John Glossi auf den Spuren des Walpurgisnacht Mörders Teil III

Eine Spur in nichts

Nachdem sich alle im Cafe Bauer angeregt bis zum ersten Sonnenstrahl unterhalten hatten, war es Zeit langsam in die Koje zu verschwinden. Bubi kam wie gerufen, etwas erstaunt schaute er in die illustrate Runde am Stammtisch. Alex kam mit frischen Kaffee aus der Küche, „Na min Seuten, wat hebb wi denn hier in de Stuuv?“, dabei schnappte sich Bubi die ersten Hocker und stellte sie beiseite. „We sünd man nich duun, nu beten dösig“, machte Alex Bubi klar, „un John wüll mit di allens püükfein moken“. Bubi nahm es Kopf nickend zu Kenntnis, sperrte die Schankraumtür und die Fenster weit auf, eine leichte frische Luftbrise nahm es im ungleichen Kampf mit dem zähflüssigen nach draußen strömenden Rauchschwaden auf, schleppend löste sich der Dunst der vergangen Nacht in der Gaststätte. Ein paar Minuten später kamen John und Malte vom Bäcker, der Duft von Rundstücken verfehlte nicht seine Wirkung. Allmählich im Schneckentempo gaben Luana und Cia erste Lebenszeichen von sich, von Ihrem provisorisch eingerichteten Schlafbank räkelnd, „Che cosa una notte“, wurde Luana am kreisrunden Tisch langsam wach, „I agree with you, Mama, wo ist Malte Mouse?“, Ciara tastete nach einer vollen Tasse Kaffee, die Alex mit dem nun gemachten Teller Brötchen vor Ihr hin gestellt hatte. Ein lautes Hupen erklang vom Eingang des Lokals. „Oh man Michel, he weer so sprüüttenduun, das wir Ihn in John’s alten Lieferwagen gelegt haben“, damit verschwand Malte, er wollte Michel Föltz aus dem Wagen helfen. „Bubi kannst Du Dir vorstellen, der Michel hat so laut geschnarcht, daß wir uns nicht mehr unterhalten konnten“, versuchte Alex zu erklären. Essa è stata autodifesa“, machte Luana Bubi klar, „Ho appena significa…es war Notwehr, mein Lieber, sonst hätte es hier noch eine…also wurde Opa umgebettet“, mit den Fingern umfasste Sie Ihren Hals und deutete an zu zu drücken. Bubi konnte sich ein Lächeln nicht verkneifen, kannte er doch das Temperament der Comtessa, Luana würde nie einem Freund was antun und Opa Föltz schon gar nicht.

Nach dem Frühstück brachte Malte Michel, Luana und Cia zum Rüschkanal. Der alte Föltz verzog sich gleich in seine Werkstatt, er wollte sich verschiedene Metalle anschauen, um heraus zu finden welche Werkzeuge eine flach zulaufende Schneide hätten. Luana und Cia gingen die letzten Meter zu Ihrem Wohncontainer, der gleich neben John Kombicontainer stand. Bevor die Gräfin Ihre Ruhe genießen konnte, wandte Sie sich zu Ihrer Tochter, „Cia fahre nachher noch mal bei Alex vorbei, ich habe vergessen mich beim Turnier an zu melden, hast Du die Telefonnummer von Iris Fischer?“. „Si Mom“, Cia schrieb die gewünschte Nummer auf einen Zettel, „…liegt auf dem Nachtisch Mom, Ich mache mich fertig und fahre noch ein wenig mit Malte zum schwimmen an die Süderelbe“. Luana nickte aus dem kleinen Badezimmer, verabschiedete sich mit „la amore“, von Ihrer davon eilenden Tochter. Alex verzog sich in die oberen Räume des Lokals, mit den letzten Gedanken an Ihr bevor stehenden Dartturnier am ersten Mai schlief Sie fest ein. Während dessen konnten sich John und Bubi Ihr Tageswerk vollbringen, den Augenblick nutzend, frage John: „Na Bubi, hast Du was raus gefunden?“. „Tja an der lütten ist was dran, Selina Loren paßt nicht wirklich ins Ordnungsamt Finkenwerder John, viel zu hübsch“, dabei zeichnete er zur Untermalung mit seinen Händen die körperlichen Ausmaße der besagten Person in die Luft,“…jedenfalls haben wir die Genehmigung unsere Veranstaltung zu machen“, Bubi schaute zur aufgehende Schanktür. Malte und Cia betraten die Gaststätte, melden sich für das Dart Tunier an. „Was ist mit Luana?“, wollte Bubi von den jungen Turteltauben wissen. „Ach ja natürlich, habe ich fast forgotten“, mit unschuldigem Blick, versuchte Cia die Situation zu retten, „Also wie viele Personen insgesamt kommen heute Abend, my Lady in Black“, Bubi konnte sich diese Anspielung nicht verkneifen, da Ciara umwerfend im Taucherjacke und Bikini aussah und Sie damit beschäftigt war die richtigen Worte zu finden. „Äh , yes once Malte, ich, Mom, my dear grand friend John und…“, weiter kam Sie nicht, da Michael Föltz durch die Tür eintrat und mit einem lauten, „Stammdisch för uus allen un de Comtessa betolt, fertig Cia, so mogt wi dat“, die Bestellung beendete. Ciara nickte, dabei bemerkte Sie die kleine Tüte die Michel Föltz bei sich hatte. Ohne sich zu erklären, legte Michel den kleinen Jutesack auf die Theke. „So un nu futsch mit jau“, machte Opa Michael Malte klar. „Komm Cia, lasse die Herren alleine, wenn es wichtig ist, wir sind an der Süderelfe zu erreichen“, dabei zog Malte Cia hinaus zum Ausgang, „Süderelv hett dat, Du Dünnschieter“, schmunzelte John, „Also, wo waren wir Bubi“, dabei tippte er auf seine Kaffee Tasse, Michel verstand diese Geste und bestellte sich bei Bubi auch einen Kaffee mit Schuss.

Nach einem kräftigen Schluck aus der Kaffee Tasse erzählte Bubi, wie er im städtischen Kundenzentrum war. Den drei Freunden war schon klar, das es schon seit Jahren Bürgeramt Finkenwerder Kundenzentrum – Mitte – Außenstelle hieß, aus alter Angewohnheit wurde es von den einheimischen Insulanern immer noch Ortsamt genannt. Ebenso verhielt es sich mit der ‚olen Wach‘, die nun Polizeidirektion-Süd-Außenstelle war. Durch die bevorstehenden technischen Arbeiten 02.05.2016 am Steendiek mußte Bubi warten, bis Selina Loren Zeit für Ihn hatte. „Wie ich schon sagte, eine sehr attraktive Frau, Sie führte mich gleich in das erste rechte Zimmer im Erdgeschoss, wo schon meine Genehmigung für unseren Tanz in den Mai ausgefüllt war. Ich glaube die Loren ist Französin, aus dem Radio habe ich so was wie Salü gehört“. „Du hest rechterhand seggt?“, warf Michel ein, nach einen strengen Blick von Glossi verstummte der alte Föltz. John hatte genug gehört, er konnte sich einem Reim machen, „…und hoffentlich hast Du diese Loren eingeladen Bubi“, damit bedankte sich John bei Bubi. Der Wirt freute sich, daß er seinem Freund helfen konnte, „Ja, habe ich gemacht, ich brauchte Ihr gar nicht zu erklären, wo unsere Gaststätte ist….“, Bubi schenkte noch einen Kaffee ein. Endlich konnte Michel seine Tüte aufmachen, zum Vorschein kamen verschiedene Werkzeuge und Messer, John holte aus Jackentasche den Bruchteil seines Metallstück heraus, wie von Geisterhand gelenkt, fühlte er innerlich nach seiner Milz, der Stich war für Ihn nach fast 2 Jahren immer noch deutlich zu spüren. Geistesabwesend hörte er Michel zu, wie er versuchte die einzelnen mitgebrachten Metalle in Zusammenhang mit John’s Bruchstück im Einklang zu bringen. „…ich tippe mal auf ein Biegemesser, würde auch zu den Birken passen, die bei den zwei Vorfällen gefunden wurden“, damit endete der kleine Vortrag von Föltz. Verwundert schaute John auf Michel, „Wie Du kannst Hochdeutsch sprechen Opa Michel?, Danke Michel, was mich stört, ich erkenne kein gemeinsames Motiv für diese Taten und warum wurde die Angestellte vom Ortsamt am Steendiekkanal ermordet?. Wie passt das alles zusammen?. Ich brauche eine Mütze voll Schlaf“. Damit nahm er sein metallenes Stück, steckte es zurück in seine Jacke. Mit einer seiner typischen Abschiedsgrüße „Bis nachher Ihr Säcke“, verließ er den Gastraum und machte sich auf zum Rüschi…

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Bis zum nächsten Mal, wünsche ich eine schönen Sonntag. Es grüßt ein Exil lebender Hamburger in NRW

Erdi Gorch Fock

John Glossi auf den Spuren des Walpurgisnacht Mörders, Teil II

Baumschule Pitsch

Danke für Ihren Auftrag“, Marion Pitsch legte den Hörer auf die Gabel, notierte sich schnell die Anzahl der Himalayabirken für den Blumengroßmarkt Hamburg. Es war nichts besonders in der Hemmingen Baumschule, von morgens bis abends, ab Mitte April, klingelt ständig das Telefon. Marion war es gewohnt, den es gehörte zu Ihren Aufgaben sich um die Akquistion von Kunden zu kümmern und Aufträge entgegen zu nehmen. Das Geschäft brummte und Sie war in Ihrem Element. Besser gesagt, sie war Mädchen für alles, für die jungen Baumschuler Objekt der Begierde, die jungen Lehrlinge und Gesellen fanden immer einen Grund in das kleine Büro zu schlendern, nur damit Marion erste Hilfe bei kleinen Schnittverletzungen leisten konnte und tausend Sachen mehr. Für die betrieblich angestellten Transportfahrer war Sie ein weiblicher Despot und für Ihren Chef, gleichzeitig Ihr Vater, immer eine Spur zu langsam. „Der Alte“ Jenaro Pitsch hatte die Baumschule Mitte der 80′ ziger langsam aufgebaut, natürlich verlangte er von seiner Tochter vollen Einsatz und jederzeit eine bereit stehende Tasse Kaffee für sich. Das Telefon klingelte wieder, Marion sehnte sich eine keine Pause herbei. Wie schön wäre es, wenn Sie bei der laufenden Hochsaison der Baumblüte eine Verstärkung hätte, „Baumschule Pitsch, mein Name ist Marion Pitsch, was kann ich für Sie tun?, …. 20 Birken für die Landesgartenschau Papenburg….ja gehen heute noch raus, Danke für Ihren Auftrag…“, Marion holte tief Luft, in der ganzen Hektik bemerkte Sie nicht den heran fahren alten Hanomag Pritschenwagen, der mit einer leichten Fehlzündung hinter dem Büro einparkte.

Golani Pitsch und Morena Pitsch freuten sich darüber, daß die alte Karre wieder flott war, durch das Fenster schauend, sahen sie Marion fleißig telefonieren. Einen Augenblick später standen beide im Büro, vorsichtig wurden drei Eisbecher im eingewickelten Pappkarton auf die Ladentheke gestellt. „Opa, Mama, was macht Ihr denn hier?“, ein Lächeln huschte über Marion’s Gesicht, bevor sie wieder das Telefon schnappen konnte, hatte Morena schon den Hörer in Hand, mit Ihrer weich samten Stimme nahm Sie das Gespräch entgegen:“ Baumschule Pitsch, mein Name ist Morena….“ Golani sah seine Schwiegertochter an, deutete Ihr mit einen Fingerzeichen an, das Marion und er auf die kleine Terrasse vor dem Büro gehen würden, dabei suchte er im Karton nach den kleinen Esslöffeln, mit einem Zwinkern in den Augen, hielt Morena die Eislöffel hoch, um sie gleich wieder geschickt verschwinden zu lassen. „Pöh“, kam es von Opa Golani aus Richtung Ladentheke herüber, er schnappte sich den ganzen Eiskarton und zwinkerte Morena zurück, „Du wirst schon sehen was Du davon hast“. Nach dem das Gespräch beendet war, schaltete Jenaro’s Frau den Anrufbeantworter ein, um mit schnellen Schritten auf die Terrasse zu flüchten. Opa und Enkelin naschten schon fleißig am süßen Eis, Dank des Campingbestecks, ein altes Schweitzer Messer was Golani immer bei sich hatte, vermisste keiner Morena’s Löffel. Natürlich hatte keiner den dritten Eisbecher angerührt. „Was ist mit dem Telefon ?“, wollte Marion wissen. „Das habe ich durch den Anrufbeantworter umgelenkt“, schmunzelte Marion’s Mama, mehr brauchte Sie nicht zu erklären, da das Handy von Golani klingelte.“Rache ist süß…Baumschule Pitsch, sie sprechen mit Golani…“, in Ruhe griff er zu seinem Schweitzer Lieblingsaccessoire und fördere eine kleine Kugelschreibermine hervor. Mit einem forschen, „Na neckt Ihr Euch wieder?“, machte Jenaro auf sich aufmerksam. „Aha, machst Du wieder einen Kontrollgang Papa?, ich habe alles in Griff, Kaffee steht bereit“, antwortete blitzschnell Marion, „Kaffee ist alle, wir brauchen noch Pflaster und Latschenkiefernöl“, das war unverkennbar die Stimme von Kai Peters aus dem Büro. „Ach ja ich habe ein paar eingebildete schwer verletzte Kreaturen mitgebracht, die erste Hilfe brauchen“. Marion sprang auf und eilte ins Büro, „Wehe einer von Euch fasst die Kaffeemaschine an“ und schon stand Sie vor Kai, Baumschulmeister und fester Freund von Marion. Kai konnte gerade noch in letzter Sekunde seine ungeschickten Bemühungen verbergen und den Kaffeefilter weg legen. „Wie sieht es im Moor aus, Liebling ?“ , wollte Morena von Ihrem Ehemann wissen, „Trocken Schatz…“, Janero versuchte ein paar Satzfetzen von seinem Vater zu erhaschen. „15 Hektar…ja wir kommen vorbei und schauen uns das an….habe ich mir notiert….Landau Rheinland Pfalz….das kenne ich…“, Janero machte ein fragendes Gesicht. „Das erkläre ich Dir später“, erklärte Ihm Morena. Damit harkte Sie sich bei Ihm unter, zog Ihn sanft ins Büro „Du Papa, ich könnte Hilfe vertragen, wie wäre es wenn Kai’s Schwester uns, natürlich mir, im Büro für ein paar Tage hilft. Sie hat im Moment nichts zu tun und Ihr Semester fängt erst im September wieder an“, bei diesen Worten von Marion wurde es ganz still an der Theke. Alle Anwesenden waren gespannt auf die Antwort vom Chef. „Aber nur wenn meine Lehrlinge und Schüler versprechen, nicht jedes Mal einen vorzeitigen Schwächeanfall zu bekommen, wenn wir im Altwarmbüchener Moor arbeiten, sonst mache ich mal erste Hilfe, verstanden Jungs?. Eifrig nickend bestätigen die Baumschuler die geforderte Anweisung vom Chef. Bevor sich Kai mit den anderen Lehrlingen wieder auf den Weg ins Moor machen konnte, hielt in Janero noch einen Moment zurück, „Du Kai, kannst Du Deiner Schwester Iris bitten, ordentlich Werbung für uns zu machen, vielleicht haben ja ein paar Freundinnen von Ihr Lust, ein paar Mark Taschengeld zu verdienen“, mit einem nicken Gesicht zückte Kai sein Handy und versendete eine Nachricht an seine Schwester, „Alles klar Chef, kauf schon mal einen Karton Pflaster und Latschenkieferöl mehr ein“, damit verschwand Kai schnell aus dem Büro, um nicht noch einen Stubser von Marion Pitsch zu bekommen…

Fortsetzung folgt….vielleicht…

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Bis zum nächsten Mal, wünsche ich ein schönes Pfingstffest. Es grüßt ein Exil lebender Hamburger in NRW

Erdi Gorch Fock

John Glossi auf den Spuren des Walpurgisnacht Mörders…

Eine schlaflose Nacht

John drehte sich zum gefühlten tausendsten Male auf seinen Schlafsofa um. Er bekam wieder kein Auge zu. Etwas rumorte in Ihm. Aus seiner Luke auf den Rüschkanal blickend, schlugen die ruhig herein kommenden rhythmischen Flusswellen sanft an die Böschung. Von der Elbe Hauptfahrrinne drangen zu Ihm leichte Sirenen Signale rüber. Fingernd im Halbdunkeln nach einer Zigarette suchend, tief inhalierend drang der Stoff des Nikotin in seinem Körper. Die ausgeatmeten Rauchschwaden verteilten sich bizarr im seinem Wohnwagencontainer. Die Mitternachtsstunde war gerade vorüber, als John sein Nachtlicht anknipste. Die altertümliche Funzel erhellte kaum den Raum, gerade so eben konnte er sein abgestelltes Rialtoglas erkennen, am letzten Tropfen Doornkaat nippend, schwenkte er seine Füße langsam im 90 Grad Winkel aus der Koje. Die eingebauten Relaiszeiger des elektronisches Weckers versuchten langsam surrend sich auf den 29.04.2016 einzustellen… oh wieder mittendrin… Es war einmal…

Ausschnitt aus Mopo: In der Nacht zum 30. April 2014 fand eine Polizeistreife den Privatdetektiv John Glossi an einem Elbeseitenkanal. Die schwer verletzte Person hatte sich bei aufkommender Flut am Kanalende in einer mechanischen Sperranlage in treibenden Birkenäste verheddert. Für sachdienliche Hinweise, die zur Aufklärung des Hergangs führen, wurde eine Belohnung von 1000 €, seitens der Familie ausgesprochen. In diesem Zusammenhang sucht die Polizei nach einer weiblichen Person, die sich schnell vom Tatort entfernte.

John Glossi steckte den Zeitausschnitt wieder in seine betagte Schublade. Mit leichten Druck verschloß sich die knarrende Lade des Bürotisches wieder. Mit dem letzten Schluck aus der leeren Doornkaat Flasche, dessen Flüssigkeit sich wärmend in seinem Körper verteilte, zog er sich an und machte sich zur ersten Stunde des Tages auf zu Cafe Bauer. Alex, die Wirtin, begrüße Ihn vom Tresen aus nickend. Sie drehte sich zum Bildschirm Ihres Rechners, suchte ein paar Musiktitel aus ihren laufenden Programm zusammen. Ein paar Minuten später ertönte Faithless. Nun fühlte er sich fast wie zu Hause, mit einem breiten Grinsen schmunzelnd nickte John Alex zurück. Die Takte des Techno Liedes passten genau zu seiner Stimmung, Geistes abwesend vernahm er erst beim zweiten Mal Alex’s Frage: „Na kannste nicht schlafen?, Du solltest mal morgen bei Bubi vorbei schauen, der hat was für Dich“, John überlegte einen Moment, „Ja, mache ich, löst Dein Mann Dich ab, dann werde ich gleich hier bleiben, wollte John wissen. Mit Ihrem Dart Pfeilen bewaffnet, wanderte Sie auf die Dartecke zu: „Kein Problem, wenn Du sowieso nicht schläfst, könnt Ihr beiden ja gemeinsam das Lokal sauber machen“, darauf hin traf Ihre erste Pfeilspitze die Trippel ’20‘, zu spät bemerkte Sie, daß Malte hinter Ihr stand, der mit fester Stimme: „Der Verlierer zahlt Papa sein Gedeck“, Alex zum Spiel heraus forderte. Verdutzt schaute sich Glossi Senior um. „Was machst Du denn hier?, Wieso bist Du nicht bei Opa am Niederrhein?“, dabei drückte John zur Begrüßung seinen Sohn ganz feste an sich. „Alles, na wie sagst Du immer…sottche“. „Sutje min Jung“, dabei setzte Alex’s zur Umarmung an, Malte Glossi bekam unzählige Schmatzer: „Du solltest Plattdeutsch lernen, min seuten Schieter“, damit löste Alex Ihren Klammergriff. „No, egli deve imparrare la lingua italiana, il mio cara Alex. John schaute in die türkisfarbene Augen seiner Freundin Luana, die sich so resolut in die Unterhaltung einmischte. Che cosa stai facendo qui?“, erfreute sich John, doch bevor Luana Branduardi darauf antworten konnte, erklang es aus Richtung Küche des Lokals. “I want tanzen in Mai mit my Freund Malte“, die Stimme von Ciara, die gerade damit beschäftigt war eine Kiste Dom Perignon zu öffnen. Die Lokaltüre öffnete sich und Michael Föltz spazierte herein, ohne zu fragen, drehte er das hängende Türschild um. „So wi hebbt afschotten, bring mi man een Köm und Beer Cia, un dann wullt ick von di Branduardi’s volle Breitseite seute op min achtern hebben.“ Alex mußte so herzhaft über Opa Michael lachen, daß sie nicht bemerkte, wie Malte mit seinem ersten Pfeil auch die dreifache ’20‘ der Dartscheibe traf. „Na, dann machen wir geschlossene Gesellschaft, Michael, nun möchte ich auch wissen, warum Ihr alle hier seit und Malte Du bist gleich dran, wenn Du so weiter wirfst“, der letzte Pfeil von Alex traf das Bulls Eye.

Als alle gemütlich rund um dem Tresen saßen, erzählte Cia von der Idee Ihre Mutter, den Walpurgisnacht Mörder zu fassen, nun da John wieder wohl auf war.

Eine Bestandsaufnahme der Anwesenden führte die wichtigsten Ereignisse der letzten zwei Jahre zusammen. Am 30.04.2014 hatte ein unbekannter Täter Iris Peters am Rüschkanal fast erschlagen, wäre John nicht vorbei gekommen um Ihr zu helfen, dabei wurde Glossi durch Messerstiche schwer verletzt. Der Täter floh unerkannt, mit letzter Kraft konnte John noch einen Anruf absetzen, Iris wartete bis die Polizei eintraf und entfernte sich darauf flucht artig vom Tatort. In der durchgeführten Notoperation im Harburger Krankenhaus, entfernte das Ärzteteam eine abgebrochene Messerspitze aus John Glossi’s Milz. Die ermittelnden Beamten fanden weder Messer noch Spuren am Tatort, die einsetzende Tide macht jede Spur zu nichte. Die ablandige Elbe hatte alles fort gespült. Somit konnten nach Angaben der Polizei keine Beweise mehr gesichert werden. Es verging genau ein Jahr, als der Walpurgisnacht Mörder 2015 eine Frau am Steendiekkanal ermordete, auch diesmal führten die Ermittlungen ins leere, bis jetzt. “Morgen ist es wieder soweit, der Tanz in den Mai steht an, sinnierte John. Wo ist das Messer geblieben?“, eine nicht enden wollende Stille erfüllte den Raum…

Fortsetzung geplant….

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Bis zum nächsten Mal, wünsche ich einen schönen ersten Mai. Es grüßt ein Exil lebender Hamburger in NRW

Erdi Gorch Fock

John Glossi, die unbekannte Schöne und das Geheimnis der Süderelbe……Teil VI

Nach der großen Sturmflut machten die Aufräumarbeiten an der Süderelbe gute Fortschritte. Adi Balber’s Werft hatte nicht soviel Schaden ab bekommen, die Arbeiten an den Schiffsmotoren samt Propellergondel verliefen, nach der Modifizierung der Motoren von Jan Friede und Fiete Buschmann, nun reibungslos. Paul Siter’s hatte extra einen Schleppdampfer mit einem 300 PS Motor auf Podantrieb umgerüstet. Paul baute immer praxisnahe Modelle, da er sich auf dieser Art ein besseres Bild über mechanische Schäden an Propeller und Schiff machen konnte. Die Kavitationsblasen des Schleppdampfes ‚Little Marie‘ verschleißten eine Menge Material. Es dauerte bis der Stahlrumpf des neuen Fischkutters ‚Marie‘ allen Belastungen gewachsen war und die Flügelschrauben an der Propellergondel die Kraft der Antriebswelle richtig tarierten. Carsten Külln am Köhlfleet brauchte noch ein paar Tage, bis die Bahnen der Slip für die neuen Kutter angepasst waren. Im ständigen Austausch mit Jan und Arne Olker freute er sich auf eine kleine Abwechslung vom täglichen Einerlei.

Bei einer Probefahrt mit dem Paul Schlepper nach Rosslare konnte Carsten gleich mehre Dinge auf einmal erledigen. Arne mußte sich die geeigneten Treffpunkte selbst anschauen, es sollte vor den Augen der jeweils einheimischen Küstenwache und Zollbehörden mitten auf der Nordsee eine perfekte Verwechslungskomödie der Fischkutter und Trawler statt finden. Der Stapellauf der Typ gleichen Smacks in Falmouth von der Mathew Frost Werft und in Rosslare von Bodine Brady stand kurz bevor. Carsten schnitt ein Foto eines Kartenausschnitts von der Elbinsel Finkenwerder in drei Teile, auf der Rückseite skizzierte er schnell die wichtigen Punkte, damit die befreundeten englischen und irischen Werftbesitzer Ihre Reparatur- und Umschlagplätze auf Hamburg – Finkenwerder finden konnten. Der anwesende Michel Föltz war unter Deck damit beschäftigt die Schiffszeichen anzubringen. Da sich das dafür gefertigte Drehgewinde schlecht bei laufender Fahrt justieren ließ, hämmerte er wie ein Wilder auf die Emaille beschichteten Schilder herum und verkantete dabei die Buchstaben. Endlich war Michel fertig geworden. Alle Mann an Bord standen am Bug kopfüber an der Reling um auf die Seezeichen zu schauen. He kann Kattenschiet in Düüstern rüken, aver Hochdüütsch kann he nich schrieven. Michel, wir fahren im Moment unter deutscher Flagge, also ändere die Buchstaben von F H auf H F ab, Du Hirni“, gröhlte Arne Olker zu Föltz rüber. Mit einem Klei mi am Moors“, schmetterte Michel einen hohlen vierkantigen Rohling auf die Heckseite des Schleppers.He mööt jau weten, wo ick de Doos fastmaken sull“, kam es von der Föltz zurück. Du büst bedröövt ?, nu klamüüster mol wat ut Michel“, versuchte Arne Olker Michel Föltz zu beruhigen. „Wenn Du es bis Falmouth schaffst den Vierkant zu verstecken, bekommst Du eine extra Buddel Kööm von Mathew Frost“, rief Carsten Michel zu. Mit breiten Grinsen verschwand Föltz wieder unter Deck. Erleichtert hörte die ganze Besatzung wie Michel wieder mit Zange und Vorschlaghammer das Schiff bearbeitete.

Bei Einfahrt in den Hafen von Falmouth schaute Arne Olker ganz überrascht auf einen fertig getakelten Fischkutter ‚Marie‘ an der Frost Wert. Schnell machte der Schlepper am Werft Steg fest. Neugierig betraten die Finkenwarder Jungs den Fischkutter und staunten. Das angebrachte Dyna-Rigg Schiffssystem mitsamt Mast war fertig. Mathew Frost’s Werftarbeiter enterten als Gegenbesuch sofort die ‚Little Marie‘, um zu sehen, wo Michel die Bonbonschachtel versteckt hatte. Mit einem Mast, Kiel- und Schotbruch, begrüßte Michel die englische Crew. Er legte seinen großem Schraubenschlüssel beiseite, machte einen Witz über seinen verschießenden ‚Engländer‘, zeigte die gefundenen zwei Möglichkeiten, wo die Diamanten versteckt werden konnten. Einer der Hafenarbeiter schenkte Michel einen neuen verstellbaren ‚Franzosen‘ Schlüssel. Mathew Frost war begeistert von der Idee mit dem pneumatischen Schachtel Verschluss. Er wollte bei nächster Gelegenheit die drei findigen Tüftler Gorgio, Edgar und Walter kennen lernen. Über den kleinen Kartenausschnitt freute er sich. Er gab Carsten für Jan Friede die Koordinate 50°08’59.0″N 5°03’46.0″W mit. Am nächsten Tag fuhr ‚Little Marie‘ Richtung Irland. Ein paar Stunden später landete sie in Rosslare. Bodine Brady’s Fischkutter stand auch kurz vor dem Stapellauf. Im Ruderhaus wurde mit Arne Olker die Innendekoration abgestimmt. Die irische Schiffsbesatzung wollte einen drehbaren Schubschrank am Ruder haben. Carsten Külln hatte die Aufgabe Michel schonend darauf vor zu bereiten was auf dem nach Hause Weg für Ihn an stand. Bodine erhielt ebenfalls einen Kartenteilausschnitt, die mit geschickte Koordinate für Jan Friede war 51°53’50.0″N 8°28’23.0″W . Die Heimfahrt verlief ohne besondere Vorkommnisse.

Dann machen wir mal eine Bestandsaufnahme“, mit diesen Worten eröffnete Adi in seinem Büro die kleine ‚Finkwarder Böntje Konferenz‘. „Unser Fischkutter ‚Marie‘ ist Anfang März fertig und kann dann zu Wasser gelassen werden. Da uns der 16./17 Februar immer noch in den Knochen steckt, möchte ich zu meinem Gartenfest im Sommer diesen Jahres einen Preisskat ausloben, mitmachen kann jeder, Einsatz 5 Mark…“, „Was ist denn der erste Preis ?“, unterbrach Michel Föltz Adi ’s Vortrag. Bevor Balbers antworten konnte, zischte Paul Sitter ein gefährlich klingendes „Schnauze“, in die Runde. Ohne auf die Frage ein zugehen, verlaß Adi nun die Crewmitglieder, nannte die Werften und machte zum Schluß seiner Rede klar, daß die gekauften Diamanten ein Notgroschen für bedürftigen Familien auf Finkenwerder sein. „Jedes Mitglied dieser Konferenz hätte bei einem erfolgreichen Törn und bei vollen Netzen der HF Fischkutter einen Anspruch auf einen Bontje im Wert von bis zu 200 Mark. Natürlich bleibt es jedem überlassen diesen Vertrauensbeweis beim Zoll zu deklarieren, aber bitte vernünftig mit Kaufurkunde und Zertifikat…“, „Alle bekommen zwei Bontje“, wurde nun Adi von Paul Siter unterbrochen. Jan Friede nickte den Vorschlag von Paul ab und setzte mit den Worten nach: „De Süderelv wird to mokt“. Auf einmal war es Totenstill im Raum.

Bis zum nächsten Mal, wünsche ich einen schönen Sonntag. Es grüßt ein Exil lebender Hamburger in NRW

Erdi Gorch Fock

John Glossi, die unbekannte Schöne und das Geheimnis der Süderelbe……Teil V

Nachdem die Wagen abgestellt waren, merkte John Glossi, daß er die Hausschlüssel beim überstürzten Aufbruch in seinem Container vergessen hatte. Es blieb Ihm nicht anders übrig als den Notschlüssel zu holen. Zu dumm, daß die Polizei gerade jetzt damit beschäftigt war das Haus von Walter Janz zu untersuchen. „Die werden nichts finden, stimmt’s ?“, flüsterte leise Luana John zu. Mit einen ratlosen Gesichtsausdruck blickte Glossi zur Süderelbe und zog die Schultern als Antwort hoch. „Was wollen we doing ?“, kam es von Kia, die nun an der rechten Seite von John stand.

In diesem Moment bog Sven Matke mit seinem Taxi auf das Grundstück ein. „Wir müssen mit Sven sprechen und in das Haus kommen, also Kia ziehe mal Deine Kurven straff und versuche die Aufmerksamkeit auf Dich zu lenken“, instruierte leise sprechend John die beiden Lady’s. Damit drehte er sich zu Luana, die sich bereit willig in John’s gestellter Armschlaufe ein hakte, nach wenigen gemeinsamen Schritten standen sie bei Sven. „Wieso kann ich not parking here, Officer can you helfen mir?“, mit weit fuchtelnden Händen lieferte Kiara die geplante Ablenkung. Zwei Polizeibeamte kamen auf Sie zu und versuchten heraus zu finden was Kia wollte. Nach einer kurzen Unterredung mit Sven, stieg Luana ins Taxi und fuhr weg. Gerade noch rechtzeitig, dachte John, als er in diesem Moment von hinten angesprochen wurde: „John wer ist die unbekannte Schöne, die da gerade weg gefahren ist ?“.

Glossi drehte sich um und atmete einmal tief durch, er hatte keine Zeit sich was aus zu denken. Ansatzlos setzte er sein Gesicht zum Mienenspiel mit einem breiten Grinsen auf: „Eddi, Du hast mir gerade noch gefehlt, die schöne Unbekannte kenne ich nicht weiter, sie spazierte zufällig am Rüschkanal mit Ihrer Tochter, ich erzähle gleich weiter“, John zeigte auf Kiara, ohne abzuwarten was Eduard Otte machte, schalte er sich in das Gespräch von Kia und den beiden Polizisten ein: „Gibt es hier ein Problem ?“, „They don’t understand mich, i have tell…“ „Halt ein Kia“, unterbrach Glossi die hilflos wirkende Kiara, „nicht jeder versteht irisch-deutsch oder meine Herren ?“, Gedanken suchend dachte er sich schnell eine plausible Geschichte aus, erzählend in knappen Sätzen teilte er den Beamten mit, das Kiara gerne Aufnahmen von der Süderelbe machen wollte. Während dessen mischte sich Eddi ein: „Can I take a look in your car?“, „Si, no problemo“, kam es temperamtvoll von Kia. „Grazie Signora…“, „Si parla italiano ? È possibile chiamare me Kia“, „Can I have your last name, please ?“. Dabei zog Eddi die Flugtickets aus der im Wagen liegenden Sporttasche. „Oh, ja I’m Kiara…Brady, ist das nun alright ?“, „Ja, danke, Frau Brady“, kam es mit beruhigender Stimme von Eduard.

…„und Herr Otte, was sollen wir machen?“, fragte einer der Polizisten nach, „beide mitnehmen, bis alles geklärt ist ?“, „Nein, es ist alles geklärt, laßt John und Begleitung in sein Haus gehen“, klang es bestimmend von Eddi, „Wir werden abrücken, sagt den anderen Bescheid, daß sie endlich fertig werden sollen im Haus, überprüft noch mal die Markierungen am Fundort und hebt die Straßensperre auf“. Kopf nickend entfernten sich die Polizeibeamten. „Danke Eddi, komm mit rein und trinke eine Tasse Kaffee mit uns, was ist denn nun mit Walter passiert ?“

John’s Einladung nahm Eddi gerne an.Kia schaute John fragend an, er erwiderte den Blick und schmunzelte. Er ahnte das hier noch eine Menge Fragen zu beantworten waren. Sein Gehirn arbeitete wieder im beruflichen Stil eines privaten Schnüfflers. Wieso hatte Kia nicht den gleichen Nachnamen wie Ihre Mutter ? War sie schon verheiratet ? Wen ja, wo ist der Ehemann ? Er schätze Kia auf höchstens 20 Jahre. Leider konnte er keinen Blick auf die Flugtickets werfen. Hoffentlich hatte Sven Luana noch rechtzeitig abgesetzt und eine falsche Spur setzen können, denn Eddi Otte und sein Ermittlungsteam mußten beschäftigt werden, damit John die Zeit hatte, sich einen Überblick von den ganzen Vorkommnissen zu machen, bevor er überhaupt anfangen konnte zu schnüffeln. Was wußte Eduard Otte schon? Woran war Walter gestorben ? Die Kanne Kaffee war schnell fertig geworden. Nach alter Sitte des Hauses bekam jeder der beiden Gäste einen Pott Kaffee und John schlüpfte in die Rolle des Gastgebers. An leichte Konversation war an diesem frühen Nachmittag nicht mehr zu denken.

Eduard setzte seinen Becher auf dem Tisch ab und erzählte entspannt, was vorgefallen war: „Also, in den frühen Morgenstunden ging bei uns ein Anruf auf der Wache in Harburg ein. Eine treibende Wasserleiche am Holzsteg in der Süderelbe wurde gemeldet. Dabei fällt mir ein, daß ich vorhin den Taxifahrer erkannt habe, wartet mal…“, mit diesen Worten holte Eddi sein Handy heraus und tippte was ein, „Wo war ich…äh, ja, nach der Bestätigung vom ‚Michel 5/17‘ bin ich dann mit Betty…“, hier verharrte Eddi und tippte wieder was in sein Smartphone ein, „nun ja, die wird gleich kommen, soll ich weiter fortfahren ?…“ zustimmend nickend tippte Kia an Ihre Tasse, leicht grienend, kam Eddi zur Sache.“…Jo, so’n Hieb könnt wi allen hebben John, ick heb Fierabend“, John klappte den Seitenteil des Sessels auf und holte eine Flasche Doornkaat raus, „und Ihr habt Euch erst heute kennengelernt ?“, fragte vorsichtig Eddi nach, „naja, nicht so wichtig, äh, ja, wie wir an die Fundstelle kamen, war Walter Janz tot, der Gerichtsmediziner vor Ort konnte nicht klar sagen, ob Suizid, Unfall oder…“ es klingelte an der Tür. Glossi machte auf, vor Ihm stand Bettina Matke. „Na min Schieter, ick bin mol do, wo is’n Eddi ?“. „Betty komm rin in de goode Stuuv“, freute sich John. „Nee, bin noch im Dienst, wo ist der Alte ?“, kam die Antwort mit einem aufgedrückten seuten zurück, „Hier bin ich, na dann fahr mich mal nach Harburg zurück“, sagte Eduard Otte, „Tschüss min seuten Kia, büst jo een feinen Feger, un ümmer scheun bi John blieven, is dat klor?“, mit Glossi’s bejahenden Geste und einen Tschüss von Kia verließ Eddi die beiden, „und das selbe geht für die Mutter John, haben wir uns verstanden ?“, fügte Betty hinzu. „Allens sutje Betty, ich werde mich darum kümmern“, beteuerte John noch mal.

“Was machen wir jetzt ?“, fragte Luana Sven. Sven schaute in den Rückspiegel und bemerkte wie Eduard Otte gerade auf das Grundstück von Walter Janz zu ging, mit leicht durch drehenden Reifen bog das Taxi in den Neß ein, Sven versuchte alles auf einmal, fahren, im Handschuhfach nach einen Fahrplan greifen, gleichzeitig bei der Taxizentrale die neue Fahrt nach Finkenwerder Landungsbrücke anmelden. Er ließ sich nicht aus der Ruhe bringen: “Na, ist doch klar, Du machst eine kleine Hafenrundfahrt, ich darf doch Du sagen oder?“, nachdem kein Widerspruch kam, erklärte Sven Matke, wie Luana von Finkenwerder Landungsbrücke über Teufelsbrück, nach St.Pauli mit dem 39′ er Bus fahren müßte, dann sollte Sie in St. Pauli umsteigen und mit der U3 weiterfahren Richtung St.Pauli Landungsbrücken. An den Pontons mit der Fähre wieder zurück nach Finkenwerder und von da aus mit dem 251′ er Bus weiter bis zur Haltestelle Nordmeerstraße. Dann die Straße hoch, in diesem Moment passierten sie Cafe Bauer. „Hier gehst Du nachher rein“. „Scusa Sven, sonst weiter nichts?“ Luana schaute in den Fahrplan und wiederholte alle Haltestellen, Sven hörte aufmerksam zu und nickte jeden einzelnen Punkt ab. Sie hatten Finkenwerder Landungsbrücke erreicht, Sven verabsiedete sich von Luana: „Doch eins noch, aber das erzähle ich Dir, wenn Du in Cafe Bauer angekommen, nun flotti Galoppi“. Luana Branduardi grinste, stieg aus und erreichte die Fähre nach Teufelsbrück gerade noch. Sven meldete sich bei der Taxizentrale ab. Gemütlich fuhr er nach Cafe Bauer.

…Bettina Matke’s Smartphone klingelte. Eine Nachricht von Eduard Otte. Er wollte das Sie in der Taxizentrale nachfrage welches Taxi von der Süderelbe eine Fuhre angenommen hatte und wohin es gehen sollte. „Das ist wieder typisch Eddi“, dachte Bettina, immer muß ich laufen und machen, es klingelte nochmal, wieder war es Eduard mit folgender Nachricht: “Schicke einen Wagen an die St.Pauli Landungsbrücken, die sollen die Fähre aus Finkenwerder kommend abfangen und nach einer Frau Anfang – Mitte 40, schwarzer Mantel, großer krempiger Hut aus schau halten“. Bettina legte sich ins Zeug und veranlasste alles nötige, so wir Ihr Chef es wollte. Von der Taxizentrale erfuhr Sie das Ihr Vater nach Finkenwerder Landungsbrücke gefahren war und jetzt Feierabend hatte.

Mit Blick auf die Uhr, konnte sich Betty vorstellen, wo sie jetzt hinfahren könnte um weiter zu ermitteln. Ein paar Minuten später war Sie im Cafe Bauer. Sven saß am Tresen und unterhielt sich mit Suzi. Ein paar Gäste sahen zur Tür als Bettina Mattke herein kam, mit einem liebevollen Pfiff wurde Sie begrüßt, aus einer anderen Ecke kam leise “Achtung Polente“. Betty grüßte herzlich, sie kannte alle Anwesenden. Ihr Vater drehte sich mit einem „Hallo“ um. Suzi lächelte über den Tresen und fragte forsch: „Was darf es sein ?“. „Gib mal ein Astra und ’nen Pott Kaffee Suzi, bin noch im Dienst“, damit nahm Sie Platz bei Sven Matke. „Na was ist Betty“ begrüßte Sven seine Tochter.“Du kannst mir von der schönen Fahrt mit Frau erzählen Papa“. „Oh, ha“, begann Sven, „aber nichts Mama erzählen“, Betty’s Augen wurde zur Seeschlitzen, „sicherlich meinst Du die Dame von der Süderelbe?“, „Ja Papa nun mol een büschen fix“, mahnte Betty Ihren Vater. „Ach ich bin an der Süderelbe vorbei gekommen in Höhe von Walter Janz Haus, als ich durch eine Straßensperre nicht mehr weiterfahren konnte, wollte ich meine Taxe auf seinem Grundstück abstellen, um zu sehen was passiert ist. Da traf ich John Glossi und diese klasse aussehende Dame, die in die Stadt wollte. Also, bin ich losgefahren nach Landungsbrücke und nun sitze ich mit 20€ Trinkgeld in der Tasche hier und habe Feierabend, mehr war nicht, Verhör beendet Süße ?“, mit diesem Schlussworten setze Sven die Flasche an. Bettina Matke war zufrieden, mit einem gehauchten Seuten, stand Sie auf und machte sich auf dem Weg zu Eduard Otte. Unterwegs erfuhr sie, daß die beschriebene Frau nicht ausfindig gemacht werden konnte. Sie bedanke sich für die Mithilfe der Polizeibeamten vor Ort an den St. Landungsbrücken und erklärte den Einsatz für beendet. Nun klingelte sie bei Walter Janz Haus an.

Fortsetzend folgt…..

Bis zum nächsten Mal, wünsche ich einen schönen Sonntag. Es grüßt ein Exil lebender Hamburger in NRW

Erdi Gorch Fock

John Glossi, die unbekannte Schöne und das Geheimnis der Süderelbe……Teil IV

Mit Kreuzschmerzen leicht zerknittert vom gestrigen Abend wachte John auf seinem knarrenden Schlafsofa auf. Übellaunig kurbelte er die Jalousien hoch und blickte nach draußen. Sein VW Pritschenwagen vor seinem Container stehend, war im Nebel kam zu erkennen. Schlurfend schleppte er sich zum Kohleofen, gerade noch rechtzeitig konnte er die letzte Glut neu entfachen, nachdem sein Wasserkocher eine Kanne Kaffee fertig gebraut hatte, wurde es langsam behaglicher im Container. Sein Handy zeigte 09:45 Uhr an, Ihm fiel der Termin ein, gerade noch rechtzeitig war er in seinem Bad, das eher an eine Nasszelle glich, fertig geworden. Zum Zähne putzen reiche es nicht mehr, da es an seiner Tür klingelte.

Good Morning Mr. Glossi, I’am Cia, oh, Entschuldigung, ich bin ja in Hamburg, do you speak english ? mein deutsch ist etwas verfroren, haben sie meine Notice bekommen ?“ Die schnell gesprochen Sätze der hübschen Lady prasselten nur so auf Glossi ein. Zu viele Informationen auf einmal, John’s Gesicht mußte erst mal aufklaren. „Halt, speak slower please, come in, nehmen Sie Platz und dann noch mal langsam von vorne“ kam es von John. Mit einer einladenden Handbewegung zeige er auf den geschäftlichen Teil seiner Räume. Eintretend und leicht verdutzt schaute sich Cia um. Der Container sah nicht sehr Vertrauen erweckend aus. War das der richtige Mann den sie suchte ? Was hatte sich Ihre Mutter nur dabei gedacht, daß sie hier her kommen sollte. Aber nun wollte sie das Beste daraus machen, kramend in einer Gucci Handtasche, fingerte sie Nationali Filtro hervor, sie verschluckte sich beim ersten Zug an der Zigarette, räusperte sich „Mister Glossi, ich habe hier eine Zahlenkombination mit der ich nichts anfangen kann“, damit reichte sie John einen Zettel. Es standen die Koordinaten 52°15’20.0″N 6°20’04.0″W darauf, „Segeln Sie Frau …“ weiter kam Glossi nicht, denn mit einem schnellen „Nennen Sie mich Cia“ unterbrach sie Ihn. Ein klingeln störte die aufkommende Konversation. Hastig griff Cia in Ihrer Tasche zog Ihr Smartphone heraus, begann übergangslos das Telefonat zu führen.„Momento, …Si,…non capisco…Mom, wait a moment, i can explain you ….“ John wollte bei diesem Gespräch nicht stören, er trat vor die Tür, ebenfalls zückte er sein Handy und wählte die Nummer von Walter an, dabei bemerkte er einen kleinen roten italienischen Flitzer, der parkend an seinem Container stand. Mit einem „Oh was haben wir denn hier schönes“, steuerte Glossi langsam neugierig auf den mit Verdeck zugeklappten Alfa Romeo Spider zu. Da Walter Janz nicht zu erreichen war, beende er die Verbindung, Dank seiner geschulten Beobachtungsgabe filterte er alle Details aus dem Wagen inneren heraus, die von außen stehend durch die verdunkelten Autofenster zu sehen waren. John schätzte den Wagen auf 75.000 €, ein unbekanntes Kennzeichen aus Italien mit den Initialen CT, im Innenraum befand sich eine halb offene Sporttasche mit Schwimmflossen, ein Glasflacon von Bronnley ‚Sweet Pea‘ und ein Flugticket der Air Lingus waren gut zu erkennen, „Hier ist nichts stimmig, di Deern da drinnen spielt falsch“, bemerkte er zu sich selber. Cia öffnete seine Containertür. „Excuse me, my Mom kommt gleich…“ wieder konnte Sie Ihren Satz nicht beenden, da in diesem Moment ein Taxi in die Sackstraße einfuhr und direkt mit der Beifahrerseite vor John’s Füßen hielt. Nickend begrüßte Glossi Sven Matke, einen Aushilfstaxifahrer, der sich mit kleinen Einsätzen seine Pension aufbesserte. – in Finkenwerder kennt jeder jeden, hierzu meine Geschichte – https://erdigorchfock.com/2015/08/16/cher-und-die-verschwundenen-mini-lenkraeder-teil-iii/ – Hilfsbereit öffnete John die Beifahrertür, ein wohl vertrauter Duft von Chanel kam Ihm entgegen. „Grazie, mein Name ist Luana Branduardi, meine Tochter Kiara haben sie schon kennen gelernt ? Wissen Sie sie um was es geht ? Ah, da steht ja mein Wagen, warum hast Du nicht gewartet Kiara….?“ John mußte lächeln, ganz klar waren diese beiden Ladys miteinander verwandt. Mit einem sportlich Beinschwung stieg Luana Branduardi aus dem Sven’s Kutsche, Ihr dunkler Mantel, der breit krempige Borsalino Hut, die schwarze Sonnenbrille passten nicht wirklich ins diesige Nebelwetter auf Finkenwerder, aber ohne Zweifel diese Dame hatte Klasse. Sven riskierte noch einen abschließenden Blick auf die beiden hübschen Damen, sah dann zu John rüber, „Ich fahr dann wieder, wir sehen uns später bei Suzi“, „Allens klor, fahr vorher bei Walter vorbei, vielleicht kannst Du helfen, sage Ihm die Little John steht am Köhlfleet“ mit diesen Sätzen verabschiede sich John. Luana war schon fast am Container angekommen bevor Glossi sie wieder einholen konnte. Gemeinsam nahmen die drei Ihre Plätze drinnen am Bürotisch ein. „Na dann mal Butter bei die Fische, wieso kommen Sie in meine Detektei, gleichzeitig schenkte er seinen beiden Gästen Kaffee in die bereit gestellten Tassen ein. „Warum wir hier sind ?“, Kiara legte mit Ihren irisch – deutsch eingefärbten Wortsilben los. Sie erzählte von Fotos Ihres verstorbenen Opa Giorgio, die die beiden bei Aufräumarbeiten im Haus in Cork gefunden hatten. Während dessen legte Luana ein Fotoalbum auf den Tisch, John blätterte darin und hörte weiter zu, die Bilder zeigten seinen Vater Edgar mit Walter, ein jungen schwarz haarigen Mann, vermutlich Giorgio Branduardi, ein paar Matrosen, Fischkutter mit den Seezeichen aus HF, C und FH. Ruhig tippte John auf einzelne Bilder, „Wo sind diese Bilder aufgenommen wurden ?“ Leise flüstertend beantwortete Luana „In Catania, Sicilia auf unseren Anwesen am Simeto“, ein Lächeln huschte dabei über Ihr Gesicht. Glossi ahnte, das diese Geschichte noch etwas dauern würde, mit sicherem Griff in die Tischschublade holte er eine Flasche Doornkaat heraus und schüttete sich einen Schluck in seinen Kaffee. Luana stellte Ihre Tasse daneben und machte mit hinreißenden blinzelnden Augen klar, daß sie auch einen Hieb ab haben wollte. Kia bemerkte diese stille Charade und tippte an Ihren Kaffee Pott. Endlich wurde es interessanter, John hörte Kia genau zu und erfuhr, das Luana in Cork irische Geschichte und Mythen studiert hatte, daß diese schulische Familientradition mit Kia in Cork fortgesetzt wurde, wo als erstes, nach seiner Zeit als Bauschlosser in Hamburg, Giorgio seine Ausbildung zum Schiffsingenieur absolviert hatte. Das Anwesen auf Sizilien war der allgemeine Sommerwohnsitz der Familie Branduardi. Nun setze Luana den Endpunkt in der Erzählung, im fast fehlerfreien deutsch fragte Sie kurz und knapp nach den Finkenwerder Caramella’s, die nach Ihrer Meinung an der Süderelbe zu finden sein. Kia übergab Ihrer Mutter die Gucci Handtasche, die nun wieder den richtigen Besitzer hatte. Eine weitere Koordinate von Luana kommend lag nun auf dem Tisch 53°31’42.4″N 9°49’40.0″E

Ich soll helfen die Finkenwerder Bontjes zu finden?“, Schluss folgerte John, „da brauche ich selbst Hilfe von…“ das Funkgerät machte sich quiekend bemerkbar: „John bist Du da, geh ran“, Glossi erkannte die Stimme von Sven Matke, „Hier Rüschi eins hört, was ist los ?“ meldete sich John. „Walter ist nicht mehr, komm sofort an die Süderelbe“ antwortete Sven mit ruhiger fester Stimme, die Verbindung brach ab.

Das war ein Schock für John, er drehte sich um und sah Kia und Luana lange an. „Ich nehme Euren Auftrag an, wenn Ihr es noch möchtet, es kann schwierig und rau werden meine Seuten. Nichts für zart besaitete Geschöpfte, ich weiß auch nicht was ich heraus finden werde. Ich kann verstehen, wenn Ihr nicht weiter machen möchtet, eins vorab, Spesen und Getränke gehen extra“ machte John seinen Standpunkt klar. „Wir sind bis zum Ende dabei, ist das claro amico ?stellte Luana fordernd fest. John nickte, der neue Auftrag von John Glossi / Branduardi wurde mit einem Handschlag besiegelt. Gemeinsam mit Pritschenwagen und Alfa machten sie sich auf den Weg Richtung Süderelbe. An der Westerweide wurde Glossi und seine Begleitung an der errichteten Polizeisperre durch gelassen. John parkte auf Walter’s Grundstück. Ein nasser durchdringender Wind zog Elbe einwärts herauf…… Fortsetzung folgt…..

Wie es weitergeht ? Zum Zeitvertreib etwas von meinem Kanal…

Bis zum nächsten Mal, wünsche ich schöne Feiertage. Es grüßt ein Exil lebender Hamburger in NRW

Erdi Gorch Fock

 

John Glossi, die unbekannte Schöne und das Geheimnis der Süderelbe……Teil III

Ein herrlicher Sommertag an der Süderelbe, so um 1961 stand in Adi Balbers Haus eine Gartenparty an. So was war immer eine gelungene Abwechslung in Finkenwerder, mit befreundeten Werftbesitzern wie Arne Olker und Carsten Külln herum sitzen, beide gleichzeitig auch direkte Konkurrenten von Balbers, dazu noch Nachbarn, ortsansässige Zulieferer einladen, mal die Sorgen und die harte Arbeit ruhen zu lassen. Adi legte viel Wert auf intakte geschäftliche Beziehungen, ein Nachmittag mit „dale apen in sien lütten Huus“ war angesagt. Macher und Arbeiter saßen gemeinsam unter einem Dach, ein bunter Haufen von Leuten aus Altenwerder, Finkenwerder, keiner blieb vor der Tür stehen. Selbst Paul Siter von der Este kam aus Neuenfelde mit seiner Truppe vorbei um zu feiern. Im Verlaufe des abends erschien mit Jan Friede, leicht verspätet der letzte Werftbesitzer aus dem Süderelbe Raum.

Er hatte einen speziellen Gast aus Fuhlsbüttel abgeholt. Fiete Buschmann war mit seinem neuartigen Schiffsantrieb viel unterwegs. Fiete freute sich auf diese einmalige Gelegenheit, seinen Podantrieb vorzustellen. Der gesamte Schiffsbau in Norddeutschland befand sich im Umbruch, es wurden immer mehr Stahlschiffe gebaut und diese Entwicklung machte auch nicht vor den heimischen Fischkuttern in Finkenwerder halt. Die anwesenden Werftbetreiber verzogen sich, anführt von Adi, in die gute Stube, lauschten gespannt dem Vortrag von Fiete. Schnell erkannte Jan Friede und Carsten Külln die Möglichkeiten, die sich den kleinen Werften boten. So neigte sich ein interessanter Abend dem Ende zu, klönend wurden noch etliche Bierchen getrunken, jeder freute sich auf gemeinsame gute Geschäfte.

Die letzten Gäste verabschiedeten sich mit einem Hol jo stief , winkten den feinen Herren zu und sahen, wie Adi, Paul und Jan Skat spielten. „De grandessigen Dassels woren begäng an grooten Disch“. An diesem Abend wurden „in kleinen Gruppen“ die Anteile am gemeinsamen Projekt ‚Schleppdampfer mit Podantrieb‘ an der Süderelbe ausgespielt. Paul hatte Glück und gewann das Recht den Schlepper in Neuenfelde zu bauen, Adi ramschte sich die Anteile für den Einbau des Motors zusammen. Am frühen Morgen stand Jan als Verlierer fest, nun hatte er für die Forschung und Fertigstellung zu sorgen. Die anderen Moker’s bekamen wichtige Nebenarbeiten ab. Die kommenden Zeiten zeigten, wie es mit der HF Fischkutter Fangflotte weiter gehen sollte. Arne Olker brachte Fiete Buschmann wieder zum Flughafen. Wenn alles nach Plan verlief, würden sie sich alle wieder im Sommer 1962 zum Stapellauf des ersten Schiffes wiedersehen.

Ein paar Tage später schritten Edgar Glossi und Walter Janz die Uferböschungen an der Süderelbe ab. Mit ein paar Holzstäben prüfen sie wie tief die Elbe an den verschieden Uferstellen war. Von den Reusen am Storchennest bis zur Ausfahrt in den Hauptarm der Elbe waren auf knapp 400 Metern drei Werften verteilt. Am Ende der Süderelbe ankommen trafen sie auf Giorgio Branduardi, der sich mit Besenstiel und krumm gebogenen Nagel bewaffnet daran versuchte sich sein Mittagsessen zu angeln. „Buongiorno mi amici“, kam es von Giorgio, „Wat hett he seggt?“ kam es von Walter rüber, Salve mio amico“ kam es von Edgar heraus. „Na dann man to“, erwiderte Walter ohne weiter auf die Kommentare der beiden einzugehen. Man kannte sich schon eine Weile und neckte sich gerne. Branduardi hatte in den frühen Morgenstunden die Slipanlage samt Gelände von Arne Olker neu vermessen.

Er berichte seinen Freunden, daß noch viel Arbeit auf sie zu kommen würde, bis die Bautenzüge an den Seilanlagen zum heben und senken in der Länge an das Gewicht der Stahlschiffe abgestimmt waren. „Die Helling ist nicht das Problem, der Helgenbock, der Holzschlitten, die Rampen müssten verlängert und die Unterbahnen alle verstärkt werden. Wie sieht es mit der Böschung aus ?“ Neugierig schaute Giorgio in die Runde. „Allens klor“, machte sich Walter Luft, „die ganze Uferseite muß mit Stahlträgern geflechtet werden, dagegen war der Bau der Abdeichung des Ijsselmeer ein Klacks, würde mein alter Herr sagen“. In diesem Moment schwammen einzelne Holzlatten an Ihnen vorbei. Walter kam aus dem schmunzeln nicht mehr heraus, hatte Edgar doch behauptet, das die tatsächliche Versandung der Süderelbe nur ein Gerücht sei und ein paar eingerammte Stahlhaken im Uferboden ausreichen würden um sicher die Stahlschiffe ins Wasser zu lassen. „Ich muß mal darüber nach denken“, meldete sich Giorgio wieder zu Wort: „Wie wäre es, wenn wir die Unterbahnen länger ins Wasser lassen und mit flut baren Containern justieren?“ „Meinst Du mit Pallen ? Wie im Trockendock 17 ?“ mischte sich Egdar ein: „Das klingt genauso banal wie der hohle Balkenkiel bei den Dampfern, womit wir unsere Bontjes transportieren. Wir müssen uns mit den anderen aus Fanø und Rosslare unterhalten, damit wir die Zeichen passend haben. Hoffentlich klappt es und wir bauen wieder Typen gleiche Fischkutter“, resümierte Walter.

Heute wollte kein Fisch mehr anbeißen, man trennte sich und informierte seine Auftraggeber. Hoffentlich fiel Jan Friede was zu den ersten Antriebszeichnungen von Fiete Buschmann ein, was noch wichtiger war, wo sollte man nun die Diamanten platzieren ?

                                        Bis der nächste Teil kommt, etwas Spaß von meinem Kanal

Bis zum nächsten Mal, wünsche ich einen schönen Sonntag. Es grüßt ein Exil lebender Hamburger in NRW

Erdi Gorch Fock

 

John Glossi sucht einen Ferienjob…….

Germania im November 2015, bald in naher Zukunft, wird es hier keine Mittelschicht oder Handwerk mehr geben. Es ist natürlich nur mein mulmiges Gefühl ganz tief in mir drinnen, bei näherer Betrachtung nicht für mich erklärbar, denn obwohl viele Jugendliche sich geschickt bei der Stellensuche anstellen, klagen die meisten Unternehmen über Nachwuchsprobleme, nur weil viele Betriebe nicht bereit sind Ihre hohen Einstellungsanforderungen an den eventuellen Bewerber zurück zu schrauben. Muß das so sein ? Selbst ich mit meiner langen Berufserfahrung würde heute keine Ausbildungsstelle mehr finden. Dabei fehlt es hier an Bäckern, Fleischern und Bauern, Verkäufern…… Warum ist das so ? Machen wir einen Test, hören und sehen wir uns die Probleme unserer Jugendlichen an. Ganz egal, ob wir im nördlichen oder südlichen Teil der Hemisphäre leben, so zwischen Rhein und Elbe, das Beschäftigungsproblem besteht nicht erst seit gestern. Oh, wieder mittendrin………es war einmal…..

ein Freitag vor den Herbstferien, die Schüler und Schülerinnen des Regina Gymnasiums freuten sich auf Ihre wohlverdienten Freizeit. John Glossi und seine Freunde hatten endlich wieder Gelegenheit etwas gemeinsam zu unternehmen. Da alle immer zu wenig Taschengeld hatten, waren sie gemeinsam auf der Suche nach einem lukrativen Aushilfsjob. Gemeinsam zogen Sie durch die Stadt und überlegten, was viel Geld einbringen würde. Es könnte also nur eine Frage von Stunden sein, bis sie Ihre Taschen mit harter Währung füllen könnten, so der Gedanke. Mit sauberen Sachen, zeitgemäß flott angezogen, wurden die erste Bekleidungshäuser aufgesucht. Die Frage nach einem Aushilfs- oder Ferienjob wurde in einem negativ beschieden, im zweiten Kaufhaus wollte der dafür verantwortliche Angestellte eine schriftliche Bewerbung haben, mit Profilbild und Lebenslauf. Damit hatten unsere Freunde nicht gerechnet. Der Weg zum ersten Geld, war doch mühseliger als erhofft.
Am nächsten Tag wurde das Internet nach ‚richtigen Bewerbungsunterlagen‘ durch gepflügt…….

– Wer Kinder hat, wird sich daran erinnern, wie leicht es früher war ( vor 1980 ) einen Praktikumsplatz oder einen Aushilfsposten zu ergattern oder? Ob Gesamt- Haupt- oder Realschule, im Laufe der Jahre hat sich vieles geändert. In meiner Generation reichte es aus, mal alles ab zu klappern. Am Fischmarkt habe ich ausgeholfen, Kisten geschleppt, Zeitungen ausgefahren, schnell mal beim Nachbarn tapeziert, Rasen gemäht, Die damaligen Anforderungen an mich waren leicht zu erfüllen, ein sauberes Hemd, Hose haben damals ausgereicht und schon konnte ich loslegen, sprich Geld verdienen. Nur heute wollen die meisten Firmen eine richtige Bewerbungsmappe, das nenne ich eine vollkommene überzogene Forderung an junge Berufsanfänger, die hier an diesem Beispiel noch zu Schule gehen. Eltern sollten auch nicht den Fehler machen und die Verantwortung auf die verschieden Schulsysteme abwälzen. Wie war das nochmal mit dem Zitat: „Nicht für das Leben, sondern für die Schule lernen wir“ oder war es eher „Nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen wir“ / frei nach Lucius Annaeus Seneca, römischer Philosoph. Der springende Punkt, Eltern können Kindern Hilfestellungen geben, müssen es aber auch zu lassen, daß hier eigene Erfahrungen gesammelt werden, negative gehören dazu. Zugeben wer schon mal seinen Kindern von seinem eigenen Arbeitstag erzählt hat, wird nicht unbedingt neutral bleiben, läßt die Zukunft da draußen nicht rosarot erscheinen. Aber genau diese Wahrheit verstehen die Jugendlichen. Obwohl wir als Eltern ab einen gewissen Punkt, der Pubertät sei Dank, alle blöd sind, vertrauen uns die meisten Kinder Ihre Sorgen an, wir müssen nur zuhören und auch wenn es schwer fällt los lassen, wenn die ‚Kleinen‘ flügge werden…..wo war ich….. eins noch in Richtung Arbeitgeber, wer nicht in der Lage ist, Ausbildungsplätze zu schaffen, schadet der gesamten Gesellschaft, wer Subventionen vom Staat annimmt, trägt Mitverantwortung und sollte Lehrstellen anbieten, die nicht erst, wie in den letzten 20 Jahren, vertraglich erstritten werden müssen, genauso halte ich es mit den Unworten Ausbildungsquote oder freiwilliges Berufsbildungsjahr, wenn ausgebildet wird und der Auszubildende keine Chance auf Übernahme im Betrieb hat. Beim Thema Mindestlohn bekomme ich eine Krawatte, das ist aber eine andere Geschichte –

….. nun wurden Zeugnisse vielfach kopiert, mit Fotos versehen und die zweite Runde konnte gestartet werden. Die Eltern staunten nicht schlecht, als die eingeschworene Freunde geradlinig Ihren Plan verfolgten. Es hagelte Absagen vom Getränkehandel, Tankstellen. Es wurde aber nicht aufgegeben und hier fühle ich mich ( äh natürlich Herr Edgar Glossi ) sich gebauchpinselt. Auf einmal saßen wir alle im gleichen Boot, Eltern und Kinder zogen an einem Strang. Es wurde sich umgehört, meistens scheiterte es aber am erforderlichen Alter. Selbst bei den Kaufhäusern, die sich auf Elektronik und Spielkonsolen spezialisiert haben, sprang kein Ferienjob heraus. Dafür wurden die Bewerbungsunterlagen wieder zurück geschickt, das macht auch nicht jeder Arbeitgeber. Am Ende der Herbstferien angelangt, hatten unsere Kinder über Arbeitssuche viel gelernt und was noch wichtiger ist, zu keiner Zeit den Mut verloren, immer weiter gesucht. John Glossi und seine Freunde werden Ihren Weg machen, da ist sich Edgar und die anderen Eltern sicher, denn am letzten Samstag gingen John und seine Freunde ins Kino, nicht nur um einen Film zu sehen, es wurde auch nach einer Aushilfsmöglichkeit nachgefragt.

zur Untermalung, etwas Spaß aus meinem youtube Kanal

 

Bis zum nächsten Mal, wünsche ich einen schönen Sonntag. Es grüßt ein Exil lebender Hamburger in NRW

Erdi Gorch Fock