John Glossi auf den Spuren des Walpurgisnacht Mörders Teil III

Eine Spur in nichts

Nachdem sich alle im Cafe Bauer angeregt bis zum ersten Sonnenstrahl unterhalten hatten, war es Zeit langsam in die Koje zu verschwinden. Bubi kam wie gerufen, etwas erstaunt schaute er in die illustrate Runde am Stammtisch. Alex kam mit frischen Kaffee aus der Küche, „Na min Seuten, wat hebb wi denn hier in de Stuuv?“, dabei schnappte sich Bubi die ersten Hocker und stellte sie beiseite. „We sünd man nich duun, nu beten dösig“, machte Alex Bubi klar, „un John wüll mit di allens püükfein moken“. Bubi nahm es Kopf nickend zu Kenntnis, sperrte die Schankraumtür und die Fenster weit auf, eine leichte frische Luftbrise nahm es im ungleichen Kampf mit dem zähflüssigen nach draußen strömenden Rauchschwaden auf, schleppend löste sich der Dunst der vergangen Nacht in der Gaststätte. Ein paar Minuten später kamen John und Malte vom Bäcker, der Duft von Rundstücken verfehlte nicht seine Wirkung. Allmählich im Schneckentempo gaben Luana und Cia erste Lebenszeichen von sich, von Ihrem provisorisch eingerichteten Schlafbank räkelnd, „Che cosa una notte“, wurde Luana am kreisrunden Tisch langsam wach, „I agree with you, Mama, wo ist Malte Mouse?“, Ciara tastete nach einer vollen Tasse Kaffee, die Alex mit dem nun gemachten Teller Brötchen vor Ihr hin gestellt hatte. Ein lautes Hupen erklang vom Eingang des Lokals. „Oh man Michel, he weer so sprüüttenduun, das wir Ihn in John’s alten Lieferwagen gelegt haben“, damit verschwand Malte, er wollte Michel Föltz aus dem Wagen helfen. „Bubi kannst Du Dir vorstellen, der Michel hat so laut geschnarcht, daß wir uns nicht mehr unterhalten konnten“, versuchte Alex zu erklären. Essa è stata autodifesa“, machte Luana Bubi klar, „Ho appena significa…es war Notwehr, mein Lieber, sonst hätte es hier noch eine…also wurde Opa umgebettet“, mit den Fingern umfasste Sie Ihren Hals und deutete an zu zu drücken. Bubi konnte sich ein Lächeln nicht verkneifen, kannte er doch das Temperament der Comtessa, Luana würde nie einem Freund was antun und Opa Föltz schon gar nicht.

Nach dem Frühstück brachte Malte Michel, Luana und Cia zum Rüschkanal. Der alte Föltz verzog sich gleich in seine Werkstatt, er wollte sich verschiedene Metalle anschauen, um heraus zu finden welche Werkzeuge eine flach zulaufende Schneide hätten. Luana und Cia gingen die letzten Meter zu Ihrem Wohncontainer, der gleich neben John Kombicontainer stand. Bevor die Gräfin Ihre Ruhe genießen konnte, wandte Sie sich zu Ihrer Tochter, „Cia fahre nachher noch mal bei Alex vorbei, ich habe vergessen mich beim Turnier an zu melden, hast Du die Telefonnummer von Iris Fischer?“. „Si Mom“, Cia schrieb die gewünschte Nummer auf einen Zettel, „…liegt auf dem Nachtisch Mom, Ich mache mich fertig und fahre noch ein wenig mit Malte zum schwimmen an die Süderelbe“. Luana nickte aus dem kleinen Badezimmer, verabschiedete sich mit „la amore“, von Ihrer davon eilenden Tochter. Alex verzog sich in die oberen Räume des Lokals, mit den letzten Gedanken an Ihr bevor stehenden Dartturnier am ersten Mai schlief Sie fest ein. Während dessen konnten sich John und Bubi Ihr Tageswerk vollbringen, den Augenblick nutzend, frage John: „Na Bubi, hast Du was raus gefunden?“. „Tja an der lütten ist was dran, Selina Loren paßt nicht wirklich ins Ordnungsamt Finkenwerder John, viel zu hübsch“, dabei zeichnete er zur Untermalung mit seinen Händen die körperlichen Ausmaße der besagten Person in die Luft,“…jedenfalls haben wir die Genehmigung unsere Veranstaltung zu machen“, Bubi schaute zur aufgehende Schanktür. Malte und Cia betraten die Gaststätte, melden sich für das Dart Tunier an. „Was ist mit Luana?“, wollte Bubi von den jungen Turteltauben wissen. „Ach ja natürlich, habe ich fast forgotten“, mit unschuldigem Blick, versuchte Cia die Situation zu retten, „Also wie viele Personen insgesamt kommen heute Abend, my Lady in Black“, Bubi konnte sich diese Anspielung nicht verkneifen, da Ciara umwerfend im Taucherjacke und Bikini aussah und Sie damit beschäftigt war die richtigen Worte zu finden. „Äh , yes once Malte, ich, Mom, my dear grand friend John und…“, weiter kam Sie nicht, da Michael Föltz durch die Tür eintrat und mit einem lauten, „Stammdisch för uus allen un de Comtessa betolt, fertig Cia, so mogt wi dat“, die Bestellung beendete. Ciara nickte, dabei bemerkte Sie die kleine Tüte die Michel Föltz bei sich hatte. Ohne sich zu erklären, legte Michel den kleinen Jutesack auf die Theke. „So un nu futsch mit jau“, machte Opa Michael Malte klar. „Komm Cia, lasse die Herren alleine, wenn es wichtig ist, wir sind an der Süderelfe zu erreichen“, dabei zog Malte Cia hinaus zum Ausgang, „Süderelv hett dat, Du Dünnschieter“, schmunzelte John, „Also, wo waren wir Bubi“, dabei tippte er auf seine Kaffee Tasse, Michel verstand diese Geste und bestellte sich bei Bubi auch einen Kaffee mit Schuss.

Nach einem kräftigen Schluck aus der Kaffee Tasse erzählte Bubi, wie er im städtischen Kundenzentrum war. Den drei Freunden war schon klar, das es schon seit Jahren Bürgeramt Finkenwerder Kundenzentrum – Mitte – Außenstelle hieß, aus alter Angewohnheit wurde es von den einheimischen Insulanern immer noch Ortsamt genannt. Ebenso verhielt es sich mit der ‚olen Wach‘, die nun Polizeidirektion-Süd-Außenstelle war. Durch die bevorstehenden technischen Arbeiten 02.05.2016 am Steendiek mußte Bubi warten, bis Selina Loren Zeit für Ihn hatte. „Wie ich schon sagte, eine sehr attraktive Frau, Sie führte mich gleich in das erste rechte Zimmer im Erdgeschoss, wo schon meine Genehmigung für unseren Tanz in den Mai ausgefüllt war. Ich glaube die Loren ist Französin, aus dem Radio habe ich so was wie Salü gehört“. „Du hest rechterhand seggt?“, warf Michel ein, nach einen strengen Blick von Glossi verstummte der alte Föltz. John hatte genug gehört, er konnte sich einem Reim machen, „…und hoffentlich hast Du diese Loren eingeladen Bubi“, damit bedankte sich John bei Bubi. Der Wirt freute sich, daß er seinem Freund helfen konnte, „Ja, habe ich gemacht, ich brauchte Ihr gar nicht zu erklären, wo unsere Gaststätte ist….“, Bubi schenkte noch einen Kaffee ein. Endlich konnte Michel seine Tüte aufmachen, zum Vorschein kamen verschiedene Werkzeuge und Messer, John holte aus Jackentasche den Bruchteil seines Metallstück heraus, wie von Geisterhand gelenkt, fühlte er innerlich nach seiner Milz, der Stich war für Ihn nach fast 2 Jahren immer noch deutlich zu spüren. Geistesabwesend hörte er Michel zu, wie er versuchte die einzelnen mitgebrachten Metalle in Zusammenhang mit John’s Bruchstück im Einklang zu bringen. „…ich tippe mal auf ein Biegemesser, würde auch zu den Birken passen, die bei den zwei Vorfällen gefunden wurden“, damit endete der kleine Vortrag von Föltz. Verwundert schaute John auf Michel, „Wie Du kannst Hochdeutsch sprechen Opa Michel?, Danke Michel, was mich stört, ich erkenne kein gemeinsames Motiv für diese Taten und warum wurde die Angestellte vom Ortsamt am Steendiekkanal ermordet?. Wie passt das alles zusammen?. Ich brauche eine Mütze voll Schlaf“. Damit nahm er sein metallenes Stück, steckte es zurück in seine Jacke. Mit einer seiner typischen Abschiedsgrüße „Bis nachher Ihr Säcke“, verließ er den Gastraum und machte sich auf zum Rüschi…

Solange bis der nächste Teil kommt, etwas Spaß von meinem Kanal

Bis zum nächsten Mal, wünsche ich eine schönen Sonntag. Es grüßt ein Exil lebender Hamburger in NRW

Erdi Gorch Fock

John Glossi auf den Spuren des Walpurgisnacht Mörders…

Eine schlaflose Nacht

John drehte sich zum gefühlten tausendsten Male auf seinen Schlafsofa um. Er bekam wieder kein Auge zu. Etwas rumorte in Ihm. Aus seiner Luke auf den Rüschkanal blickend, schlugen die ruhig herein kommenden rhythmischen Flusswellen sanft an die Böschung. Von der Elbe Hauptfahrrinne drangen zu Ihm leichte Sirenen Signale rüber. Fingernd im Halbdunkeln nach einer Zigarette suchend, tief inhalierend drang der Stoff des Nikotin in seinem Körper. Die ausgeatmeten Rauchschwaden verteilten sich bizarr im seinem Wohnwagencontainer. Die Mitternachtsstunde war gerade vorüber, als John sein Nachtlicht anknipste. Die altertümliche Funzel erhellte kaum den Raum, gerade so eben konnte er sein abgestelltes Rialtoglas erkennen, am letzten Tropfen Doornkaat nippend, schwenkte er seine Füße langsam im 90 Grad Winkel aus der Koje. Die eingebauten Relaiszeiger des elektronisches Weckers versuchten langsam surrend sich auf den 29.04.2016 einzustellen… oh wieder mittendrin… Es war einmal…

Ausschnitt aus Mopo: In der Nacht zum 30. April 2014 fand eine Polizeistreife den Privatdetektiv John Glossi an einem Elbeseitenkanal. Die schwer verletzte Person hatte sich bei aufkommender Flut am Kanalende in einer mechanischen Sperranlage in treibenden Birkenäste verheddert. Für sachdienliche Hinweise, die zur Aufklärung des Hergangs führen, wurde eine Belohnung von 1000 €, seitens der Familie ausgesprochen. In diesem Zusammenhang sucht die Polizei nach einer weiblichen Person, die sich schnell vom Tatort entfernte.

John Glossi steckte den Zeitausschnitt wieder in seine betagte Schublade. Mit leichten Druck verschloß sich die knarrende Lade des Bürotisches wieder. Mit dem letzten Schluck aus der leeren Doornkaat Flasche, dessen Flüssigkeit sich wärmend in seinem Körper verteilte, zog er sich an und machte sich zur ersten Stunde des Tages auf zu Cafe Bauer. Alex, die Wirtin, begrüße Ihn vom Tresen aus nickend. Sie drehte sich zum Bildschirm Ihres Rechners, suchte ein paar Musiktitel aus ihren laufenden Programm zusammen. Ein paar Minuten später ertönte Faithless. Nun fühlte er sich fast wie zu Hause, mit einem breiten Grinsen schmunzelnd nickte John Alex zurück. Die Takte des Techno Liedes passten genau zu seiner Stimmung, Geistes abwesend vernahm er erst beim zweiten Mal Alex’s Frage: „Na kannste nicht schlafen?, Du solltest mal morgen bei Bubi vorbei schauen, der hat was für Dich“, John überlegte einen Moment, „Ja, mache ich, löst Dein Mann Dich ab, dann werde ich gleich hier bleiben, wollte John wissen. Mit Ihrem Dart Pfeilen bewaffnet, wanderte Sie auf die Dartecke zu: „Kein Problem, wenn Du sowieso nicht schläfst, könnt Ihr beiden ja gemeinsam das Lokal sauber machen“, darauf hin traf Ihre erste Pfeilspitze die Trippel ’20‘, zu spät bemerkte Sie, daß Malte hinter Ihr stand, der mit fester Stimme: „Der Verlierer zahlt Papa sein Gedeck“, Alex zum Spiel heraus forderte. Verdutzt schaute sich Glossi Senior um. „Was machst Du denn hier?, Wieso bist Du nicht bei Opa am Niederrhein?“, dabei drückte John zur Begrüßung seinen Sohn ganz feste an sich. „Alles, na wie sagst Du immer…sottche“. „Sutje min Jung“, dabei setzte Alex’s zur Umarmung an, Malte Glossi bekam unzählige Schmatzer: „Du solltest Plattdeutsch lernen, min seuten Schieter“, damit löste Alex Ihren Klammergriff. „No, egli deve imparrare la lingua italiana, il mio cara Alex. John schaute in die türkisfarbene Augen seiner Freundin Luana, die sich so resolut in die Unterhaltung einmischte. Che cosa stai facendo qui?“, erfreute sich John, doch bevor Luana Branduardi darauf antworten konnte, erklang es aus Richtung Küche des Lokals. “I want tanzen in Mai mit my Freund Malte“, die Stimme von Ciara, die gerade damit beschäftigt war eine Kiste Dom Perignon zu öffnen. Die Lokaltüre öffnete sich und Michael Föltz spazierte herein, ohne zu fragen, drehte er das hängende Türschild um. „So wi hebbt afschotten, bring mi man een Köm und Beer Cia, un dann wullt ick von di Branduardi’s volle Breitseite seute op min achtern hebben.“ Alex mußte so herzhaft über Opa Michael lachen, daß sie nicht bemerkte, wie Malte mit seinem ersten Pfeil auch die dreifache ’20‘ der Dartscheibe traf. „Na, dann machen wir geschlossene Gesellschaft, Michael, nun möchte ich auch wissen, warum Ihr alle hier seit und Malte Du bist gleich dran, wenn Du so weiter wirfst“, der letzte Pfeil von Alex traf das Bulls Eye.

Als alle gemütlich rund um dem Tresen saßen, erzählte Cia von der Idee Ihre Mutter, den Walpurgisnacht Mörder zu fassen, nun da John wieder wohl auf war.

Eine Bestandsaufnahme der Anwesenden führte die wichtigsten Ereignisse der letzten zwei Jahre zusammen. Am 30.04.2014 hatte ein unbekannter Täter Iris Peters am Rüschkanal fast erschlagen, wäre John nicht vorbei gekommen um Ihr zu helfen, dabei wurde Glossi durch Messerstiche schwer verletzt. Der Täter floh unerkannt, mit letzter Kraft konnte John noch einen Anruf absetzen, Iris wartete bis die Polizei eintraf und entfernte sich darauf flucht artig vom Tatort. In der durchgeführten Notoperation im Harburger Krankenhaus, entfernte das Ärzteteam eine abgebrochene Messerspitze aus John Glossi’s Milz. Die ermittelnden Beamten fanden weder Messer noch Spuren am Tatort, die einsetzende Tide macht jede Spur zu nichte. Die ablandige Elbe hatte alles fort gespült. Somit konnten nach Angaben der Polizei keine Beweise mehr gesichert werden. Es verging genau ein Jahr, als der Walpurgisnacht Mörder 2015 eine Frau am Steendiekkanal ermordete, auch diesmal führten die Ermittlungen ins leere, bis jetzt. “Morgen ist es wieder soweit, der Tanz in den Mai steht an, sinnierte John. Wo ist das Messer geblieben?“, eine nicht enden wollende Stille erfüllte den Raum…

Fortsetzung geplant….

Solange bis der nächste Teil kommt, etwas Spaß von meinem Kanal

Bis zum nächsten Mal, wünsche ich einen schönen ersten Mai. Es grüßt ein Exil lebender Hamburger in NRW

Erdi Gorch Fock

Cher und die verschwundenen MINI Lenkräder, Teil III

————— Teil III————–

So, mit dem dritten Teil von Cher und Ihren MINI Lenkrädern, feiere ich ein kleines Jubiläum, meine 50 Kurzgeschichte. Anstatt lange zu reden, über wie es mit dem schreiben angefangen hat, starte ich in meiner „Hamburger Art“ gleich mit der Fortsetzung…. nach dem Cher und ich die Wache verlassen hatten, klopfte Sven Eddi auf die Schulter….. oh ich bin schon wieder mittendrin….. Also, es war einmal……

Das hast Du genau richtig gemacht Eddi“, sagte der Revierleiter Sven Matke von der Polizeikommissariat Harburg zu seinem Kollegen. „Ich gebe jetzt alle Unterlagen zum LKA Berliner Tor ab.“ „Du meinst wohl Winterhude“ schmunzelte Eduard Otte, in Anspielung auf das Behördenhaus, daß wie ein Dekagramm 2001 nun das neue zu Hause des Polizeipräsidiums Hamburg ist. „Jaja, klei mi am Moors“, leicht verlegen griff Sven zum Telefon, suchend nach einen persönlichen Ansprechpartner im Polizeipräsidium, blätterte er missmutig im Telefonregister. Früher wäre er schnell mal mit dem Boot Elbe 14 rüber geschippert, hätte über Heidenkampsweg das Hochhaus am Berliner Tor geentert. „Ich gebe auf, ich wähle die Polizei Hotline an, so’n schiet“ am anderen Ende klingelt es…….

„….Bettina, ganz sutje, ich bin es nur Ronald“ gab sich der Bauamtsleiter zu erkennen, er war auch sofort aus dem Saal gegangen um nach seiner schönen Mitstreiterin zu sehen. „Man mir zittern immer noch die Knie, ich habe mich richtig erschreckt, laß mich schnell noch den abweichenden Bebauungsplan von der zukünftigen Seenplatte Hemmingen raus holen“. Ein paar Minuten später waren beide wieder im Lokal. Die nun vorgestellten Pläne beruhigten fast alle Anwesenden. Am Schluß der Informationsveranstaltung holte sich Bettina Lorz den Peter Junghans zur Seite und erzählte Ihm vom einer baldigen Eröffnung eines Autohauses in Laatzen. Mit diesen noch geheimen Informationen fuhr Peter nach Hause. Angekommen bestaunte er die neuen Emaille Schilder von Gisbert Hannen & Sohn, die sein Bruder Klaus mit Gisbert an der an der Einfahrt angebracht hatten. Bei einem abschließenden Kaffee erzählte Peter den beiden die erfreulichen Nachrichten aus dem Ricklingen Gasthof. Mit einem: „Tschüss bis moin“, verabschiedete sich der fleißige Hannen und fuhr Heim nach Westerfeld.

So, was ist Dir eingefallen ?“ neugierig kam ich auf Hans zu. „Weißt Du noch wie wir uns Lenkräder vom Schrottplatz besorgt haben, um sie am Rad zu montieren?“ lachend unterbrach ich meinen Freund, „Ja klar, kann ich mich erinnern, Du hast Dein Steuerrad als Sattel befestigt und behauptet, es sei von einem einem Mercedes.“ Nur weil das Emblem fehlte, ich hatte nicht die richtigen Schrauben und Muttern damals“, versuchte Hans die alte Geschichte zu retten. Plötzlich fiel mir was ein, ich schnappte mir mein Telefon und wählte die Nummer von Cher, statt eines Klingeltones am anderen Ende der Leitung kam nur ein Tüt,Tüt.tüt……

Das Besetztzeichen wollte nicht aufhören, ich wachte auf und bemerkte, daß ich vollkommen übermüdet vom Koffer und Karton packen auf dem Sofa eingeschlafen war, ich hielt noch meinen Telefonhörer in der Hand, meinen geliebtes graues Wählscheibentelefon wollte ich gerade verstauen, als mir spät abends die Augen zu fielen. Alles nur geträumt. Es war alles in meiner Fantasie entsprungen, schmunzelnd legte ich nun das Telefon in den Karton, klebte es mit Klebeband zu. Da schellte es an meiner Türe. Ich rappelte mich auf und öffnete die Tür. Cher stand draußen mit einem Picknick Korb in der Hand. „Du hast verschlafen, heute ist Markttag, wir treffen uns gleich mit den anderen“ zwitscherte sie fröhlich drauf los. Ich zog mich schnell an, unterwegs erzählte ich von meinen merkwürdigen Traum. Es war für mich der letzte Samstag auf Finkenwerder, warum nicht mit einem Markttag beginnen. Am Zeitungsstand trafen wir den Rest meiner Freunde. Zum letzten Mal blätterte ich zwischen den Heften, vielleicht nehme ich mir einen Kojak Krimi auf der Fahrt mit zum Niederrhein. „Niederrhein ?“ flüsternd echote Manu. „Wollen mal sehen, wie lange Du es da aushältst ?“ dabei setze sie mir einen Schmatzer auf meiner Wange,Ich hab was gefunden“ kam es von Cher, „ sagtest Du nicht was vorhin von Ricklinger Seenplatte und Marion Pitsch?“ Fast hätte ich mein Kojak fallen lassen, neugierig blättere ich in dem Sachbuch……es fehlten ein paar Seiten…. „Komm laß uns ins Freibad gehen, wir können dann mal alle ins Buch schauen“, drängelte Hans. „Also, dann verstelle ich mal das Lenkrad und wir quetschen uns alle in meinen Mini“, sagte Piti. „Ich glaube, ich habe ein Dejavu“, kam es aus mir heraus. „Darum kümmere ich mich gleich“, hauchte Manu mir ins Ohr. „Mit 5 Leuten im Mini, na das kann was werden.“ lachte Cher und stieg ein…….

für alle die bei sich bei diesem Thema nicht angesprochen fühlen…mein youtube Kanal…

Bis zum nächsten Mal, wünsche ich einen schönen Sonntag. Es grüßt ein Exil lebender Hamburger in NRW

Erdi Gorch Fock

Die Hafenbahn und der Hamburger Flugzeugbau Finkenwerder, Hafengeburtstag 2015

Es ist schade, daß einiges vom Charakter einer Insel verloren geht, wenn keine Institution Verantwortung in Hege und Pflege übernimmt und es nach Jahren zum Zerfall von Brücken und Wegen kommt. Nur weil diese Zufahrten nicht mehr wirtschaftlich sind.

Der Erhalt einer kleinen Eisenbahnstrecke im Stadtteil Finkenwerder, ein Klotz am Bein ?

In einer schnelllebigen Zeit, wo alles auf Profit ausgerichtet ist, hat in der „modernen Welt“ die Romantik, die erlebte Geschichte keinen Platz mehr. Es sei denn: „ Wi köönt dormit een Batzen Boorgeld rutslaken“. Von der früheren Trassenführung der kleinen Hafenbahn (HB), die Neßkanal / Rüschkanal / Deutsche Werft / Steendiekkanal, bis zum südlichen Umschlagplatz Harburg (Maschen), ist nicht viel übrig geblieben. Dabei ist seit Kriegsende (1945) bis 1976 dieser Transportweg ein wichtiger Zubringer von Wertstoffen für den Hamburger Flugzeugbau und die Deutsche Werft gewesen. Solange die Wartungs- und Reparaturaufträge zur Aufrechterhaltung der Gleise bzw. der dazugehörenden Flurbereiche von MBB, HDW in Kooperation mit der Stadt gemacht wurden, gab es keine Probleme. Ausführende Baumaßnahmen erledigten sich schnell, von den jeweiligen Bauaufsichtsbehörden, Tiefbauämtern genehmigt, bearbeitet und so weiter. Nach Schließung der HDW wurden die Gleisanlagen, hinter der Schutzmauer, ständig zurück gebaut. Hierzu meine eigene Geschichte

https://erdigorchfock.com/2014/08/11/ruschsiedlung-finkenwerder-von-1973-1976-hamburg-meine-erinnerungen/

Es vergingen Jahre, bis sich die allein übrig gebliebene Airbus Unternehmensgruppe anschickte elegant von diesem wartungsintensiven Transportweg zu trennen. Es bestand schon lange Zeit kein Bedarf mehr die Wertgüter auf der Schiene zu transportieren. Im Laufe der Jahre (seit 1980), in den einzelnen Ausschüssen, wurden die Themen Brückensanierung und Rückbau der HB geschickt bis heute nicht angefasst. Einfach nicht besprochen, wie es weitergeht, Zuständigkeiten der Behördenabteilungen nicht genutzt. Ein Stück Geschichte mit Hafenbahn einfach vergessen. Natürlich wurde und wird ab und zu mal etwas gemacht in Finkenwerder, der Rüschpark angelegt, ein Hotel gebaut. Begehungen von den offiziellen Ämtern fanden über die Jahre nicht mehr regelmäßig statt. Im September 2014, mehr durch Zufall kam dann der Tagesordnungspunkt ‚Brückensanierung in Finkenwerder‘ im Reginonalauschuss Finkenwerder auf den Tisch.

Quelle: https://sitzungsdienst-hamburg-mitte.hamburg.de/bi/vo020.asp?VOLFDNR=1004613

Brückensanierung in Finkenwerder , 26.09.2014

Sachverhalt:

Bedingt durch die Vielzahl von Gräben gibt es in Finkenwerder ebenso eine Reihe von Holzbrücken, die die Grabenläufe queren. Im Laufe der Jahre sind die Brücken entweder durch die Witterungseinflüsse oder durch Vandalismus stark beschädigt worden. Dies gilt insbesondere für die Grünanlage im Rüschpark, wo Brückenteile als Feuerholz zweckentfremdet wurden. Aber auch die Brücke über den Finkenwerder Fleet (Gracht – östlicher Teil) ist zumindest an den Geländern stark beschädigt und zeichnet ein desolates Bild (siehe Anhang).

Ebenso beschädigt ist die Brücke am Bahndamm an der Finkenwerder Landscheide. Alles in allem sind die Brücken Teil der Wegestruktur von Finkenwerder und müssen dementsprechend gepflegt werden.

Petitum/Beschluss:

Vor diesem Hintergrund beschließt der Regionalausschuss Finkenwerder:

1. Das Bezirksamt wird aufgefordert, die oben genannten Brücken in Augenschein zu nehmen und in Abstimmung mit der Tiefbauabteilung und mit dem Management des Öffentlichen Raumes eine Bestandsaufnahme durchzuführen. Hierbei ist festzuhalten, welche Brücken eine besonders starke Beschädigung aufweisen. Diese sollten dann zeitnah einer Sanierung unterzogen werden.

Gleichzeitig ist zu ermitteln, aus welchen Titeln die Sanierung erfolgen könnte.

2. Der Regionalausschuss ist zeitnah über die Ergebnisse der Prüfung zu unterrichten.

3. Die Bezirksversammlung Hamburg-Mitte wird um Bekräftigung gebeten.“

Da stelle ich mir doch die Frage, wer soll das alles bezahlen soll ? Gibt es keine Möglichkeit den Nutznießer mit ins Boot zu nehmen ? Schließlich haben durch diese angelegten Bahntrasse Stadt und Firmen gut verdient oder ? Ein paar Monate später, kam es zu einer abschliessenden Lösungsmöglichkeit.

Ouelle: https://sitzungsdienst-hamburg-mitte.hamburg.de/bi/vo020.asp?VOLFDNR=1005820

Bezirksversammlung Hamburg-Mitte Drucksache – 21-0257.2

Betreff: Brückensanierung in Finkenwerder

Federführend: Fachamt Interner Service Beteiligt: Fachamt Management des öffentlichen Raumes

Bearbeiter/-in: Schustermann, Gerd

Regionalausschuss Finkenwerder 21.04.2015

Sachverhalt:

Der Regionalausschuss Finkenwerder hat den o.g. Antrag in seiner Sitzung am 07.10.2014 einstimmig beschlossen. Die Bezirksversammlung Hamburg-Mitte hat den Beschluss des Ausschusses in ihrer Sitzung am 30.10.2014 einstimmig bestätigt.

Das Fachamt Management des öffentlichen Raumes teilt hierzu Folgendes mit:

Die Brückengeländer im Rüschpark wurden erneuert. Die Bodenbeläge dieser Brücken sind jedoch auch abgängig und müssten erneuert werden. Das geht aber über die normale Unterhaltung (dafür erhält MR Mittel von der BWVI ) hinaus. Das Fachamt Management des öffentlichen Raumes wird mit der BWVI wegen der notwendigen Grundinstandsetzung der Brückenbeläge in Kontakt treten.

Die 4 Brücken am Finkenwerder Fleet und die Brücke am Bahndamm Finkenwerder Landscheide wurden geprüft und leider alle als abgängig bewertet. Auch hier muss die BWVI jeweils im Rahmen einer Grundinstandsetzung tätig werden. Das Fachamt Management des öffentlichen Raumes wird die BWVI kontaktieren.“

So einfach ist das. Es wird nicht mehr darüber gesprochen, es ist passiert, reissen wir alles ab. Wer, was, wann und wie reparieren und in Schuss halten sollte, kann nicht mehr ermittelt werden. Es kann kein Zufall sein, das diese Sitzung ein paar Tage vor dem Hamburger Hafengeburtstag statt fand oder? Nach dem ‚Prinzip Brot und Spiele‘, wir geben Euch neue Fahrrad Wege und Parkplätze, wird hier die eigene Unfähigkeit verschleiert, gute Verkehrsverbindungen zu erschaffen. In der Hoffnung das keiner was merkt. Hier stimmt was nicht, die intakte Hafenbahn Trasse hätte leicht zur einer Bahnverbindung von Finkenwerder nach Harburg ausgebaut werden können. Ich würde gerne die Zeit zurück drehen und mit den damaligen Verantwortlichen sprechen, warum Sie es zugelassen haben, daß Finkenwerder immer mehr seine Ursprünglichkeit verliert und warum am Ende eines profitablen Weges immer nur der kleine Bürger die Zeche bezahlen muß und Unternehmungen, die bis zum letzten an dieser schnellen Hafenbahn verdient haben, sich aus Ihre Verantwortung stehlen können und sich nicht am Bau einer S-Bahn beteiligen. Aber damit ist heute kein Batzen Geld mehr zu verdienen.

In Erinnerung an meine Rüschsiedlung…………

Bis zum nächsten Mal, wünsche ich einen schönen Sonntag. Es grüßt ein Exil lebender Hamburger in NRW

ErdiGorchFock63

Auf große Butterfahrt, einmal bitte Finkenwerder, Freihafen – Puttgarden Rødby und zurück

Was macht man nicht, um an schöne Sachen zu kommen. Am besten Zoll frei einkaufen, das spart eine Menge Geld. Zur damaligen Zeit waren Butterfahrten sehr beleibt. Bis zur deutsch – dänischen Grenze war es von Hamburg nicht weit. Parfüm, Schokolade, Kaffee, Zigaretten wurden auf solchen Seereisen billig angeboten. Von den norddeutschen Einheimischen wurde bis 1999 dieses kleine Vergnügen einer Einkaufsfahrt auf einem Ausflugsschiff gut angenommen. Ein paar Jahre später wurde nach fast 125 Jahren die Freihandelszone (als Zollausland geltend) Hamburg am 31.12.2012 geschlossen, der Freihafen mit seinen Speicherstadt wurde nun in die innerdeutschen Grenzen eingebettet. Dies sollte als Einleitung zu meiner Geschichte reichen. Also, volle Fahrt voraus.

Butterfahrten machen, das hatte was. Zur Zoll freien Einkaufstour konnte auf Finkenwerder am Neßdeich, Ecke Cafe Busch oder an den Finkenwerder Landungsbrücken eingestiegen werden. Die Busfahrten kosteten meist gar nichts. Trinkgeld für den Fahrer sammeln war uso und Ehrensache für die Passagiere. Bei der Hinfahrt sind wir oft durch den Freihafen gefahren, die Kattwykbrücke war eine ideale Abkürzung, den Elbtunnel links liegen lassend und einmal über den Köhlbrand fahren. Mit einem fetten Grinsen vorbei an den Freihafenzöllnern von Waltershof. Der Freihafen, ein magischer Anziehungspunkt, hier war immer was los. Auf den gut 180 Kilometer nach Puttgarden saßen 60 Personen dicht und eng beieinander, die Fehmarnsundbrücke war noch gute 2 Stunden von uns entfernt. Was würden wir heute erleben ?

Zugeben es waren immer viele Rentner und Kaffeetanten auf solchen Bustörns dabei, „de jungschen Lüüt“, meist in Unterzahl, von den ‚Alten‘ immer herzlich auf genommen.

Mit Aussicht auf reiche Beute, äh, ich meine auf einen guten Einkauf, hatte jeder von uns so viele Taschen bei sich, wie er tragen konnte. Auf der A1 tuckerten wir gemütlich die Vogelfluglinie entlang. Nach gut einer Stunde Fahrt steuerte, in der Höhe von Bad Schwartau, unser gemütlicher Raucherbus eine Raststätte an. So ein kurzer Stop mußte sein, damit die Nichtraucher unter uns überhaupt eine Chance hatten diesen Trip zu überleben.

Die meisten Reisenden kannten sich aus vielen gemeinsamen Fahrten, eine illustere Gesellschaft. Die Raucher plauderten mit den Nichtrauchern, schmunzelnd wurden kleine Absprachen getroffen, ausgelotet, was die jeweiligen Passagiere einkaufen wollten. Wichtige Fragen, wie: „Wie viele Zigaretten mehr können wir bunkern, wenn jedes nicht rauchende Individuum 2 Stangen kaufen würde? “Wokeen mi seggen, wi veel Rüükwater wi köpen köönt ? Die ‚4711‘ Drusen wollten immer mehr Parfüm haben, als Personen bedingt und Zoll technisch erlaubt war. Es bildeten sich feste Einkaufsgemeinschaften. Auch wenn es den Anschein hatte, wir haben uns nicht zum schmuggeln verabredet, nein, wir wollten nur mit voller Ladung zurück kommen. Als Hamburger, immer sehr diskret im Handeln und Geschäfte machen, verschweige ich mal den den errechneten Profit der eingeschworenen Butterfahrtfans. Natürlich auch die besonderen Rollen der mitfahrenden jungen „seuten Deerns un Buttjers“ auf dieser Kaperfahrt.

In Puttgarden Hafen konnten die Busse direkt bis an den Steg fahren. Beim verlassen des Busses zählte unser Busfahrer, für jeden gut hörbar, nochmal die Gäste ab. Nicht das nachher ein Gast fehlte und vergessen wurde. Mit schnellen Schritten machte sich unsere Gruppe winkend am Zollhäuschen vorbei zu den Schiffen auf. Unsere kleine eingeschworene Gemeinschaft wollte sich die besten Plätze auf der „Poseidon“ oder einem anderen Schiff, liebevoll von mir Dampfer genannt, sichern.

Kaum abgelegt, aus der Hafenmündung heraus fahrend, begann der gut organisierte Verkauf von Waren. Wir entfernten uns aus den deutschen Hoheitsgewässern, mit voller Fahrt auf Rødby zu.

Auf so einem Dampfer gab es alles was das Herz begehrte, Chanel Nr. 5, Johnnie Walker in Einliter Flaschen, Cadbury Dairy Milk Riegel, Schweizer Blockschokoladen, tausende Stangen Zigaretten, Zigarren und Tabakwaren. Für das leibliche Wohl war gesorgt, denn das Essen an Bord war klasse. Die einarmigen Banditen waren sofort in unserer Hand. Im hinteren Teil, auf dem Oberdeck konnte die raue See genossen werden. Zart besaitete Sehleute fanden in den verschieden Tanztempeln Unterhaltung. Richtige Männer platzierten sich an den Bars im Schiff, tranken einen oder zwei „Lütt un lütt“ knobelten, spielten Karten. Unsere gemachten Grüppchen standen an den Verkaufsgeschäften parat, zuerst der Einkauf, dann die Fahrt genießen. Wir kauften im großen Stil ein, handelten ganz nebenbei bei vielen Waren einen Mengenrabatt heraus. Jeder hatte seinen Spaß dabei.

Kurz vor der Hafeneinfahrt Rødby wurden die Verkaufsläden geschlossen, die Regale verplombt. Mit langsamer Fahrt wurde der Kai angesteuert, ein Schiffstau wurde einem Hafenbediensteten zugeworfen. Mit einem breiten Palstek wurde das Seil am Poller festgemacht, ohne daß das Schiff stoppen mußte. Hiermit hatten wir offiziell fest gemacht und konnten im gleichen Ruderschlag wieder nach Hause fahren. Dies war gängige Praxis bei Butterfahren und Zoll konform.

Nachdem wir Rødbyhavn hinter uns hatten, wurden die Verkaufstresen wieder geöffnet. Nun bildeten sich lange Schlangen an den Verkaufsständen, es war gerammelt voll. Das Bordleben tobte, die Spielautomaten und Verkaufskassen klingelten fröhlich vor sich her. Die Schiffsreeder verdienten, Passagiere und Besatzung machten Ihren Schnitt, alle hatten volle Taschen. Wir saßen gemütlich gemeinsam an einem Tisch, tranken Kaffee, aßen Kuchen satt, verteilten das „eingekaufte Warengut“ gleichmäßig auf unseren zusammen gewürfelten Club, die gebildeten Gruppen möchte mal hier in Schoko, Parfüm, Alkohol/Nikotin Gmbh einstufen. Als Jugendlicher war ich der Gruppe Schoko zugeteilt. Es war Zeit, daß sich unsere gut gebauten Ablenkungen, uups nun habe ich mich verplappert, auf der Schiffstoilette fertig machten. Nachdem meine ganzen Päckchen verstaut waren und ich die Hände gewaschen hatte, legten wir auch schon mit unserem Dampfer am Anleger Puttgarden Hafen an. Mit einem Mona Lisa Lächeln im Gesicht und mit vier schweren Taschen bewaffnet, machte ich mich direkt nach der Landung auf den Weg zum Bus, besser gesagt kam ich bis zur Schranke des Zollhäuschens. Die Zöllner richteten Ihre Aufmerksamkeit meist auf die jugendlichen Passagiere, die versuchten, schnell durch Zoll zu kommen. Vorbei gehende Reisende, die sich mehr im Mittelgang befanden, so wie unsere Handschuh tragenden Parfüm Ladys, fanden kaum Beachtung, da diese Damen immer einen sehr ehrlichen Eindruck machten. Die Alkohol/Nikotin GmbH Gruppe schlenderte geruhsam, mit weit auf gerissen Tüten an den durch winkenden Zöllnern vorbei.

So ein Mist !“, ich wurde raus gewunken und mußte meine Taschen einem Zöllner vorzeigen. „Warum ich ? Was habe ich falsch gemacht ?“ dachte ich plötzlich, als mich der Zöllner an schnurrte: „Haben Sie was zu verzollen ?“ Wie aus der Pistole geschossen, schnell und ohne jede Ruhe in meiner Stimme kamen meine Antworten: „Nein Herr Zöllner, ich habe nur …..Schokolade eingekauft, 100 Tafeln, 25 Stück in jeder Tüte, soll ich die Beutel auspacken?“ es kullerten schon die ersten 10 Tafeln aus meiner Tüte. „Nein, lassen Sie es stecken, Sie brauchen nicht die ganzen Beutel auspacken“ kam es leicht genervt vom Zöllner rüber. Nun fielen aus der zweiten Tasche die anderen Tafeln Schokolade auf dem Boden. Ich versuchte gleichzeitig alles auf zu fangen und wieder einzupacken. Mit der Hilfe des freundlichen Zöllners, wurden die Schokoladenpakete auf gesammelt und in meinen Beutel gesteckt. Immer wurde ich heraus gepickt und kontrolliert. Die anderen Buspassagiere waren schon eingestiegen und warteten geduldig. Der Busfahrer zählte mit den Worten Alle wieder da? dann ab nach Huus……“ noch mal durch, wir konnten los fahren.

Unsere Heimfahrt führte uns regelmäßig an einer Puttgardener Fischbude vorbei. Ein willkommener Halt, da wir erst mal unsere Sachen und Pakete sortieren und neu verpacken mußten, jeder sollte ja seinen gleichen Anteil bekommen. Diese Fahrt hatte sich wirklich gelohnt. Wir fuhren die A1 bis zur den Harburger Brücken durch. Es wurde langsam dunkel. Eine Abkürzung durch den Freihafen wollte keiner von uns mehr riskieren. Wir hatten alle unsere Einfuhrgrenze an zollfreien Sachen bis zum Anschlag ausgereizt. Gut gelaunt kamen wir in Finkenwerder an, in 14 Tagen wollten „wir uns treffen und mal wieder Zoll frei einkaufen…………

Bis zum nächsten Mal, wünsche ich einen schönen Sonntag. Es grüßt ein Exil lebender Hamburger in NRW

ErdiGorchFock63

Alles Tutti Frutti mit DISCO und Musikladen…….eine Zeitreise in Sachen Musik und Fernsehen

Schon seit Kindertagen höre ich Musik. Geboren in einer Zeit, wo auf unserer Elbinsel Finkenwerder noch nicht jeder ein Fernseher hatte, war mein ganzer Stolz ein kleiner Plattenspieler. Ich hörte am liebsten Märchengeschichten. Einige Platten dudelte ich rauf und runter, so spannend waren die Erzählungen und die Musik, die am Anfang und am Ende gespielt wurden.

Im Laufe der Jahre verfolgte ich die Topsongs auf NDR 2 oder BBC im Radioäther, meistens durfte ich nicht so lange aufbleiben, vielleicht mit viel Verhandlungsgeschick ( das heißt: „rum trödeln beim Zähne putzen, Schultasche noch packen, Schluck Wasser holen usw.“) konnte ich noch bis zum Schluß die TOP 3 Songs im Radio hören, oft klappte es nicht……. Das änderte sich, als wir einen Fernseher bekamen. Nachrichten und Filme wurden geschaut und auch hier mußte ich schnell merken, daß leider die guten Musiksendungen oder lustigen Sachen später am Abend gesendet wurden, ohne Gnade hätte ich sonst mit meinem Kassettenrekorder und Mikrophon bewaffnet, die ganzen Sendungen aufgenommen bis in die Nacht, aber hier hatten wir ja lange Zeit von allen zwei Fernsehanstalten (heute unvorstellbar für die jüngeren Leser) einen Sendeschluß von ARD und ZDF. Die Nachtprogramme im Radio waren gerade erst eingeführt worden und kamen von ARD abwechselnd aus den regionalen Funkhäusern.

Nun ja, ich wollte eigene Musik machen, besser gesagt, das was die Moderatorin Uschi Nerke am Samstag Nachmittag im Beatclub machte, so was wollte ich machen. Tagelang war ich damit beschäftigt, von der Platte Musik auf Kassette aufzunehmen. Als richtiger Discjockey erwischte im Radio die angesagten Single Einspielungen von Slade, Neil Diamond oder Sweet. Wer so eine Aufnahme hatte, die nicht vom Verkehrsfunk unterbrochen wurde, war ein Glückspilz und konnte mit seinen Freunden Lieder austauschen.

Das Fernsehen meinte es später gut mit mir (oder waren es politische Interessen???) und die Disco mit Ilja Richter wurde auch am späten Nachmittag gezeigt. Endlich eine Sendung für mich und nicht so bieder wie die Hitparade, mit Dieter Thomas Heck. Hier konnte ich Suzi Quatro, Rubettes und ABBA sehen, ganz zu schweigen von „Lady in Black“ von Uriah Heep.

Was habe ich den Musikladen geliebt, es wurde von Radio Bremen spät ausgestrahlt. Manche Folgen konnte ich nur in den Ferien an schauen, aber die Mischung aus Go Go Girls und Uschi Nerke mit den Musikstücken war klasse. Der ruhige Pol war Manfred Sexauer, für mich immer ein Vergnügen Ihm zu zuhören. Natürlich war ich Fan der Plattenküche mit Frank Zander und von Olivia Pascal aus der Musiksendung Bananas. Das neue Konzept gefiel mir, Hauptsache chaotisch mit Witz und Humor. In diesem Sinne, schon etwas älter, habe ich später Formel Eins mit Stefanie Tücking verfolgt.

Dann kamen die privaten Sender und eine neue Welle von Musik und humorvollen Sendungen, die nicht immer ernst genommen werden wollten. Wer erinnert sich nicht gerne an „RTL Samstag Nacht“ mit Esther Schweins und Tanja Schumann oder war mit den miefenen „Doofen“ nicht einer Meinung? Bei „Darf ich sie zur Bheke titten“ schmunzele ich noch heute mit. Meine Samstage waren gerettet. Bei „Die Wochenshow“ mit Ingolf Lück, der als Herbert Görgens immer ins Fernsehen wollte und an Anke Engelke alias Rickys mit Ihrem Popsofa ? waren die Sendungen immer zu kurz. Die Titelmusik der jeweiligen Show’s erkennt jeder sofort, der sie gesehen hat. Machen wir einen Versuch und denken mal kurz an ………„Eine schreckliche Familie“.…… richtig „Love and Marriage“ von Frank Sinatra, herrlich gespielt von Al Bundy ( Ed O’Neill ). Ein Glanzstück für mich ist und bleibt „Tutti Frutti“ mit dem „Früchte Chin Chin Ballett“. Wer hat es nicht in jener Zeit mit gesummt oder die Melodie nach gepfiffen ? Wie waren noch mal die Regeln in dieser Rate- und Spieleshow ? dessen Sinn keiner verstand, bis auf den Moderator, liebevoll Hühnerhugo genannt und seine schöne Assistentin Monique.

                                                    meine Playliste in youtube unter Erdi GorchFock63 zu finden

 

 

 

Nun frage ich mich zum Schluß, wo sind diese Ablenkungen geblieben ? Alle weg bis auf DSDS, Supertalent, Dschungelcamp oder den jährlichen Songcontest de la Chanson? Es fehlt mir etwas in der Fernsehlandschaft. Was ist los mit den TV Sendern? Kommerz hin und oder her, zweifellos möchte jeder verdienen, nur glaube ich, wir brauchen mehr Unterhaltung in Form von Humor und Musik. Ein Benny Hill läßt grüßen………. Mit diesem „Jingle im Ohr“ verabschiede ich mich.

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Bis zun nächsten Mal, wünsche ich einen schönen Sonntag. Es grüßt ein Exil lebender Hamburger in NRW

ErdiGorchFock63