Abschied von Mona Lisa, Fiete und Edgar auf dem Weg zu neuen Ufern

Leichter gesagt als getan, denn wenn Mann oder Frau sich nach langer Suche gefunden haben, um mit dem Wunschpartner einen gemeinsamen Weg zu gehen, dann werden beide sicher nicht bei der ersten Gelegenheit, wo sich die ersten Steine in den Weg stellen flüchten und die bis dahin bestehende harmonische Zweisamkeitsbrücke abreissen, nur um sich etwas neues zu suchen, denn mit Sicherheit werden die paar dunklen Schicksalswolken vorrüber ziehen, auch wenn sich das gemeinsame Leben von heute auf morgen ganz anders darstellen sollte, als es sich das glückliche gefundene Paar vorstellen könnte. Was aber passiert, wenn doch der Donner von „oben“ kommt, alles durcheinander wirft? Eine Beziehung endet, vorbei ist, eher die gemeinsamen angestrebten Ziele erreicht sind. Wie geht dann es weiter?

Bei Herrn Glossi hatte der Gevatter Tod angeklopft und die geliebte Frau mitgenommen, plötzlich und unerwartet verstarb seine Mona Lisa. Konfrontiert mit der realen Wirklichkeit, das alles Leben einmal ein Ende hat, erinnerte sich Edgar Glossi an die vielen erlebten schönen Momente zurück, wie er seine zukünftige Frau bei der Arbeit kennen lernte, wie er vom ersten Moment an von Ihr angetan war, auch an den Tag vor gut 20 Jahren, als Mona zum ersten Mal durch die Flure in seiner Etage stöckelte.

Mona war ein Individuum, typisch Frau, die für Ihren Mann und den geliebten Sohn Fiete alles kochte und backte, gleichzeitig auch verschwiegen, ganz der gelebten Tradition der weiblichen Niederrheinerinnen, für die es gilt, daß die Männer alles essen können, aber nicht alles wissen müssen…wieder mitten drin…Es war einmal…

zu jener Zeit, als der rosa Riese Dienststellen zusammen legte und die aktraktive Mona Lisa wohl oder übel als Beamtin Ihrem Dienstherrn folgend, an neuer Wirkungstätte als Geschäftssekretärin Ihre Arbeit aufnehmen mußte. An der neuen Stelle arbeiteite Edgar Glossi, der diese Chance, der arbeitsbedingten Umorganisation nutzen wollte, um sich zu verändern, besser gesagt, er stellte zu diesem Zeitpunkt einen Antrag auf Versetzung, er hatte die Schnauze voll vom Niederrhein, spielte mit dem Gedanken wieder in den Norden zu ziehen. Bremerhaven sollte sein neues Betätigungsfeld werden, als auf einmal Mona Lisa Ihm über den Weg lief und in sein Leben trat.

Jetzt in den Tagen der Trauer, erinnerte sich Edgar Glossi an die vielen erlebten gemeinsamen Momente mit Mona zurück. Damals, wie sich das anhört, er fühlte es, als wäre es gestern gewesen… Also, Glossi freute sich wieder in seine neue alte Heimat zu kommen. Edgar hatte den Entschluß gefaßt zu gehen, so blieb auch das Interesse aus, sich auf die neuen Kollegen einzustellen, die nun hier her versetzt worden waren. Wobei Ihm nicht entgangen war, daß da ein neuer süsser kleiner Feger ins Geschäftszimmer einzog. In den ersten Tagen des „Kennen lernens“ stürmten seine alten Arbeitskollegen zwei- bis dreimal täglich in das Sekretaritat, nur um Postversandmappen, neue Stifte oder sich ein tägliches Körbchen von Mona Lisa ab zu holen. Dieses emsige treiben der männlichen Belegschaft war der ersten Chefsekretärin Anne natürlich aufgefallen. Sie erkannte wer von den Kollegen nicht dauernd ins Büro kam, um so wichtige Dinge zu klären, wie nach dem Wetter oder nach der Körbchengröße der „Neuen“ zu fragen. Wieso kam Egdar nicht auch fünf mal ins Geschäftszimmer, stellte Sie sich die Frage? Warum immer nur ganz normal morgens und nachmittags, wenn die neuen Bauaufträge und Arbeitsaufträge von der Kundenniederlassung kamen? Anne mochte den Hamburger, der zwar ein Hallodri in Ihren Augen war, aber liebenswert, natürlich mochte Sie auch die „Neue“ aus dem Ruhrgebiet. Anne brachte diese beiden, die wie Pott und Deckel passten, zusammen. „Hier ist mehr drin für die beiden“, dachte sich Anne, als nur hin und wieder eine Zigarette in der kleinen Raucherecke im Flur zu rauchen. Als Anne hörte, wie sich die beiden Zeitgeister wieder in einer kurz angelegten Pause sehr angeregt miteinander unterhielten und lachten, versteckte Sie den Schlüssel vom Mona Lisa Schreibtisch. Mona konnte nicht an Ihr mitgebrachtes Frühstück heran kommen. Es mußte eine Lösung her und wer der Glückliche sein sollte, der hier helfen konnte, bestimmte Anne. Mit sachlicher Stimme holte Anne Edgar aus seinem Büro und bat Ihn um Hilfe. Edgar löste das Problem, indem er die Schreibtischschublade knackte. Mit einem tiefen Blick in Mona Lisa’s Augen verabschiede Glossi förmlich und machte sich wieder an seine Arbeiten. Anne hatte als Amorschützin ganze Arbeit geleistet. Ihr Liebespfeil traf mitten ins Herz. Denn auch bei Edgar wurden die positiven Gefühle für diese kleine Person immer größer, er war so faziniert von der schwarzhaarigen lütten Deern, die mit Ihren verschiedenen V aus geschnittenen T-Shirts immer umwerfend aussah. Mona, die von Natur aus nicht auf den Mund gefallen war, fühlte sich seit diesem Moment genauso hingezogen zu Edgar. Mit intelligenten Sprüchen auf Ihren Lippen wurde geschickt die aufkeimende Liebe vor den immer neugierigen Kollegen verborgen. Bis Edgar kurz vor der geplanten Weihnachtsfeier in der Dienststelle, die genehmigte Versetzung erhielt. Endlich konnte Herr Glossi in den Norden fahren, was sollte nun aus den Turteltäubchen werden?

Edgar und Mona versprachen am Abend der Feier sich gegenseitig zu besuchen und den Kontakt aufrecht zu erhalten. 6 Wochen später war es soweit, Edgar tratt seine erste Schicht in der Fernsprechauskunft Bremerhaven an. Er war endlich zu Hause, hier wo er die Menschen verstehen konnte. Gelegentlich rief er Mona Lisa an. Bei diesen stunden langen Telefonaten merkten beide schnell, daß da noch mehr in der Luft lag, als nur mal hin und wieder zu klönen und ein Bratkartoffelverhältnis zu führen. Am darauf folgendenden Wochenende, spontan, besuchte Mona Lisa Ihren Edgar in Cuxhaven, um sich sein neues Zuhause an zu sehen. Bei den langen Spaziergängen am Deich knisterte es so gewaltig zwischen den beiden, daß es nicht beim Händchen halten blieb. Mona eröffnete Ihrem Edgar die Idee auch in den Norden ziehen. Edgar faßte den Entschluß wieder an den Niederrhein zu ziehen. Hier hatten sich zwei Gleichgesinnte getroffen. Edgar stellte ein Versetzungsantrag Richtung NRW und war überrascht, daß am nächsten Wochenende alles schon genehmigt war. Mona und Anne hatten alle Strippen gezogen um Ihren lieben Edgar schnell wieder hier am Niederrhein zu haben, da wo er hin gehörte. Die Falle hatte zu geschnappt, mit einem 400 Kilometer langen Lasso wurde Egdar Glossi eingefangen. Edgar konnte den Mietvertrag der kleinen Ferienzimmerwohnung in Cuxhaven – Döse unkompliziert kündigen, wurde von Mona sofort mit Sack und Pack ins Auto verfrachtet, wieder zurück an den Niederrhein gebracht. Auf der fast fünf stündigen Fahrt in den Ruhrpott machte Edgar seiner Mona Lisa in Höhe der Raststätte „Dammer Berge“ einen Heiratsantrag. Mona Lisa sagte: „Ja“, machte aber sofort klar, daß Edgar alle Hochzeitsformalitäten machen müßte.

Unzählige Glücksmomente des Ehepaares Glossi folgten, natürlich waren sie nicht bei jeder Sache einer Meinung und es krachte auch mal ganz tüchtig im Gebälk, aber dieses tiefe Verständnis für ein ander war immer vorhanden. Es herrschte vom ersten Augenblick ein festes Band der Harmonie, beide hatten sich ausgetobt, keiner vermisste mehr was oder wollte noch was nach holen. Soviel wie die beiden erlebt hatten, kam jetzt die Zeit es sich vor dem Kamin gemütlich zu machen und den Rest des gemeinsamen Lebens zu genießen. So vergingen die schönen Jahre, die mit dem Ende von Mona’s Periode noch einen Höhepunkt mit Händen und Füßen fanden. Ein Sohn wurde geboren. Fiete machte das Glück dieser Familienkleinzelle perfekt. Sechszehn Jahre konnte Mona Lisa Ihren Sohn beim groß werden begleiten. Fiete ist genauso ein Individuum wie seine Mutter, der mit Witz und Rhetorik langsam zum Herzensbrecher wird. Plötzlich wurde Mona krank. Noch einmal blitzte Ihr alter witzige Charme auf, als Sie merkte, daß es zu Ende ging. „Edgar Du machst die Formalitäten mit der Krankenkasse“, sagte Sie ruhig, als Sie sich auf den Weg ins Krankenhaus machte. Sie sollte diese Einrichtung nicht mehr lebend verlassen, für Sie kam jede Hilfe zu spät.

Seit diesem Sommer im Jahre 2016, ist die Welt von Edgar einsamer geworden, den letzten Wunsch seiner Frau folgend, sich noch eine „geile Zeit“ zu machen, da das Leben jederzeit vorbei sein könnte, versuchen Fiete und Glossi Senior nicht den Kopf in den Sand zu stecken. Auf dem gemeinsamen Weg, als erstes gemeinsame Ziel der verbleibenden Glossi’s steht nun die Volljährigkeit von Fiete an und dann kommen vielleicht noch ein paar andere Ziele…Edgar füllt die Lücken seiner geliebten Mona aus, so gut wie es eben geht. Tief im Herzen steuern beide Glossi Männer zu neuen Ufern, nehmen die Herausforderungen des Lebens an…mit der Gewißheit das alles kann und nichts muß…

Solange bis der nächste Teil kommt, von meinen youtube Kanal ein lieb gemeintes …ich liebe Dich…

Bis zum nächsten Mal, wünsche ich einen besinnlichen Sonntag. Es grüßt ein Exil lebender Hamburger in NRW

Erdi Gorch Fock

Herr Glossi glaubt immer noch an den Osterhasen…

Endlich erstes langes Wochenende nach Karneval wieder frei haben, einfach herrlich. In den meisten Schulen werden Osterferien eingelegt. Ein letztes Verschnaufen bevor die grüßen Prüfungen anfangen. Wer kann macht einen Kurzurlaub und fährt in die Sonne oder besucht Verwandte. Herr Glossi bleibt zu Hause und versteckt im Auftrag des imaginären Osterhasen Kleinigkeiten für seine lieben. Es freut sich immer wieder wenn in der Nacht zum Sonntag…oh wieder mittendrin…also, es war einmal…

die Nacht vor dem Ostersonntag, Edgar Glossi hat in langer Vorbereitung alles zusammen getragen was seine Frau und sein Sohnemann morgens suchen sollten. Mit viel Liebe hat er Ostereier und kleine Naschereien hinter Büchern und Regalen platziert. Die natürliche Ordnung in den Geschirrschränken auf den Kopf gestellt, damit einem sofort beim öffnen der Schranktüren die Leckereien in die Hände fallen. Geschmeidig ist Edgar dutzende Male die Treppen runter und hoch gelaufen, bis alles an seinem Platz war. Leise legte er sich wieder hin und döste noch ein wenig bis der Trubel losgehen konnte. Die Neugier ist ein schlechter Schlafgeber, wie wir ja alle wissen und nach ein paar Stunden später war Glossi wieder auf, horchend vorbei an seiner schlafenden Gattin Mona Lisa Ausschau nach verdächtigen Geräuschen im Haus haltend, schien alles ruhig zu sein. Es war nichts verdächtiges zu bemerken. Wie jedes Jahr stellte sich bei Ihm der merkwürdige Verdacht ein, daß alle Hausinsassen den Ostersonntag vergessen hatten. Mittlerweile war es schon 06:00 Uhr, nun konnte Herr Glossi nicht mehr abwarten. Er stand auf, sah hier und da noch mal nach, ob seine Verstecke noch gefüllt waren.

Mit einer Tasse Kaffee lauerte er nun von Wohnzimmersofa aus, wer gleich aufstehen würde. Aber nichts geschah, das ganze Haus döste vor sich hin. Seine Gedanken erinnerten Ihn an frühere Zeiten, als er Eier suchend sein Körbchen voll machte und alle Ecken damals durchsuchte. Überall im Haus war was zu finden. Danach wurden die kleinen süßen Schätze auf einen Gabentisch gestellt, wobei immer schon die Hälfte fehlte und manch Körbchen von Glossi Senior und Edgar schon gewaltig an Gewicht verloren hatten. Nach alter Familientradition wurde darauf hin eine zweite Nachuntersuchung in den einzelnen Räumen gestartet, oft hatte der kleine Edgar Glück, fand ab und zu mal im Werkzeugkasten von seinen Vater Edwin ein paar Schokoladentafeln.

Leise öffnete sich eine Tür, augenblicklich wurde Edgar wieder zurück in die Gegenwart geholt. Im Treppenhaus tat sich was. Edgar drückte sich flacher in die Sofakissen, so war er im Halbdunkeln des Raumes nicht mehr zu erkennen. Er erkannte die Umrisse von seinem Sohn Fiete. Fiete schlich in die Küche, öffnete vorsichtig einen Regalschrank, ein paar Momente später verschwand der Sohn wieder in seinem Zimmer. Herr Glossi richtete sich auf und ging in die Küche, inspizierte die Schränke, tatsächlich fehlte ein großes Osternest. „Na warte“, sinnierte Fiete‘ s Vater, hier hast Du Dich zu früh gefreut, alter Hühnerdieb“. Edgar begann alles noch mal neu zu verstecken. Die Schlafzimmertür wurde geöffnet und Mona Lisa ging zum Badezimmer. Gerade noch rechtzeitig konnte Edgar sich im Wohnzimmer platzieren, als Mona Ihren Mann begrüßte, „Na Du Osterhase, wie lange bist Du denn schon wach?“ „Ach haben wir Ostern Schatz, das habe ich ganz vergessen“, kam es von Edgar, der darauf hin die Fensterrolladen im Zimmer hoch zog. Wie aus dem nichts stand nun Fiete im Wohnzimmer, „Moin Ihr beiden, na habt Ihr schon alles gefunden?, was Papa versteckt hat“, spöttete noch etwas schlaftrunken der Sohnemann. „Ich werde diese Jahr nichts suchen, das ist mir zu albern“. Edgar schaute nichtssagend seinen Sohn an, „Du wirst auch nichts finden Fiete“, sagte sein Vater. Daraufhin schnappte sich Edgar ein Körbchen und fing an zu suchen.

Mit schnellen Schritten stand er in Fietes Zimmer und sackte sich das große Osternest ein. Fiete tat es seinem Vater gleich und stürmte in den Keller durch pflügte den Werkzeugkasten und fand wie durch ein Wunder mehre Schokoladen. Es stand Unentschieden zwischen Vater und Sohn. Zu gut kannten jeder von dem anderen seine Lieblingsvertecke. Wie in einem Goldrauschfieber suchte nun die ganzen Familie nach Eiern, Pralinien und Hasen, laut lachend ertappte sich Mona Lisa dabei, wie sie alle Regale, den Herd und Kochpötte noch mal überprüfte, auf der Suche nach etwas süßen. Mona war eigentlich nie begeistert von diesem Unfug. Trotzdem empfand Sie diese Zeit als die schönsten 10 Minuten vor dem Mittagessen. Jeder der zwei Glossi Männer legte, auf dem Wohnzimmertisch, seine gefunden Sachen ab. Alle schauten sich an, „Aber nächstes Jahr mache ich nicht mehr mit“, sagte Fiete, dabei freute er sich über die gefundene Osterkarte mit dem finanziellen Futter. Zufrieden schaute Edgar in die Runde, „Abwarten“, kam es von Mona, „ich suche das nächste Mal mit.“ Mit einem Augenzwinkern verschwand Edgar zum Briefkasten, sein neues Geheimversteck, verdutzt holte er ein leeres Körbchen heraus….wer hatte es geplündert ?…

Bis zum nächsten Mal, wünsche ich ein schönes Osterfest. Es grüßt ein Exil lebender Hamburger in NRW

Erdi Gorch Fock

Alles wieder auf Anfang, wer bekommt was Neues ?

Am Samstag, bei einer Kanne Kaffee lasse ich gerne die Woche im Geiste noch mal Revue passieren. Noch nicht richtig wach, schauend auf meinen Schreibtisch, Post durch sehend, fällt dabei mein Blick auf das kleine Lustobjekt meiner Begierde, mein Adrenalin steigt und meine innere Ruhe verabschiedet sich auf Nimmerwiedersehen. Warum ist dieses Kommunikationsmittel schon wieder kaputt gegangen. War es denn schon so alt ? Grübelnd zerlege ich das mobile Telefon in seine Einzelteile. Woran kann es liegen, das mein Handy nicht mehr funktioniert ?….es war einmal…

wieder klopfte das Schicksal mit ganzer Kraft und Härte bei Edgar Glossi an die Tür, besser gesagt an den häuslichen Abfalleimer, wo Edgar gerade dabei war den Müllbeutel zu wechseln. Mit einen doppelten Knoten verschwand der randvolle Unrat in der Mülltonne. Als ordentlicher Ehemann, wollte er den leeren Eimer mit einer neuen Plastikbeutel herrichten. Zielstrebig wurde die Küchenschublade angesteuert, Edgar sah und fand alles mögliche, nur keine Müllbeutel. „Wie gut das meine Mona gerade den Einkauf tätigt, da kann Sie gleich noch Beutel mitbringen“, dachte er sich. Edgar nahm sein Handy in die Hand, merkte daß das Akku vom Smartphone nicht genug Strom hatte um eine Verbindung her zustellen, „Wie gut das wir noch eine andere Möglichkeit haben…“, sprach Glossi zu sich selbst. So eine Kleinigkeit wirft einen richtigen Mann nicht aus der Bahn, er schnappte sich sein Haustelefon, „…so nur noch ein kleiner Anruf und meine Bestellung ist erledigt, wie lautet die Nummer von Mona ?“, leider versagte bei Ihm in diesem Moment sein Kurzgedächtnis. „So ein Mist, mir fällt die Nummer nicht ein, ein anderer Plan muß her“, dabei schaute er auf die Küchenuhr. Kopfschüttelnd fühlte er als liebender Vater, daß es noch zu früh war seinen Sohn Fiete zu wecken, der war ja erst spät in den frühen Morgenstunden aus einem Dance Floor Schuppen nach Hause gekommen. „So ein Mist“, weiter fluchend drehte Edgar aus der Küche ab, zog im Flur seine Jacke an, schnappte sich sein Fahrrad und radelte zum Kaufmann los. Unterwegs fuhr seine Frau fast an Ihm vorbei, Sie stoppte am Seitenstreifen, „Na Schätzelein, wohin des Weges ?“, „Müllbeutel kaufen, ich hätte Dich angerufen, aber Deine Handy…, äh… ist eine lange Geschichte, bin gleich wieder da“, stoppte Edgar seine Erklärungsversuche, mit einem kurzem Pedaltritt war Edgar auch wieder auf dem Fahrradweg, beinahe hätte er sich verplappert und vom kaputten Handy erzählt. Angekommen im Geschäft, mit schnellen Schritten, hastete Glossi auf die Ecke mit den Haushaltswaren zu. „Welche Größe brauche ich eigentlich? schnell mal zu Hause anrufen…,Mist das Ding ist ja kaputt, na 20 Liter Beutel werden reichen“, damit schnappte er sich die Ware, bezahlte. Zu Hause angekommen, machte Edgar den Hausmülleimer fertig und begab sich in sein Bürozimmer. Er durch suchte das Internet, fand kein passendes Handyangebot. Entweder die Angebote waren zu teuer oder die neuen Verträge, samt monatlichen Beitrag, sagten Ihm nicht zu.

Kurz vor Mittag stand Fiete auf, am Büro vorbei gehend, sah er seinen Vater am Rechner sitzen und vor sich her brummen. Das war nie gut, wenn sich Glossi Senior verkroch. Edgar hatte seinen Sohn gehört und Ihn mit „Schon wach“ fixiert, also ging Fiete mit einem direkten „Moin“ in die Höhle des Löwen, „was machst Du da Papa?“ „Nichts, mache ich“, erklang es von Edgar, „ich versuche nur…“, dabei wurde seine Stimme immer leiser, „ein neues Handy zu kaufen…“ „Ah, ich bekomme ein neues Handy ? Danke Papa“, klang es mit fröhlicher Stimme von Fiete, „soll ich beim aussuchen helfen?“. Der Blick von Edgar verfinsterte sich. Was hatte er nicht alles schon von seinem Sohn an alten mobilen Telefonen zurück bekommen. In regelmäßigen Abständen, wenn Edgar’s Telefonverträge erneuert wurden, bekam sein Sohnemann ein neues Handy. Dafür erbte er dann die ausgelutschten mobilen Teile, die fast vollkommen funktionierten und manchmal sogar noch mal 2 Jahre durch hielten. „Nein diesmal hole ich mir was neuwertiges mein Sohn“, antwortete Edgar, „Dein letztes Händi hatte Spiderglas und Unterbrechungen, sein Sohn grinste frech wissend, „ich will endlich ein zuverlässiges Teil haben“. Fiete versuchte seine große Rhetorik Überredungskünste der feinen Art bei seinem Vater zu starten. Papa, schau mal…ich könnte mir vorstellen, daß das genau das richtige ist…, bevor der Vater antworten konnte, unterbrach Mona Lisa Ruf, „Essen ist fertig“, aus der Küche kommend, dieses geheime Verkaufsgespräch unter den Glossi Männern.

Beim Mittagessen fühlte Mona Lisa gleich, wie der Duft des süßen Geheimnisses sich zu Ihnen an den Tisch gesetzt hatte. Mit Na, schmeckt es?“, lockte Mona Ihre schweigenden Tischnachbarn aus der Reserve. „Was ist mit dem Handy ?“, „Nichts, meins ist heile“, kommentierte Fiete ohne weiter nach zu denken, „Ich meinte Deinen Papa“, setzte Mona Lisa nach. „Ja, alles in Ordnung, denke ich“, antwortete Edgar, um mit gezielter Redekunst eines Vorschlaghammers auf den Punkt zu kommen, „…ich glaube, es ist endgültig kaputt, ich brauche ein neues und diesmal eins das von Anfang an heile ist“, dabei sah Edgar seinen Sohn an. „Ich kann Dir mein altes geben, das ist so gut wie neu Papa“, klang es halbherzig überrascht von Fiete. Nun wußte Mona Bescheid, gleichzeitig stellte Sie sich die Frage, in wie weit Sie die beiden Glossi’s noch greteln könnte, bevor Sie sich überzeugen ließ. Einen Moment wollte Sie sich noch gängeln lassen, um dann theatralisch bejahend in einen Neukauf eines Handy’s einzuwilligen. „Ach, lade Dein Handy noch mal richtig auf Edgar, dann klappt es wieder“, Ihre überzeugend gut gespielte Antwort kam bei Ihren Ehemann nicht gerade balsamierend an. Nun lag es an Edgar, sollte er seiner geliebten Frau weiter reinen Wein einschenken oder besser klein beigeben. „Naja, ein Handy wäre schon schön gewesen, bald läuft ja mein Vertrag aus und dann….“, Mona rechnete nach, das Vertragsende wäre erst in einem Jahr erreicht, so lange könnte Ihr Ehemann nicht ohne mobiles Schnickschnack aushalten. Mit erlösenden Worten „Na gut, dann kaufe Dir ein Handy“, schaute Sie Ihren Göttergaten an. Egdar zwinkerte seine Frau zu, wollte sofort aufstehen um seine Suche fortzusetzen, „Nicht so schnell Männe, erst kommt noch der Nachtisch“, kommandierte Mona Ihren Mann zum Tisch zurück, „danach wird Dir Fiete bei der Handysuche helfen“.

Nachdem in der Küche wieder klar Schiff war und Mona es sich im Wohnzimmer bequem gemacht hatte, suchte Sie auf ‚Ihrem‘ Rechner nach Handyangeboten, da hörte sie auf einmal vom Bürozimmer eine nach einschmeichelnde Stimme….Papa, schau mal….“

Bis zum nächsten Mal, wünsche ich ein schönes Wochenende. Es grüßt ein Exil lebender Hamburger in NRW

Erdi Gorch Fock

Herr Glossi hat Schnupfen und die Arbeitskollegen verstehen kein americano

Wer in Firenze mit Influenza verwechselt ist ein armer Wicht, entweder er oder sie ist keiner Fremdsprache mächtig oder steckt mitten in einer Erkältung und gehört ins Bett. Herr Glossi wäre lieber in Florenz in einem schönen Hotel mit Aussicht auf den Arno, an der Seite von Florentina, sprich seiner Ehegattin Mona Lisa gewesen, als sich mit einer Grippe zu plagen, nun mußte er liegen und sich ausruhen. Er wäre auch zu Arbeit gegangen, nur nicht bei Krankheit. Vom Arzt mit einem Krankenschein nach Hause geschickt, mußte er sich ein paar Tage lang eine Auszeit nehmen. Es ist ärgerlich, daß Herr Glossi sich schon wieder bei seinen lieben Arbeitskollegen angesteckt hatte. Aus unerfindlichen Gründen nehmen sich seine Arbeitsmitstreiter keinen Krankenschein und gehen lieber mit Fieber und Grippe zur Arbeit. Es stimmte Edgar traurig, daß die meisten Mitmenschen nicht an die Folgen Ihres Handeln denken und ohne Rücksicht auf Verluste alle anderen Personen anstecken….wieder mittendrin…….Es war einmal…..

einer solchen Tage, an dem sich Glossi wünschte, daß es mehr Rücksicht unter den Kollegen geben würde. Er mußte am eigenen Körper immer wieder selbst erfahren, daß seine Mitmenschen auf der Arbeit rücksichtslos handelten, wenn es um die Gesundheit der anderen ging. An die Karrieristen, die sich immer lieb Kind beim Chef machten, hatte sich Glossi längst gewöhnt. Wehe, wenn einer wie er mal krank zu Hause lag, dann wurde sofort eine Gerüchte Kampagne in seinem Großraumbüro gestartet. Wer kennt es nicht und lästert nicht mit, meistens geht es mit kleinen harmlosen Fragen los, in der Art: „ Was hat er denn ?“ „ Ach es ist ja nur Schnupfen, er soll sich nicht so anstellen“. Je nachdem wie der Chef in die Kerbe haut, was der Boss dazu sagt, ist entweder Ruhe in der Arbeitsgruppe oder es kommt ein lieb gemeinter Nachschlag vom Team: „ Schön das Du da bist, ich mußte Deine Arbeit mitmachen“ wenn man / sie sich gesund zurück gemeldet hat. Herr Glossi war klar, das er in seiner Situation nichts dagegen machen konnte, wie seine lieben Arbeitskollegen in seiner Abwesenheit über Ihn redeten, mit Fieber im Körper lag er in seiner Hängematte und versuchte so schnell wie möglich wieder zu gesunden.

Bis es soweit war und Edgar wieder arbeiten konnte, versorgte seine Frau Mona Lisa Ihren Schatz liebevoll. Eine Grippe wurde bei der Familie Glossi seit Generationen wie folgt behandelt. Erst mal tüchtig den Körper aufwärmen, so das Ritual, dann stand eine Schwitzkur an. Dick eingewickelt lag Edgar nun regungslos in seinem Bett und wartete geduldig, das diese Tortur vorüber ging, danach folgten unzählige Kannen Tee. Ganz gleich ob ein Virus oder eine bakterielle Hemmnis, es wurde alles im Hause Glossi ausgespült. Das war schon Tradition, so nach dem Motto: „Oma sagte immer, nichts außer schwitzen und trinken hilft, den ist der Körper von innen und außen gereinigt, hat der Teufel keinen Platz, wo er sich wohl fühlt.“ Nach einer nicht durch schlafenen Nacht wurde frühmorgens immer das Bettzeug gewechselt und Edgar durfte dann diese neu eingedeckte Pritsche nicht mehr verlassen. „Dösend mitten im November kann man auch mal ruhig ein paar Tage im Bett aushalten“, mit diesen Worten verließ Mona Lisa Ihren Gatten in Richtung Küche, um eine Hühnerbrühe zu kochen. Damit es nicht so unendlich langweilig für Edgar wurde, hatte John seinem Vater einen kleinen Beistelltisch mitsamt Notebook hergerichtet. So hatte der Papa etwas Abwechslung und konnte seinem Hobby nach gehen, indem er kleine Clips auf seinem Musikkanal einstellte. Musik war seine erste Liebe, ob italienische Tarantella, Samba, Oper, ein breites musikalisches Spektrum wohnte im Oberstübchen von Glossi Senior, ein unerschöpfliches geistiges Material, war jederzeit abrufbar. So schnitt er seine Videoclips zusammen. als kleinen Einblick hierzu meine Geschichte –  https://erdigorchfock.com/2015/05/15/grand-prix-eurovision-de-la-chanson-eurovision-song-contest/

Mona Lisa konnte mit dieser Trivialmusik nichts anfangen, für Sie gab es nur Hardrock oder ernste Musik, dazwischen gab es nichts. Auch der mediale Kult, der mit der Schauspielerei und seinen Darstellern gemacht wurde, war Ihr zu wider. Regenbogenpresse und Klatsch waren bei Ihr fehl am Platze. Schlau wie temperamentvollen Frauen nun mal sind, gönnte Sie Ihrem Mann sein Hobby, wohl wissend, das Sie keine Konkurrenz ala Bo, Sophia oder Ornella Muti zu befürchten hatte. Sie hörte Ihren Mann, wie er immer wieder „We speak no americano“ summte. Ein untrügliches Zeichen, daß Edgar wieder irgendwas ausbrütete und demnächst ein neuer Videoclip entstand. In der Tat mixte Herr Glossi mit seinen einfachen Möglichkeiten das oft kopierte Renato Carosone Lied mit Bildern und Filmausschnitten von Sophia Loren zusammen. Endlich war der Clip fertig, gut gelaunt fragte er seine Frau, ob sie nicht Lust hätte sein Video ‚Sophia spricht kein amerikanisch‘ anzusehen. Das kleine Kunstwerk war gelungen, zufrieden machte Edgar eine Pause, als plötzlich das Telefon klingelte. Der Chef von Glossi war an der anderen Seite der Leitung, Edgar wurde sehr sich ruhig, Mona Lisa hörte ein knappes: “Ja ich komme, mit der Prämisse früher zu gehen“ von Ihrem Mann „Was ist los Schatz“ bohrte ungeduldig wartend Mona Lisa nach.“ Ich gehe am Samstag zur Arbeit“ knurrte Edgar zurück. Was war passiert?

Ganz einfach dem Chef war aufgefallen, das Glossi’s Krankenschein nur bis Freitag attestiert war. Laut Plan mußte Glossi am Samstag arbeiten. Sein Vorgesetzter hätte Ihm mit Leichtigkeit sofort frei geben können, aber aus Prinzip gab der kleine Boss nicht frei, es herrschte der Nasenfaktor des kleinen Arbeitgebers. Edgar wollte keinen validen Grund für eine arbeitsrechtliche Sanktionen schaffen, sprich eine Abmahnung von seinem Chef erhalten. „Das Betriebsverfassungsgesetz, Mitbestimmung von Betriebsräten wird solange gebeugt bis keiner mehr zu Arbeit kommt, das ist aber ein anderes Thema“ dachte sich Herr Glossi. Am Samstag war er auf der Arbeit, sein Großraumbüro war leer, kein weiter Mitstreiter kam bis 07:30 Uhr zum Dienst. Er setzte sich an seinen Platz, erledigte die wenigen Aufgaben die an standen. So gegen 09.00 Uhr war Herr Glossi immer noch allein. Es wurde langsam Mittagszeit, alles fertig: “Natürlich hätte das auch alles Montag erledigt werden können“, sinnierte Edgar vor sich hin. Nach einem kurzen Telefonat mit dem Chef vom Dienst, konnte Edgar früher nach Hause gehen. Als der Montag kam, begrüßten die Kollegen Herrn Glossi überschwänglich freundlich, sie erzählten, das seine ganzen Aufgaben von Ihnen mit gemacht wurden. Mit einem Lächeln quittierte Edgar die Antworten seines Team, als wenn er nicht wüßte was gemeint wäre, summte er : We speak no americano !

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Bis zum nächsten Mal, wünsche ich eine schöne Woche. Es grüßt ein Exil lebender Hamburger in NRW

Erdi Gorch Fock

Herr Glossi’s Kampf mit der modernen Welt der Banken und Postfilialen…….

Vorbei die Zeiten der Lohntüten, als der Verdienst noch auf dem Werksgelände oder im Betrieb, der Firma ein oder zweimal im Monat ausgezahlt wurde. So Ende der 50’ziger Anfang 1960 wurden in Deutschland Gehalts- und Girokonten eingeführt. Banktechnisch ein schleichender Fortschritt, entlastend für den Arbeitgeber, da hier nicht mehr soviel Personal in den jeweiligen Unternehmungen parat gehalten werden mußte. Die vielen Lohnbüros verschwanden. Langsam ging eine Ära zu Ende, an denen Arbeiter und Angestellte sich mal schnell einen Vorschuss nehmen konnten, ohne das es die ganze Familie mit bekam. Auf diesen Gehaltsstreifen / gelblich bräunlichen Gehaltsbriefen stand nur die Summe drauf, die man verdient hatte, besser gesagt ausbezahlt bekam. So ein Vorschuss verschwand meistens sehr unbürokratisch oder wurde bei guten Malochern über eine zweite imaginäre Überstundentüte verrechnet. Hier decke ich den Mantel der Liebe drüber, also pssst. Für unseren Herrn Edwin Glossi Senior war diese Umstellung ein Ärgernis, er konnte sich nicht daran gewöhnen, erst zu Bank zu gehen um umständlich Geld abzuheben. Ein Kontoauszug war ein Gräuel, hier sah jeder sofort, was bei Edwin in den Taschen verschwand. Er war es gewohnt, daß seine Frau Leonore am Werktor stand und auf seinen Lohn wartete. Etwas ausgedünnt bekam die liebe Frau dann das gefüllte Kuvert und erwirtschaftete davon den Einkauf, bezahlte Rechnungen, machte Überweisungen. Es war also wichtig für Oma Glossi den geliebten Mann am Werktor abzupassen, bevor der liebe Opa Glossi sich zu viele Mücken heraus nahm, auf den Lohntütenball ging und es verflüssigen konnte, oh wieder mittendrin……….es war einmal…….

ein Freitag, das Wochenende stand vor der Tür, nach Schichtende wollte ich mir, äh Herr Edgar Glossi, etwas Geld abholen. Er brauchte für sich nicht viel, eigentlich würde es auch noch reichen, wenn er schnell mal am Samstag in die Post springt und den Geldautomaten erleichtert. Auf dem nach Hause Weg vergaß Edgar Geld zu ziehen. Seine eigene Vergeßlichkeit brachte Ihn nicht aus der Fassung. Morgen wäre auch noch ein Tag, dachte er sich. Beim Abendbrot durchstöberte er die zugestellte Post. Die Zeiten der Liebesbriefe waren längst vorbei, es schien als wenn sein Briefkasten nur noch für Werbeprospekte und Rechnungen geeignet wäre. Mit gespielter Tragik schlich Glossi die Treppe hinauf, seine Frau lächelte Ihn mitfühlend an, wußte Sie doch was dieser schleppende Gang zu bedeuten hatte. Heute war wieder Überweisungstag für Ihren Mann. In seinem Hängematten Zimmer, sortierte Edgar fein säuberlich die Rechnungen, startete seinen Rechner, wählte sich mit direktem Zugriff auf sein Postbankkonto ein. Es ist ja schon eine schöne Sache, so einfach und bequem Überweisungen zu tätigten, dachte er sich, wenn das noch mein Vater Erwin erleben könnte und meine Mutter Leonore hätte nicht für jeden Zahlschein einzeln zur Bank rennen müssen. Nachdem die erste Überweisung mit den nötigen Angaben versehen war, mit wer, wie viel bekommt, kam die entscheidende Zeile nach Art der auszuführenden Überweisung. Der Punkt mobile Überweisung mittels einer gesendeten Bezahlcodes wurde ausgewählt. In freudiger Erwartung bemerkte Edgar, das sein mobiles Telefon noch in der Jacke steckte. Er spurtete vom ersten Stock in den Keller, da hier Eile angesagt war, denn in 8 Minuten würde die offene Verbindung mit der Postbank gekappt werden. Eine blöde Sicherheitsauflage, die nun seine ganzen sportlichen Fähigkeiten abverlangten, elegant wie eine Gämse, stürzte er sich die Treppen hinunter, griff wie ein geübter Taschendieb in die Seitentasche seiner Jacke, erklomm im Zweierschritt die Stufen zurück ins Rechnerzimmer, ließ sich gekonnt in seinen Bürostuhl fallen, in Wartestellung mit einem lauernden Händi bewaffnet, mit einem beherzten Fingerwisch wurde das Smartphone gerade noch rechtzeitig aktiviert. Zu spät, der Kontakt zum Konto war bereits abgelaufen. „Keine Panik, machen wir eben alles nochmal“, zwitscherte Edgar vor sich hin.

Diese Runde ging an die moderne Welt der Banken und Postgiroämter. Nun sank aber seine gute Laune, denn es klappte gar nichts mehr und es wurde totenstill im kleinen hergerichteten Bürozimmer. Wie gut das diese Blamage keiner mitbekommen hatte, dachte er, nun merkend das seine süße Frau hinter Ihm stand, die mit einer zweideutigen Stimme hauchend: „Hat alles geklappt“ direkt über sein lichtes Haar hinweg wissen wollte, ob Ihr Göttergatte klar kommt. Edgar ließ sich nicht kirre machen. Erste Schweißperlen bedeckten nun seine Stirn. „Ja klar Schatz, ich bin gleich fertig“, mit dem Brustton des siegreichen Gladiators machte Herr Glossi unbeirrt weiter. Seine Mona Lisa verschwand aus der kochenden Brutstätte dieses Raumes, es lag eine Entscheidung in der Luft. Langsam tippend wurden wieder alle notwendigen Zeichen und Buchstaben in das vorgefertigte elektronische Postformular gehämmert. Bei der entsprechende Stelle der Überweisungstransaktion wurde mobiles bezahlen mit Händi angekreuzt. Die offene Verbindung des Postkontos signalisierte Ihm einen Code zu senden. Nach ein paar Sekunden war es soweit, eine quälende Ziffernfolge entfernt und die Überweisung ist getan. Aber der Teufel steckt im Detail. Anstatt eine erfolgreiche Bezahlung in Empfang zu nehmen, meckerte die Hirn lose Maschine einen fehlerhaften Eingabecode an. Der zweite Versuch wurde gemacht, nun kam es darauf an Mensch oder Maschine: „Es ist Sparta“ entwich es unseren wahnsinnigen Freund, diese Aktion wurde mit einem zweiten Fehler quittiert. Der letzte Versuch, ganz ruhig, kaum hörbar wurden der Zahlen- und Buchstabensalat eingeben. Der Schlusspunkt in einem großen Finale endete 3 zu 0 für den Rechner. Kreidebleich und stumm saß Edgar auf seinem Stuhl. „Was ist denn nun passiert?“ ärgerte sich Edgar. Es ploppte ein Hinweisfenster auf ‚ Ihr Transaktionscode wurde dreimal falsch eingeben, sehen sie bitte unter unseren Sicherheitsbeschreibungen nach, um die mobile TAN wieder zu entsperren.‘

Es dauerte bis in die Nacht hinein, bis Glossi im Internet das richtige Eingabefeld auf der Postbankseite fand und es mit seinen Daten versenden konnte. Wer schon mal ein Onlineformular ausgefüllt hat und dies nicht jeden Tag macht, kann nach empfinden, wie überflüssig Eingabezeilen sind wie: „Welchen Brauser benutzen Sie?“, Welches Betriebssystem steht zu Verfügung?“,“ Können wir Ihnen weitere Informationen über E-Mail schicken?“. Durch die erlebten Ereignisse machte sich Edgar auf ins Bett zu gehen.

Nach dem Aufstehen am Samstag, packte Mona Lisa Ihren Mann ins Auto und setzte Ihn vor der Post ab. Herr Glossi betrat die kleine Poststelle mit einem mulmigen Gefühl, eine lange Schlange säumte den schmalen Pfad bis hin zum Schalter, im hinteren Bereich, war eine kleine Kabine für Postbankkunden eingerichtet. Vor dieser Zelle warteten schon 3 ungeduldige Kunden. Glossi sah sich die einzelnen Regale an, um ein Überweisungsformular zu finden. Fehlanzeige, außer Prospekten und Rückscheinen war nichts dabei, was wie Zahlschein aussah. Mittlerweile strömten immer mehr Kunden in die Post. Endlich war die Postbankkabine frei, mit leichten Schritten überwand er seine innere Scheu vor der großen Welt der Finanzen und trat in dieses Zimmer ein. Nachdem die Begrüßungsfloskeln austauscht waren, erklärte die Postbankangestellte die fehlenden Überweisungsformulare. Auf Edgar’s Frage: „Wie lange dauert denn so eine Entsperrung meiner mobilen Transaktionsnummern“ rutsche er bei der Beantwortung dieser Frage fast vom Stuhl. „So 10 Tage könnte es schon dauern, bis Sie eine Nachricht erhalten könnten“. Sein „Uff“, lächelte die charmante Assistenten gekonnt weg. „Sie können Ihre Überweisungen an unseren Automaten, der im Eingangsbereich steht, kostenfrei erledigen. Im Moment stehen nur 3 Leute an. Das geht schnell, glauben Sie mir“. Mit einem Danke, stellte sich Glossi gleich hinter der kleinen Schlange an, diese Leute erkannte er, denn sie waren alle vor Ihm bei der Postbankfee gewesen. Ein leichtes murmeln war von dem ersten Überweiser zu hören: „Wie war die IBAN Nummer?“ nervös drückte er im Schneckentempo die Zahlen auf er Tastatur. Nach einer gefühlten Ewigkeit, war der zweite Einzahler dran. Die große Schalteruhr zeigte 11:30 Uhr an. Nur noch 30 Minuten, dann würde der Empfangsbereich geschlossen werden. Als Edgar’s Vormann dran war, war es schon 11:45 Uhr. Endlich war Glossi an der Maschine. Ohne lange zu zögern, tippte er wie wild Name, Konto des Empfängers ein, bei der gefühlten 100 stelligen IBAN Nummer, merkte er plötzlich seine Frau hinter sich. „Schatz klappt es ?“ säuselte Mona Lisa. Mit einem letzten Druck auf die Tasten, dem Ausdruck der Überweisung in der Hand umarmte er seine Frau. „Natürlich habe ich es geschafft, meinst Du ich kenne mich nicht mit den Überweisungsautomaten aus“, das war ja gerade noch mal gut gegangen, dachte sich Glossi……………….

Nach gut einer Woche bekam Edgar Post von der Post, sein Entsperrungscode war gekommen. Drücken wir dem glücklichen Glossi die Daumen, das alles wieder klappt und er in der modernen Welt der Banken beim überweisen und bezahlen keinen Schiffbruch erleidet.

für alle die bei sich bei diesem Thema nicht angesprochen fühlen…mein youtube Kanal…

Bis zum nächsten Mal, wünsche ich einen schönen Samstag. Es grüßt ein Exil lebender Hamburger in NRW

Erdi Gorch Fock