Alles nur Aberglaube oder was, Häuser die Schlafwandeln, die geheimnisvolle Bettdecke


Es gibt Tage und Wochen die kann ich getrost in die Tonne kloppen. Da geht nichts gerade aus, es läuft eben alles schief. Am liebsten möchte ich das Haus nicht  verlassen, nur damit nicht noch mehr Missgeschicke passieren. Zu allem Unglück hatten wir in dieser Woche auch noch Freitag den 13’sten. Vorweg, ich leide nicht an Paraskavedekatriaphobie, jedenfalls kann ich mich nicht daran erinnern, denn als optimistisch eingestellter Mensch glaube ich nicht das es schlechte und gute Tage gibt. Eher mehr das da irgendwas nicht erklärbares ist, was wir mit Aberglauben abtun oder falsch interpretierten Gefühlen und Wahrnehmungen. Warum gehen Gegenstände immer an diesem Tage kaputt, verpassen wir unseren Bus oder das Auto springt nicht an und so weiter. Aber was ist wenn wir…..wieder mittendrin….. Es war einmal….

an einem Freitag dem dreizehnten. Ich wachte auf und merkte plötzlich das mein Elektrowecker nicht rechtzeitig geklingelt hatte. Der Strom war aus gefallen. So ein Mist, mein Adrenalin stieg in die Höhe. Fummelnd und suchend ertasteten meine Finger den Lichtschalter der Nachttischlampe, der nächste Schock, das Licht blieb aus. Meine innere Schaltzentrale meldete sich mit den üblichen kontroversen Möglichkeiten meines Körpers. „Sollen wir die Flucht- oder Kampfinstinkte aktivieren, Boss?“ überlegend am Bettrand sitzend, machte ich meinem Körper klar „He, was ist los? gebt mir lieber einen direkten Link zum Kleinhirn, ich brauche eine Idee, wie soll ich jetzt unbeschadet in den Keller kommen“ Im Schneckentempo wurde die dunkle Lage im Zimmer analysiert, wie viele Meter sind es zur Tür? Vorsichtig machte ich einen Schritt nach dem anderen, erfühlte den Türknauf, ich hörte meinen Herzschlag, bloss keinen Krach machen, fast geräuschlos öffnete sich die Türe.  Bis hierhin hatte ich alles im Griff, nur noch zwei Treppen runter und dann an den Verteiler Kasten: „Kreativ Abteilung hier, wir brauchen mehr Licht, verdammt dunkel hier“, „Der braucht eine Taschenlampe, es sind 28 Stufen bis in den Keller“, meldete sich unaufgefordert mein Großhirn. „Blitzmerker, hier braucht es keine Kreativität von mir, sondern Mutbubbis aus der Körperkraftlobby, denn die Taschenlampe liegt im Schuppen, ich sag schon mal Prost Mahlzeit“ Auch das noch kam es mir durch den Sinn: „Soll ich etwas Adrenalin nach legen“, fragte meine rechte Gehirnhälfte und öffnete alle Ventile. Während dessen schafften meine Beine die erste Treppe wie von Geisterhand gelenkt. „Rechts abbiegen“, kam es aus meiner Kreativecke. „Gute Idee“ kam es vom Kleinhirn, „versuchten wir die Schublade mit den Streichhölzern zu erreichen“. Irgendwas behinderte meine Hände, ach ja ich könnte die übergeworfene Bettdecke langsam ablegen, da mir mein Adrenalin so eingeheizt hatte, daß der Schweiß schon den Rücken runter lief. Beim öffnen der Schublade bekam ich die Streichhölzer in die Hände, leider waren meine Reflexe nicht so schnell und die selbst schließende Lade schnappte sich meinen Zeige-Mittel- und Ringfinger. Mit einem „Aua“ machte ich mich an die Streichholzpackung, unbeabsichtigt verhedderte ich mich dabei in der hinter mir liegenden Decke, mein Balance Gefühl fühlte sich dadurch so gestört, daß es nur noch Richtung Küchenboden ging. Mein eigener Astralkörper setzte die ganzen 115 Kilo Lebendgewicht des Körpers ein. Es gelang mir mit Hilfe von Hüft- und Bauchrollenfülle diesen Sturz unbeschadet zu über stehen. Nach einer kurzen Weile hatte ich mich wieder unter Kontrolle und zündete das erste Streichholz an. „Wow, ich kann sehen“ freuten sich meine Augen. Der linke Zeigefinger, verstärkt durch meinen Daumen melden ein erneutes „Aua“ an, das Streichholz war zu Ende gebrannt. Nächsten Schwefelspan anzünden und immer weiter in Richtung Keller gehen. Nun spielte mein Geist eine Scharade mit mir, meine Ohren vernahmen seltsame Geräusche aus dem Schlafzimmer. „Immer die Ruhe bewahren, ein Problem nach dem anderen alter Schwede“, dachte ich, keinen Zentimeter vom Weg abweichend, so erreichte ich den Sicherungskasten. Alle Sicherungsboxen auf an stellend, konnte nun der Lichtschalter betätigt werden. „Licht ! Problem gelöst, Glückwunsch Boss, stammelte die ganze vernapste Oberstübchenmannschaft meines Großhirns. Die Ohren vernahmen wieder Geräusche, diesmal von der ersten oberen Etagentreppe. Mein Herz schlug auf einmal ganz langsam, Adrenalin ist alle, nun hilft nur noch der Fluchtinstinkt, rette sich wer kann“, verabschiede sich meine Schaltzentrale. Mit ruhigen Schritten stieg ich die Kellertreppe hinauf. Mit dem Leck mich Gedanken tief aus meinem Bauch heraus, bemerkte ich, daß die Bettdecke nicht mehr auf dem Küchenboden lag. Wo ist die Decke geblieben ?, fragte ich mich Kopf schüttend. Ich hörte wie eine Schlafzimmertür ins Schloß fiel. Seltsam, was spielt sich in diesem Haus ab ? Zum Glück war unsere Küchenuhr Batterie betrieben, es war gerade 03:30 Uhr, also hatte ich gar nicht verschlafen. Mit einem Blick zum Kalender, stellte ich fest, daß ich heute Spätdienst hatte. Als ich wieder im oberen Stock war, schloss ich leise die Schlafzimmertür, legte mich wieder ins Bett, rollte mich in die Bettdecke ein.

So gegen 08:30 Uhr klingelte der Wecker, als wenn es die Stunden zu vor nie gegeben hätte, meine Frau war schon aufgestanden und bereite das Frühstück zu. Etwas ermattet setzte ich mich an den Tisch, nippte vorsichtig an der Tasse Kaffee. Mit einem: „Na Schatz, sag mal bist Du zum Schlafwandler geworden ?“ wurde ich fröhlich begrüßt. „Nein, ich habe heute früh die Sicherungen wieder rein gedreht und, „….und dabei mir die Bettdecke weggezogen“, schmunzelte meine Frau. Die hast Du Dir wieder geholt“, lachte ich Sie an. „Nein das habe ich nicht“, sagte meine Frau. Ich merkte wie mein Blutdruck wieder an stieg, leise höre ich meine innere Stimme: „Wer hat denn die Bettdecke ins Schlafzimmer gebracht?“……………………..

zur Untermalung, etwas Spaß aus meinem youtube Kanal

Bis zum nächsten Mal, wünsche ich einen schönen Sonntag. Es grüßt ein Exil lebender Hamburger in NRW

Erdi Gorch Fock

Vorbereitungen auf Weihnachten, Advent, Sütterlin und Scheherazade ist nicht zu finden…….


Langsam wird es ungemütlich draußen. Die Tage verwandeln sich morgens und abends zur andauernden Nächten. So ist das auf der nördlichen Halbkugel. Es ist die Zeit der Vorbereitungen, da der Winter ansteht und nun alles weg geräumt und verstaut werden sollte. Wer kann kocht, backt und dekoriert, füllt Keksdosen und Fenstersimse mit allerlei Dingen, die für jeden eine lieb gewordene Tradition sind. Meistens schaffe ich es auf die letzte Minute mit allem fertig zu werden.

Nur diesmal bin ich spät dran. Das muß daran liegen, daß ich im Frühjahr alles was nach Kugeln und Weihnachtsschmuck aussah, sorgsam weg geräumt habe. Verpackt und geordnet liegt nun alles sicher in Kartons in den neu fertig gestellten Regalen im Keller. Wenn ein Beamter was macht, dann macht er es richtig, wozu auch die Kartons noch beschriften, pure Zeitverschwendung. Im Sommer habe ich noch schnell ein Zimmer gestrichen und den ganzen Malerkram mit samt Eimern fein säuberlich im Keller verstaut. Im Herbst war ich endlich soweit gewesen und habe alle überflüssigen Sachen, wie Koffer, alte Schulsachen und Bücher und Briefe in den Keller gehievt.

Jahres bedingt kommt der erste Advent etwas früher dieses Jahr. Voller Vorfreude an schöne Abende im Kreise meiner Familie, kann ich noch etwas dekorieren und Weihnachten kann kommen. Wie gut das nun alles an einem Ort zu finden ist. Adventskalender, Adventsteller samt Kerzen, etwas Dekor und Grün, kein Problem, ich weiß wo alles steht. Also ran und ab in den Keller.

Voller Tatendrang machte ich die Kellertüre auf und sah einen voll gestellten Raum mit Sachen, alles lag unsortiert durcheinander. Wie komme ich an die Weihnachtskartons heran und wo überhaupt steht das Regal ? Erst mal Licht machen und die Lage peilen. Der erste richtig gute Gedanke von mir, leider machte es nun „Peng“ Meine analytischen Fähigkeiten hatten die Situation sofort richtig erkannt. Das Licht ging nicht an. Wo sind die Ersatzbirnen ? Ruhe bewahren, alles kein Problem, Glühbirnen sind in der Schublade im Werkzeugschrank, der neben dem Keller im Regal steht. …. ………Hilfe………….

„Es wird Zeit, daß ich mir einen Plan mache“, dachte ich. Vielleicht stecken ja im kleinen Karton unter den Schulbüchern und Heften die Adventskerzen. Schnell hatte ich die Leitern und Farbeimer zur Seite geräumt und die ersten 2 Meter Keller freigeräumt. Es waren alte Briefe meiner Eltern in Sütterlin geschrieben, sehr interessant und als Ablenkung wie geschaffen für mich. Außerdem hatte ich keine Lust mehr nach Birnen und Weihnachtssachen zu suchen.
Sütterlin und Kurrentschrift, das ist lange her. Bei mir so 30 Jahre, wo ich diese Schrift zum letzten Mal gelesen habe. Das entziffern der Buchstaben und Wörter war mühsam, langsam studierte ich alle gefundenen Briefe und Ansichtskarten. Es machte soviel Spaß, daß ich einen kleinen Clip darüber gemacht habe. Vielleicht werde ich mal in Sütterlin schreiben, aber erst mal muß ich an das Weihnachtsdekor heran.
Mit gesammelten Kräften habe ich nun alles wieder aus dem Keller geräumt, der Adventskalender ist gefüllt, der Adventsteller mit einem schönen Weihnachtsstern verziert, samt Kerzen steht er nun an einem schönen Platz Schön, wenn alles fertig ist.

Nun könnte ich in Ruhe meine Geschichten von Scheherazade aus 1001 Nacht lesen, wenn ich das Buch finden würde. Ich habe da so eine Ahnung, wo das Buch sein könnte. Es ist in einem Karton im Keller oder in einem Koffer, vielleicht doch eher im Sack bei den Schulbüchern. Ach es eilt ja nicht oder ? Beim nächsten Mal erzähle ich eine Geschichte von Scheherazade.

Ich wünsche Euch allen eine schöne Adventszeit, bleibt mir gesund und kommt gut durch den Winter.

Bis zum nächsten Mal liebe Grüße von einem Exil lebenden Hamburger aus NRW.
Erdi GorchFock63