Gleis verkündete der Lautsprecher mit der Durchsage, daß der Zug nach Hamburg 40 Minuten Verspätung hätte. Langsam kroch ein kleiner Schauer in Fiete’s Glieder hoch, das herbstliche kalte Wetter schlug unbarmherzig zu. Edgar blieb vom Klima unberührt, für Ihn war es lange noch nicht Zeit den obersten Hemdkragenknopf zu schließen. Nach 45 Minuten hielt der Zug am Gleis, Fiete konnte endlich seine klammen Knochen im Zugabteil wärmen. Mit Blick auf die zu fahrende Route des Zuges, mußten beide laut lachen. Dieser Bummelzug fuhr durch das halbe Ruhrgebiet und hielt an jeder Milchkanne an, kein Wunder das er Verspätung hatte. Mit einer Stunde plus lief der Intercity in Hamburg Dammtor ein. Sie waren tatsächlich angekommen. In einer Geschäftsstelle des Hamburger Verkehrsverbundes (HVV) wurden die Fahrkarten für alle Transportmittel gelöst, die für diese vier Tage benötigt wurden. Mit diesen Karten konnten U – und S Bahn und auch die Hafenfähren benutzt werden. Das Hotel wurde schnell gefunden. Sehr zu Freude der beiden machte beim einschecken die Mitarbeiterin der Rezeption ein Godie Vorschlag, gewährte ein Upgrade, schickte Fiete und Edgar ganz nach oben in ein Zimmer mit wunderschönen Ausblick auf Hamburg, so hatte Edgar sich den ersten Moment des Wiedersehen mit Hamburg vorstellt.

Solange bis der nächste Teil kommt, etwas Spaß von meinem Kanal

Bis zum nächsten Mal, wünsche ich eine schönen Sonntag. Es grüßt ein Exil lebender Hamburger in NRW

Erdi Gorch Fock

Herr Glossi sucht eine Freundin…die Liebe…und das Glück…

Gar nicht so einfach für mich, oh ich nehme lieber meinen alten Freundego Herr Glossi an, sonst könnte ja noch jemand denken, daß ich über mich selbst schreibe, das geht ja gar nicht, also gut lassen wir mal das so stehen und begeben uns in der Welt des Sex und Crime, äh nein, in das eines Witwers von sagen wir mal 53 Jahren, nun alleinstehend mit Kind. Wie sind seine Aussichten, beim weiblichen Geschlecht in der heutigen medialen Welt der Versprechungen und Versuchungen, ala “Frau in Deiner Gegend sucht und wartet nur auf Dich ?”, etwas passendes zu finden.

Langsam ist Ruhe im Hause von Edgar Glossi eingekehrt, die täglichen Dinge, die man zum Leben braucht, können ohne Probleme wieder organisiert werden. Es fällt nicht micht so schwer, wie am Anfang, wo er gar nicht wußte was er zuerst machen sollte. Jeder Gang aus dem Haus war ein Spießrutenlauf, da jeder bei einer zufälligen Begegnung wissen wollte “Wie es einem geht?” und “Was macht nur der arme Sohn?”. Als Papa möchte man da aus der Haut fahren und am liebsten abschrecken antworten, was man wirklich denkt, daß der Verlust:“Für jedes Kind tragisch ist, das seine Mutter verloren hat, Du Blödmann, wie soll es Ihm schon gehen?”, und als Mann, “…ich auch am Tod meiner Frau ganz schön zu knappern habe, bin ich deswegen arm?, schleiche Dich Du Weichei, ich muß einkaufen gehen und mein Leben neu gestalten, Du raubst mir die Zeit”. Dies ist und wäre nicht diplomatisch und könnte als verletzend ausgelegt werden. Was macht Herr Glossi?, er beantwortet seelenruhig und liebevoll jede Gefühlsregung der ausgesprochenen Kondolenz seiner Mitmenschen. Auch wenn er lieber mit: “Alles fit im Schritt”, antworten würde. Herr Glossi ist nicht so geartet wie man es normaler Weise in einer Trauerphase wäre, war er nie und wird es auch nicht sein. Mit der Erfahrung eines Mannes, der im besten Alter steht, hat Edgar schon öfters solche tragischen Ereignisse am eigenen Körper mit erlebt und daraus gelernt, daß nur der brutale Blick auf zukünftige Zeiten das Leben wieder erträglicher machen würden.

Längst hatte er sich damit abgefunden “die Mapa” zu sein. In Anlehnung an das alte Lied von Hermann van Veen “… weg da…”, war er im Begriff nach seinem Schicksalsturz gleich wieder aufzustehen und sich wieder zu strecken, zu laufen und unter die Leute zu gehen. Es dauerte bis er mit viel Selbstdisziplin den neuen Tagesablauf organisiert, mit putzen, kochen, den Haushalt in Griff bekommen, hatte. So wie es bei Millionen alleinerziehenden Elternteilen auch ist, samt Arbeit und Kinderbetreuung, war alles nach ein paar Tagen machbar. Nur fehlte Ihm was zu seinem persönlichen Glück, darüber war und ist er sich im klaren, er ist kein Typ der ohne Frau / Freundin sein kann.

Mit einem 20 jährigen Aussetzer war Edgar wieder im Singleleben angekommen, hier hatte sich nach seiner Abwesenheit einiges getan. Früher war es einfacher für Ihn, mal was kennen zu lernen, da war man jung, unternehmungslusitg, hatte keinerlei Bindungen, auf die er jetzt Rücksicht nehmen mußte. Frei und ungebunden, mal ungezwungen ausgehen und mal bei gegenseitigem Gefallen ein ‚One night stand‘ riskieren, undenkbar in seiner heutigen Lage. – hierzu meine Geschichte – https://erdigorchfock.com/2014/02/01/wer-ist-meine-liebste-freundin-2/  – Nach unzähligen allein durch schlafenen Nächten, machte sich Herr Glossi auf und durchstreifte das Nachtleben in seiner Stadt. Seine alten Jagdreviere waren versiegt, geschweige, daß es noch Pubs und Disco’s zum abhängen und wohl fühlen für Ihn gab. In einer Welt, wo alle nur noch auf das Smartphone schauen, kam Ihm die Idee sein Glück im Internet zu suchen. Also wurden fast alle kostenlosen Flirt und Sexlines durchgeflügt, bei dem man sich gefahrlos anmelden konnte. Ein Spaß für jeden Typ Mann, der nach einer Frau sucht und deswegen wahrscheinlich auch gerne gegen eine Wand läuft oder sich bei genauere Betrachtung mit “Hey Nachbar, ich bin in Deiner Nähe, laß uns Sex haben”, gefühlsmässig ganz fatal ins Abseits drängen läßt. Das befriedigende Gefühl blieb aus. Das mußte Herr Glossi nach ausgiebigen zahlosen weiteren Nächten des sexuellen Computer chattens zugeben und so verschwand sein Profil von den diversen Hotlines, ”…ungezwungen Spaß und Sex zu haben, ohne finanzielles Interesse…”, wieder von den Plattformen.

Nun nach dieser gewissermaßen durchlebten Sturm- und Drangphase bleibt nur eins, um wieder körperlichen und seelischen Spaß am Leben zu haben”, dachte sich Edgar. Nach der täglichen Routine des sauber machens im Haushalt, eine Kaffeepausse einlegend, kam er auf die einzig richtig Idee. “Was will ich überhaupt ?”, er schnappte sich wie früher einen Zettel und schrieb seine Vor- und Nachteile auf, damit Ihn seine Freundin / Frau in spe besser kennen lernen könnte. Mit einem kleinen Blick in den Spiegel, schmunzelte er sich seine Nachteile weg: “Grau, etwas alt, nicht immer lieb, meine Ohren und das schauen lassen nach, der Lack ist etwas ab”, Edgar erschreckte sich bei diesen Gedanken, “ Na das klingt eher mehr nach – Frauen ruft den Abdecker -, als nach dem bestem Angebot im Regal”, er betrachtete sich nochmal und studierte sich ganz genau, machte nahtlos weiter mit seinen Vorteilen:” Bin humorvoll, grenzenlos ehrlich, gehe gerne spazieren, schreibe in meiner Freizeit und bin mittlerweile auf 1,90 Meter geschrumpft”. Nach einem Lachanfall, warum gerade das ein Vorteil sein könnte, machte er seine Hausarbeiten zu Ende. Am Abend sah er auf seinen Amorliebesbogen und bemerkte, daß da wohl noch fehlte, so fügte er noch den wichtigsten Teil ein:”Wie sollte Sie sein?”

Es wäre schön, wenn Du in meiner Stadt wohnen würdest. Ehrlich und humorvoll bist, eine normale Figur hast und kein geistiger oder körperlicher Gehwegpanzer bist…”, hier hielt er inne, “…kann ich das so schreiben?”, dachte er sich, “… doch weiter im Text.” Er überlegte kurz, was bei einem Schrumpfgermanen als Größe vorstellbar wäre, (1,60 bis 1,75 Meter), kam dann an die kniffligste Stelle seines Wunschzettels:“Was schreibe ich für ein Alter hin ?”, wußte er doch , daß er damit ein untrügliches eigenes Zeichen setzen würde, ( 28 bis 40 Jahre). Bei diesem Schlussakkord auf seinem Zettel, legte er seinen Füller beiseite, drehte sich in Ruhe eine Zigarette und wußte nun wie seine Freundin/Frau sein sollte.

Als Autor möchte ich meinen Edgar Glossi helfen, ganz klar, glaube ich doch an Zweisamkeit und Kompromissfähigkeit zwischen den Geschlechtern. Wer sich von den Frauen angesprochen fühlt, kann mich gerne auf meinen Freund ansprechen. Ich werde es mir dann mal durch den Kopf gehen lassen und Ihm es mitteilen, Du mußt nur ehrlich und normal mit Dir selber sein, was willst Du haben meine liebe neue Freundin ?…es liegt immer im Auge des Betrachters… laß uns doch mal etwas näher kennen lernen, bei einem Eis oder einem Bier, wer weis es könnte mehr daraus werden…in diesem Sinne.

Erdi Gorch Fock

Solange bis der nächste Teil kommt, etwas Spaß von meinem Kanal

Alles wieder auf Anfang, wer bekommt was Neues ?

Am Samstag, bei einer Kanne Kaffee lasse ich gerne die Woche im Geiste noch mal Revue passieren. Noch nicht richtig wach, schauend auf meinen Schreibtisch, Post durch sehend, fällt dabei mein Blick auf das kleine Lustobjekt meiner Begierde, mein Adrenalin steigt und meine innere Ruhe verabschiedet sich auf Nimmerwiedersehen. Warum ist dieses Kommunikationsmittel schon wieder kaputt gegangen. War es denn schon so alt ? Grübelnd zerlege ich das mobile Telefon in seine Einzelteile. Woran kann es liegen, das mein Handy nicht mehr funktioniert ?….es war einmal…

wieder klopfte das Schicksal mit ganzer Kraft und Härte bei Edgar Glossi an die Tür, besser gesagt an den häuslichen Abfalleimer, wo Edgar gerade dabei war den Müllbeutel zu wechseln. Mit einen doppelten Knoten verschwand der randvolle Unrat in der Mülltonne. Als ordentlicher Ehemann, wollte er den leeren Eimer mit einer neuen Plastikbeutel herrichten. Zielstrebig wurde die Küchenschublade angesteuert, Edgar sah und fand alles mögliche, nur keine Müllbeutel. „Wie gut das meine Mona gerade den Einkauf tätigt, da kann Sie gleich noch Beutel mitbringen“, dachte er sich. Edgar nahm sein Handy in die Hand, merkte daß das Akku vom Smartphone nicht genug Strom hatte um eine Verbindung her zustellen, „Wie gut das wir noch eine andere Möglichkeit haben…“, sprach Glossi zu sich selbst. So eine Kleinigkeit wirft einen richtigen Mann nicht aus der Bahn, er schnappte sich sein Haustelefon, „…so nur noch ein kleiner Anruf und meine Bestellung ist erledigt, wie lautet die Nummer von Mona ?“, leider versagte bei Ihm in diesem Moment sein Kurzgedächtnis. „So ein Mist, mir fällt die Nummer nicht ein, ein anderer Plan muß her“, dabei schaute er auf die Küchenuhr. Kopfschüttelnd fühlte er als liebender Vater, daß es noch zu früh war seinen Sohn Fiete zu wecken, der war ja erst spät in den frühen Morgenstunden aus einem Dance Floor Schuppen nach Hause gekommen. „So ein Mist“, weiter fluchend drehte Edgar aus der Küche ab, zog im Flur seine Jacke an, schnappte sich sein Fahrrad und radelte zum Kaufmann los. Unterwegs fuhr seine Frau fast an Ihm vorbei, Sie stoppte am Seitenstreifen, „Na Schätzelein, wohin des Weges ?“, „Müllbeutel kaufen, ich hätte Dich angerufen, aber Deine Handy…, äh… ist eine lange Geschichte, bin gleich wieder da“, stoppte Edgar seine Erklärungsversuche, mit einem kurzem Pedaltritt war Edgar auch wieder auf dem Fahrradweg, beinahe hätte er sich verplappert und vom kaputten Handy erzählt. Angekommen im Geschäft, mit schnellen Schritten, hastete Glossi auf die Ecke mit den Haushaltswaren zu. „Welche Größe brauche ich eigentlich? schnell mal zu Hause anrufen…,Mist das Ding ist ja kaputt, na 20 Liter Beutel werden reichen“, damit schnappte er sich die Ware, bezahlte. Zu Hause angekommen, machte Edgar den Hausmülleimer fertig und begab sich in sein Bürozimmer. Er durch suchte das Internet, fand kein passendes Handyangebot. Entweder die Angebote waren zu teuer oder die neuen Verträge, samt monatlichen Beitrag, sagten Ihm nicht zu.

Kurz vor Mittag stand Fiete auf, am Büro vorbei gehend, sah er seinen Vater am Rechner sitzen und vor sich her brummen. Das war nie gut, wenn sich Glossi Senior verkroch. Edgar hatte seinen Sohn gehört und Ihn mit „Schon wach“ fixiert, also ging Fiete mit einem direkten „Moin“ in die Höhle des Löwen, „was machst Du da Papa?“ „Nichts, mache ich“, erklang es von Edgar, „ich versuche nur…“, dabei wurde seine Stimme immer leiser, „ein neues Handy zu kaufen…“ „Ah, ich bekomme ein neues Handy ? Danke Papa“, klang es mit fröhlicher Stimme von Fiete, „soll ich beim aussuchen helfen?“. Der Blick von Edgar verfinsterte sich. Was hatte er nicht alles schon von seinem Sohn an alten mobilen Telefonen zurück bekommen. In regelmäßigen Abständen, wenn Edgar’s Telefonverträge erneuert wurden, bekam sein Sohnemann ein neues Handy. Dafür erbte er dann die ausgelutschten mobilen Teile, die fast vollkommen funktionierten und manchmal sogar noch mal 2 Jahre durch hielten. „Nein diesmal hole ich mir was neuwertiges mein Sohn“, antwortete Edgar, „Dein letztes Händi hatte Spiderglas und Unterbrechungen, sein Sohn grinste frech wissend, „ich will endlich ein zuverlässiges Teil haben“. Fiete versuchte seine große Rhetorik Überredungskünste der feinen Art bei seinem Vater zu starten. Papa, schau mal…ich könnte mir vorstellen, daß das genau das richtige ist…, bevor der Vater antworten konnte, unterbrach Mona Lisa Ruf, „Essen ist fertig“, aus der Küche kommend, dieses geheime Verkaufsgespräch unter den Glossi Männern.

Beim Mittagessen fühlte Mona Lisa gleich, wie der Duft des süßen Geheimnisses sich zu Ihnen an den Tisch gesetzt hatte. Mit Na, schmeckt es?“, lockte Mona Ihre schweigenden Tischnachbarn aus der Reserve. „Was ist mit dem Handy ?“, „Nichts, meins ist heile“, kommentierte Fiete ohne weiter nach zu denken, „Ich meinte Deinen Papa“, setzte Mona Lisa nach. „Ja, alles in Ordnung, denke ich“, antwortete Edgar, um mit gezielter Redekunst eines Vorschlaghammers auf den Punkt zu kommen, „…ich glaube, es ist endgültig kaputt, ich brauche ein neues und diesmal eins das von Anfang an heile ist“, dabei sah Edgar seinen Sohn an. „Ich kann Dir mein altes geben, das ist so gut wie neu Papa“, klang es halbherzig überrascht von Fiete. Nun wußte Mona Bescheid, gleichzeitig stellte Sie sich die Frage, in wie weit Sie die beiden Glossi’s noch greteln könnte, bevor Sie sich überzeugen ließ. Einen Moment wollte Sie sich noch gängeln lassen, um dann theatralisch bejahend in einen Neukauf eines Handy’s einzuwilligen. „Ach, lade Dein Handy noch mal richtig auf Edgar, dann klappt es wieder“, Ihre überzeugend gut gespielte Antwort kam bei Ihren Ehemann nicht gerade balsamierend an. Nun lag es an Edgar, sollte er seiner geliebten Frau weiter reinen Wein einschenken oder besser klein beigeben. „Naja, ein Handy wäre schon schön gewesen, bald läuft ja mein Vertrag aus und dann….“, Mona rechnete nach, das Vertragsende wäre erst in einem Jahr erreicht, so lange könnte Ihr Ehemann nicht ohne mobiles Schnickschnack aushalten. Mit erlösenden Worten „Na gut, dann kaufe Dir ein Handy“, schaute Sie Ihren Göttergaten an. Egdar zwinkerte seine Frau zu, wollte sofort aufstehen um seine Suche fortzusetzen, „Nicht so schnell Männe, erst kommt noch der Nachtisch“, kommandierte Mona Ihren Mann zum Tisch zurück, „danach wird Dir Fiete bei der Handysuche helfen“.

Nachdem in der Küche wieder klar Schiff war und Mona es sich im Wohnzimmer bequem gemacht hatte, suchte Sie auf ‚Ihrem‘ Rechner nach Handyangeboten, da hörte sie auf einmal vom Bürozimmer eine nach einschmeichelnde Stimme….Papa, schau mal….“

Bis zum nächsten Mal, wünsche ich ein schönes Wochenende. Es grüßt ein Exil lebender Hamburger in NRW

Erdi Gorch Fock

John Glossi, die unbekannte Schöne und das Geheimnis der Süderelbe……Teil IV

Mit Kreuzschmerzen leicht zerknittert vom gestrigen Abend wachte John auf seinem knarrenden Schlafsofa auf. Übellaunig kurbelte er die Jalousien hoch und blickte nach draußen. Sein VW Pritschenwagen vor seinem Container stehend, war im Nebel kam zu erkennen. Schlurfend schleppte er sich zum Kohleofen, gerade noch rechtzeitig konnte er die letzte Glut neu entfachen, nachdem sein Wasserkocher eine Kanne Kaffee fertig gebraut hatte, wurde es langsam behaglicher im Container. Sein Handy zeigte 09:45 Uhr an, Ihm fiel der Termin ein, gerade noch rechtzeitig war er in seinem Bad, das eher an eine Nasszelle glich, fertig geworden. Zum Zähne putzen reiche es nicht mehr, da es an seiner Tür klingelte.

Good Morning Mr. Glossi, I’am Cia, oh, Entschuldigung, ich bin ja in Hamburg, do you speak english ? mein deutsch ist etwas verfroren, haben sie meine Notice bekommen ?“ Die schnell gesprochen Sätze der hübschen Lady prasselten nur so auf Glossi ein. Zu viele Informationen auf einmal, John’s Gesicht mußte erst mal aufklaren. „Halt, speak slower please, come in, nehmen Sie Platz und dann noch mal langsam von vorne“ kam es von John. Mit einer einladenden Handbewegung zeige er auf den geschäftlichen Teil seiner Räume. Eintretend und leicht verdutzt schaute sich Cia um. Der Container sah nicht sehr Vertrauen erweckend aus. War das der richtige Mann den sie suchte ? Was hatte sich Ihre Mutter nur dabei gedacht, daß sie hier her kommen sollte. Aber nun wollte sie das Beste daraus machen, kramend in einer Gucci Handtasche, fingerte sie Nationali Filtro hervor, sie verschluckte sich beim ersten Zug an der Zigarette, räusperte sich „Mister Glossi, ich habe hier eine Zahlenkombination mit der ich nichts anfangen kann“, damit reichte sie John einen Zettel. Es standen die Koordinaten 52°15’20.0″N 6°20’04.0″W darauf, „Segeln Sie Frau …“ weiter kam Glossi nicht, denn mit einem schnellen „Nennen Sie mich Cia“ unterbrach sie Ihn. Ein klingeln störte die aufkommende Konversation. Hastig griff Cia in Ihrer Tasche zog Ihr Smartphone heraus, begann übergangslos das Telefonat zu führen.„Momento, …Si,…non capisco…Mom, wait a moment, i can explain you ….“ John wollte bei diesem Gespräch nicht stören, er trat vor die Tür, ebenfalls zückte er sein Handy und wählte die Nummer von Walter an, dabei bemerkte er einen kleinen roten italienischen Flitzer, der parkend an seinem Container stand. Mit einem „Oh was haben wir denn hier schönes“, steuerte Glossi langsam neugierig auf den mit Verdeck zugeklappten Alfa Romeo Spider zu. Da Walter Janz nicht zu erreichen war, beende er die Verbindung, Dank seiner geschulten Beobachtungsgabe filterte er alle Details aus dem Wagen inneren heraus, die von außen stehend durch die verdunkelten Autofenster zu sehen waren. John schätzte den Wagen auf 75.000 €, ein unbekanntes Kennzeichen aus Italien mit den Initialen CT, im Innenraum befand sich eine halb offene Sporttasche mit Schwimmflossen, ein Glasflacon von Bronnley ‚Sweet Pea‘ und ein Flugticket der Air Lingus waren gut zu erkennen, „Hier ist nichts stimmig, di Deern da drinnen spielt falsch“, bemerkte er zu sich selber. Cia öffnete seine Containertür. „Excuse me, my Mom kommt gleich…“ wieder konnte Sie Ihren Satz nicht beenden, da in diesem Moment ein Taxi in die Sackstraße einfuhr und direkt mit der Beifahrerseite vor John’s Füßen hielt. Nickend begrüßte Glossi Sven Matke, einen Aushilfstaxifahrer, der sich mit kleinen Einsätzen seine Pension aufbesserte. – in Finkenwerder kennt jeder jeden, hierzu meine Geschichte – https://erdigorchfock.com/2015/08/16/cher-und-die-verschwundenen-mini-lenkraeder-teil-iii/ – Hilfsbereit öffnete John die Beifahrertür, ein wohl vertrauter Duft von Chanel kam Ihm entgegen. „Grazie, mein Name ist Luana Branduardi, meine Tochter Kiara haben sie schon kennen gelernt ? Wissen Sie sie um was es geht ? Ah, da steht ja mein Wagen, warum hast Du nicht gewartet Kiara….?“ John mußte lächeln, ganz klar waren diese beiden Ladys miteinander verwandt. Mit einem sportlich Beinschwung stieg Luana Branduardi aus dem Sven’s Kutsche, Ihr dunkler Mantel, der breit krempige Borsalino Hut, die schwarze Sonnenbrille passten nicht wirklich ins diesige Nebelwetter auf Finkenwerder, aber ohne Zweifel diese Dame hatte Klasse. Sven riskierte noch einen abschließenden Blick auf die beiden hübschen Damen, sah dann zu John rüber, „Ich fahr dann wieder, wir sehen uns später bei Suzi“, „Allens klor, fahr vorher bei Walter vorbei, vielleicht kannst Du helfen, sage Ihm die Little John steht am Köhlfleet“ mit diesen Sätzen verabschiede sich John. Luana war schon fast am Container angekommen bevor Glossi sie wieder einholen konnte. Gemeinsam nahmen die drei Ihre Plätze drinnen am Bürotisch ein. „Na dann mal Butter bei die Fische, wieso kommen Sie in meine Detektei, gleichzeitig schenkte er seinen beiden Gästen Kaffee in die bereit gestellten Tassen ein. „Warum wir hier sind ?“, Kiara legte mit Ihren irisch – deutsch eingefärbten Wortsilben los. Sie erzählte von Fotos Ihres verstorbenen Opa Giorgio, die die beiden bei Aufräumarbeiten im Haus in Cork gefunden hatten. Während dessen legte Luana ein Fotoalbum auf den Tisch, John blätterte darin und hörte weiter zu, die Bilder zeigten seinen Vater Edgar mit Walter, ein jungen schwarz haarigen Mann, vermutlich Giorgio Branduardi, ein paar Matrosen, Fischkutter mit den Seezeichen aus HF, C und FH. Ruhig tippte John auf einzelne Bilder, „Wo sind diese Bilder aufgenommen wurden ?“ Leise flüstertend beantwortete Luana „In Catania, Sicilia auf unseren Anwesen am Simeto“, ein Lächeln huschte dabei über Ihr Gesicht. Glossi ahnte, das diese Geschichte noch etwas dauern würde, mit sicherem Griff in die Tischschublade holte er eine Flasche Doornkaat heraus und schüttete sich einen Schluck in seinen Kaffee. Luana stellte Ihre Tasse daneben und machte mit hinreißenden blinzelnden Augen klar, daß sie auch einen Hieb ab haben wollte. Kia bemerkte diese stille Charade und tippte an Ihren Kaffee Pott. Endlich wurde es interessanter, John hörte Kia genau zu und erfuhr, das Luana in Cork irische Geschichte und Mythen studiert hatte, daß diese schulische Familientradition mit Kia in Cork fortgesetzt wurde, wo als erstes, nach seiner Zeit als Bauschlosser in Hamburg, Giorgio seine Ausbildung zum Schiffsingenieur absolviert hatte. Das Anwesen auf Sizilien war der allgemeine Sommerwohnsitz der Familie Branduardi. Nun setze Luana den Endpunkt in der Erzählung, im fast fehlerfreien deutsch fragte Sie kurz und knapp nach den Finkenwerder Caramella’s, die nach Ihrer Meinung an der Süderelbe zu finden sein. Kia übergab Ihrer Mutter die Gucci Handtasche, die nun wieder den richtigen Besitzer hatte. Eine weitere Koordinate von Luana kommend lag nun auf dem Tisch 53°31’42.4″N 9°49’40.0″E

Ich soll helfen die Finkenwerder Bontjes zu finden?“, Schluss folgerte John, „da brauche ich selbst Hilfe von…“ das Funkgerät machte sich quiekend bemerkbar: „John bist Du da, geh ran“, Glossi erkannte die Stimme von Sven Matke, „Hier Rüschi eins hört, was ist los ?“ meldete sich John. „Walter ist nicht mehr, komm sofort an die Süderelbe“ antwortete Sven mit ruhiger fester Stimme, die Verbindung brach ab.

Das war ein Schock für John, er drehte sich um und sah Kia und Luana lange an. „Ich nehme Euren Auftrag an, wenn Ihr es noch möchtet, es kann schwierig und rau werden meine Seuten. Nichts für zart besaitete Geschöpfte, ich weiß auch nicht was ich heraus finden werde. Ich kann verstehen, wenn Ihr nicht weiter machen möchtet, eins vorab, Spesen und Getränke gehen extra“ machte John seinen Standpunkt klar. „Wir sind bis zum Ende dabei, ist das claro amico ?stellte Luana fordernd fest. John nickte, der neue Auftrag von John Glossi / Branduardi wurde mit einem Handschlag besiegelt. Gemeinsam mit Pritschenwagen und Alfa machten sie sich auf den Weg Richtung Süderelbe. An der Westerweide wurde Glossi und seine Begleitung an der errichteten Polizeisperre durch gelassen. John parkte auf Walter’s Grundstück. Ein nasser durchdringender Wind zog Elbe einwärts herauf…… Fortsetzung folgt…..

Wie es weitergeht ? Zum Zeitvertreib etwas von meinem Kanal…

Bis zum nächsten Mal, wünsche ich schöne Feiertage. Es grüßt ein Exil lebender Hamburger in NRW

Erdi Gorch Fock

 

John Glossi, die unbekannte Schöne und das Geheimnis der Süderelbe……Teil III

Ein herrlicher Sommertag an der Süderelbe, so um 1961 stand in Adi Balbers Haus eine Gartenparty an. So was war immer eine gelungene Abwechslung in Finkenwerder, mit befreundeten Werftbesitzern wie Arne Olker und Carsten Külln herum sitzen, beide gleichzeitig auch direkte Konkurrenten von Balbers, dazu noch Nachbarn, ortsansässige Zulieferer einladen, mal die Sorgen und die harte Arbeit ruhen zu lassen. Adi legte viel Wert auf intakte geschäftliche Beziehungen, ein Nachmittag mit „dale apen in sien lütten Huus“ war angesagt. Macher und Arbeiter saßen gemeinsam unter einem Dach, ein bunter Haufen von Leuten aus Altenwerder, Finkenwerder, keiner blieb vor der Tür stehen. Selbst Paul Siter von der Este kam aus Neuenfelde mit seiner Truppe vorbei um zu feiern. Im Verlaufe des abends erschien mit Jan Friede, leicht verspätet der letzte Werftbesitzer aus dem Süderelbe Raum.

Er hatte einen speziellen Gast aus Fuhlsbüttel abgeholt. Fiete Buschmann war mit seinem neuartigen Schiffsantrieb viel unterwegs. Fiete freute sich auf diese einmalige Gelegenheit, seinen Podantrieb vorzustellen. Der gesamte Schiffsbau in Norddeutschland befand sich im Umbruch, es wurden immer mehr Stahlschiffe gebaut und diese Entwicklung machte auch nicht vor den heimischen Fischkuttern in Finkenwerder halt. Die anwesenden Werftbetreiber verzogen sich, anführt von Adi, in die gute Stube, lauschten gespannt dem Vortrag von Fiete. Schnell erkannte Jan Friede und Carsten Külln die Möglichkeiten, die sich den kleinen Werften boten. So neigte sich ein interessanter Abend dem Ende zu, klönend wurden noch etliche Bierchen getrunken, jeder freute sich auf gemeinsame gute Geschäfte.

Die letzten Gäste verabschiedeten sich mit einem Hol jo stief , winkten den feinen Herren zu und sahen, wie Adi, Paul und Jan Skat spielten. „De grandessigen Dassels woren begäng an grooten Disch“. An diesem Abend wurden „in kleinen Gruppen“ die Anteile am gemeinsamen Projekt ‚Schleppdampfer mit Podantrieb‘ an der Süderelbe ausgespielt. Paul hatte Glück und gewann das Recht den Schlepper in Neuenfelde zu bauen, Adi ramschte sich die Anteile für den Einbau des Motors zusammen. Am frühen Morgen stand Jan als Verlierer fest, nun hatte er für die Forschung und Fertigstellung zu sorgen. Die anderen Moker’s bekamen wichtige Nebenarbeiten ab. Die kommenden Zeiten zeigten, wie es mit der HF Fischkutter Fangflotte weiter gehen sollte. Arne Olker brachte Fiete Buschmann wieder zum Flughafen. Wenn alles nach Plan verlief, würden sie sich alle wieder im Sommer 1962 zum Stapellauf des ersten Schiffes wiedersehen.

Ein paar Tage später schritten Edgar Glossi und Walter Janz die Uferböschungen an der Süderelbe ab. Mit ein paar Holzstäben prüfen sie wie tief die Elbe an den verschieden Uferstellen war. Von den Reusen am Storchennest bis zur Ausfahrt in den Hauptarm der Elbe waren auf knapp 400 Metern drei Werften verteilt. Am Ende der Süderelbe ankommen trafen sie auf Giorgio Branduardi, der sich mit Besenstiel und krumm gebogenen Nagel bewaffnet daran versuchte sich sein Mittagsessen zu angeln. „Buongiorno mi amici“, kam es von Giorgio, „Wat hett he seggt?“ kam es von Walter rüber, Salve mio amico“ kam es von Edgar heraus. „Na dann man to“, erwiderte Walter ohne weiter auf die Kommentare der beiden einzugehen. Man kannte sich schon eine Weile und neckte sich gerne. Branduardi hatte in den frühen Morgenstunden die Slipanlage samt Gelände von Arne Olker neu vermessen.

Er berichte seinen Freunden, daß noch viel Arbeit auf sie zu kommen würde, bis die Bautenzüge an den Seilanlagen zum heben und senken in der Länge an das Gewicht der Stahlschiffe abgestimmt waren. „Die Helling ist nicht das Problem, der Helgenbock, der Holzschlitten, die Rampen müssten verlängert und die Unterbahnen alle verstärkt werden. Wie sieht es mit der Böschung aus ?“ Neugierig schaute Giorgio in die Runde. „Allens klor“, machte sich Walter Luft, „die ganze Uferseite muß mit Stahlträgern geflechtet werden, dagegen war der Bau der Abdeichung des Ijsselmeer ein Klacks, würde mein alter Herr sagen“. In diesem Moment schwammen einzelne Holzlatten an Ihnen vorbei. Walter kam aus dem schmunzeln nicht mehr heraus, hatte Edgar doch behauptet, das die tatsächliche Versandung der Süderelbe nur ein Gerücht sei und ein paar eingerammte Stahlhaken im Uferboden ausreichen würden um sicher die Stahlschiffe ins Wasser zu lassen. „Ich muß mal darüber nach denken“, meldete sich Giorgio wieder zu Wort: „Wie wäre es, wenn wir die Unterbahnen länger ins Wasser lassen und mit flut baren Containern justieren?“ „Meinst Du mit Pallen ? Wie im Trockendock 17 ?“ mischte sich Egdar ein: „Das klingt genauso banal wie der hohle Balkenkiel bei den Dampfern, womit wir unsere Bontjes transportieren. Wir müssen uns mit den anderen aus Fanø und Rosslare unterhalten, damit wir die Zeichen passend haben. Hoffentlich klappt es und wir bauen wieder Typen gleiche Fischkutter“, resümierte Walter.

Heute wollte kein Fisch mehr anbeißen, man trennte sich und informierte seine Auftraggeber. Hoffentlich fiel Jan Friede was zu den ersten Antriebszeichnungen von Fiete Buschmann ein, was noch wichtiger war, wo sollte man nun die Diamanten platzieren ?

                                        Bis der nächste Teil kommt, etwas Spaß von meinem Kanal

Bis zum nächsten Mal, wünsche ich einen schönen Sonntag. Es grüßt ein Exil lebender Hamburger in NRW

Erdi Gorch Fock

 

John Glossi, die unbekannte Schöne und das Geheimnis der Süderelbe……Teil II

Hoffentlich kann der lütte John meine Schrift lesen“, mit achter sinnigen Gedanken und durchwachsenen Gefühlen machte sich Walter wieder zum Süderdeich auf, ein gutes Stück durch einen diesigen Novemberabend, der es heute in sich hatte. Elbe abwärts des angelegten Rüschparks nahm der aufkommende Nebel das ganze Gebiet bis zum Neßdeich in seinem Besitz. Um jede spärlich aufgestellte Straßenlaterne bildete sich ein glasiges Milchauge. Motorgeräusche waren auf der Straße zu hören, langsam fahrend kam ein Auto näher. Für einen kurzen Moment blickte Walter auf den vorbei fahrenden Wagen, bevor dieser wieder in der dicken Nebelsuppe verschwand. Hinter her schauend versuchte Walter die Automarke heraus zu finden: Ein Mini, ein Fiat, ’ne 500’er Knutschkugel, alles nicht mein Fall.“ Ziemlich durch froren stieg er in den 150’er an der Nordmeerstraße ein, knappe 3 Minuten später erreichte der Bus die Westerweiden, noch den Weg runter zum Süderdeich: Ist een Klacks för’n Hamburger Jung“, fröhlich summte Walter vor sich. Zu Hause angekommen, konnte Ihm der smüsche Regen nichts mehr antun. Zu sich selbst sprechend: Nu hebbt wi Tied in de Komood to moelen“, holte er seine Seekiste hervor. Alte Fotos, Bauzeichnungen von Schottelschleppern, Taucherhandschuhe, Diplom der Industrie- und Handelskammer …. Tauchermeister Walter Janz…. erblickten nach Jahrzehnten langer Ruhe wieder das Tageslicht. Vergilbte Lohntüten von der Schlosserei Michel Föltz, stimmten Walter verdrießlich: Verdammte Absperrung Süderelbe, hat mich meine rechte Hand gekostet, ein Stück Zeigefinger und meine Daumenkuppe. Ick ward op ewig een Deel vun de Elv blieven“. Er hatte genug gesehen, die Erinnerung kam wieder, wo die süderelbischen Werften lagen, wie es zu seinem Unfall kam. Er arbeitete mit anderen Schlossern und Bergungstauchern an der Abdeichung der Süderelbe zwischen Neßsand und dem Müggenburger Loch. Bei der Sicherung eines Blechstücks, das am Elbegrund an einem Stahlposten fixiert werden mußte, hatte sich ein Drahtseil um seine rechte Hand verheddert. Die auf Slip gelegte Schlinge zog auf einmal blitzschnell an. Zu spät bemerkten die Kollegen was geschehen war, sie konnten die Seilwinde am Bergungsschlepper nicht mehr rechtzeitig stoppen. Auf dem Transport ins Harburger Krankenhaus am Eißendorfer Pferdeweg wachte er damals für einen Moment auf und beteuerte seinem mitfahrenden Boss das „allens verteut Michel“ ist, bevor er endgültig in Ohnmacht fiel. Er war für Monate arbeitsunfähig und konnte sich in dieser Zeit auch nichts „swatt“ dazu verdienen. Dabei standen die Werftbesitzer Schlange an seiner Tür, kaum das er zu Hause angekommen war. Arne Olker und Paul Siter, durch und durch Pfeffersäcke brauchten seine Hilfe. Wie gut das Edgar Glossi und Giorgio. die kleinen Gefallen an der Süderelbe vorbereiteten konnten, bis er wieder gesund war.

Draußen war es Stockdunkel geworden, Walter merkte nun, wie er langsam müde wurde. Nach dem aufstehen morgen, wollte er als erstes nach den  Finkenwerder Bontjes an der Süderelbe suchen. Dann mit John sprechen. Edgars Sohn kannte die Süderelbe, das jetzige Naturschutzgebiet bestens. Zu dumm das so viele Jahre seit 1962 vergangen waren. Kaum erkennbar, schaute Walter auf die Flussboje, die in seinem Garten eingebettet war. Auf der Boje stand eine Koordinate N53° 31′ 42.388″ E9° 49′ 39.99.

„Gut, wenn man weiß, wo alles angefangen hatte“, dachte sich Walter und legte sich abgespannt ins Bett.

Solange bis der nächste Teil kommt, etwas Spaß von meinem Kanal

Bis zum nächsten Mal, wünsche ich einen schönen Sonntag. Es grüßt ein Exil lebender Hamburger in NRW

Erdi Gorch Fock

John Glossi, die unbekannte Schöne und das Geheimnis der Süderelbe……

Wieder stand ein Wochenende an, missmutig schlenderte sich John zu seinem Bürocontainer. Beim öffnen der Tür stieg Ihm ein Mix von abgestandener Luft und altem Nikotin Qualm in die Nase. Er betrat sein heimeliges Zuhause, hier hatte schon lange keiner mehr sauber gemacht, seit Anfang der 80’ger hatte sich nicht mehr viel geändert. Transistorradio und Röhrenfernseher machten es etwas behaglicher in diesen quadratischen Räumen. Sein alter Kühlschrank, seine Funkanlage hatten schon besser Zeiten gesehen. Seine Detektei lag an einem Seitenarm der Elbe, in einer Sackstraße des Rüschkanals. Der Blick rüber nach Teufelsbrück konnte Ihm keiner nehmen. Dafür mußte er bei Hochwasser nur aufpassen und eine Fahne hissen, wenn die Uferbefestigung drohte überspült zu werden. Seine Fahne war immer gehisst, teils war er zu faul einen Blick aus seinem Fenster zu werfen, um zu überprüfen, wie hoch das Wasser stand. Der andere Grund war mehr für seine Eigenwerbung gedacht. Alles abgeklärt mit den Ordnungsamt Finkenwerder und der Hamburger Wasserschutzpolizei. Man kannte John als einen ehrlichen und robusten Haudegen…….oh wieder mittendrin……Es war einmal…….

ein Freitag, der Jolly Roger wehte leicht zerfetzt vom Dach der alten Detektei John Glossi runter. Eine leichte Brise drückte die Elbe in den Kanal hinein. John ließ seinen Blick über dem Rüschi streifen. Die nasskalte feuchte Luft legte sich auf seine alte Lederjacke nieder. Bei so ungemütlichen Wetter half nur ein Lütt un Lütt um unbeschadet und gesund durch die anhaltende Nässe des Hamburger Schietwetters zu kommen. Sein Kühlschrank im hinteren Teil seines Kombi Büro- Schafcontainers war fast leer gefegt. Mit einem Schluck aus der letzten Buddel Dornkaat, einer Flasche Astra Bier konnte er rein medizinisch gesehen nichts gegen einem aufkommenden Schnupfen ausgerichteten. So unbewaffnet und trocken in der Kehle wollte er nicht auf dem Schlafsofa einnicken, er gab diesem heimtückischen Bakterien keine Chance. Auf direkten Absatz machte er kehrt, warf sich seine Jacke wieder über, verschloss seine quietschende Haustür und ging Richtung Cafe Bauer. Einmal den Rüschweg runter, mit Blick auf die Bushaltestelle, hier stand die nicht sehr vertrauen erweckende Spelunke. Er fühlte sich wohl hier, je nachdem wie seine Laune war konnte man in diesem Schuppen knobeln oder einen scharfen Ramsch spielen. Mit einem nickenden „Moin“ begrüße er die anwesenden Gäste im Lokal. John setze sich an seinem üblichen Platz in der Ecke am Tresen. Wortlos schob Ihm die Bedienung Susi einen Doornkaat und einen halben Astra rüber. Sie kannten sich schon aus Kindertagen, waren zusammen zu Schule gegangen. Nach einem richtigen Zug aus der großen Astra Flasche lächelte er Susi an. Sie kam näher und gesellte sich gegenüber der Theke zu Ihren Freund Glossi. „Na min Deern, allens klor ?“ fing John die vertraut klingende Kommunikation an. „Wart mol min Schieter, ick mut noch de 3 Sehleute beschicken“, sie stand auf, brachte Ihre V-Takelage in Ordnung und servierte den drei auswärtigen Quitschern noch eine Runde Bier. Gekonnt schlängelte Sie sich wieder zu John. An diesem Abend war nicht viel los, nun bekam Glossi einen herzhaften seuten aufgedrückt und Susi setzte die Unterhaltung fort. „Der alte Walter war hier“ „Finger Walter“, unterbrach John Susi, „Ja Finger Walter, laß mich mal weiter erzählen. Also, Walter fragte nach Dir, wollte wissen, ob Du noch den alten umgebauten Schlepper vom Deinem Vater Edgar hast.“ „Hmmh“, brummte John ohne seine Herzdame zu unterbrechen, „Du solltest Ihn mal anrufen“Das war es ?“ fragte John nach, Susi quittierte es Kopf nickend und stellte Ihm ein neues Gedeck hin. Was wollte Walter von John, grübelnd kamen Ihm einzelne erlebte Erinnerungen hoch, von ehemaligen Zeiten, als die Rüschsiedlung noch stand, vom Rüschi, der Süderelbe, als er mit Andreas, Walters Sohn, gemeinsam angelte. Man war das lange her, sein Vater Edgar hatte Walter damals 1962 kennen gelernt, sie arbeiten gemeinsam in einer kleiner Schlosserei, an der Eindeichung der Süderelbe. Nach der Sturmflut wurde der Elbearm dicht gemacht. Nun konnte man nur noch über den Köhlbrand den südlichen Teil von Finkenwerder erreichen. Komisch was wollte Walter nur? Nach ein paar weiteren Gedecken fühlte sich John medizinisch gesehen gut gerüstet gegen Wetter, Kälte und Schnupfen. Bevor er sich verabschiede, nahm er sich von Suzi noch ein paar Flaschen mit, dann ging es gemütlich nach Hause. Aufkommender Nebel entlang des Rüschkanals begleiten Johns Gedanken. Vereinzelt hörte er Schiffsmotoren tuckern, die kleinen Jollen und Boote lagen ruhig im Wasser. Glossi sah noch mal in seinen Briefkasten, ein paar Prospekte, Rechnungen zwei kleine Zettel, mit …… er konnte es nicht richtig erkennen. Nachdem er die Tür aufgemacht hatte, nun bei Licht sah er sich die Post genauer an. Die Rechnungen legte er auf den Tisch, die Reklame legte er an den betagten Kohleofen, seine ganze Aufmerksamkeit schenkte er den beiden Zetteln. Auf einem erkannte er die Schrift, leicht verwackelt, da es als Rechtshänder mit der linken Hand geschrieben und von Walter stammte, seine Bitte nach Rückruf und seine Handynummer standen darauf. Der zweite Zettel war fließend, in schnörkelige Schrift verfasst, ein leichter Hauch von Chanel Nr.5 streifte seinen Geruchssinn. „Herr Glossi, ich möchte sie morgen um 10:00 Uhr gerne aufsuchen, vielleicht könnten Sie mir in einer verzwickten Lage weiterhelfen. Ciao Luana Branduardi“

John Glossi legte die Notiz neben Walter’s Zettel auf seinen Schreibtisch, wer war Luana Branduardi ? und wie konnte er Ihr helfen ?

Solange bis der nächste Teil kommt, etwas Spaß von meinem Kanal

Erdi Gorch Fock

Bis zum nächsten Mal, wünsche ich einen schönen Start in die Woche. Es grüßt ein Exil lebender Hamburger in NRW

Erdi Gorch Fock