Urlaub ist die schönste Zeit im Jahr, mit wenig Geld in der Tasche die Region erobern……


Die schönste Zeit im Jahr ist für alle Arbeitnehmer der Urlaub. Im Kreise seiner lieben schöne Tage verleben, einfach mal ab schalten und die Batterien auftanken. Nur wer kann sich Urlaub noch leisten ? Im Land der Denker und Dichter arbeiten immer mehr mühsam daran, ihren tagtäglichen Unterhalt zu verdienen, da bleibt für Freizeit und Ferien nichts mehr übrig. Mieten, Strom, Versicherungen, nicht zu vergessen das Fahrgeld um seine Arbeitsstelle zu erreichen, fressen fast das gesamte Einkommen auf. Mit einem diabolischen Lächeln habe ich mich im Jahr 2015 wieder von meinen Urlaubsplänen verabschiedet. Viele werden wie ich zu Hause bleiben und sich die kleinen Freuden auf Balkonien leisten. Voraus gesetzt es steht eine gemütliche Ecke im Außenbereich zu Verfügung. Wer dieses selbe Schicksal mit mir teilt, sollte nicht verzweifeln, also…….. Es war einmal……..

wieder soweit, Urlaubszeit, 14 Tage endlich frei und wieder kein Geld übrig um in den Urlaub zu fahren und was nun ? Na als erstes mal ausruhen und entspannen, ein bisschen aufräumen, auf den Wochenmarkt gehen, mich hetzt ja keiner. So gesagt wurde es gemacht, am Abend schmeckten mir meine frisch mitgebrachten Radieschen und mein Bauernfrühstück vorzüglich. Wie schnell doch so ein Urlaubstag vergeht, was plane ich denn für morgen?

Nachdem aufstehen kam mir ein Gedanke, warum entdecke ich nicht die Welt, lebe ich denn nur um zu arbeiten, nein, ich arbeite um zu Leben. Mit dem Fahrrad auf Wanderschaft, die Welt am Niederrhein entdecken, schnell einen kleinen Picknick Korb packen und los geht es. Ich hatte schon lange nicht mehr nach meinem Rad geschaut. Mit dem schnell weg laufen hatte es sich bei der Ansicht auf mein fahrbaren Untersatz erst mal erledigt. Beide Reifen waren platt, natürlich wollte keiner der Pneus die aufgepumpte Luft bei sich behalten. Das macht überhaupt nichts, das bekomme ich hin, nach dem Mittag werde ich es reparieren, wäre doch gelacht, wenn ich das nicht hin bekäme. Nachdem Mittagessen legte ich mich zur Stärkung der vorliegenden Aufgabe auf meine Hängematte und döste ein. Gerade noch rechtzeitig zur Abendbrotzeit wachte ich auf, eilte schnurstracks zu meinem Fahrrad und stellte überrascht fest, daß ich mehr Zeit benötigte als mir lieb war um alles wieder in Ordnung zu bringen. In den frühen Abendstunden lohnt es sich nicht mehr auf Tour zu gehen, dachte ich so bei mir, ach was soll es, wir haben erst den zweiten Urlaubstag und noch viel Zeit, was gibt es den in der Glotze ? Ein paar Marmelade Stullen und Morgen könnte ich voller Tatendrang los legen. Mit einem guten Gefühl legte ich mich hin und schlummerte ein.

Irgendwie kommt Dank der anfangenden Juli Hitze mein Kreislauf am frühen morgen nicht in Schwung und heute am dritten Tag steht eine Runde mit dem Rad auf meinen Plan. Mit Wasser und Kaffee geht es nun Richtung….. ja wo will ich denn überhaupt hin ? Erst mal runter zum Fluß, ich sehne mich nach einer frischen Brise. Das werden ungefähr 5 Kilometer mit dem Drahtesel sein. Das schaffe ich locker und gegen 10 Uhr werde ich eine Bank erobern, mit Blick auf Vater Rhein. Mühsam quäle ich mich die Anhöhen der einzelnen Brücken an der Bundesstraße hoch. Der kürzeste Weg ist nicht immer schön und bei dem warmen Wetter ist es quälend zu trampeln, aber was mache ich nicht alles um schnell mal an den Rhein zu kommen. Endlich geschafft Wasser, Schiffe, frischer Wind, meine Parkbank ist frei und nun ist genießen angesagt. So nach eine viertel Stunde wurde es mir langweilig, also fuhr ich weiter am Flußufer entlang, vorbei an der Badeanstalt, „Warum habe ich keine Badehose dabei“, ich könnte so schön im im Wasser liegen. Warum nicht ins Bad gehen ? Was ich mir vornehme, mache ich auch. Die ganze Strecke bin ich wieder zurück geradelt, mit festen Blick nach vorne strampelte ich die letzte Brücke hoch. Mit schweren Tritt auf den Pedalen schaffte ich es nicht mehr im leichten Gang radelnd die Brückenspitze zu erklimmen, ich mußte geschwächt absteigen. Mein Elan war aufgebracht, ich stellte mein Rad am Brückengelände ab, mit letzter Kraft, einen Griff in meinen Korb, trank ich gierig, verbrauchte alle meine Vorräten für unterwegs auf. So gestärkt mit neuen Schwung wurde die steilste Brücke am Niederrhein herunter gerollt. Als ich zu Hause ankam, war ich fertig mit der Welt. „Bei der Affenhitze fahre ich heute nicht mehr ins Bad“, dachte ich mir. Nun wußte ich was die Weltentdecker der Kontinente und Kolonien damals spürten, zufrieden fiel ich auf meine Hängematte und war bis zum Abend dösend damit beschäftigt meine ganzen Tageserlebnisse zu verarbeiten. Warum in die Ferne schweifen, zu Hause ist es gemütlich und außerdem habe ich Zeit, morgen wird alles klappen und das Freibad wird mir gehören. Nach dem Abendbrot drückte ich mit wieder kehrenden Kräften lustvoll an der Fernbedienung meines Fernsehers herum, durch Zufall bekam ich mit, daß alle Freibäder gerammelt voll waren in NRW. „Wer fährt denn auch zum Freibad bei dieser Hitze“ es ist viel zu heiß da draußen……………

Der frühe Vogel fängt den Wurm, am vierten Tag wachte ich auf meiner Koje auf, im Geiste voller Tatendrang steckend, nur mein Astralkörper signalisierte mir, daß mein verlängertes Rückgrat, meine Beine eine Pause brauchten. Mit so einem Muskelkater ist nicht zu spaßen, unweigerlich wird einem klar gemacht, daß die gute alten Zeiten vorbei sind. Ja früher konnte ich, da hätten mir 15 Kilometer Fahrrad fahren nichts ausgemacht. Ein Glück, das mein Ego nicht so sehr darunter gelitten hat. Nachdem ich mich ordentlich ausgeruht hatte und die Wohnung nun blitze blank geputzt war, schmiedete ich einen neuen Plan, die letzte Woche meines Urlaubs sollte die schönste werden. Ich teilte mir kleine Abschnitte in meinem Tagesablauf ein. Heute Wochenmarkt, morgen Freibad, kleiner Tipp morgens ist es nicht so überfüllt, das gleiche gilt auch für den Auesee u.s.w Warum nicht mal eine Runde Minigolf spielen ? So ein Muskelkater schmeißt mich nicht zurück, für kleine Unternehmungen bin ich nun fit genug, schließlich gibt es ja noch Bus und Bahn. Wer früh fährt, dem gehört die Welt. So wurde von mir alles erobert was ich wollte, Bocholt, Rhede, Moers, Rheinberg. Zur meiner Freude, entdeckte ich auf einer meiner kleinen Stippvisiten ein kleines Übersetzboot in Orsoy Richtung Duisburg, so was ist ganz nach meinem Geschmack, mit einem fetten grinsen überquerte ich den Rhein. Es gibt viele Plätze, die für wenig Geld machbar sind und wenn ich keine Lust habe, einfach zur Mittagszeit Siesta halten auf meiner Hängematte dösen, stört ja keinen, im Urlaub habe ich Zeit, mich treibt niemand.

14 Tage sind schnell vorbei gegangen, wenn ich wieder ein freies Wochenende habe, fahre ich wieder über den Deich oder zum Wochenmarkt. Sehnsucht und Fernweh bleiben ein Leben lang tief in mir drin, wenn das Geld nicht reicht, mache ich eben Urlaub zu Hause, mit meinen Plan B in der Tasche und genügend Wasser und Kaffee im Korb……………….wird es bestimmt wieder schön.

Bis zum nächsten Mal, wünsche ich einen schönen Sonntag. Es grüßt ein Exil lebender Hamburger in NRW

Erdi Gorch Fock

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Warten auf Godot, oder auf einen Boxkampf oder auf sonst was, des Alltags Tücken…..


Wer kann sich darin erinnern, wie es ist, wenn man auf etwas wartet und am Ende kommt es nicht oder es kommt doch noch? Halten wir uns ganz leicht an Samuel Beckett Theaterstück, spulen und drehen wir im Geiste an unseren Lebensjahrrädchen und erleben die verschieden Zeitphasen noch mal. Wo sind wir, sind wir so? oder trifft es nicht auf mich zu? Jeder hat seine eigenen Erlebnisse gemacht, gewartet und sich schon mal selbst hinterfragt, oder? Bestimmt haben wir alle die nötige Fantasie und Vorstellungskraft dafür? Schon kommen wir zur nächsten Kurzgeschichte.

Am Anfang konnte es Jan und ich kaum erwarten, daß die Schule aus war. Schule war blöd. Eine Institution, die mit wenigen Pausen gespickt nur aus lernen und Schularbeiten bestand. Meistens zogen sich die Stunden unendlich lange hin, bis das Pausenzeichen kam. Die Lehrer waren alle doof, wir versuchten uns die Zeit mit Kritzeleien zu verkürzen. Manchmal wurde diese Einöde mit praktischen Arbeiten, je nach Schulfach in die Länge gezogen. Wir konzentrierten uns in der Schulstunde 45 Minuten darauf 44 Minuten auf die Uhr zu starren, nur um in der letzten Minute, vor dem nahen erlösenden Gong Schlag, die letzten Worte des Lehrers zu verpassen. Regelmäßig mußten wir nachfragen, was wir für Hausaufgaben auf hatten, wartend auf den Lehrer, der manchmal nicht nach der Stunde aus dem Klassenraum heraus kam, nur weil er mit Vorbereitungen zur nächsten Stunde beschäftigt war. Unerträgliche Freizeit verstrich, bis mal der Lehrer gewillt war uns noch einmal zu erklären, was nächste Stunde vorbereitet werden sollte. Manchmal bin ich, ohne zu warten einfach gegangen. Nee, es waren die schrecklichsten Jahre meines Lebens. Jan erlebte es genauso wie ich, für Ihn war es noch schlimmer. Der arme Kerl mußte zu Hause auch noch üben. Ich dagegen nicht, ich war frei und brauchte nichts machen. Ich konnte rumtollen, wie ich wollte. Meine Leistungen waren unterirdisch, „Na und!“ So blieb ich in der ersten Klasse sitzen. Jan wurde in die zweite versetzt. Das zweite Jahr in der ersten Klasse eine Ehrenrunde drehend war mein neuer Freund Hans. Hans und ich waren ein Team. Wir machten Blödsinn in der Stunde und störten die anderen Mitschüler durch pfeifen und singen mitten im Unterricht. Sehr oft durften wir den Unterricht früher verlassen und auf die nächste Stunde warten. Wir vergnügten uns im Pausenhof. Was interessiert mich Deutsch, schreiben oder Mathe. Wir hatten keine Angst vor den Arbeiten, denn Jan, der schlaue Schüler, hatte für uns immer Zeit und bereitete uns auf Diktate und Prüfungen vor. Es war gut so wie es war. Wir tauschten und spickten uns durch die erste Klasse. Bis zu dem Tag als der blaue Brief zu Hans und meinen Eltern nach Hause kam. Es war der längste Tag in meinem Leben. Endlos warteten Hans und ich vor dem Sprechzimmer, vielleicht sollten wir einfach durch die Tür rein gehen oder Ball spielen auf dem Schulhof. Ganz egal, wir müssen warten, worauf warten wir? Können wir nicht nach Hause. Da auf einmal kamen die Eltern von Jan aus dem Sprechzimmer des Direktors. Wo kamen die denn her? Was war passiert und wo war Jan? Was war hier denn nun los? Vom Schulhof gingen Hans und ich in das Vorzimmer des Schulleiters. Die Sekretärin erblickte uns. Auf leisen Schritten kam sie auf uns zu und teilte uns mit, daß wir gleich rein gehen könnten zum Direktor, es dauerte nur einen kleinen Augenblick…

Mitten im Leben stehend hatte ich genug von meinem eintönigen Beruf. Morgens aufstehen und sein Tageswerk schaffen, Tag ein Tag aus. Diese Routine war ein Zeitfresser, der mich auf kurz oder lang kaputt machen würde. Edgar sah das genau wie ich. Wir hatten uns in dieser Firma hoch gearbeitet. Vom ausfegen der Halle bis zur Vertretung des Werkmeisters, wir konnten alles, uns machte keiner mehr was vor. Trotzdem waren wir unzufrieden, es fehlte die Belohnung vom Chef. Edgar kam auf die Idee, daß wir Verbesserungsvorschläge erarbeiten sollten. Welches Unternehmen möchte nicht effizienter sein und mehr verdienen. Wir würden bestimmt davon profitieren. Ja, in der Geschäftsleitung waren wir darauf in kurzer Zeit sehr beliebt. Nun wollten wir endlich unseren Verdienst in barer Münze haben. Wir dachten uns eine superrationale Arbeitserleichterung für alle Mitarbeiter aus. Wir legten unseren Vorschlag vor und bekamen eine Einladung in die Chefetage. Würden wir endlich das bekommen, was wir wollten? An diesen Tag, Vorstellung unserer Ideen, waren alle Bosse begeistert von uns. Wir starteten mit der Umsetzung, vereinfachten die Prozesse und warteten jeden Tag auf unsere Beförderung. In der Zwischenzeit hielten wir Informationsveranstaltungen im Betrieb ab, wie jeder Mitarbeiter von uns am gemeinsamen Ziel, Wegfall von unnötigen Arbeitsprozessen mit helfen könnte. Es vergingen Monate, von unserem versprochenen Geld war immer noch nichts zu sehen. Bis der nächste Jahresanfang kam und die ersten Gewinnprognosen für unsere Firma veröffentlicht wurden. Wir hatten es erreicht, 20 Prozent Gewinnsteigerung in allen Abteilungen. Nur mit der Gehaltserhöhung klappe es noch nicht, da unser höherwertiger Arbeitsposten, unsere neuen Arbeitspositionen und Aufgaben noch genau ermittelt werden mußten. In absehbarer Zeit würden wir unsere neue Gehaltsstufe erhalten. Mein Freund Edgar verließ die Firma, er konnte nicht mehr länger warten. Ich freute mich auf die klingende Anerkennung in barer Münze, aber warum dauerte es so lange, bis endlich das Geld kam? Wollte ich noch länger warten? oder sollte ich kündigen und wo anders neu anfangen? Die Zeit verstrich, mittlerweile hatte ich ein weiteres tolles flexibles Arbeitsschichtmodell eingebracht. Endlich kam die lang ersehnte Nachricht von der Gehaltskasse, meine neue Geldstufe wurde nun festgelegt und sollte bei der nächsten Zeit eingearbeitet werden. Ich freute mich, wie schön, bald könnte ich mehr Geld verdienen, wenn das Edgar noch erleben könnte…

Am Ende meiner Zeit angekommen, habe ich nicht mehr vor zu warten oder mich mit Versprechungen abspeisen zu lassen. Aus Kindheit und aus meinem Arbeitsleben habe ich gelernt, daß ich nur Zeit vergeudet habe. Ich brauche nicht mehr hetzen und ungeliebte Termine wahrnehmen. Man was hat mich das frühe aufstehen gestört, als ich noch arbeiten mußte. Nun kann ich mir den Tag einteilen, wie ich möchte. Gelassen gehe ich meiner Wege. Ich möchte Reisen und genießen. Nächsten Monat werde ich mir was gönnen. Das habe ich mir ganz fest vorgenommen. Wenn ich noch mal die Wahl hätte, ich würde nicht soviel Zeit damit verlieren, alles anderen Recht zu machen. Aber alleine macht es keinen Spaß, vielleicht hat ja meine Frau Zeit für mich und kommt mit mir mit. Ich werde sie gleich fragen, sie muß ja gleich kommen. Mein Nachbar hat sie schon an der Verkaufskasse beim bezahlen gesehen. Noch schnell eine Tasse Kaffee trinken, aber dann geht es los oder bleibe ich hier und genieße die Ruhe? Was dauert auch der Einkauf so lange? Warum bin ich nicht mitgegangen. Augenblicke für die Ewigkeit schmieden, ja ab sofort mache ich es so. Soll ich mich auf geduldig auf das Sofa setzen und abwarten bis Sie kommt oder Ihr, meine einzig wahren Liebe, entgegen gehen. Was soll ich nur machen? …

zu visuellen Unterstützung mein YouTube Kanal…

Im Grunde ist es gleich was wir machen, diese plötzliche Zerrissenheit, die immer wieder aufkommt in alltäglichen Situationen, was machen wir jetzt oder was machen wir nicht, ist ganz tief in uns verwurzelt und verfolgt unser Handeln und Denken ein ganzes Leben lang. Wir haben nur die beiden Urinstinkte „flüchten oder kämpfen“. In der Jugend machen wir die Erfahrung, die uns lenkt. Als heranwachsender Mensch versuchen wir uns mit allem auseinander zu setzen, was sich in den Weg stellt. Im Alter läuft uns die Zeit davon, da wir körperlich und geistig nicht mehr in der Lage sind klare und schnelle Entscheidungen zu treffen. Eine Abweichung von dieser Normalität bringt mich ins straucheln. Ich überlege, was ich machen soll und wenn ich mich entscheide, da gleich im selben Moment die Frage kommt, ob ich es richtig gemacht habe. Soll ich auf das Resultat, die Resonanz des anderen warten oder einfach gehen? So oder so ähnlich erlebe ich es jeden Tag und das wird wohl noch bis zum meinem letzten Atemzug so weitergehen. Natürlich kann es auch ganz anders kommen, oder? Warten wir es ab…

Bis zum nächsten Mal, wünsche ich einen schönen Freitag. Es grüßt ein Exil lebender Hamburger in NRW

Erdi Gorch Fock

Auf einmal Autor ? Mein Erstlingswerk Nach(t)gedanken ist da…..


He, das ist ja Ding und kaum zu glauben, von Kommentaren zum Zeitgeschehen über die alltäglichen Dinge, die einen ( mich ) aufregen, natürlich auch Ereignisse die ich schön finde, zur eigenen Seite und jetzt ist mein Buch im Laden. Na, verpacke ich es mal in eine Kurzgeschichte und stelle mich als Autor vor.

Sich selbst beschreiben ist eine harte Nuß, lieber lasse ich meine Geschichten für mich sprechen. Ich liebe das Spiel zwischen den Zeilen. Ob in meinen Erinnerungen, meinen erlebten Situationen oder im normalen Alltag Mein Feuilleton ist breit gefächert, ich nehme die lieben Mitmenschen und mich selber gerne auf ’s Korn, oder besser gesagt unter die Lupe, leidenschaftlich gerne schreibe ich Märchen. Frei und ungezügelt wird nach gedacht bis in die Nacht…………..ein gelebtes Motto, wer weiß ?

In Hamburg 1963 geboren, verbrachte ich meine Schulzeit, Jugend und die ersten Arbeitsjahre auf meiner Elbinsel Finkenwerder ( es bleibt für mich eine Insel, auch wenn mir dieser Status durch Abdeichung der Süderelbe, Bau des neuen Elbtunnels und einer Köhlbrandbrücke genommen wurde ). Im Laufe der Zeit, als Beamter tätig, verheiratet, lebe ich nun am Niederrhein in NRW.

Wenn es meine Zeit zu lässt, spiele ich Skat, leide mit dem Fußball und St, Pauli mit, fahre Rad und gestalte Videoclips.

Zur visuellen Verstärkung ein kleiner Ausblick auf meinen youtube Kanal.

Wer mehr wissen möchte ? kein Problem. Da ich den ganzen Tag arbeits- intensiv bedingt so viel telefoniere und in meiner Freizeit das Telefon und sonstige „Hangouts“ meide, biete ich für jeden eine schriftliche Möglichkeit zur Kontaktaufnahme an. Auf meiner Webseite ……oder auf google+ …. …. auf Goodreads, bin ich zu finden. Fragen versuche ich zügig zu beantworten.

Mein geschriebenes Erstlingswerk Nach(t)gedanken ist im Buchhandel zu finden unter;

Nach(t)gedanken

Erdi Gorch Fock

Kurzgeschichten von einem exillebenden Hamburger

ISBN 9783734781100

Verlag Books on Demand GmbH, In de Tarpen 42, 22848 Norderstedt

Natürlich kann es auch auf diversen Internetverkaufsportalen bestellt und erworben werden.

Bis zum nächsten Mal, wünsche ich einen schönen Sonntag. Es grüßt ein Exil lebender Hamburger in NRW

ErdiGorchFock63

Wenn früh am morgen…. die Werksirene dröhnt, Gartenolympiade am Niederrhein


Nach einer langen Schicht, einer arbeitsreichen Woche, freue ich mich immer auf das Wochenende. Ausspannen und mal in Ruhe genießen, keinen Streß haben. Mit diesem Gefühl döse ich meistens ermattet am Freitag Abend vorm Fernseher ein. Nach einer Weile, wenn meine Kräften zurück gekommen sind, bette ich mich dann in die Hängematte um. Herrlich einmal aus zu schlafen, ein frommer Wunsch in der heutigen Zeit.

Aber nein“, irgendwas ließ mich am Samstag Morgen hoch schrecken, so ein dröhnen von draußen. So mitten aus dem Tiefschlaf heraus gerissen, dauert es einen Moment bis ich zum Fenster gespurtet bin. Beim Blick nach draußen in diesen Märztagen und nahe dem Gefrierpunkt wird mir nun alles klar, heute ist der erste Tag, an dem es es über 5 Grad plus werden sollen. Meine Nachbarn stehen schon parat, mit Rasentrimmern, Rasenmähern und mit Verlängerungsleitungen bewaffnet, wartend, daß die Uhr acht schlägt. Der Gartenmarathon der Nachbarn fängt bei uns pünktlich an. Bloß nicht noch länger warten, es könnte sonst zu spät sein und der Frühling ist da und keiner kann den Garten betreten, da hier ein reines Chaos herrscht. Jedes Jahr das selbe Theater und ich mittendrin. Es wird gerattet, mit Hand- und Zweitaktermähern herumgelaufen, in die Hecke gedroschen, mit durch drehen Reifen und aufheulenden Motorpedalen gespielt. Bei mir kommen alte Erinnerungen an die Werkssirene der Kesselschmiede HDW Finkenwerder hoch. Nur hier waren Termine und Aufträge wichtig, die eine Samstagsschicht erforderlich machten.

– in Erinnerung an meine Geschichte –

https://erdigorchfock.com/2014/08/11/ruschsiedlung-finkenwerder-von-1973-1976-hamburg-meine-erinnerungen/

Sehe ich nun aus dem Fenster, versuchen Familienväter gegen Pensionäre sich in einem niederrheinischen Wettkampf zu messen ala „Auf die Plätze, fertig, los“ Es werden Halme in Rekordzeit rasiert, – Entschuldigung – es heißt ja hier getrimmt, Blätter ein gesaugt, gefegt, und gelärmt und das alles um 08:15 Uhr…

Puh, meine lieben Mitmenschen sind wohlerzogen und keiner würde es mutwillig wollen, mich in meiner Nachtruhe zu stören. Vor meinem geistigen Auge ziehen Auszüge aus der Rasenmäher – Lärmverordnung vorbei, bevor ich hier den Niederrheiner raus kehre, ja es ist mir bekannt, daß es seit 2002 Geräte- und Maschinenlärmschutzverordnung in Deutschland heißt. Wenn ich noch die Ländergesetze von NRW betrachte, wird mir klar, daß alle meine lieben Rasenmäher Junkies Recht haben. Ihr dürft zwischen 07:00 bis 19.00 Uhr Euren Rasen mähen. Wer von hier ist und wohl möglich noch hier geboren ist, der hat schon aus Prinzip ein allgemeines Gartenbau betriebliches Gewohnheitsrecht in seine Wiege bekommen. „Er und Sie dürfen den Rasen nach dem ersten Hahnenschrei mähen und fertig ist “

Gegen 09:30 Uhr folgt der Hindernislauf der Rasenmäher Helferleins, hier werden gnadenlos alle Familienangehörige eingespannt und zum Grünschnitthof gejagt, an diesen Tagen sind diese Verwertungshofzentren die reinste Qual, es wird gedrängelt und geschoben, hier geht es schlimmer zu als auf unseren Hamburger Fischmarkt. Nicht das ich falsch verstanden werde, ich habe Garten, mähe Rasen, mache mich nützlich und habe Spaß dabei. Nur spiele ich nicht bei winterlichen Temperaturen draußen und zur Nacht schlafender Zeit den Gartengladiator. Bei angenehmen Graden mache ich Stück für Stück fertig und wenn es nach Ostern dauert. „Ick hebb Tied“…

Endlich wurde es etwas ruhiger, „Na klar, es ist Mittagszeit“, da sind alle meine Rasenmäher Freunde beim Essen fassen. Schön, wir werden diese wohltuende Ruhephase ausnutzen und einen Mittagsschlaf machen, bis 15:00 Uhr wird sich hoffentlich da draußen keiner mehr rühren. In meiner Hängematte ein schlummernd könnte es noch ein schöner Nachmittag werden, so waren meine letzten Gedanken. Wenn nicht die Glasenuhr immer klingeln würde. „Moment mol, bin ick hier up See? Hett dat an de Klinkendöre schellen deiht? De Düvel wull mi to’n Dodendrenkelkarkhoff afhalen oder“ Aus dem Klingeln wurde ein Klopfen, aus der Hängematte steigend und wieder in der realen Welt ankommen, identifizierte ich dieses Geräusch als hämmern.

Genau, das hat mir noch gefehlt, aber zu spät, die ersten Bohrer stimmten Ihren lieblichen Gesang im Gleichklang mit den disharmonischen Hammerschlägen an. Wieder sinnierte ich über gesetzliche Ruhezeiten nach und kam zur Schlussfolgerung, daß hier alles berufsmäßige Heimwerker am Schaffen sind, für die die Ruhezeiten kommunal bedingt außer Kraft gesetzt wurden. Schließlich soll hier im Garten ja alles heute fertig werden.

Nun mittlerweile 15:30 Uhr, kamen meine gestärkten Rasenmäher Kolonnen aus Ihren baufälligen Hütten heraus. Gefolgt von Ihren Gartengroupies, ahnte ich böses. Was darf bei 7 Grad plus im winterlichen Frühlingsmärz bei einer Gartenolympiade nicht fehlen? Richtig, nun werden die verrosteten Grills sauber gemacht. Die Fliesen werden ‚gesandstrahlt‘, so daß hier kein Unkraut mehr in Fugen und Ritzen überlebt. Frühjahrsputz, alles muß rein und sauber sein. So bei mir schmunzelnd, sehe ich meinen lieben Nachbarn zu, wie sie den ganzen Tag geackert und geschuftet haben, leichte Nebelschwaden vom Grillfleisch erfüllen nun die fertig gestellten Gärten, mit Mantel an wird nun gegrillt. Höchste Zeit für mich die Fenster zu schließen. Nee, ich grille lieber später, wenn das Bier kalt ist und das Essen heiß vom Rost kommt und nicht umgekehrt.

So, knapp vor 18:00 Uhr, mit Vorfreude auf die Fußballbundesliga, war dann endlich der ganze Garten Spuk vorbei, der Höhepunkt des Abends, mit hoffentlich vielen Toren für St.Pauli stand für mich an. Ach, ist das Wochenende in den Kreisen seiner lieben nicht schön? Der Sonntag war ganz nach meinem Geschmack, ein schöner Sparziergang am Vater Rhein und die Batterien waren wieder aufgetankt.

Fröhlich am Montagmorgen an meinen Arbeitsplatz waren meine Kollegen nicht so rege drauf, wie am letzten Freitag vor dem anstehenden warmen Wochenende, so ein bisschen verschnupft und hüstelnd saßen sie an Ihren Plätzen. Merkwürdig dachte ich mir, was war passiert, eine geheime Allergie? So kurz vor dem Frühling…und sie befällt nur die Niederrheiner? Väterchen Frost läßt grüßen…

Bis zum nächsten Mal, wünsche ich einen schönen Start in die Woche. Es grüßt ein Exil lebender Hamburger in NRW

ErdiGorchFock63

…. Karneval, der elfte im elften ………….


Es ist ganz ruhig hier am Niederrhein, keiner stört die Idylle. Doch einer, wie könnte es anders sein, der letzte seiner Art…… im Geiste bin ich beim Karneval, am „elften im elften“ auf dem Heumarkt zu Kölle, schunkelnd und der Narretei angetan. Kaum vorzustellen, daß hier in NRW an so einem Tag gearbeitet wird, doch im Wandel der Zeit gehen viele ganz normal zur Schicht und auf Maloche.

Die fünfte Jahreszeit hält Einzug und keiner bemerkt es, nicht bei mir. Mit Mütze und Fischerhemd ging es ab zum Bäcker. So ein Tag fängt mit schönen Rundstücken an. Der erste Schock, alle Kunden im Laden sahen aus wie immer, keiner ist kostümiert. Naja, vielleicht ist es noch ein wenig früh, wir haben ja noch etwas Zeit bis 11:00 Uhr, dachte ich so nebenbei. Meine Stimmung lasse ich mir nicht verderben, „Ein echter Jeck steckt das weg“ Auf dem Heimweg traf ich ein paar bekannte Gesichter mit denen ich ins Gespräch kam. Meine Frage, ob wir nachher alle gemeinsam etwas durch die Stadt laufen und beim Rathaus vorbei schauen, hätte ich mir sparen können. Meine Nachbarn war es etwas zu kalt um spazieren zu gehen. Auch gut, dachte ich, dann gehe ich nach dem Frühstück eben alleine los.

Es folgte der zweite Schock, mitten in unserer Stadt, stand ich alleine auf dem Marktplatz. Kein Trubel, keine Jecken und Narren, absolut nichts los. Nun wird wurde mir bewusst, daß die Leute den Karneval vergessen haben oder zumindest den Anfang verschlafen. Mittlerweile war es 11:11 Uhr geworden und mein Einmannzug machte sich auf den Weg zum Rathaus, in der Hoffnung Gleichgesinnte zu treffen. Fehlanzeige kein Mensch, außer mir, war weit und breit zu sehen, der sich zumindest ansatzweise verkleidet hätte. Es kroch in mir ein eiskalter Gedanke hoch: „Stelle Dir vor, es ist Karneval und keiner geht hin“ Was eine schreckliche Zukunft wartet auf mich. Kann mir einer mal erklären: „Wo sind all die ganzen rheinischen Frohnaturen hin, unter welchem Stein habt Ihr Euch verkrochen? He, aufwachen Ihr Karnevalisten in meiner Stadt“ Wir haben noch nicht Aschermittwoch, Karneval findet nicht nur an bestimmten Tagen statt. Wenn es so weiter geht und wir uns in NRW diese schönen Tagen weg nehmen lassen oder keiner von uns diese tollen Tage vorlebt und den Karnevalsanfang am „elften im elften“ feiert, dann braucht Ihr Euch demnächst nicht zu wundern, wenn es keinen Karneval mehr gibt.

Wieder zu Hause, fast resignierend machte ich die Glotze an, mein Programm war schnell gefunden. Hier im TV wurde aus Düsseldorf und Köln mit Jecken und Narren und rheinischen Liedern der Karneval übertragen. Als Zuschauer, nun in meinem Element, konnte ich schunkelnd mit „Helau und Kölle Alaaf“ meinen Karnevalsanfang genießen. Ich wünsche Euch eine schöne fünfte Jahreszeit…………….

Bis zum nächsten Mal, liebe Grüße von einem im Exil lebenden Hamburger in NRW.

Erdi GorchFock63