FIFA World Cup 2014 – The World is ours [HD] La Copa de Todos Official Theme Song // Fußballfinale und ein Hamburger im Flugzeug auf dem Weg nach Kanada

In ein paar Tagen beginnt die Fußballweltmeisterschaft in Brasilien. Mein kleiner Rückblick, meine Gedanken kreisen um einen Flug der mitten am Tage des Sonntags 07.07.1974 statt fand. An Bord ein kleiner Hamburger Jung, der sich überhaupt nicht freuen wollte nach Kanada zu fliegen.

Fußball ist die schönste Nebensache, die es für mich gibt. Immer wenn wieder eine Fußballweltmeitserschaft ansteht, stellt sich bei mir eine Vorfreude ein. Welche Mannschaften haben sich qualifiziert. Wer wird Weltmeister, wie schneiden wir ab ? Habe ich Zeit, die Gruppenspiele, Halbfinale anzuschauen. Hoffentlich kommt meine Lieblingsnation ins Finale.
All diese Gefühle kommen in mir hoch seit Mexiko 1970.

Im Jahre 1974 wurde die Fußball Weltmeisterschaft in Westdeuchtschland ausgetragen. Auf dem Schulhof, kurz vor den Ferien wurden alle Nationen diskutiert, besser gesagt, in den Pausen durch gebolzt. Jeder wollte seinen Lieblingsspieler nach machen oder seiner mit „seiner Nation“ Pausenmeister werden. Wir waren an jeder Information aus Radio, Zeitung, Fernsehen interessiert, Es stellten sich schnell die Favoriten heraus. Polen, Schweden, Brasilien, Italien, Holland und natürlich die Bundesrepublik Deutschland. Die Ostzone/„DDR“ und Jugoslawien galten als Exoten, was einige Jung Butjes-Fußball-Experten von heute noch mit einem bitter süßen Lächeln quittieren.

Lassen wir die Politik und die wirtschaftlichen Verhältnisse mal für einen Moment außer Acht. Da hier in der Jetzt Zeit 2014 eine ähnliche Anspannung der Bevölkerung in Brasilien zu spüren ist. – vielleicht doch ein Satz dazu – Ein Staat hat die Pflicht alle seine Bürger mit den Grundbedürfnissen, Essen, trinken, soziale Sicherheit, medizinische Versorgung, zu versorgen. Arbeit und Bildung zu stellen. Danach kommt Kultur und…… Stadion bauen. Also, wo war ich, meine Kurzgeschichte, richtig.

Meine Eltern, freuten sich, dass ich meine Schwester in Kanada besuchen wollte. Es sollte in den großen Ferien sein. Am Anfang war meine Freude groß. Mein Fernweh war geweckt und Kanada hörte sich gut für mich an. Ich durfte ganz allein fliegen und die Welt entdecken, ein Traum für mich wurde war. Bis auf es dann ernst wurde an diesem Sonntag.
Die Fußballweltmeisterschaft, mit Ihrer eigenen Dramatik hatte ich bis zu diesem Zeitpunkt in meinem kleinen Universum verfolgen können. Zum ersten Mal im Fernsehen in schwarz-weiß (wer hatte damals schon einen Farbfernseher auf unserer Insel Finkenwerder). Wir verloren gegen die „DDR“ unser erstes Spiel in meiner Stadt Hamburg. Jürgen Sparwasser konnte Fußball spielen. Das Regenspiel in Düsseldorf gewannen wir gegen Schweden mit 4:2. Für mich war Ronnie Hellström ein unbezwingbarer Torwart. Es folgte die Wasserschlacht von Frankfurt gegen Polen. Gerd Müller, rettete mich mit seinem 1:0 ins Finale.
Nun kam das Finale, es war Holland mit seinem exzellenten Spielern Johan Neeskens und dem König Johan Cruyff. Mir wurde mulmig in der Magengegend. Für mich kam es noch schlimmer. Mein Flug nach Kanada sollte am 07.07. 1974 sein, an dem Tag der Entscheidung. Wie gemein, ich würde nicht dabei sein. Hätte der Flug nicht später sein können……………….

Es half nichts. Morgens standen wir auf, damit mittags dass super blöde Flugzeug rechtzeitig in Frankfurt erreicht werden konnte. – Nur so nebenbei bemerkt, die Fluglinien boten 1974 noch nicht von jedem Flughafen einen direkt Flug an, im hier und heute sind die Wahlmöglichkeiten etwas besser geworden oder ?- Um nach Kanada zu kommen, war für Hamburger Frankfurt am Main die erste Möglichkeit.
Es ging los, wir setzen vom Rüschkanal nach Teufelsbrück mit der Fähre über. Natürlich verpassten wir den 286’er Bus nach Otmarschen. Alles kein Problem, dieses und andere Vorkommnisse hatten meine Eltern bedacht. In Otmarschen erreichten wir unsere Schnellbahn Nr.1. Wir hatten wenige Möglichkeiten auf einem fast direkten Weg nach Fuhlsbüttel zu kommen. Entweder die S1 bis Ohlsdorf fahren, gefühlte eine Stunde oder eine Abenteuerfahrt machen, quer durch Hamburg. Eine schnellere Verbindung zu fahren, war damals ab Dammtor Bahnhof mit der Linie Nr. 9, der guten alten Straßenbahn möglich. Diese kam jedoch nicht mehr in Frage, da der Betrieb dieser Strecke im Mai 1974 eingestellt wurde. Also, fuhren wir nach Ohlsdorf und mit dem Bus weiter nach Preetzer Straße. Baustellen bedingt war am Ratsmühlendamm auf einmal Ende und die letzten Meter wurden zu Fuß bewältigt.
Eine nette Stewardess nahm sich meiner an. Als Abschied hatten meine Eltern noch eine kleine Überraschung für mich in meinen Rucksack gelegt. Es war ein weißes T-Shirt mit den Profilen von Gerd Müller, Sepp Maier und Franz Beckenbauer. Es war so ein super T-Shirt, ich zog es sofort an. In Frankfurt erwischte ich den Flieger nach Toronto, natürlich mit der Hilfe einer weiteren Stewardess. Auf dem Flug unterrichtete mich das Flugpersonal über das Finalspiel. Der Funker kam zu mir und nahm mich mit ins Cockpit. Hier erlaubte mir der Kapitän ein paar Minuten live das Fußball Spiel zu hören. Bei der Landung in Toronto, war ich so der erste kleine Hamburger, der ein Weltmeister T-Shirt hatte. So schön kann Fußball sein.

PS: Natürlich waren meine Tage in Kanada sehr schön gewesen. Meine Schwester zeigte mir viele schöne Dinge. Zum ersten Mal sah ich die Niagara Fälle und Boston und vieles mehr. Zu Hause wieder angekommen hatte ich meinen neuen Beruf gefunden. Mein Ziel Fußballspieler zu werden hängte ich an den Nagel, ab sofort wollte ich Pilot wollte werden. Aber Träume sind manchmal Schäume. Ich wünsche allen Lesern und auch Leserinnen eine schöne Weltmeisterschaft und mit einem Augenzwinkern einen schönen Urlaub.

Erinnerungen an einen Hafen Geburtstag in Hamburg

So Anfang Mai, wenn es langsam wärmer wird, erinnere ich mich gerne an den jährlichen Hafengeburtstag in Hamburg zurück. Mit den Veranstaltungen, Schiffsparaden und einen Haufen von Touristen, die alle richtige Sehleute sind.

Der 8.Mai stand an diesem Wochenende an. Voller Vorfreude lesend, standen in den Zeitungen die Höhepunkte des kommenden Hafengeburtstages. Das Einlaufen der Schiffe, die zeitliche Abfolge der Windjammerparade, nichts wollte ich verpassen. Hoffentlich würde ich die Sedov, die Krusenstern, Amerigo Vespucci, SEA CLOUD und natürlich meine Gorch Fock sehen. Die Auflistung der angemeldeten Drei- und Viermaster verschaffte mir einen Überblick. Nicht alle meine Schiffe würden kommen und den Hafengeburtstag feiern. Mit meinem gut durch dachten Plan, wollte ich den Seglern entgegen fahren. Morgens, die Sonne war noch nicht aufgegangen, fuhr ich mit dem Rad auf dem Deich Richtung Cranz los. In der Höhe des „Müggenburger Loch“ war immer eine gute Aussicht möglich. Das Glück war auf meiner Seite, niemand war an meiner Stelle und versperrte mir den Blick. Auf der Lauer liegend, döste ich ein wenig ein.

Vorweg ein großes Danke schön an Natalia Mareau,Anja Przyala,RexsyAdvexsys,AJTEVI,ganz besonders an John Farrar,Laura Laurita,Shy Babe,Nhi Läm. Die mir erlaubt haben, Ihre Bilder ( mein eingestelltes Video) zur virtuellen Unterstützung für meine Geschichte zu nutzen.

Zu nahe am Elbstrand liegend, wachte ich mit nassen Patten auf. Ein traumhafter Blick auf die Elbe, stimmte mich trotz nasser Klamotten friedlich. Mit dem Rad und schnellen Schrittes ging es für mich zum Cranzer Anleger. Die ersten Großmaster segelten auf St.Pauli Landungsbrücken zu. Mit der Fähre ging es rüber nach Blankenese. Angekommen auf Hamburgs westlichen Seite, bemerkte ich eine Gruppe von Fotografen und hübschen Modells wartend. Der Blankeneser Anleger war überseht von Sehleuten und Touristen. Ruhig und gelassen schipperten wir mit der nächsten Fähre und einem Tross von Schiffen auf Hamburgs Mitte zu. Angekommen auf dem gut einen Kilometer Ponton in St.Pauli machte ich mich auf den Weg zur Überseebrücke. Meine Gorch Fock machte gerade fest. Da mir die Schauerleute und Fastmoker den Blick auf mein Schiff nahmen, versuchte ich oben am Stintfang einen besseren Blick zu erhaschen. Es war aussichtslos, zu viele Quitscher strömten von allen Seiten herbei. Die Windjammerparade war im vollen Gange und jeder wollte die Segler sehen. Absoluter Stillstand der Menschenmengen zwischen Brücke 1 und Brücke 6.

Bei dem Andrang, war keine „Aussicht“ mehr möglich, nichts zu machen, so fuhr ich mit der nächsten Fähre wieder nach Finkenwerder. Beim nächsten Hafengeburtstag wird mit gesegelt, dachte ich so für mich.

Heute gibt es mehr Möglichkeiten Schiffsparaden in Hamburg zu sehen. Wenn ich mich irre, stehen die Cruise Days Hamburg im August an. In Gedanken werde ich dabei sein, habe auch schon wieder einen Plan, wo ich genau stehen werde.

Schach auf der Fähre

Als kleine Einleitung und zum besseren Verständnis, vor einiger Zeit fuhren die Fähren in Hamburg noch nicht jede viertel oder halbe Stunde. Es passierte häufig, von der U- oder S-Bahn kommend, dass ich meine Fähre (Linie 62) in „St. Pauli Landungsbrücken“ nach Finkenwerder verpasste. Entweder konnte ich auf einen direkten Anschluß eine Stunde warten oder versuchen mit dem Schnellbus nach „Teufelsbrück“ zu fahren und mit der Fähre (Linie 64) über „Rüschkanal“ nach „Finkenwerder Landungsbrücke“ zu kommen. Manchmal konnte ich die „Touristen Fähre“ nach „Willkomm Höft“ erwischen, die direkt nach „Teufelsbrück“ fuhr und hoffen, dass ich auf meine verpasste Fähre umsteigen konnte. Je nach Tageszeit fuhren von „Teufelsbrück“ zur selben Zeit zwei Fähren Richtung Finkenwerder. Dies sollte genügen um in meiner Geschichte klar zu kommen.

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Endlich war meine Arbeit zu Ende. Ich freute mich auf meinen Feierabend, auf ein Schach- oder Skatspiel auf „meinem Dampfer“. Schnellen Schrittes erreichte ich die U-Bahn Station am Gänsemarkt. Ich hatte Glück und erwischte meine Bahn Richtung Schlump. Das umsteigen und das direkte weiterfahren mit der nächsten U-Bahn klappte, „Gleich bin ich auf meiner Fähre“, dachte ich. Unsere U-Bahn fuhr in „St.Pauli Landungsbrücken“ ein. Im Laufschritt versuchte ich die vor mir liegenden Hindernisse, mit Treppen herunter springen und Fußgängerbrücke im Slalom nehmen, zu bewältigen. Die Pontons waren in Sichtweite. „Hoffentlich erreiche ich die Fähre noch“, dachte ich hetzend. Die letzten Meter bis zum Anleger Brücke 6 rannte ich. „Mist“ die Fähre legte gerade ab. Im letzten Moment sah ich an Oberdeck der davon fahrenden Fähre eine Freundin von mir. Sie bemerkte mich und malte mit den Fingern ein Viereck in die Luft. Ja, natürlich hatte ich Lust auf eine Schachpartie, aber wie komme ich nun auf die Fähre? Ich konnte Ihr noch zu winken, dann entfernte sich die Fähre rasch. Erschöpft blieb ich am Ponton ende stehen. Was sollte ich machen? ich wollte mit Ihr spielen, mein Verlangen war geweckt, da kam mir eine Idee, …….

-Selbst nach so vielen Jahren, wenn ich mich heute so zurück erinnere, war ich ganz genau genommen schon lange hinter diesem schönen Mädchen hinterher gewesen. Sie konnte lächeln und dabei einen ansehen, dass mir immer ganz warm ums Herz wurde. Tja, ich hatte richtig Schmetterlinge im Bauch, freute mich damals auf diese Gelegenheit….wo war ich ?…weiter im Text-

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……. ich könnte die Fähre nehmen, die direkt nach „Teufelsbrück“ fährt. „Nicht lange überlegen“ schoss es mir durch den Kopf. Das Glück war auf meiner Seite, ich hörte einen Fastmoker rufen: „Nach Teufelsbrück, hier einsteigen“. Die Touristenfähre nach Willkomm Höft kam mir wie gerufen, einen Augenblick später war ich umzingelt von „Kaffeetanten auf großer Fahrt“. Also, immer wuchtig und ruhig bleiben. Wer schon mal im Hafen war, kennt diese etwas raue Art der Hafenangestellten, die immer freundlich und hilfsbereit sind und Schlangen von Menschen geschickt über den Steg ins Bauch innere der Fähre drücken. Eine Menge Leute wollten mit diesem Touristendampfer mitfahren. Endlos erschien mir die „Warterei“, bis die Türen zu gingen und die Fähre ablegte. An Oberdeck hielt ich Ausschau nach „meinem Dampfer“. Dieser legte gerade an der „Haltestelle Altona“ an. Im vorbei fahren konnte ich zu anderen Fähre rüber winken und meine angebetete Traumfrau aus machen. Unsere Blicke trafen sich, mit ausladenden Armbewegungen versuchte ich „Ihr“ klar zu machen, daß ich umsteigen wollte. Da scherte unsere Fähre aus um einem größeren Schiff aus zu weichen. Hatte „Sie“ mich verstanden? Durch das Ausweichmanöver unser Fähre verlor ich einen Augenblick den Sichtkontakt zu meiner hoffentlich baldigen neuen Freundin. Mit neuen freien Blick, fuhren nun zwei Fähren Richtung „Teufelsbrück“. Meine Touristen Schaukel schipperte hinterher. Es erreichten gleichzeitig drei Fähren „Teufelsbrück“. Mit einem Sprung über den Steg gelang es mir auf die andere Fähre umzusteigen. In letzter Minute, hinter mir schlossen sich die Türen der Fähre. Schwebend wurde die Treppe zum Oberdeck geentert. Der Amorpfeil hatte mich schwer getroffen. Endlich konnte ich Ihr ganz nahe sein. Nun auf dem Oberdeck suchend, drehte meine Fähre Richtung „Finkenwerder Landungsbrücke“. Bei diesem Manöver konnte ich das Oberdeck der anderen Fähre einsehen, mich traf fast der Schlag. „Sie“…. war auf der Fähre Richtung „Rüschkanal“. Regungslos stand ich auf der falschen Fähre, mein Herz pochte, wie grausam die raue See sein kann, die mir mein Liebstes nahm. An diesem Nachmittag konnte ich nicht mehr bei Ihr landen, würde unser Schachspiel eine Fortsetzung bekommen? Würde es ein Wiedersehen geben?…..

Gedanken an St. Pauli, Kinonacht, Fischmarkt und eine nebelige Fahrt auf der Elbe

Wer mit den Fähren in Hamburg pendelt, genießt die Fahrten auf der Elbe. An einem Samstag wollten meine Freunde und ich von unserer Insel in die Stadt fahren. Es war schon lange mal wieder fällig sich zu vergnügen und etwas Spaß zu haben. Ein langer Abend quer durch St. Pauli wäre genau das richtige. Über unseren Jahrmarkt, dem Hamburger Dom zu schleichen, ein paar Runden Autoscooter fahren und was uns sonst noch so einfällt. Als Abschluß war ein Besuch auf dem Fischmarkt geplant. Wir fuhren mit einem der letzten Dampfer rüber zu den Landungsbrücken. Wir hatten die besten Plätze auf dem Oberdeck. Mit einem festen Blick, den Wind trotzend, tauchten wir ein in die Nacht.

Vorweg ein großes Danke schön an Hamburger Innenansichten

für die Erlaubnis, Bilder zur virtuellen Unterstützung für meine Geschichte zu nutzen.

Angekommen an den Landungsbrücken spazierten wir gemütlich Richtung U-Bahn. Nach einer Station waren wir am Millerntorplatz. Direkt am Anfang des Herzens von St. Pauli konnten wir uns dem Charme von Musik, Getöse und Lichtermeer des Dom’s nicht entziehen. Liebesäpfel, Schmalz gebackenes und schon waren wir mitten drin im Trubel und an der ersten Dart Wurfbude. Wer sich bei den Wurfbuden auskennt, weiß wir schwierig es ist, das Ohrläppchen vom Gesicht eines Geldscheines zu treffen. Mein Glück war mir hold und bescherte mir einen Trostpreis. Mini Würfel an einem Schlüsselbuntring. Die Mini Würfel wurden wir eine Trophäe seitlich an der Hosentasche befestigt. Tja, echte Profi’s schmeißt so schnell nichts um und nach einer Portion Zuckerwatte hatte ich meinen Erfolg verdaut.

An der nächsten Ecke kam endlich das Objekt unser Begierde. Eine super große Scooter Bude. Eurythmics, Men with out Hats, Laid Back, Rod Stewart zogen uns förmlich in die Autokarren rein. Nach etlichen Runden bemerkte ich, daß ich nicht aus Gummi war. Das aus steigen aus dem Autoscooter war deutlich schwerer, als das einsteigen. Mein Trostpreis bestand nur noch aus „Ring“ Diese Tatsache wurde von mir mit einem bitter süßen Lächeln quittiert. Ich musste erst mal meine Knie- und Halswirbel sortieren. Langsam erholte ich mich von den lieb gemeinten Buffern, die ich ab bekommen hatte. „Oh, vielleicht schaffe ich den Fischmarkt nicht mehr“ schoss es mir durch den Kopf. Ich unterdrückte als ganzer Kerl meine Wehwechen. Nach wenigen Minuten tanzten meine Freunde Limbo mäßig zu mir rüber. Alle hatten ein Mona Lisa Grinsen auf dem Gesicht, bald würde der Dom schließen. Also beschlossen wir, da die Nacht noch jung war, eine lange Kinonacht zu machen. Wir hatten ja noch ein paar Stunden Zeit bis der Fischmarkt auf machte.

Der Hunger meldete sich, wir flanierten die Reeperbahn hoch. Von allerlei Gerüchen und Kobern angelockt, erreichten wir in der Nähe von der Großen Freiheit eine Imbiss Bude. Fischbrötchen und Grog ( Rum muß, Zucker kann, Wasser brauch nicht ) gehen immer. Gestärkt und all den Versuchungen des leichten Gewerbes widerstehend, fuhren wir Richtung Hauptbahnhof.

Am Ausgang des Hauptbahnhofes im schönen St. Georg, in der Nähe des Steindamm’s waren Kinos die Samstag auf Sonntag lange Nächte machten. In der Höhe des „Piccadilly“ angekommen, schauten wir uns die Filmauswahl an. Das Angebot war so gestaltet, daß in einem Kinosaal 3 Filme hintereinander angeschaut werden konnten. Das gute daran, die anderen Vorführungsräume durften besucht werden, ohne dass wir eine neue Kinokarte kaufen mussten. Meistens wechselten wir ständig die laufenden Filme, es machte Spaß hin und her zu springen. So schafften wir es, bei guter Kondition 4 bis 4 ½ Filme zu schauen. Wer nicht dauernd hin und her laufen wollte, blieb sitzen und entspannte sich. Diesmal war meine Programmwahl schnell getroffen, Octopussy, Gorky Park, Eis am Stiel, wollte ich sehen. In meinem Kinosaal fand ich einen super Platz in den hinteren Reihen. Es war sofort gemütlich, so schlummerte ich schon bei der Eröffnungsmelodie von Rita Coolidge ( All Time High ) am Anfang des „Octopussy-007“ ein. Im Halbschlaf wurde mir die spannende Geschichte von Roger Moore alias James Bond erzählt. Nach einiger Zeit wurde es kurz hell im Kinoraum, dann startete der zweite Film. Gorky Park war richtig packend gemacht. Nicht zuletzt durch die Schauspieler (Brian Dennehy und der super schönen Joanna Pacula als undurchsichtige „Irina“). Auch hier döste ich ein paar mal genüsslich weg. Fast störend wurde ich wieder unsanft vom angemachten Licht geweckt. Nun wollte ich den dritten Film, Eis am Stiel, in voller Länge genießen. In der Mitte des Films und mit der schönen Melodie von „Brian Hyland- Ginny come lately“ war es wieder um mich geschehen, meine Augen fielen mir zu. Am Ende dieses Filmes wachte ich fast ausgeruht auf und bemerkte meine Freunde sitzend und fest schlafend neben mir. Nach einer kurzen Orientierungsphase und wieder kehrendem Tatendrang spürend, machten wir uns auf den Weg zum Fischmarkt. Ja, so eine lange Nacht ist und war nur was für harte Kerle.

Früh morgens auf dem Hamburger Fischmarkt ist immer eine Menge für See- und Sehleute zu sehen. Die Marktschreier halten mit Ihren Sprüchen und Kalauer’n die Besucher bei Laune und verkaufen dabei Tüten weise Ihre Ware. Mit einem Blick über die Elbe bemerkten wir aufkommenden Nebel.

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Bepackt mit Fisch und Apfelsinnen machten wir uns wieder auf Weg zum Fähranleger St. Pauli Landungsbrücken. Unser Dampfer kam und wir enterten erneut das Oberdeck. Mit dem gleichmäßigen Geräusch des Schiffsmotoren, schlief ich wieder ein.

Eingehüllt vom Nebel verarbeitete ich meine Erlebnisse und fing an zu träumen.

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Wer war Octopuusy wirklich? Wieso kam Ginny später. Fragen die mir nicht aus dem Kopf gingen. Bei aufkommenden Wellen wollte ich Irina vor einem FabergéEi warnen. Mir schwirrte der Kopf. Ich vernahm von weit weg Schiffssirenen und Wellen schlagen, konnte Nebel auf meiner Haut spüren. Plötzlich machte es Rums. “

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Eine harte Welle riss mich aus meinem Traum. Unser Barkassenführer setzte die Fähre an Finkenwerder Landungsbrücke an. Steif und müde wankten meine Freunde und ich den Steg hoch.

Beim Abschied mit meinen Freunden und einem letzten Schmunzler auf dem Gesicht machte ich mich auf dem Heimweg. Endlich war ich wieder zu Hause. Froh und glücklich bettete ich mich. „Das war eine Nacht, von der ich noch lange zerren werde, das muß ich bald wieder machen“ dachte ich und mit diesem letzten Gedanken schlief ich ein.