John Glossi, die unbekannte Schöne und das Geheimnis der Süderelbe……Teil III


Ein herrlicher Sommertag an der Süderelbe, so um 1961 stand in Adi Balbers Haus eine Gartenparty an. So was war immer eine gelungene Abwechslung in Finkenwerder, mit befreundeten Werftbesitzern wie Arne Olker und Carsten Külln herum sitzen, beide gleichzeitig auch direkte Konkurrenten von Balbers, dazu noch Nachbarn, ortsansässige Zulieferer einladen, mal die Sorgen und die harte Arbeit ruhen zu lassen. Adi legte viel Wert auf intakte geschäftliche Beziehungen, ein Nachmittag mit „dale apen in sien lütten Huus“ war angesagt. Macher und Arbeiter saßen gemeinsam unter einem Dach, ein bunter Haufen von Leuten aus Altenwerder, Finkenwerder, keiner blieb vor der Tür stehen. Selbst Paul Siter von der Este kam aus Neuenfelde mit seiner Truppe vorbei um zu feiern. Im Verlaufe des abends erschien mit Jan Friede, leicht verspätet der letzte Werftbesitzer aus dem Süderelbe Raum.

Er hatte einen speziellen Gast aus Fuhlsbüttel abgeholt. Fiete Buschmann war mit seinem neuartigen Schiffsantrieb viel unterwegs. Fiete freute sich auf diese einmalige Gelegenheit, seinen Podantrieb vorzustellen. Der gesamte Schiffsbau in Norddeutschland befand sich im Umbruch, es wurden immer mehr Stahlschiffe gebaut und diese Entwicklung machte auch nicht vor den heimischen Fischkuttern in Finkenwerder halt. Die anwesenden Werftbetreiber verzogen sich, anführt von Adi, in die gute Stube, lauschten gespannt dem Vortrag von Fiete. Schnell erkannte Jan Friede und Carsten Külln die Möglichkeiten, die sich den kleinen Werften boten. So neigte sich ein interessanter Abend dem Ende zu, klönend wurden noch etliche Bierchen getrunken, jeder freute sich auf gemeinsame gute Geschäfte.

Die letzten Gäste verabschiedeten sich mit einem Hol jo stief , winkten den feinen Herren zu und sahen, wie Adi, Paul und Jan Skat spielten. „De grandessigen Dassels woren begäng an grooten Disch“. An diesem Abend wurden „in kleinen Gruppen“ die Anteile am gemeinsamen Projekt ‚Schleppdampfer mit Podantrieb‘ an der Süderelbe ausgespielt. Paul hatte Glück und gewann das Recht den Schlepper in Neuenfelde zu bauen, Adi ramschte sich die Anteile für den Einbau des Motors zusammen. Am frühen Morgen stand Jan als Verlierer fest, nun hatte er für die Forschung und Fertigstellung zu sorgen. Die anderen Moker’s bekamen wichtige Nebenarbeiten ab. Die kommenden Zeiten zeigten, wie es mit der HF Fischkutter Fangflotte weiter gehen sollte. Arne Olker brachte Fiete Buschmann wieder zum Flughafen. Wenn alles nach Plan verlief, würden sie sich alle wieder im Sommer 1962 zum Stapellauf des ersten Schiffes wiedersehen.

Ein paar Tage später schritten Edgar Glossi und Walter Janz die Uferböschungen an der Süderelbe ab. Mit ein paar Holzstäben prüfen sie wie tief die Elbe an den verschieden Uferstellen war. Von den Reusen am Storchennest bis zur Ausfahrt in den Hauptarm der Elbe waren auf knapp 400 Metern drei Werften verteilt. Am Ende der Süderelbe ankommen trafen sie auf Giorgio Branduardi, der sich mit Besenstiel und krumm gebogenen Nagel bewaffnet daran versuchte sich sein Mittagsessen zu angeln. „Buongiorno mi amici“, kam es von Giorgio, „Wat hett he seggt?“ kam es von Walter rüber, Salve mio amico“ kam es von Edgar heraus. „Na dann man to“, erwiderte Walter ohne weiter auf die Kommentare der beiden einzugehen. Man kannte sich schon eine Weile und neckte sich gerne. Branduardi hatte in den frühen Morgenstunden die Slipanlage samt Gelände von Arne Olker neu vermessen.

Er berichte seinen Freunden, daß noch viel Arbeit auf sie zu kommen würde, bis die Bautenzüge an den Seilanlagen zum heben und senken in der Länge an das Gewicht der Stahlschiffe abgestimmt waren. „Die Helling ist nicht das Problem, der Helgenbock, der Holzschlitten, die Rampen müssten verlängert und die Unterbahnen alle verstärkt werden. Wie sieht es mit der Böschung aus ?“ Neugierig schaute Giorgio in die Runde. „Allens klor“, machte sich Walter Luft, „die ganze Uferseite muß mit Stahlträgern geflechtet werden, dagegen war der Bau der Abdeichung des Ijsselmeer ein Klacks, würde mein alter Herr sagen“. In diesem Moment schwammen einzelne Holzlatten an Ihnen vorbei. Walter kam aus dem schmunzeln nicht mehr heraus, hatte Edgar doch behauptet, das die tatsächliche Versandung der Süderelbe nur ein Gerücht sei und ein paar eingerammte Stahlhaken im Uferboden ausreichen würden um sicher die Stahlschiffe ins Wasser zu lassen. „Ich muß mal darüber nach denken“, meldete sich Giorgio wieder zu Wort: „Wie wäre es, wenn wir die Unterbahnen länger ins Wasser lassen und mit flut baren Containern justieren?“ „Meinst Du mit Pallen ? Wie im Trockendock 17 ?“ mischte sich Egdar ein: „Das klingt genauso banal wie der hohle Balkenkiel bei den Dampfern, womit wir unsere Bontjes transportieren. Wir müssen uns mit den anderen aus Fanø und Rosslare unterhalten, damit wir die Zeichen passend haben. Hoffentlich klappt es und wir bauen wieder Typen gleiche Fischkutter“, resümierte Walter.

Heute wollte kein Fisch mehr anbeißen, man trennte sich und informierte seine Auftraggeber. Hoffentlich fiel Jan Friede was zu den ersten Antriebszeichnungen von Fiete Buschmann ein, was noch wichtiger war, wo sollte man nun die Diamanten platzieren ?

                                        Bis der nächste Teil kommt, etwas Spaß von meinem Kanal

Bis zum nächsten Mal, wünsche ich einen schönen Sonntag. Es grüßt ein Exil lebender Hamburger in NRW

Erdi Gorch Fock

 

John Glossi, die unbekannte Schöne und das Geheimnis der Süderelbe……Teil II


Hoffentlich kann der lütte John meine Schrift lesen“, mit achter sinnigen Gedanken und durchwachsenen Gefühlen machte sich Walter wieder zum Süderdeich auf, ein gutes Stück durch einen diesigen Novemberabend, der es heute in sich hatte. Elbe abwärts des angelegten Rüschparks nahm der aufkommende Nebel das ganze Gebiet bis zum Neßdeich in seinem Besitz. Um jede spärlich aufgestellte Straßenlaterne bildete sich ein glasiges Milchauge. Motorgeräusche waren auf der Straße zu hören, langsam fahrend kam ein Auto näher. Für einen kurzen Moment blickte Walter auf den vorbei fahrenden Wagen, bevor dieser wieder in der dicken Nebelsuppe verschwand. Hinter her schauend versuchte Walter die Automarke heraus zu finden: Ein Mini, ein Fiat, ’ne 500’er Knutschkugel, alles nicht mein Fall.“ Ziemlich durch froren stieg er in den 150’er an der Nordmeerstraße ein, knappe 3 Minuten später erreichte der Bus die Westerweiden, noch den Weg runter zum Süderdeich: Ist een Klacks för’n Hamburger Jung“, fröhlich summte Walter vor sich. Zu Hause angekommen, konnte Ihm der smüsche Regen nichts mehr antun. Zu sich selbst sprechend: Nu hebbt wi Tied in de Komood to moelen“, holte er seine Seekiste hervor. Alte Fotos, Bauzeichnungen von Schottelschleppern, Taucherhandschuhe, Diplom der Industrie- und Handelskammer …. Tauchermeister Walter Janz…. erblickten nach Jahrzehnten langer Ruhe wieder das Tageslicht. Vergilbte Lohntüten von der Schlosserei Michel Föltz, stimmten Walter verdrießlich: Verdammte Absperrung Süderelbe, hat mich meine rechte Hand gekostet, ein Stück Zeigefinger und meine Daumenkuppe. Ick ward op ewig een Deel vun de Elv blieven“. Er hatte genug gesehen, die Erinnerung kam wieder, wo die süderelbischen Werften lagen, wie es zu seinem Unfall kam. Er arbeitete mit anderen Schlossern und Bergungstauchern an der Abdeichung der Süderelbe zwischen Neßsand und dem Müggenburger Loch. Bei der Sicherung eines Blechstücks, das am Elbegrund an einem Stahlposten fixiert werden mußte, hatte sich ein Drahtseil um seine rechte Hand verheddert. Die auf Slip gelegte Schlinge zog auf einmal blitzschnell an. Zu spät bemerkten die Kollegen was geschehen war, sie konnten die Seilwinde am Bergungsschlepper nicht mehr rechtzeitig stoppen. Auf dem Transport ins Harburger Krankenhaus am Eißendorfer Pferdeweg wachte er damals für einen Moment auf und beteuerte seinem mitfahrenden Boss das „allens verteut Michel“ ist, bevor er endgültig in Ohnmacht fiel. Er war für Monate arbeitsunfähig und konnte sich in dieser Zeit auch nichts „swatt“ dazu verdienen. Dabei standen die Werftbesitzer Schlange an seiner Tür, kaum das er zu Hause angekommen war. Arne Olker und Paul Siter, durch und durch Pfeffersäcke brauchten seine Hilfe. Wie gut das Edgar Glossi und Giorgio. die kleinen Gefallen an der Süderelbe vorbereiteten konnten, bis er wieder gesund war.

Draußen war es Stockdunkel geworden, Walter merkte nun, wie er langsam müde wurde. Nach dem aufstehen morgen, wollte er als erstes nach den  Finkenwerder Bontjes an der Süderelbe suchen. Dann mit John sprechen. Edgars Sohn kannte die Süderelbe, das jetzige Naturschutzgebiet bestens. Zu dumm das so viele Jahre seit 1962 vergangen waren. Kaum erkennbar, schaute Walter auf die Flussboje, die in seinem Garten eingebettet war. Auf der Boje stand eine Koordinate N53° 31′ 42.388″ E9° 49′ 39.99.

„Gut, wenn man weiß, wo alles angefangen hatte“, dachte sich Walter und legte sich abgespannt ins Bett.

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Bis zum nächsten Mal, wünsche ich einen schönen Sonntag. Es grüßt ein Exil lebender Hamburger in NRW

Erdi Gorch Fock

Felsenfest in meiner Entscheidung, Gartenolympiade am Niederrhein…


Unglaublich aber es ist wahr, wir haben Oktober und wieder habe ich nicht alles geschafft was ich mir vorgenommen habe, unruhig hetze im Haus und Garten hin und her, draußen muß noch alles gefegt werden, Gartenmöbel in den Schuppen gestellt werden. Mit schrecken stelle ich fest, das sich in den Sommermonaten vieles in meiner Abstellkammer gesammelt hat, warum nur habe ich nicht bei Zeiten alles nach und nach weg gebracht ? Es hilft nichts, ich muß noch zum Grünschnitt galoppieren, bevor der Winter kommt. Was mache ich zuerst ? …..oh schon wieder mittendrin……es war einmal…….

ein Freitag am Ende des goldenen Oktobers. Geistig und körperlich bin ich noch mitten auf Sommer eingestellt, schon kommt der Herbst mit seinen ersten kalten Tagen vorbei. Die Nässe und der Regen zeigen mir, daß es Zeit wird die Sommerklamotten zu wechseln. Meine leichte Kleidung ( Hemd und Sandalen) halten die aufkommende Kälte nicht mehr von mir ab. Widerwillig lege ich meine Jacke schon am Garderobenhaken parat, bis zum Schluß wehre ich mich Strümpfe und feste Schuhe anzuziehen. Mit Blick aus dem Fenster, sehe ich den fallenden Blättern zu, wie sie sich alle kreuz und quer auf meinen Rasen verteilen. Es ist auch die Zeit, wo meine Nachbarn schon seit den frühen Morgenstunden dabei sind alles sauber und winterfest zu machen. Selbst bei Nässe und Regen drehen Sie Ihre Runden und verbannen Blätter und Gehölz vom Fußweg oder der Einfahrt. Die Harken und Rechen quietschen und stöhnen um die Wette, es ist wieder Kung Fu Gartenzeit der Gartenstockträger angesagt, vereinzelt höre ich Rasenmäher und bekomme wieder einmal eine schlimme Vorahnung der besonderen Art – hierzu meine Gartengeschichte https://erdigorchfock.com/2015/03/15/wenn-fruh-am-morgen-die-werksirene-drohnt-gartenolympiade-am-niederrhein/  nein, muß ich wirklich raus und diese allseits beliebte Niederrheinolympiade der Nachbarn mit machen. Als Hüter der Harmonie und letzter Träger des von mir vergebenen ‚Liegenlassenordens‘, versuche ich die einschmeichelnde Worte wie: „Schätzelein, wir müssen heute mal etwas im Garten machen“ von meiner Göttergattin zu ignorieren. Auch folge ich Ihr nicht bei den ganz lieb gemeinten Aufforderungen a la: „Schaue mal, die Nachbarn sind schon wieder fertig mit allem“. Nein, mit mir nicht, ich habe Wochenende: „Weißt Du was in Wochenende drin steckt ?“ grummele ich meine Frau an. Mit der Betonung auf der letzten Silbe, zelebriere ich in meinem Hamburger Dialekt, was mich die ganzen Grünirren da draußen mal können. Hier hilft nur die Flucht nach vorne, leichtfüßig gehe ich in den Keller, andere Freigeister flüchten vielleicht nach draußen, ich aber wähle den Unterbau meines Hauses, Alcatraz der nicht zu Verfügung stehenden letzten Männer, Väter und Ehegatten. Hier kann ich murksen, Verzeihung, werkeln, bin ungestört und sicher…… na, sagen wir mal für die nächsten 10 Minuten, vor der Außenwelt . Meine Frau kennt das, wir sind nicht erst seit gestern zusammen, mit List und Tücke fährt Sie nun die schweren Geschütze auf und geht in die Küche. Im Laufe der Jahre, gleich einer festen Zeremonie wird nun der Heißwasserboiler angemacht. Damit ich auch ja mein Domizil ( Keller ) wieder verlasse, steigen nach gut einer viertel Stunde herrliche Kaffee Düfte hinab zu mir. Das Aroma eines frisch gemachten Kaffeeelixier verfehlten bei mir noch nie Ihre Wirkung. Meine Gemahlin knackt meine letzte wehrige Standhaftigkeit mit einem niederrheinischen ‚Bütterken‘, sprich Brotteller und dann liebe Männer ist es soweit, was soll ich sagen, so klappt es immer bei mir, ich erliege der Versuchung einer guten Brotstulle, einer Tasse Kaffee und schon bin bereit für neue Heldentaten.

So gestärkt drehe ich dann meine Runde durch den Garten. Nach mehren glücklichen Stunden an frischer Luft, habe ich es bis zum Nachmittag geschafft. Der Dornröschenweg ist wieder frei. Der Rasen glänzt in herrlicher Pracht. Mit dem auskratzen des Unkrautes in unserer Ausfahrt, setze ich meinen persönlichen Höhepunkt des Tages. Nun auf Augenhöhe mit meinen Nachbarn fachsimpele ich über allerlei Gartengeräte, bin zu scherzen aufgelegt. Es soll ja keiner merken, das ich meine Rückenmuskulatur und andere wertvolle Körperteile seit Stunden nicht mehr spüre. Mit einem inneren Aua mache ich unsere Haustür auf und will wieder mal Luft ablassen über nicht notwendige Arbeiten, da merke ich plötzlich, wie ein herrlicher Kaffeegeruch in meine Nase steigt. Eine samt warme Stimme erreicht mein Ohr: „Na Schätzelein, Du kommst gerade rechtzeitig, Kaffee ist fertig und wie isses, alles klar bei Dir ?“ „War ein Klacks“ , höre ich mich antworten. Mein Alabaster Körper schleppt sich in die Küche. Naja Männer, Haltung ist eben alles und solange wir Bütterken bekommen ist doch alles klar oder ?……..

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Bis zum nächsten Mal, wünsche ich einen schönen Feiertag. Es grüßt ein Exil lebender Hamburger in NRW

Erdi Gorch Fock

Die Mutter ist bekannt, der Vater ungewiß, eine spanische Fliege in der Familie…………..


Neulich bekam ich Post von der Paßstelle der Stadt. Auf dem Informationsblatt wurde mir mitgeteilt, daß mein Personalausweis und der Reisepass ungültig würden. Bis Ende Dezember diesen Jahres hätte ich Zeit für eine Verlängerung des Persos, beziehungsweise Beantragung eines neuen Passes. Dafür sollte ich ein aktuelles Lichtbild mitbringen, ggf. eine Geburtsurkunde und so weiter. Ich legte den Brief zur Seite und überlegte, was ich alles brauchte um an neue Papiere zu kommen. Beim suchen nach neuen Passfotos, stellte ich fest, das meine Passfotos in der Schublade meines Schreibtisches etwas betagt waren. Meine schmucken Profilfotos waren wirklich schon 10 Jahre alt, nicht gerade neu…..also es war einmal…..

einer dieser Momente, wo man sich selbst wundert, das soviel Zeit vergangen ist. Für meine neuen Pässe brauchte ich also neue Fotos. Wo sollte ich jetzt neue machen lassen ? Eine in jeder Dekade wiederkehrende Frage, wichtig, da ich nicht die Qualität eines Fotoautomaten habe möchte, der Marke schwarz weiß mit Bildpunkten, also werde ich beim Fotografen vorbei schauen. Mit dem Schalk im Nacken machte ich ein paar Probebilder mit meinem Händi. So ein Selbstbild, ein Selfie, reicht doch vollkommen aus oder ? Ich verwarf den Gedanken, ging ich in den Keller, schmökerte in alten Fotoalben. So richtige Fotos auf Papier hatten Stil und jedes einzelne erzählte einer Geschichte. Im Laufe der Jahre, sammelte sich an diesem Ort unseres Hauses alles an, was nicht tagtäglich gebraucht wurde. In einem Ordner fand ich alle wichtigen Dokumente, meine Geburtsurkunde, dabei fiel mir das Familienstammbuch in die Hände. Dieses kleine Buch hatte schon etliche Jahrzehnte auf dem Buckel. Vorsichtig blätterte ich die ersten Seiten auf. Vater geboren 1917, Opa geboren 1880, Uropa 18……hier konnte ich die Schrift nicht mehr erkennen. Es fehlten ein paar Seiten, auch der Name von dem, der dieses Stammbuch geführt hatte, war mit bloßem Auge nicht mehr zu erkennen. Weitere lose Blätter, Heiratsurkunden, in der Mitte des Buches steckend, ein vergilbtes Papier noch erkennbar das Geburtsdatum vom meiner Mutter, 1922, wann Oma und Opa mütterlicherseits geboren waren, nicht mehr lesbar. „Hier mußte was getan werden, bevor sich meine liebe Familie in Staub und Luft auflöst“, sinnierte ich vor mir hin. Ich sollte ein neues Familienbuch anlegen. Die Lust an der Ahnenforschung loderte in mir. Alles noch mal vorn. Meine gefundene Geburtsurkunde legte ich fein säuberlich auf den Schreibtisch. Ich schnappte mir einen Block und schrieb auf, was mir so alles einfiel. Bei der väterlichen Familienlinie war alles geordnet und überschaubar. Väterlicherseits waren vom Uropa bis zu meinem Vater alle in Neustettin geboren. Der Geburtsort meine Mutter war Lankow bei Schwerin, die Geburtsstätte von Oma mütterlicherseits unbekannt. Meine Mutter brachte 5 Kinder mit in die Familie, mein Vater 3 Nachkommen. Ganz klar für den geübten Historiker, hier wurde im Laufe des Lebens mehrmals geheiratet. Ich lag nach Durchsicht der Urkunden richtig, für meinen Vater und meine Mutter war es die zweite Ehe und ich war das Erzeugnis Ihrer Liebe. Meine 8 Halbgeschwister konnte ich mir bis hierhin erklären. Für einen Moment zurückblickend, waren alle meine Geschwister ja schon lange aus dem Haus, als ich in Hamburg 1963 geboren wurde. Einzelkind in einer großen Familie, nun steckte ich tief in der eigenen Familienchronik, um mich nicht zu verzetteln, kontrollierte ich meine gemachten Anhaltspunkte. Es fiel mir ein, daß mein Vater mindestens einen Bruder und eine Schwester hatte, hier endete der Weg, weiter kam ich nicht. Meine Mutter hatte 4 Schwestern. Meine Oma mütterlicherseits hatte 3 mal geheiratet.

Moment mal“, dachte ich und ging zeitlich nochmal das Jahrhundert durch. Tatsächlich fand ich heraus, das Oma Kinder bekommen hatte, auch ohne verheiratet zu sein. Ein Skandal und das alles zwischen 1910 bis 1921. Ich mußte schallend lachend, da mir plötzlich die Geschichte der spanischen Fliege einfiel. – Die spanische Fliege, eine Verwechslungskomödie, in deren Verlauf der Geschichte ein junger Erwachsener sich aufmacht, seinen wahren Erzeuger zu suchen und eine Auswahl von vielen in Frage kommenden Vätern in einer Kleinstadt hat. Seine Mutter war eine berühmt, berüchtigte Varieté Künstlern. Eine dieser Väter, erkennt Ihn als seinen Sohn an. Nur um den Skandal zu vermeiden, da die Ehefrau des neu gefundenen Vaters Vorsitzende im ehrenwerten Verein für Anstatt und Sitte ist, kann dieser werte Gentleman seinen außerehelichen Nachkommen nicht anerkennen. Ein anderer Vater aus der selben Stadt sieht sich als der leibliche Vater des Kindes an, nur ist dieser Herr in der selben misslichen Lage wie sein Vorgänger, er kann seinen Sohn nicht ohne weiteres anerkennen. Über all lauern Hindernisse, die ganzen Familien in den Ruin treiben könnten. Gerüchte und Erzählungen machen in der Stadt die Runde. Das Ansehen in der Öffentlichkeit wird hier in dieser gespielten Posse groß geschrieben. Das Ende des Stückes lasse ich offen. Wer gerne ins Theater geht, sollte sich ein in Mundart gespieltes Stück aussuchen, da es im gespielten Dialekt besser rüber kommt und die Dialoge eine Priese witziger werden. Natürlich liegt es auch bei den Schauspielern, die das Stück vortragen. –

Ein paar Tage später war ich in der städtischen Anmeldestelle, dem Paßamt. Vorbei die Zeiten der engen Räume und Flure, ein großes freundliches Besucherzimmer erwartete mich, das Ende des Raumes durch eine Trennwand geteilt, hinter dem die Kundenmitarbeiter Ihre Arbeit verrichteten. Ein Wartemarkenautomaten mit großer Aufruftafel, rief mit einem Klingelzeichen die wartenden Leute nach der Reihe zu den einzelnen freien Schalterbeamten auf. Vor mir saßen gut 10 Besucher, vermutlich alle mit dem selben Anliegen. Gemütlich lehnte ich mich zurück und döste vor mir her. Im Geiste studierte ich meinen mitgebrachten Familienzettel. Ich war 13 facher Onkel und ebenso vielfacher Ur-Onkel. Beim besten Willen konnte ich nicht sagen, wo alle wann geboren wurden und meine Mutters singende und tanzende Oma konnte ich nicht mehr fragen. Ganz ruhig, dachte ich, das ist bestimmt nicht so wichtig und spielt gar keine Rolle. Ein Klingeln ertönte, die Nummer der Aufruftafel stimmte mit meiner Wartemarkennummer überein. Mit einem Blick auf mein neues Profilfoto, trat ich in die Amtstube ein. Nach ein paar Minuten waren alle Formulare ausgefüllt und fertig gestellt. Wie gut, daß meine Geburtsurkunde ausreichte um festzustellen, das ich ich bin, vielleicht hätte ich sonst die Geschichte der spanischen Fliege erzählen müssen…..

für alle die bei sich bei diesem Thema nicht angesprochen fühlen, einen lieben Gruß von meiner Oma…………………………………..mein youtube Kanal………………………

Bis zum nächsten Mal, wünsche ich eine schöne Woche. Es grüßt ein Exil lebender Hamburger in NRW

Erdi Gorch Fock

Warum brauchen wir Feier- und Brauchtumstage noch ???


Im Laufe der Jahre, vielleicht liege ich falsch, werden es immer weniger Tage, wo Menschen feiern, sich besuchen, gemeinsam Zeit für sich nehmen. Dabei sind diese Tage wichtig für uns alle, um sich zu entspannen, mal aus zu ruhen, sich zu besinnen, im Kreise von Freunden und Familie.

Firmen und Betriebe würden in unserer schnelllebigen Zeit am liebsten alle Feiertage und gesetzlichen Brauchtumstage für Arbeitnehmer streichen. Kostet so ein Tag unternehmerisch viel Geld, da hier nichts produktives geleistet wird. Meiner Meinung nach, ist dieses reduzieren von freien Tagen wieder ein Schritt in die falsche Richtung und sehr Arbeitnehmer feindlich, denn jedes Unternehmen trägt Verantwortung für seine Mitarbeiter, ein Punkt der sich nicht in Zahlen, Fakten, Daten wider spiegeln lässt. Am Beispiel von Deutschland wurden hier alle Feiertage und Brauchtumstage reduziert. Der Buß- und Bettag ist weg, ( in einem Bundesland ist dieser Buß- und Bettag zur Zeit noch gesetzlich vorhanden, wie, warum, ist eine interessante sächsische Geschichte und muß anders betrachtet werden ), der 17. Juni wurde gestrichen. Der Tag der gesamt deutschen Einheit wurde politisch korrekt? auf den 03. Oktober gelegt. Dadurch wurde auf den 7. Oktober verzichtet ( wer sich nicht darin erinnert, bis 1989 ein historischer Tag in einigen Teilen von Deutschland, bis die Grenze gefallen ist. ) Rechnen wir schnell zusammen. 3 – 1 = zwei Tage mehr Arbeit für jeden.

Die Auswirkungen dieser Ersparnis ? spüren die „kleinen Leute“ auf der Straße. Mit dem Schein der Selbstverständnis (andere Länder haben nicht so viele freie Tage, Deutschland geht es gut, einstimmiger Kanon von Politik und Wirtschaft damals) wurden diese frei gewordenen Feiertage in Tarifverträgen nach 1995 nicht als zusätzliche Arbeitstage aufgenommen und nicht als Mehrarbeit dokumentiert. Unglaubliche Behauptung von mir ? dann schaut mal in Eure Tarif- und Arbeitsverträge ab 1995 nach, voraus gesetzt, daß das eigene Beschäftigungsverhältnis vor 1994 beim selben Arbeitgeber bestand. Würde diese Mehrarbeit als Zuschlag von zwei weiteren Arbeitstagen anerkannt und in die bestehenden alten Arbeitsverträgen aufgenommen werden, würde es mehr Lohn für den Arbeitnehmer geben, natürlich prozentual gesehen, Beitragszahlungen in die Rentenkasse fließen, dann hätten alle was von dieser Regelung.

Nur als kleiner Überschlag, von 1995 bis 2014 sind es 19 Jahre mal 2 Tage nicht bezahlte Arbeitsleistung von Arbeitgeber, macht zusammen 38 Tage betrieblicher Gewinn;

He, das sind ja Monatsgehälter und Versicherungszeiten, die mir am Ende bei meiner Rente fehlen. Richtig gedacht ? Die entstandene Pflegeversicherung, die ab 1995 eingeführt wurde, zum Wohle aller Deutschen, hätte auch anders finanziert werden können. Da fallen mir spontan unsere ganzen Subventionen für Arbeitgeber ein, die nicht so groß zügig ausfallen brauchen, bei 10 % Einsparung dieser Maßnahmen, wäre schon alles gedeckelt oder? Der Arbeitnehmer braucht diese freien Tage (wenn ich diesen nutzbringenden Tag, als Brauch, bezeichne und als freien Arbeitstag deklariere)

In einem Staat der Dichter und Denker, lasst uns als erstes voran gehen und diesen neuen Tag gesetzlich verankern. Als Vorschlag hätte ich einen neuen Feiertag für Deutschland. Warum feiern wir nicht Halloween, ein waschechter Brauchtumstag, der in vielen Ländern, vor dem 1. November eines jeden Jahres gefeiert wird und im Moment noch in keimen Land gesetzlich als Feiertag eingeschrieben ist. Dieser Tag ist keine Erfindung der Amerikaner. Um es kurz zu skizzieren, der Halloween Brauch, der Halloween Tag / die Halloween Nacht u.s.w. ist ein gemeinsames Fest, der seinen Ursprung aus dem keltischen Samhain hat, ein gemeinschaftliches Zusammensein von jung und alt. Er wurde von den Römern übernommen, nicht ohne Hintergedanken und später mit irischen Erzählungen a la Jack O’Lantern in ferne Länder gebracht. Vor rund tausend Jahren kam aus aus dem europäischen Raum noch „Gabe oder Streich oder Süßes oder Saures“ hinzu. Es gibt viele Geschichten um den gelebten Halloween Brauch, die für mich alle mit Nächstenliebe in Verbindung gebracht werden.

Geld ist nicht alles und für die Zufriedenheit aller, brauchen wir so einen freien Tag, dieser Feiertag sollte gesetzlich eingeführt werden oder nicht ? In diesem Sinne und bis zum nächsten Mal, wünsche ich einen schönen Tag.

Es grüßt ein Exil lebender Hamburger in NRW

Erdi GorchFock63

Der Niederrheiner kann alles erklären…….


Nun nach all den Jahren am Niederrhein lebend, versuche ich einen kleinen Einblick in meine neue Heimat zu geben. Natürlich mit einem lächelnden Gesicht, denn wie hat schon Hans Hüsch in seinen Geschichten, diese lieben Leute treffend beschrieben: „der Niederrheiner weiß nichts, kann aber alles erklären“ Von mir lege ich ein paar Beispiele dazu.

Wo liegt der Niederrhein ? Als Vorgeschmack werde ich auf typische Weise und nach niederrheinischer Art es so definieren. „So ganz einfach ist es nicht geografisch zu beschreiben, da diese räumlichen Grenzen fließend sind“. Alles klar, nein. Dann ein zweiter Versuch.Wer es genau wissen will und es vom Wasser aus betrachtet, der Niederrhein fängt kurz hinter Düsseldorf an und mündet am Ende in die Nordsee“. Ihr merkt schon, es klappt nicht, nur noch soviel und dann weiter mit der heutigen Kurzgeschichte. „Weitere Grenzen sind von der Natur aus mit der Ems, der Lippe und der Aa gegeben“. Gerne bezeichnen die Anrheiner diese unerkennbaren Grauzonen auch als „Gönne Kant“.

Nun nach 20 Jahren ist es mir endlich gelungen dieses Sprachgemisch aus unserem vertrauten Hamburger Plattdeutsch und stark eingefärbtem Holländisch mit einem leichten Hang ins Ruhrgebiets deutsch bei zu kommen. Ganz klar und unvergleichlich lebt hier jeder an der anderen Seite des Flusses und in einer Gemeinde, die nur für Ihn als die Perle vom Rhein beschrieben wird. Es ist zwecklos weiter danach zu fragen und sollte vom außen stehenden Personen mit einem wohlwollenden „Nickköppen“ behandelt beachtet werden.

Für mich ist es immer wieder schön auf richtige Niederrheiner zu treffen, die mit Ihren Wesen immer wissen wollen „Wo man herkommt“ um im gleichen Moment fest zu stellen, daß sie nicht wissen „woher das ist“ Nehmen wir mal an, dass ich aus Duisburg komme, so würde mich an dieser Stelle ein „Ja, nee, ist klar“ verraten und der Ortsansässige könnte mich in die Schublade „Gönne Kant“ einordnen. Machen wir es dem Einheimischen leichter und sagen gleich Meiderich ist er zufrieden und freut sich. Wir sind für Ihn „von hier“. So einfach ist das.

Etwas schwieriger wird es im Arbeitsumfeld, wenn nicht Eingeweihte dieser Sprache mit anderen zusammen arbeiten. Da sind für uns Hamburger Konflikte vorprogrammiert. Am Anfang auf meiner Arbeitsstelle kam hier jeder mit seinem „Vize“ zur Arbeit. Ich dachte immer: „Was ist das komisch, hier kommt jeder mit seinem Vorarbeiter an“ Langsam begriff ich, das mit „viezen“ Rad fahren gemeint war. Diese hart durch dachten Sätze finden im: „mach mal das Fenster los“, anstatt es zu öffnen, eine gelungene Fortsetzung die jeden Hamburger zum schmunzeln bringt.

Ja am Anfang ist es schwer, hier Fuß zu fassen und zu verstehen. Es ist eine andere Kultur, die nicht von Flut und Ebbe bestimmt wird. Hier heißt es „los“ gehen oder man ist „auf“ irgendwas, wenn wir an ein berühmtes Fußballstadion denken und hier geht fast jeder abends „nach Bett“.

Beim kennen lernen und Kontakte knüpfen, ist es immer wieder schwer ein „Wo kommste her?“ zu definieren. Ein sehr wichtiger Punkt für die Einwohner hier, da mit diesen Angaben die heimliche Neugier gestillt wird. Eine etwas gewöhnungsbedürftige und gleichzeitig liebenswerte Art. Dieses Verhalten änderte sich schlagartig, als ich in die Stadt meiner Arbeitsstelle zog. Nun konnte ich erzählen, wo ich her kam. „Nun gehöre ich dazu“, dachte ich. Weit gefehlt, denn die Niederrheiner machen nun die Schublade wieder auf um Dich in eine neue zu stecken, die ich mit: „Wo biste geboren“ beschreiben möchte. Ihr merkt an dieser Stelle, ein waschechter Niederrheiner ist an und für sich nicht neugierig, er möchte nur alles wissen.

Nun als ein Zu-gereister und nicht „von hier“ geborene Person wurde ich liebevoll als „……. linski“ bezeichnet. Ein Zustand der am Anfang schwer zu verstehen war, hatte er doch nicht diesen warmen und herzlichen Klang, mit dem was wir Norddeutschen unter „Quitscher“ verstehen. Nachdem ich mich nun eingelebt habe und von meiner Frau „geheiratet wurde“ , änderte sich auch meine Klassifizierung eines „……linski“ in einen „…….ler“. Darauf kann ich schon etwas Stolz sein oder? Als letztes kommt ein „…….laner“ nach dem Stadtnamen hinzu. Dazu müßte meine Familie so ungefähr 200 Jahre aus einem niederrheinischen Gebiet kommen und „hier“ gelebt haben. Das packe ich auch noch………………..

Nun hoffe ich, daß Ihr den Niederrheiner etwas besser kennen gelernt habt. Wer Platt snacken kann, kommt hier gut zurecht und findet am Niederrheiner gefallen. Als kleiner Tipp, bei einem Abstecher in diese schöne Region sollte jeder mal Endivien Salat oder frische Pufferkes probieren.

Bis zum nächsten Mal, es grüßt ein Exil lebender Hamburger in NRW.

FIFA World Cup 2014 – Fußballfinale und ein Hamburger im Flugzeug auf dem Weg nach Kanada


https://www.youtube.com/watch?v=wnmVW_neRtk

In ein paar Tagen beginnt die Fußballweltmeisterschaft in Brasilien. Mein kleiner Rückblick, meine Gedanken kreisen um einen Flug der mitten am Tage des Sonntags 07.07.1974 statt fand. An Bord ein kleiner Hamburger Jung, der sich überhaupt nicht freuen wollte nach Kanada zu fliegen.

Fußball ist die schönste Nebensache, die es für mich gibt. Immer wenn wieder eine Fußballweltmeitserschaft ansteht, stellt sich bei mir eine Vorfreude ein. Welche Mannschaften haben sich qualifiziert. Wer wird Weltmeister, wie schneiden wir ab ? Habe ich Zeit, die Gruppenspiele, Halbfinale anzuschauen. Hoffentlich kommt meine Lieblingsnation ins Finale.
All diese Gefühle kommen in mir hoch seit Mexiko 1970.

Im Jahre 1974 wurde die Fußball Weltmeisterschaft in Westdeuchtschland ausgetragen. Auf dem Schulhof, kurz vor den Ferien wurden alle Nationen diskutiert, besser gesagt, in den Pausen durch gebolzt. Jeder wollte seinen Lieblingsspieler nach machen oder seiner mit „seiner Nation“ Pausenmeister werden. Wir waren an jeder Information aus Radio, Zeitung, Fernsehen interessiert, Es stellten sich schnell die Favoriten heraus. Polen, Schweden, Brasilien, Italien, Holland und natürlich die Bundesrepublik Deutschland. Die Ostzone/„DDR“ und Jugoslawien galten als Exoten, was einige Jung Butjes-Fußball-Experten von heute noch mit einem bitter süßen Lächeln quittieren.

Lassen wir die Politik und die wirtschaftlichen Verhältnisse mal für einen Moment außer Acht. Da hier in der Jetzt Zeit 2014 eine ähnliche Anspannung der Bevölkerung in Brasilien zu spüren ist. – vielleicht doch ein Satz dazu – Ein Staat hat die Pflicht alle seine Bürger mit den Grundbedürfnissen, Essen, trinken, soziale Sicherheit, medizinische Versorgung, zu versorgen. Arbeit und Bildung zu stellen. Danach kommt Kultur und…… Stadion bauen. Also, wo war ich, meine Kurzgeschichte, richtig.

Meine Eltern, freuten sich, dass ich meine Schwester in Kanada besuchen wollte. Es sollte in den großen Ferien sein. Am Anfang war meine Freude groß. Mein Fernweh war geweckt und Kanada hörte sich gut für mich an. Ich durfte ganz allein fliegen und die Welt entdecken, ein Traum für mich wurde war. Bis auf es dann ernst wurde an diesem Sonntag.
Die Fußballweltmeisterschaft, mit Ihrer eigenen Dramatik hatte ich bis zu diesem Zeitpunkt in meinem kleinen Universum verfolgen können. Zum ersten Mal im Fernsehen in schwarz-weiß (wer hatte damals schon einen Farbfernseher auf unserer Insel Finkenwerder). Wir verloren gegen die „DDR“ unser erstes Spiel in meiner Stadt Hamburg. Jürgen Sparwasser konnte Fußball spielen. Das Regenspiel in Düsseldorf gewannen wir gegen Schweden mit 4:2. Für mich war Ronnie Hellström ein unbezwingbarer Torwart. Es folgte die Wasserschlacht von Frankfurt gegen Polen. Gerd Müller, rettete mich mit seinem 1:0 ins Finale.
Nun kam das Finale, es war Holland mit seinem exzellenten Spielern Johan Neeskens und dem König Johan Cruyff. Mir wurde mulmig in der Magengegend. Für mich kam es noch schlimmer. Mein Flug nach Kanada sollte am 07.07. 1974 sein, an dem Tag der Entscheidung. Wie gemein, ich würde nicht dabei sein. Hätte der Flug nicht später sein können……………….

Es half nichts. Morgens standen wir auf, damit mittags dass super blöde Flugzeug rechtzeitig in Frankfurt erreicht werden konnte. – Nur so nebenbei bemerkt, die Fluglinien boten 1974 noch nicht von jedem Flughafen einen direkt Flug an, im hier und heute sind die Wahlmöglichkeiten etwas besser geworden oder ?- Um nach Kanada zu kommen, war für Hamburger Frankfurt am Main die erste Möglichkeit.
Es ging los, wir setzen vom Rüschkanal nach Teufelsbrück mit der Fähre über. Natürlich verpassten wir den 286’er Bus nach Otmarschen. Alles kein Problem, dieses und andere Vorkommnisse hatten meine Eltern bedacht. In Otmarschen erreichten wir unsere Schnellbahn Nr.1. Wir hatten wenige Möglichkeiten auf einem fast direkten Weg nach Fuhlsbüttel zu kommen. Entweder die S1 bis Ohlsdorf fahren, gefühlte eine Stunde oder eine Abenteuerfahrt machen, quer durch Hamburg. Eine schnellere Verbindung zu fahren, war damals ab Dammtor Bahnhof mit der Linie Nr. 9, der guten alten Straßenbahn möglich. Diese kam jedoch nicht mehr in Frage, da der Betrieb dieser Strecke im Mai 1974 eingestellt wurde. Also, fuhren wir nach Ohlsdorf und mit dem Bus weiter nach Preetzer Straße. Baustellen bedingt war am Ratsmühlendamm auf einmal Ende und die letzten Meter wurden zu Fuß bewältigt.
Eine nette Stewardess nahm sich meiner an. Als Abschied hatten meine Eltern noch eine kleine Überraschung für mich in meinen Rucksack gelegt. Es war ein weißes T-Shirt mit den Profilen von Gerd Müller, Sepp Maier und Franz Beckenbauer. Es war so ein super T-Shirt, ich zog es sofort an. In Frankfurt erwischte ich den Flieger nach Toronto, natürlich mit der Hilfe einer weiteren Stewardess. Auf dem Flug unterrichtete mich das Flugpersonal über das Finalspiel. Der Funker kam zu mir und nahm mich mit ins Cockpit. Hier erlaubte mir der Kapitän ein paar Minuten live das Fußball Spiel zu hören. Bei der Landung in Toronto, war ich so der erste kleine Hamburger, der ein Weltmeister T-Shirt hatte. So schön kann Fußball sein.

PS: Natürlich waren meine Tage in Kanada sehr schön gewesen. Meine Schwester zeigte mir viele schöne Dinge. Zum ersten Mal sah ich die Niagara Fälle und Boston und vieles mehr. Zu Hause wieder angekommen hatte ich meinen neuen Beruf gefunden. Mein Ziel Fußballspieler zu werden hängte ich an den Nagel, ab sofort wollte ich Pilot wollte werden. Aber Träume sind manchmal Schäume. Ich wünsche allen Lesern und auch Leserinnen eine schöne Weltmeisterschaft und mit einem Augenzwinkern einen schönen Urlaub.

Erdi Gorch Fock ®

Erinnerungen an einen Hafen Geburtstag in Hamburg


So Anfang Mai, wenn es langsam wärmer wird, erinnere ich mich gerne an den jährlichen Hafengeburtstag in Hamburg zurück. Mit den Veranstaltungen, Schiffsparaden und einen Haufen von Touristen, die alle richtige Sehleute sind.

Der 8.Mai stand an diesem Wochenende an. Voller Vorfreude lesend, standen in den Zeitungen die Höhepunkte des kommenden Hafengeburtstages. Das Einlaufen der Schiffe, die zeitliche Abfolge der Windjammerparade, nichts wollte ich verpassen. Hoffentlich würde ich die Sedov, die Krusenstern, Amerigo Vespucci, SEA CLOUD und natürlich meine Gorch Fock sehen. Die Auflistung der angemeldeten Drei- und Viermaster verschaffte mir einen Überblick. Nicht alle meine Schiffe würden kommen und den Hafengeburtstag feiern. Mit meinem gut durch dachten Plan, wollte ich den Seglern entgegen fahren. Morgens, die Sonne war noch nicht aufgegangen, fuhr ich mit dem Rad auf dem Deich Richtung Cranz los. In der Höhe des „Müggenburger Loch“ war immer eine gute Aussicht möglich. Das Glück war auf meiner Seite, niemand war an meiner Stelle und versperrte mir den Blick. Auf der Lauer liegend, döste ich ein wenig ein.

Vorweg ein großes Danke schön an Natalia Mareau,Anja Przyala,RexsyAdvexsys,AJTEVI,ganz besonders an John Farrar,Laura Laurita,Shy Babe,Nhi Läm. Die mir erlaubt haben, Ihre Bilder ( mein eingestelltes Video) zur virtuellen Unterstützung für meine Geschichte zu nutzen.

Zu nahe am Elbstrand liegend, wachte ich mit nassen Patten auf. Ein traumhafter Blick auf die Elbe, stimmte mich trotz nasser Klamotten friedlich. Mit dem Rad und schnellen Schrittes ging es für mich zum Cranzer Anleger. Die ersten Großmaster segelten auf St.Pauli Landungsbrücken zu. Mit der Fähre ging es rüber nach Blankenese. Angekommen auf Hamburgs westlichen Seite, bemerkte ich eine Gruppe von Fotografen und hübschen Modells wartend. Der Blankeneser Anleger war überseht von Sehleuten und Touristen. Ruhig und gelassen schipperten wir mit der nächsten Fähre und einem Tross von Schiffen auf Hamburgs Mitte zu. Angekommen auf dem gut einen Kilometer Ponton in St.Pauli machte ich mich auf den Weg zur Überseebrücke. Meine Gorch Fock machte gerade fest. Da mir die Schauerleute und Fastmoker den Blick auf mein Schiff nahmen, versuchte ich oben am Stintfang einen besseren Blick zu erhaschen. Es war aussichtslos, zu viele Quitscher strömten von allen Seiten herbei. Die Windjammerparade war im vollen Gange und jeder wollte die Segler sehen. Absoluter Stillstand der Menschenmengen zwischen Brücke 1 und Brücke 6.

Bei dem Andrang, war keine „Aussicht“ mehr möglich, nichts zu machen, so fuhr ich mit der nächsten Fähre wieder nach Finkenwerder. Beim nächsten Hafengeburtstag wird mit gesegelt, dachte ich so für mich.

Heute gibt es mehr Möglichkeiten Schiffsparaden in Hamburg zu sehen. Wenn ich mich irre, stehen die Cruise Days Hamburg im August an. In Gedanken werde ich dabei sein, habe auch schon wieder einen Plan, wo ich genau stehen werde.

Schach auf der Fähre


Als kleine Einleitung und zum besseren Verständnis, vor einiger Zeit fuhren die Fähren in Hamburg noch nicht jede viertel oder halbe Stunde. Es passierte häufig, von der U- oder S-Bahn kommend, dass ich meine Fähre (Linie 62) in „St. Pauli Landungsbrücken“ nach Finkenwerder verpasste. Entweder konnte ich auf einen direkten Anschluß eine Stunde warten oder versuchen mit dem Schnellbus nach „Teufelsbrück“ zu fahren und mit der Fähre (Linie 64) über „Rüschkanal“ nach „Finkenwerder Landungsbrücke“ zu kommen. Manchmal konnte ich die „Touristen Fähre“ nach „Willkomm Höft“ erwischen, die direkt nach „Teufelsbrück“ fuhr und hoffen, dass ich auf meine verpasste Fähre umsteigen konnte. Je nach Tageszeit fuhren von „Teufelsbrück“ zur selben Zeit zwei Fähren Richtung Finkenwerder. Dies sollte genügen um in meiner Geschichte klar zu kommen.

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Endlich war meine Arbeit zu Ende. Ich freute mich auf meinen Feierabend, auf ein Schach- oder Skatspiel auf „meinem Dampfer“. Schnellen Schrittes erreichte ich die U-Bahn Station am Gänsemarkt. Ich hatte Glück und erwischte meine Bahn Richtung Schlump. Das umsteigen und das direkte weiterfahren mit der nächsten U-Bahn klappte, „Gleich bin ich auf meiner Fähre“, dachte ich. Unsere U-Bahn fuhr in „St.Pauli Landungsbrücken“ ein. Im Laufschritt versuchte ich die vor mir liegenden Hindernisse, mit Treppen herunter springen und Fußgängerbrücke im Slalom nehmen, zu bewältigen. Die Pontons waren in Sichtweite. „Hoffentlich erreiche ich die Fähre noch“, dachte ich hetzend. Die letzten Meter bis zum Anleger Brücke 6 rannte ich. „Mist“ die Fähre legte gerade ab. Im letzten Moment sah ich an Oberdeck der davon fahrenden Fähre eine Freundin von mir. Sie bemerkte mich und malte mit den Fingern ein Viereck in die Luft. Ja, natürlich hatte ich Lust auf eine Schachpartie, aber wie komme ich nun auf die Fähre? Ich konnte Ihr noch zu winken, dann entfernte sich die Fähre rasch. Erschöpft blieb ich am Ponton ende stehen. Was sollte ich machen? ich wollte mit Ihr spielen, mein Verlangen war geweckt, da kam mir eine Idee, …….

-Selbst nach so vielen Jahren, wenn ich mich heute so zurück erinnere, war ich ganz genau genommen schon lange hinter diesem schönen Mädchen hinterher gewesen. Sie konnte lächeln und dabei einen ansehen, dass mir immer ganz warm ums Herz wurde. Tja, ich hatte richtig Schmetterlinge im Bauch, freute mich damals auf diese Gelegenheit….wo war ich ?…weiter im Text-

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……. ich könnte die Fähre nehmen, die direkt nach „Teufelsbrück“ fährt. „Nicht lange überlegen“ schoss es mir durch den Kopf. Das Glück war auf meiner Seite, ich hörte einen Fastmoker rufen: „Nach Teufelsbrück, hier einsteigen“. Die Touristenfähre nach Willkomm Höft kam mir wie gerufen, einen Augenblick später war ich umzingelt von „Kaffeetanten auf großer Fahrt“. Also, immer wuchtig und ruhig bleiben. Wer schon mal im Hafen war, kennt diese etwas raue Art der Hafenangestellten, die immer freundlich und hilfsbereit sind und Schlangen von Menschen geschickt über den Steg ins Bauch innere der Fähre drücken. Eine Menge Leute wollten mit diesem Touristendampfer mitfahren. Endlos erschien mir die „Warterei“, bis die Türen zu gingen und die Fähre ablegte. An Oberdeck hielt ich Ausschau nach „meinem Dampfer“. Dieser legte gerade an der „Haltestelle Altona“ an. Im vorbei fahren konnte ich zu anderen Fähre rüber winken und meine angebetete Traumfrau aus machen. Unsere Blicke trafen sich, mit ausladenden Armbewegungen versuchte ich „Ihr“ klar zu machen, daß ich umsteigen wollte. Da scherte unsere Fähre aus um einem größeren Schiff aus zu weichen. Hatte „Sie“ mich verstanden? Durch das Ausweichmanöver unser Fähre verlor ich einen Augenblick den Sichtkontakt zu meiner hoffentlich baldigen neuen Freundin. Mit neuen freien Blick, fuhren nun zwei Fähren Richtung „Teufelsbrück“. Meine Touristen Schaukel schipperte hinterher. Es erreichten gleichzeitig drei Fähren „Teufelsbrück“. Mit einem Sprung über den Steg gelang es mir auf die andere Fähre umzusteigen. In letzter Minute, hinter mir schlossen sich die Türen der Fähre. Schwebend wurde die Treppe zum Oberdeck geentert. Der Amorpfeil hatte mich schwer getroffen. Endlich konnte ich Ihr ganz nahe sein. Nun auf dem Oberdeck suchend, drehte meine Fähre Richtung „Finkenwerder Landungsbrücke“. Bei diesem Manöver konnte ich das Oberdeck der anderen Fähre einsehen, mich traf fast der Schlag. „Sie“…. war auf der Fähre Richtung „Rüschkanal“. Regungslos stand ich auf der falschen Fähre, mein Herz pochte, wie grausam die raue See sein kann, die mir mein Liebstes nahm. An diesem Nachmittag konnte ich nicht mehr bei Ihr landen, würde unser Schachspiel eine Fortsetzung bekommen? Würde es ein Wiedersehen geben?…..

Taylor Swift – Trouble – Weltfrauentag – International Women’s Day


Heute ist Weltfrauentag, zeigt den Frauen das wir Männer sie lieben und sagt einfach mal Danke………………. Danke, ich liebe Euch, laßt es krachen Mädels. /
Today is International Women’s Day, the women show the men we love them and just say Thanks again ………………. Thank you, I love you, let it rip girls.