Bundesbeamte sind in der heutigen Arbeitswelt schlechter dran als Putzfrauen und Prostituierte oder ?

Was haben diese drei Berufe auf dem ersten Blick gemeinsam ? Schauen wir doch mal hinter die Fassade und finden es heraus. Gleich zum Anfang meiner Geschichte darf nicht der Fehler gemacht werden, daß im allgemeinen diese Frage als „Stöhnen auf oberste Ebene“ abgetan wird, nur weil es bequemer ist mit Vorurteilen zu kokettieren und damit alles ab zu tun, was nicht gerade in unser Gedankenmodell, in unsere Arbeitswelt paßt. Putzfrauen und Prostituierte dürfen ablehnen, ein Beamter darf zur einer Aufgabe nicht nein sagen…….. Es war einmal……….

ein System in dem die Sauberkeit wichtig war, wer kennt es nicht, durch mangelnde Hygiene in Ämtern, Krankenhäusern und öffentlichen Toiletten könnten sehr schnell Krankheiten ausbrechen. Damit hier eine minimale Sicherheitsgarantie gegeben war, brauchten wir Reinigungspersonal in allen Bereichen und Orten, nicht zu vergessen die vielen Reinigungsaborte bei Autobahnparkplätzen. Früher übernahm diese Aufgabe der einfache Dienst in Kommune, Land und Stadt. Ausgestattet mit Schlüsseln kamen Reinigungskräfte überall hin, ganz klar diese Arbeitsgruppe war der Dienstverschwiegenheit verpflichtet. Fast unsichtbar versahen sie Ihre Arbeit in den Räumen und räumten somit Jahr für Jahr den größten Mist weg.

Bei Prostituierten sieht es nicht anders aus. Sauberkeit und Verschwiegenheit gehören zu Ihrem ausgeübten Beruf dazu. Viele leben unerkannt in der Anonymität mitten unter uns. Ihre besonderen Fähigkeiten werden nicht nur von den vielen wirtschaftlichen Unternehmen geschätzt, sie können sich meistens Ihrer Freier selbst aussuchen, sind ungebunden in Ihrem Arbeitsverhältnis.

Wie passen denn nun die Bundesbeamten hier hin. Ganz einfach in Krisenzeiten wurden und werden von den jeweiligen Regierungen Bordelle eingerichtet. Es ist und war ganz legal, ohne Ächtung und als völlig normal in der Bevölkerung angesehen. Selbst in der Politik wurden freizügige Beamte bei Buch- und Automessen eingesetzt. Natürlich ganz sauber mit dem Vorwand der Informationsbeschaffung und zum Wohle des Staates. Der Beamte muß seiner Pflicht nach kommen und wird hierfür alimentiert. Diese Zeit wird es nicht mehr so schnell geben, hoffe ich, da der kalte Krieg lange schon vorbei ist. Kommen wir zur Gegenwart.

Ein Schelm, der hier einen Vergleich wagt. Also decken wir den Mantel der Liebe darüber, hüllen uns in Schweigen und ignorieren die Tatsache, daß wir immer nur von guten Putzfrauen hören, den Escort Service in Zusammenhang mit Big Ben für was geschäftliches halten und Madame de Pompadour nur kommunikativ für Ihren König unterwegs war. Kommen wir und drehen an diesem Punkt alles um, da es nicht mehr produktiv und Gewinn bringend ist, solche nicht effektiven veralteten Arbeitsabläufe zu tolerieren. Wir privatisieren und schaffen die öffentlichen Reinigungskräfte ab, die Liebesdamen- und Herren werden sich selbst überlassen……und was machen wir mit den Beamten ?

Welcher Vordenker in Wirtschaft, Politik oder Lobby hat sich ausgedacht diese treuen Staatsdiener ganz zu privatisieren, aber es ist so gekommen. Aus puren Finanzdenken wurden alle Reinigungskräfte bei den Behörden abgeschafft. Nun können schlechter bezahlte Putzfrauen und Putzmänner in ehemals staatlichen Organen sauber machen, es lebe der billige Subunternehmer. Eine überprüfbare Sauberkeit an den Arbeitsstätten wird meistens mit einem Din A4 Bogen bescheinigt. Mit einem minutiösen Plan fahren die guten Geister von einer Stelle zu anderen und sind froh, wenn hier der Mindestlohn bezahlt wird. Zur Beruhigung des Bürgers sage ich hierzu: „Keine Angst, es ist gut so wie alles gesetzlich geregelt wird, wir nehmen es fortan Minilohnempfänger“, wenn ich mich nicht irre. Es liegt nicht an der einzelnen Putzkraft, wenn die gemeinschaftlichen und öffentlichen Toiletten ab und zu mal geputzt werden.

Meine verehrten Liebesdiener auf Zeit haben mit der Privatisierung keine Probleme, in unserer momentanen Arbeitswelt können sie freier agieren. Wenn es auch immer schwerer fällt zahlungswilliges Publikum zu finden. Diese weitaus unbekannte Arbeitsgruppe ist sehr anpassungsfähig, wenn auch nicht überall anerkannt.

Meine Bundesbeamten tun sich mit dem Wechsel in eine private Arbeitswelt deutlich schwerer. Sie werden behutsam durch Gesetzesänderungen ( am Beispiel Neuregelung des Postpersonalrechtsgesetzes ) darauf aufmerksam gemacht, daß sie bundesweit einsetzbar sind. Da Papier geduldig ist, werden Standortoptimierungen von den heutigen ehemaligen Behörden beschlossen. Was eine Putzfrau und eine Prostituierte dürfen, darf ein Beamter noch lange nicht, ich meine, der Beamte darf sich nicht freiwillig auf eine unterbezahlte Stelle bewerben. Es darf sich auch nicht seinen Freier, Entschuldigung, seinen neuen Dienstherrn / Aktiengesellschaft oder GmbH selber aussuchen. In alter Dienst Hierarchie ist der Beamte in diesem kleinen Kosmos gefangen, er muß nach Erlaubnis fragen, bevor sich auf andere Dienststelle bewerben darf und das bei seinem alten Dienstherrn. Wie war das noch mal mit freier Entscheidung in der Berufsauswahl ? Wenn er die Erlaubnis bekommt, nimmt unser treuer Diener freiwillig längere Wegzeiten, dadurch bedingt netto weniger Besoldung in Kauf. Wenn er doch bereit ist und in die private Arbeitswelt wechselt, rechnet er auch mit späteren Verlusten in der Pension, da er nicht in die allgemeine Rentenkasse eingezahlt hat, muß er nach zahlen. Als Beispiel, wer 1963 geboren ist, sich für den Staatsdienst entschieden hat, würde sich beim freiwilligen Wechsel und ohne materielle Unterstützung als Einzahler ( die Rentenbeiträge selber nach zahlend) eine Summe in von ungefähr 1.400€ erarbeiten, im Gegensatz zur seiner Beamtenpension, in der ein Betrag von 1.800 € zu erwarten wäre. Das heißt wenn bis 65 Jahre gearbeitet wird. Vorausgesetzt es bleibt so wie es ist, denn was sich alles bis 2027 in Sachen Rente und Pension ändern kann, das steht in den Sternen.

Natürlich ist bei eigener Recherche alles individuell überprüfbar. Wer beim nächsten Mal eine dieser arbeitenden Berufsgruppen wie eine Putzfrau sieht, sollte sich fragen, ob sie diese Arbeit freiwillig macht? Warum die „Schönen der Nacht“ nicht allgemein respektierte Menschen in der Gesellschaft sind und warum Beamte so einen schlechten „Ruf“ haben……………

für alle die bei sich bei diesem Thema nicht angesprochen fühlen…eine visuelle Unterstützung in unsere Gesellschaft

Bis zum nächsten Mal, wünsche ich einen schönen Start in die Woche. Es grüßt ein Exil lebender Hamburger in NRW

Erdi Gorch Fock

Die Hafenbahn und der Hamburger Flugzeugbau Finkenwerder, Hafengeburtstag 2015

Es ist schade, daß einiges vom Charakter einer Insel verloren geht, wenn keine Institution Verantwortung in Hege und Pflege übernimmt und es nach Jahren zum Zerfall von Brücken und Wegen kommt. Nur weil diese Zufahrten nicht mehr wirtschaftlich sind.

Der Erhalt einer kleinen Eisenbahnstrecke im Stadtteil Finkenwerder, ein Klotz am Bein ?

In einer schnelllebigen Zeit, wo alles auf Profit ausgerichtet ist, hat in der „modernen Welt“ die Romantik, die erlebte Geschichte keinen Platz mehr. Es sei denn: „ Wi köönt dormit een Batzen Boorgeld rutslaken“. Von der früheren Trassenführung der kleinen Hafenbahn (HB), die Neßkanal / Rüschkanal / Deutsche Werft / Steendiekkanal, bis zum südlichen Umschlagplatz Harburg (Maschen), ist nicht viel übrig geblieben. Dabei ist seit Kriegsende (1945) bis 1976 dieser Transportweg ein wichtiger Zubringer von Wertstoffen für den Hamburger Flugzeugbau und die Deutsche Werft gewesen. Solange die Wartungs- und Reparaturaufträge zur Aufrechterhaltung der Gleise bzw. der dazugehörenden Flurbereiche von MBB, HDW in Kooperation mit der Stadt gemacht wurden, gab es keine Probleme. Ausführende Baumaßnahmen erledigten sich schnell, von den jeweiligen Bauaufsichtsbehörden, Tiefbauämtern genehmigt, bearbeitet und so weiter. Nach Schließung der HDW wurden die Gleisanlagen, hinter der Schutzmauer, ständig zurück gebaut. Hierzu meine eigene Geschichte

https://erdigorchfock.com/2014/08/11/ruschsiedlung-finkenwerder-von-1973-1976-hamburg-meine-erinnerungen/

Es vergingen Jahre, bis sich die allein übrig gebliebene Airbus Unternehmensgruppe anschickte elegant von diesem wartungsintensiven Transportweg zu trennen. Es bestand schon lange Zeit kein Bedarf mehr die Wertgüter auf der Schiene zu transportieren. Im Laufe der Jahre (seit 1980), in den einzelnen Ausschüssen, wurden die Themen Brückensanierung und Rückbau der HB geschickt bis heute nicht angefasst. Einfach nicht besprochen, wie es weitergeht, Zuständigkeiten der Behördenabteilungen nicht genutzt. Ein Stück Geschichte mit Hafenbahn einfach vergessen. Natürlich wurde und wird ab und zu mal etwas gemacht in Finkenwerder, der Rüschpark angelegt, ein Hotel gebaut. Begehungen von den offiziellen Ämtern fanden über die Jahre nicht mehr regelmäßig statt. Im September 2014, mehr durch Zufall kam dann der Tagesordnungspunkt ‚Brückensanierung in Finkenwerder‘ im Reginonalauschuss Finkenwerder auf den Tisch.

Quelle: https://sitzungsdienst-hamburg-mitte.hamburg.de/bi/vo020.asp?VOLFDNR=1004613

Brückensanierung in Finkenwerder , 26.09.2014

Sachverhalt:

Bedingt durch die Vielzahl von Gräben gibt es in Finkenwerder ebenso eine Reihe von Holzbrücken, die die Grabenläufe queren. Im Laufe der Jahre sind die Brücken entweder durch die Witterungseinflüsse oder durch Vandalismus stark beschädigt worden. Dies gilt insbesondere für die Grünanlage im Rüschpark, wo Brückenteile als Feuerholz zweckentfremdet wurden. Aber auch die Brücke über den Finkenwerder Fleet (Gracht – östlicher Teil) ist zumindest an den Geländern stark beschädigt und zeichnet ein desolates Bild (siehe Anhang).

Ebenso beschädigt ist die Brücke am Bahndamm an der Finkenwerder Landscheide. Alles in allem sind die Brücken Teil der Wegestruktur von Finkenwerder und müssen dementsprechend gepflegt werden.

Petitum/Beschluss:

Vor diesem Hintergrund beschließt der Regionalausschuss Finkenwerder:

1. Das Bezirksamt wird aufgefordert, die oben genannten Brücken in Augenschein zu nehmen und in Abstimmung mit der Tiefbauabteilung und mit dem Management des Öffentlichen Raumes eine Bestandsaufnahme durchzuführen. Hierbei ist festzuhalten, welche Brücken eine besonders starke Beschädigung aufweisen. Diese sollten dann zeitnah einer Sanierung unterzogen werden.

Gleichzeitig ist zu ermitteln, aus welchen Titeln die Sanierung erfolgen könnte.

2. Der Regionalausschuss ist zeitnah über die Ergebnisse der Prüfung zu unterrichten.

3. Die Bezirksversammlung Hamburg-Mitte wird um Bekräftigung gebeten.“

Da stelle ich mir doch die Frage, wer soll das alles bezahlen soll ? Gibt es keine Möglichkeit den Nutznießer mit ins Boot zu nehmen ? Schließlich haben durch diese angelegten Bahntrasse Stadt und Firmen gut verdient oder ? Ein paar Monate später, kam es zu einer abschliessenden Lösungsmöglichkeit.

Ouelle: https://sitzungsdienst-hamburg-mitte.hamburg.de/bi/vo020.asp?VOLFDNR=1005820

Bezirksversammlung Hamburg-Mitte Drucksache – 21-0257.2

Betreff: Brückensanierung in Finkenwerder

Federführend: Fachamt Interner Service Beteiligt: Fachamt Management des öffentlichen Raumes

Bearbeiter/-in: Schustermann, Gerd

Regionalausschuss Finkenwerder 21.04.2015

Sachverhalt:

Der Regionalausschuss Finkenwerder hat den o.g. Antrag in seiner Sitzung am 07.10.2014 einstimmig beschlossen. Die Bezirksversammlung Hamburg-Mitte hat den Beschluss des Ausschusses in ihrer Sitzung am 30.10.2014 einstimmig bestätigt.

Das Fachamt Management des öffentlichen Raumes teilt hierzu Folgendes mit:

Die Brückengeländer im Rüschpark wurden erneuert. Die Bodenbeläge dieser Brücken sind jedoch auch abgängig und müssten erneuert werden. Das geht aber über die normale Unterhaltung (dafür erhält MR Mittel von der BWVI ) hinaus. Das Fachamt Management des öffentlichen Raumes wird mit der BWVI wegen der notwendigen Grundinstandsetzung der Brückenbeläge in Kontakt treten.

Die 4 Brücken am Finkenwerder Fleet und die Brücke am Bahndamm Finkenwerder Landscheide wurden geprüft und leider alle als abgängig bewertet. Auch hier muss die BWVI jeweils im Rahmen einer Grundinstandsetzung tätig werden. Das Fachamt Management des öffentlichen Raumes wird die BWVI kontaktieren.“

So einfach ist das. Es wird nicht mehr darüber gesprochen, es ist passiert, reissen wir alles ab. Wer, was, wann und wie reparieren und in Schuss halten sollte, kann nicht mehr ermittelt werden. Es kann kein Zufall sein, das diese Sitzung ein paar Tage vor dem Hamburger Hafengeburtstag statt fand oder? Nach dem ‚Prinzip Brot und Spiele‘, wir geben Euch neue Fahrrad Wege und Parkplätze, wird hier die eigene Unfähigkeit verschleiert, gute Verkehrsverbindungen zu erschaffen. In der Hoffnung das keiner was merkt. Hier stimmt was nicht, die intakte Hafenbahn Trasse hätte leicht zur einer Bahnverbindung von Finkenwerder nach Harburg ausgebaut werden können. Ich würde gerne die Zeit zurück drehen und mit den damaligen Verantwortlichen sprechen, warum Sie es zugelassen haben, daß Finkenwerder immer mehr seine Ursprünglichkeit verliert und warum am Ende eines profitablen Weges immer nur der kleine Bürger die Zeche bezahlen muß und Unternehmungen, die bis zum letzten an dieser schnellen Hafenbahn verdient haben, sich aus Ihre Verantwortung stehlen können und sich nicht am Bau einer S-Bahn beteiligen. Aber damit ist heute kein Batzen Geld mehr zu verdienen.

In Erinnerung an meine Rüschsiedlung…………

Bis zum nächsten Mal, wünsche ich einen schönen Sonntag. Es grüßt ein Exil lebender Hamburger in NRW

ErdiGorchFock63

Auf große Butterfahrt, einmal bitte Finkenwerder, Freihafen – Puttgarden Rødby und zurück

Was macht man nicht, um an schöne Sachen zu kommen. Am besten Zoll frei einkaufen, das spart eine Menge Geld. Zur damaligen Zeit waren Butterfahrten sehr beleibt. Bis zur deutsch – dänischen Grenze war es von Hamburg nicht weit. Parfüm, Schokolade, Kaffee, Zigaretten wurden auf solchen Seereisen billig angeboten. Von den norddeutschen Einheimischen wurde bis 1999 dieses kleine Vergnügen einer Einkaufsfahrt auf einem Ausflugsschiff gut angenommen. Ein paar Jahre später wurde nach fast 125 Jahren die Freihandelszone (als Zollausland geltend) Hamburg am 31.12.2012 geschlossen, der Freihafen mit seinen Speicherstadt wurde nun in die innerdeutschen Grenzen eingebettet. Dies sollte als Einleitung zu meiner Geschichte reichen. Also, volle Fahrt voraus.

Butterfahrten machen, das hatte was. Zur Zoll freien Einkaufstour konnte auf Finkenwerder am Neßdeich, Ecke Cafe Busch oder an den Finkenwerder Landungsbrücken eingestiegen werden. Die Busfahrten kosteten meist gar nichts. Trinkgeld für den Fahrer sammeln war uso und Ehrensache für die Passagiere. Bei der Hinfahrt sind wir oft durch den Freihafen gefahren, die Kattwykbrücke war eine ideale Abkürzung, den Elbtunnel links liegen lassend und einmal über den Köhlbrand fahren. Mit einem fetten Grinsen vorbei an den Freihafenzöllnern von Waltershof. Der Freihafen, ein magischer Anziehungspunkt, hier war immer was los. Auf den gut 180 Kilometer nach Puttgarden saßen 60 Personen dicht und eng beieinander, die Fehmarnsundbrücke war noch gute 2 Stunden von uns entfernt. Was würden wir heute erleben ?

Zugeben es waren immer viele Rentner und Kaffeetanten auf solchen Bustörns dabei, „de jungschen Lüüt“, meist in Unterzahl, von den ‚Alten‘ immer herzlich auf genommen.

Mit Aussicht auf reiche Beute, äh, ich meine auf einen guten Einkauf, hatte jeder von uns so viele Taschen bei sich, wie er tragen konnte. Auf der A1 tuckerten wir gemütlich die Vogelfluglinie entlang. Nach gut einer Stunde Fahrt steuerte, in der Höhe von Bad Schwartau, unser gemütlicher Raucherbus eine Raststätte an. So ein kurzer Stop mußte sein, damit die Nichtraucher unter uns überhaupt eine Chance hatten diesen Trip zu überleben.

Die meisten Reisenden kannten sich aus vielen gemeinsamen Fahrten, eine illustere Gesellschaft. Die Raucher plauderten mit den Nichtrauchern, schmunzelnd wurden kleine Absprachen getroffen, ausgelotet, was die jeweiligen Passagiere einkaufen wollten. Wichtige Fragen, wie: „Wie viele Zigaretten mehr können wir bunkern, wenn jedes nicht rauchende Individuum 2 Stangen kaufen würde? “Wokeen mi seggen, wi veel Rüükwater wi köpen köönt ? Die ‚4711‘ Drusen wollten immer mehr Parfüm haben, als Personen bedingt und Zoll technisch erlaubt war. Es bildeten sich feste Einkaufsgemeinschaften. Auch wenn es den Anschein hatte, wir haben uns nicht zum schmuggeln verabredet, nein, wir wollten nur mit voller Ladung zurück kommen. Als Hamburger, immer sehr diskret im Handeln und Geschäfte machen, verschweige ich mal den den errechneten Profit der eingeschworenen Butterfahrtfans. Natürlich auch die besonderen Rollen der mitfahrenden jungen „seuten Deerns un Buttjers“ auf dieser Kaperfahrt.

In Puttgarden Hafen konnten die Busse direkt bis an den Steg fahren. Beim verlassen des Busses zählte unser Busfahrer, für jeden gut hörbar, nochmal die Gäste ab. Nicht das nachher ein Gast fehlte und vergessen wurde. Mit schnellen Schritten machte sich unsere Gruppe winkend am Zollhäuschen vorbei zu den Schiffen auf. Unsere kleine eingeschworene Gemeinschaft wollte sich die besten Plätze auf der „Poseidon“ oder einem anderen Schiff, liebevoll von mir Dampfer genannt, sichern.

Kaum abgelegt, aus der Hafenmündung heraus fahrend, begann der gut organisierte Verkauf von Waren. Wir entfernten uns aus den deutschen Hoheitsgewässern, mit voller Fahrt auf Rødby zu.

Auf so einem Dampfer gab es alles was das Herz begehrte, Chanel Nr. 5, Johnnie Walker in Einliter Flaschen, Cadbury Dairy Milk Riegel, Schweizer Blockschokoladen, tausende Stangen Zigaretten, Zigarren und Tabakwaren. Für das leibliche Wohl war gesorgt, denn das Essen an Bord war klasse. Die einarmigen Banditen waren sofort in unserer Hand. Im hinteren Teil, auf dem Oberdeck konnte die raue See genossen werden. Zart besaitete Sehleute fanden in den verschieden Tanztempeln Unterhaltung. Richtige Männer platzierten sich an den Bars im Schiff, tranken einen oder zwei „Lütt un lütt“ knobelten, spielten Karten. Unsere gemachten Grüppchen standen an den Verkaufsgeschäften parat, zuerst der Einkauf, dann die Fahrt genießen. Wir kauften im großen Stil ein, handelten ganz nebenbei bei vielen Waren einen Mengenrabatt heraus. Jeder hatte seinen Spaß dabei.

Kurz vor der Hafeneinfahrt Rødby wurden die Verkaufsläden geschlossen, die Regale verplombt. Mit langsamer Fahrt wurde der Kai angesteuert, ein Schiffstau wurde einem Hafenbediensteten zugeworfen. Mit einem breiten Palstek wurde das Seil am Poller festgemacht, ohne daß das Schiff stoppen mußte. Hiermit hatten wir offiziell fest gemacht und konnten im gleichen Ruderschlag wieder nach Hause fahren. Dies war gängige Praxis bei Butterfahren und Zoll konform.

Nachdem wir Rødbyhavn hinter uns hatten, wurden die Verkaufstresen wieder geöffnet. Nun bildeten sich lange Schlangen an den Verkaufsständen, es war gerammelt voll. Das Bordleben tobte, die Spielautomaten und Verkaufskassen klingelten fröhlich vor sich her. Die Schiffsreeder verdienten, Passagiere und Besatzung machten Ihren Schnitt, alle hatten volle Taschen. Wir saßen gemütlich gemeinsam an einem Tisch, tranken Kaffee, aßen Kuchen satt, verteilten das „eingekaufte Warengut“ gleichmäßig auf unseren zusammen gewürfelten Club, die gebildeten Gruppen möchte mal hier in Schoko, Parfüm, Alkohol/Nikotin Gmbh einstufen. Als Jugendlicher war ich der Gruppe Schoko zugeteilt. Es war Zeit, daß sich unsere gut gebauten Ablenkungen, uups nun habe ich mich verplappert, auf der Schiffstoilette fertig machten. Nachdem meine ganzen Päckchen verstaut waren und ich die Hände gewaschen hatte, legten wir auch schon mit unserem Dampfer am Anleger Puttgarden Hafen an. Mit einem Mona Lisa Lächeln im Gesicht und mit vier schweren Taschen bewaffnet, machte ich mich direkt nach der Landung auf den Weg zum Bus, besser gesagt kam ich bis zur Schranke des Zollhäuschens. Die Zöllner richteten Ihre Aufmerksamkeit meist auf die jugendlichen Passagiere, die versuchten, schnell durch Zoll zu kommen. Vorbei gehende Reisende, die sich mehr im Mittelgang befanden, so wie unsere Handschuh tragenden Parfüm Ladys, fanden kaum Beachtung, da diese Damen immer einen sehr ehrlichen Eindruck machten. Die Alkohol/Nikotin GmbH Gruppe schlenderte geruhsam, mit weit auf gerissen Tüten an den durch winkenden Zöllnern vorbei.

So ein Mist !“, ich wurde raus gewunken und mußte meine Taschen einem Zöllner vorzeigen. „Warum ich ? Was habe ich falsch gemacht ?“ dachte ich plötzlich, als mich der Zöllner an schnurrte: „Haben Sie was zu verzollen ?“ Wie aus der Pistole geschossen, schnell und ohne jede Ruhe in meiner Stimme kamen meine Antworten: „Nein Herr Zöllner, ich habe nur …..Schokolade eingekauft, 100 Tafeln, 25 Stück in jeder Tüte, soll ich die Beutel auspacken?“ es kullerten schon die ersten 10 Tafeln aus meiner Tüte. „Nein, lassen Sie es stecken, Sie brauchen nicht die ganzen Beutel auspacken“ kam es leicht genervt vom Zöllner rüber. Nun fielen aus der zweiten Tasche die anderen Tafeln Schokolade auf dem Boden. Ich versuchte gleichzeitig alles auf zu fangen und wieder einzupacken. Mit der Hilfe des freundlichen Zöllners, wurden die Schokoladenpakete auf gesammelt und in meinen Beutel gesteckt. Immer wurde ich heraus gepickt und kontrolliert. Die anderen Buspassagiere waren schon eingestiegen und warteten geduldig. Der Busfahrer zählte mit den Worten Alle wieder da? dann ab nach Huus……“ noch mal durch, wir konnten los fahren.

Unsere Heimfahrt führte uns regelmäßig an einer Puttgardener Fischbude vorbei. Ein willkommener Halt, da wir erst mal unsere Sachen und Pakete sortieren und neu verpacken mußten, jeder sollte ja seinen gleichen Anteil bekommen. Diese Fahrt hatte sich wirklich gelohnt. Wir fuhren die A1 bis zur den Harburger Brücken durch. Es wurde langsam dunkel. Eine Abkürzung durch den Freihafen wollte keiner von uns mehr riskieren. Wir hatten alle unsere Einfuhrgrenze an zollfreien Sachen bis zum Anschlag ausgereizt. Gut gelaunt kamen wir in Finkenwerder an, in 14 Tagen wollten „wir uns treffen und mal wieder Zoll frei einkaufen…………

Bis zum nächsten Mal, wünsche ich einen schönen Sonntag. Es grüßt ein Exil lebender Hamburger in NRW

ErdiGorchFock63

Vorbereitungen auf Weihnachten, Advent, Sütterlin und Scheherazade ist nicht zu finden…….

Langsam wird es ungemütlich draußen. Die Tage verwandeln sich morgens und abends zur andauernden Nächten. So ist das auf der nördlichen Halbkugel. Es ist die Zeit der Vorbereitungen, da der Winter ansteht und nun alles weg geräumt und verstaut werden sollte. Wer kann kocht, backt und dekoriert, füllt Keksdosen und Fenstersimse mit allerlei Dingen, die für jeden eine lieb gewordene Tradition sind. Meistens schaffe ich es auf die letzte Minute mit allem fertig zu werden.

Nur diesmal bin ich spät dran. Das muß daran liegen, daß ich im Frühjahr alles was nach Kugeln und Weihnachtsschmuck aussah, sorgsam weg geräumt habe. Verpackt und geordnet liegt nun alles sicher in Kartons in den neu fertig gestellten Regalen im Keller. Wenn ein Beamter was macht, dann macht er es richtig, wozu auch die Kartons noch beschriften, pure Zeitverschwendung. Im Sommer habe ich noch schnell ein Zimmer gestrichen und den ganzen Malerkram mit samt Eimern fein säuberlich im Keller verstaut. Im Herbst war ich endlich soweit gewesen und habe alle überflüssigen Sachen, wie Koffer, alte Schulsachen und Bücher und Briefe in den Keller gehievt.

Jahres bedingt kommt der erste Advent etwas früher dieses Jahr. Voller Vorfreude an schöne Abende im Kreise meiner Familie, kann ich noch etwas dekorieren und Weihnachten kann kommen. Wie gut das nun alles an einem Ort zu finden ist. Adventskalender, Adventsteller samt Kerzen, etwas Dekor und Grün, kein Problem, ich weiß wo alles steht. Also ran und ab in den Keller.

Voller Tatendrang machte ich die Kellertüre auf und sah einen voll gestellten Raum mit Sachen, alles lag unsortiert durcheinander. Wie komme ich an die Weihnachtskartons heran und wo überhaupt steht das Regal ? Erst mal Licht machen und die Lage peilen. Der erste richtig gute Gedanke von mir, leider machte es nun „Peng“ Meine analytischen Fähigkeiten hatten die Situation sofort richtig erkannt. Das Licht ging nicht an. Wo sind die Ersatzbirnen ? Ruhe bewahren, alles kein Problem, Glühbirnen sind in der Schublade im Werkzeugschrank, der neben dem Keller im Regal steht. …. ………Hilfe………….

„Es wird Zeit, daß ich mir einen Plan mache“, dachte ich. Vielleicht stecken ja im kleinen Karton unter den Schulbüchern und Heften die Adventskerzen. Schnell hatte ich die Leitern und Farbeimer zur Seite geräumt und die ersten 2 Meter Keller freigeräumt. Es waren alte Briefe meiner Eltern in Sütterlin geschrieben, sehr interessant und als Ablenkung wie geschaffen für mich. Außerdem hatte ich keine Lust mehr nach Birnen und Weihnachtssachen zu suchen.
Sütterlin und Kurrentschrift, das ist lange her. Bei mir so 30 Jahre, wo ich diese Schrift zum letzten Mal gelesen habe. Das entziffern der Buchstaben und Wörter war mühsam, langsam studierte ich alle gefundenen Briefe und Ansichtskarten. Es machte soviel Spaß, daß ich einen kleinen Clip darüber gemacht habe. Vielleicht werde ich mal in Sütterlin schreiben, aber erst mal muß ich an das Weihnachtsdekor heran.
Mit gesammelten Kräften habe ich nun alles wieder aus dem Keller geräumt, der Adventskalender ist gefüllt, der Adventsteller mit einem schönen Weihnachtsstern verziert, samt Kerzen steht er nun an einem schönen Platz Schön, wenn alles fertig ist.

Nun könnte ich in Ruhe meine Geschichten von Scheherazade aus 1001 Nacht lesen, wenn ich das Buch finden würde. Ich habe da so eine Ahnung, wo das Buch sein könnte. Es ist in einem Karton im Keller oder in einem Koffer, vielleicht doch eher im Sack bei den Schulbüchern. Ach es eilt ja nicht oder ? Beim nächsten Mal erzähle ich eine Geschichte von Scheherazade.

Ich wünsche Euch allen eine schöne Adventszeit, bleibt mir gesund und kommt gut durch den Winter.

Bis zum nächsten Mal liebe Grüße von einem Exil lebenden Hamburger aus NRW.
Erdi GorchFock63

Putzfrauen und Prostituierte, soziale Ablehnung in Beruf und Gesellschaft……warum ?

Putzfrauen und Prostituierte sind die ältesten Berufe, darüber sollte sich jede/r klar sein. Wer hier eine soziale Ablehnung betreibt, hat keine kognitiven Fähigkeiten im Umgang mit Menschen, die nicht so viel Glück haben und hatten im Leben. Dachte ich und da habe ich mich geirrt.

Denn im Gegensatz zu den „ehrlichen und rechtschaffenen Berufen“, Handwerker, Techniker, Arbeiter und Angestellte, im Bank- und Versicherungsgewerbe u.s.w. fängt es schon mit der Anerkennung dieser beiden Berufsgruppen an. Fehlanzeige auf weiter Linie. Wer schon mal auf dem Arbeitsamt seinen Beruf / Berufswunsch angibt, wird sofort in eine Schublade gesteckt. Eine Verkausulierung, die mit Reinigungskraft, Haushaltshilfe von nun an beschrieben und mehr als Tätigkeit abgetan wird und nichts mit Gebäudereiniger zu tun hat. Bei den Prostituierten ( aus dem lateinischem prostituere „nach vorn / zur Schau stellen, preisgeben“ entliehen ) sollte keiner von uns den Fehler machen und es mit dem Schausteller verwechseln, der als freischaffender selbstständiger Beruf anerkannt ist. Eine Ablehnung vom Staate und der Gesellschaft. Wo bleibt das soziale, das gemeinsame? Warum können diese beiden Tätigkeiten nicht öffentlich gleich gestellt werden und als Beruf gelten ?….Weil keine Befürworter da sind, die für diese Gruppe/n eintreten.

Diese soziale Scheinheiligkeit kommt bei den besser gestellten Berufsgruppen immer so rüber, als wenn es Berufspoltisch nicht so ausgedrückt wird. Natürlich möchten diese Berufsgruppenlobbyisten eines jedes Landes, daß es jedem Bürger gut geht. Jeder soll sein Glück finden und im Leben durch Arbeit seinen Wohlstand verdienen und leben wie ein König. Vielleicht schafft man es in diesem Beruf nicht zur Reichtümern und Diamanten, aber wir stehen hinter Euch…………….was eine klare Aussage.

Wenn das so ist, möchte ich nun Danke sagen, dann ist ja alles klar geregelt. Von wegen, hier fängt es doch erst an. Wie sieht es den mit der Krankenversicherung und später mit der Rente aus?

Hier sind wir nun an eine Stelle gekommen, die man getrost als Grauzone bezeichnen kann. Allgemeine, gesetzliche Krankenkassen bieten nicht die Pakete, die mit einem normal „Berufler“ abgeschlossen werden. Bei den Rentenbeiträgen werden, wenn überhaupt, nur Pflichtbeiträge abgeführt. Es klafft ein Delta zwischen ausreichend und gut versorgt. Viele Putzfrauen und Prostituierte sind bei einem anderen mitversichert. Hier ist jede/r gut beraten, wenn er/sie sich selbst versichern, sprich privat vorsorgt. Über die Kosten brauchen wir nicht zu sprechen, da es praktisch nicht machbar ist.

Wie sieht es mit der Steuer aus? Hier hören die Finanzämter doch nur ein Klingen des Geldes in Ihre Kassen, da mittels Lohnsteuer Karte eingetrieben wird. Der Nachweis, wie viel verdient wurde und wird, muß jeder selbst erbringen. Nun ist das bei Putzfrauen und Prostituierten schwer, wer kann seine gemachten Stunden immer genau belegen. Es führt nicht jeder Arbeitgeber ( ja Ihr habt richtig gelesen, in dem Moment der Beschäftigung von Putzfrauen und Prostituierten tritt dieser Fall ein, sonst ist es Schwarzarbeit) der einen Service oder eine Dienstleistung in dieser Sparte annimmt, auch alle prozentualen Beiträge ab. Stellt gar eine Quittung aus, die dann dem Finanzamt, Rentenstelle zu geführt werden kann. Es gibt kein Land im Moment, daß dieses dunkle Thema aufgreift und es zufrieden stellend regelt. Dies ist doch eine Form von öffentlicher Ächtung oder ?

Zum Schluß, bei dieser Recherche habe ich gemerkt, wer sich, gewollt oder ungewollt, als Putzfrau oder Prostituiere, für diesen Weg entscheidet, hat meinen Respekt verdient. Es gibt den Weltfrauentag, höchste Zeit den Internationalen Tag der Putzfrauen und der Prostituierten öffentlich zu ehren und in jedem Kalender fest zuschreiben.

„Es ist ein so schönes Geräusch des Geldes,wenn alle Putzfrauen und Prostituierte ein Auskommen mit dem Einkommen haben……Ka-ching!…..“

Bis zum nächsten Mal, es grüßt ein Exil lebender Hamburger in NRW