Gehöre ich zum alten Eisen ? So ein Rentner hat es nicht immer leicht…………..

Ein Wochenende mal tun und machen was man / sie will. Wer träumt nicht davon. Bevor es soweit ist, bestehen wir alle die zahllosen Hürden die von uns Woche für Woche abgefordert werden. Wir arbeiten viel oder zumindest arbeiten wir die ganze Woche auf das Wochenende hinzu. Am Montag fängt es an, ganz egal ob klein oder groß, jeder steht morgens auf, macht sich fertig und geht in den Tag hinein. Wer nicht gerade krank oder haüslich gebunden ist, versucht in die Schule zu kommen oder sich auf den Weg zur Arbeit zu machen. Was aber machen die Rentner ? Wie sieht hier der Alltag aus ? Zugegeben, ich würde als Rentner am Montag liegen bleiben und einfach nix machen oder würde ich meinem Tag strukturiert beginnen… also es war einmal……..

wieder so ein Montag, an dem ich frei entscheiden konnte, was ich machen will. Erst vor kurzen wurde ich in den Ruhestand versetzt. Vor gut zwei Jahren bin ich zum letzten Mal zur Arbeit gefahren. Nun wache ich regelmäßig ohne Wecker zur selben Zeit auf. Uups, so wie jetzt gegen 05:00 Uhr morgens, Zeit zum aufstehen, dachte ich. Warum nicht mal aufstehen und mich fertig machen und einfach ohne Druck zur Arbeit gehen, kam es mir durch Sinn, einfach an der Pforte stehen und den alten Kollegen einen schönen Arbeitstag wünschen, ein Mann ein Wort, einen Augenblick später stand ich Bad, rasierte mich, ließ den Föhn mein lichtes Haar streicheln und schlurfe in die Küche, machte eine Kanne Kaffee fertig. Mit Blick auf die Uhr war es 06.30 Uhr. Bis hierhin hatte ich zu meinen früheren Zeiten schon 30 Minuten Verspätung, somit längst den Bus verpasst, wäre auch zu spät zur Arbeit gekommen. Es fiel mir schlagartig wieder ein, warum für mich die letzten Jahren so quälend waren. Das frühe aufstehen, anziehen, den Bus erreichen. Immer in Hetze und in Galopp, keine Zeit mal beim Bäcker zwischendurch einen zu Kaffee trinken, so wie ich es heute mache. Nein dieser Zug ist abgefahren, ich bin nicht mehr so schnell wie früher. Vielleicht sollte ich mir doch den Wecker stellen, einfach nur mal so aus Spaß meine eigene Stechuhr nehmen, schauen ob ich es noch drauf habe und mithalten kann mit den aktiven, noch in Arbeit stehenden Leuten, die jeden Morgen in der Woche aufstehen müssen.

Dienstag, bevor der Wecker klingelt bin ich wach, so gegen 05:00 Uhr, angespornt vom inneren Drang eines Machers, lege ich einen persönlichen Rekord mit waschen und föhnen im Badezimmer hin. Der Teufel steckt im Detail, ich habe meine Klamotten nicht parat gelegt, versuche daher mich mit dem anziehen zu beeilen. Mit schnellen Schritten geht es weiter in die Küche, ich fühle mich vital wie lange nicht mehr, aber die Uhr an der Wand lächelt mich mit Ihren Zeigern milde an. Es ist genau 06:30 Uhr. So ein Mist, beinahe hätte ich es geschafft. Das Ziel vor Augen, gehe ich Sieges sicher zum Bäcker. Nach einer Tasse Kaffee, war ich wieder der Alte, es brodelte in mir, wieso vertrödelte ich nur soviel Zeit mit dem fertig machen. Auf dem Heimweg schmiedete ich schon neue Pläne, wie ich mich in Form bringen könnte.

Mittwoch, der Wecker klingelt, missmutig drücke ich den Ausknopf und rappele mich hoch. Schleppend trage ich mich zum Bad. Wie konnte ich nur diesen morgendlichen Streß gut finden. Warum wollte ich nochmal aufstehen ? Mit leicht verkniffen Gesichtszügen komme ich auf den Grundgedanken meiner ganzen Aktion, Ja, richtig ich wollte doch mal sehen, ob ich es noch schaffe ein Teil der aktiven Arbeitswelt zu sein. Ohne lange nachzudenken, ziehe ich mich an. Ein letzter Schluck aus der Kaffeetasse, Schuhe an und schon stehe ich vor der Türe. Die wenigen Meter laufe ich gehetzt zum Bus, nun sitzend mit all den Pendlern bei einander, merke ich auf einmal, was mir alles gefehlt hat. Am Bahnhof gehe ich zum Bahnsteiggleis. Als der Zug einfährt, sinniere ich so vor mich hin. Einsteigen oder nicht ? das ist hier die Frage. Wie dämlich kann ich nur sein, ich ließ die Bahn abfahren, erleichtert mit meiner gefunden Erkenntnis, verweilte ich noch einen Augenblick am Gleis stehend. Ja, ich hatte es geschafft, ich wäre pünktlich zur Arbeit gekommen. Vielleicht hätten sich die alten Kollegen über meinen Besuch gefreut oder vielleicht auch nicht. Es war mit auf einmal egal. Langsam bemerkte ich, wie mein mir selbst gemachter Streß verschwand. Wem wollte ich denn heute noch was beweisen ?

Donnerstag, mein Wecker summt nicht mehr, da ich die Weckzeit abgestellt habe. Fröhlich stehe ich im Bad, mache mich fertig, hoppelnd betrete ich meine Küche. Der frische Kaffeegeruch weckt mein Wohlbefinden. Pünktlich um 06:30 Uhr geht es ab zum Bäcker. Ich kann endlich loslassen, es hat zwar lange gedauert, aber jetzt kann ich mit Stolz sagen, ja ich gehöre zum alten Eisen. Ich brauche mich nicht mehr abhetzen und Termine wahrnehmen. Ich bin mein eigener Chef und folge nur noch meinen Anweisungen.

Freitag, irgendwo zwischen Hamburg und Niederrhein, also ungefähr 06:30 Uhr in Deutschland, ein zufriedener Rentner dreht seine Runde, kehrt beim Bäcker ein und freut sich auf seine zweite Tasse Kaffee. Herrlich, entspannt kommt er wieder nach Hause. Gut gelaunt nehme ich mir für Samstag und Sonntag vor, mir nichts mehr zu vor zu nehmen. Naja, es gibt zwar immer noch viele Punkte in meinen Leben mit den ich noch nicht g a n z abgeschlossen habe. Aber das Thema Arbeit gehört definitiv nicht mehr zu Teil meines Lebens. Ich bin nun zu Hause angekommen und hier bleibe ich auch. Hauptsache meine Rente kommt pünktlich und ich kann zum Bäcker gehen und mir Brötchen holen………………………und das Leben genießen.

für alle die bei sich bei diesem Thema nicht angesprochen fühlen…mein youtube Kanal…

Bis zum nächsten Mal, wünsche ich einen schönen Feiertag. Es grüßt ein Exil lebender Hamburger in NRW

Erdi Gorch Fock

Richtige Männer versüßen jedes Sommerfest, ein Wiedersehen mit Freunden…….

Was gibt es schöneres als im Sommer in gemütlicher Runde mit Freunden oder der Familie zu sein, zu plaudern und etwas Spaß zu haben. Essen und trinken spielen bei solchen Begegnungen eine wichtige Rolle, wobei im Laufe des Zusammenseins es eher zu vernachlässigen ist oder ? Etwas mehr Beachtung finden dabei die gemeinsamen Unterhaltungen, die sicher nicht fehlen sollten. Je nach Ausgang dieser Gemeinsamkeiten kann es zu einer Forstsetzung bei nächster Gelegenheit kommen. Stellen wir uns diesen schönen Tag oder den bevorstehenden Abend in verschiedenen Ländern vor und entscheiden uns ganz nach Lust und Laune, wo wir am liebsten dabei sein würden. Oh, ich bin schon wieder mittendrin…….also es war einmal…….

in der Mitte von nördlichen Deutschland, da hatte Wilhelm Till alle seine Freunde auf seinem ländlichen Anwesen eingeladen, ganz in Vorfreude schuftete er schon seit dem frühen morgen. Er mußte Platz schaffen in der alten Diele für die abendliche Party, dafür wurden erst mal Kommoden, Stühle, Tische und Teppiche heraus getragen, damit alles gefegt, gesaugt, gereinigt und schön gemacht werden konnte. Eine schweißtreibende Arbeit, die sein ganzes planerisches Können erforderte.

– Wir sehen an Hand von wenigen Beispielen, das in Deutschland alles geplant wird, im Geiste spielen wir jede Einzelheit durch, alles muß perfekt sein, noch bevor der erste Gast kommt. –

In der Nähe der Garonne auf dem ländlichen Gut von Salvatore de Bergerac wurde der Hausherr von leichten Schnarchgeräuschen geweckt. Er sortierte seine Sinne und stellte fest, daß es mit einer weiteren Tischdecke unter dem Tisch voll kommen ausreichen würde, in den Morgen zu schlummern. Ein herrlicher Tag würde erst beginnen, wenn er den Duft von Kaffee und Croissants spüren könnte. Mit einem herzhaften Schlag auf die Schulter des schnarchenden Individuums Jaque, machte Salvatore seinem Freund klar, daß er nach einen Frühstück verlangte. Der liebe Jaque rollte sich von seiner Decke und schlich in das Haus. Vom weiten war leises lärmen aus der Küche zu hören. Zufrieden mit sich selbst döste Salvatore noch einmal ein. Sanfte Gedanken kreisten um den gestrigen Tag des Sommerwindfestes, der auf seinem Hof statt fand. Bis zum frühen morgen wurde gelacht und philosophiert. Es sollte nicht die letzte lange Nacht werden…..

– Ganz klar wir befinden uns in Frankreich, irgendwie ist jeder immer mit was beschäftigt, ob Freizeit, Freiheit oder mit dem Sinn des Lebens, na ob das was für mich ist ?…… –

Die ersten Sonnenstrahlen fielen auf die Finca von Don Quichotte. Sancho Panza, treuer Freund und Helfer des Ritters ohne Gnade, war in den Morgenstunden damit beschäftigt, alle sternenförmigen Bola’s auf zu sammeln, die Roberto Don Quichotte letzte Nacht kreuz und quer auf der Finca bis hin zur eigenen Mühle verteilt hatte, nur um seine Dulzinea vor gefährliche Stechrittern zu schützen. Ein paar Bola Schnüre klackerten vom Wind angetrieben fest verschnürt an den Mühlenrädern. So vergingen die Stunden, Sancho brauchte eine Pause und machte sich auf den Weg zur Küche.

Es ist egal, wo wir uns im südlichen Raum befinden, ob Italien. Spanien, Portugal. Hier wird die Leichtigkeit des Seins zelebriert, abgeschaltet und in den Tag gelebt. Also starten wir mal eine Wende und lassen uns treiben –

Endlich war es geschafft, Wilhelm hatte gerade damit begonnen, die ganzen Tische in der Diele in Form eines Hufeisen aufzustellen. Da kam Carmen mit der Gästeliste um die Ecke. Eine willkommene Abwechslung für Till, der gar keine Lust mehr auf Party hatte. Carmen sah Ihrem Mann an, ein merkwürdiges Gefühl stieg Ihr beim Anblick in die fast fertige Diele empor. Während dessen versuchte der Eulenspiegel die Stühle rund um die Tische in einem 60 Zentimeter Abstand aus zu balancieren. Party hin oder her, wenn nicht die ganzen Vorbereitungen wären. Ein kaum hörbarer Seufzer von Ihm wurde von Carmen wahr genommen. Hier mußte sie handeln. „Till, komm hör auf, packen wir ein paar Sachen ein und fahren zu Salvatore“, sagte Ihre liebliche Stimme. Mit einem wortlosen Nicken, folgte Wilhelm seiner Frau. Ein paar Minuten später waren sie schon auf dem Weg Richtung Bordeaux. So ein Überraschungsbesuch bei Freunden war genau das richtige für Ihn. Auf dem Weg zum Flughafen kam Carmen auf eine noch bessere Idee, in der Halle des Hamburger Flughafens schnappte sie sich eine freie Telefonzelle und rief sie bei Salvatore an. Es schellte…..

Früh am Mittag wachte endlich Roberto auf. Nach wenigen Schritten war er auf seiner Terrasse. Dulzinea und Sancho nippten gerade an Ihrem frisch ausgepressten Zitronensaft. Als sie Don Quichotte bemerkten verstummten beide, es lag der süsse Duft der Verschwörung in der Luft. „ Aha erwischt“, brummelte Roberto Ihnen entgegen. Schmunzelnd puhlte er eine Orange ab und machte es sich auf der Terrasse gemütlich. Na, was heckt Ihr beiden wieder aus ? Hat es was mit dem Luna Fest zu tun ?“ Roberto war neugierig, er wurde aber nicht von seinen beiden lieben eingeweiht, wußte Dulzinea und sein guter Freund doch nur all zu gut, daß Don Quichotte keine Geheimnisse für sich behalten konnte. „Wir feiern hier auf der Finca Amigo“, kam es aus Sancho heraus. „ Nun werde ich schnell noch ein wenig sauber machen, heute Abend geht es los“. Mit diesen Worten stand er auf und ließ einen rätselnden Roberto am Tisch sitzen. „Wir brauchen mehr Zitronen, wer kommt denn, ich reite schnell nach Mancha und hole Zitronen“ freute sich Don Quichotte. – in Fortsetzung zu https://erdigorchfock.com/2015/06/14/mit-witz-und-humor-kommt-man-an-ziel-don-quichotte-ist-immer-ein-held/Du bleibst schön hier und hilfst mir in der Küche“, machte Dulzinea Ihrem Gatten klar, dabei entfernte sie sich geschwind von der Terrasse.

La cousine de Bergerac“ meldete sich Jacque am Telefon. Am anderen Ende war Carmen, „Mon amie Jacque, wir sind am Flughafen und wollen in den Süden zu Roberto, hast Du und Salvatore Lust mit zu kommen?“ Endlich kam Salvatore unter dem Tisch hervor, sein kleiner Hunger meldete sich, nach einigen Schritten war er in der Küche und sah seinen Freund am Telefon sprechend. Was in aller Welt war nun schon wieder los. „Wer ist am Telefon ?“ grummelte Salvatore. Jacque legte mit einem „Oui, mais naturellement, äh wir kommen“, den Hörer auf. „So mon amie, wir fahren nach Mancha, das war Carmen. Sie und Till machen einen Überraschungsbesuch bei Roberto.“ mit knappen Sätzen wurde de Bergarac informiert, „Bon, wenn Du schon keinen Kaffee machst, rufe bei Dulzinea an, kündige uns an und trommele unsere Truppe zusammen. Paß aber auf, daß Roberto nichts mit bekommt.“ Salvatore schnappte sich seinen Hut und holte den kleinen Theaterbus aus der Garage, „Auf nach Bordeaux, äh de la Mancha“ .

Till stand am Verkaufsschalter wartend auf Carmen, „Warte wir fliegen nach Faro Schatz“ kam Carmen zu Ihm geeilt. Ein paar Minuten später saßen sie im Flieger, endlich weg und ab in den Süden.

Es wurde langsam Abend, alles war mehr oder weniger fertig geworden auf der kleinen Don Quichotte Finca. Rund um die Mühle standen ein paar Tische, ein kleiner Tanzboden war aufgebaut, alles mit kleinen Lampignons verziert. Die ersten Gäste trudelten ein. Roberto war als Gastgeber in seinem Element, er schenkte die ersten Karaffen selbst gemachter Orangen- und Zitronensaft aus. Es konnte nun um die Mühle getanzt werden.

Zur selben Zeit hatte der alte Bus von Salvatore den Flughafen von Faro erreicht. Die gesamte Theatergruppe begrüßte Till und Carmen sehr herzlich, nun war es nicht mehr weit bis zum Ziel, gemächlich wurde die Fahrt fort gesetzt. Gut gelaunt, bei untergehenden Sonne, bemerkten die Insassen nicht das kaputte linke Fahrtlicht. In der Einfahrt zur Finca hörten sie schon die fröhliche Musik von Roberto’s Mühle. Da plötzlich sauste eine Bola in die Scheibenwischer. Der Bus stoppte an der Mühle, alle Buspassagiere verließen fluchtartig das Gefährt, „Nur schnell weg hier und rüber zum sicheren Tanzboden Leute, der Irre fängt schon wieder Stechritter“, riefen die anwesenden Gäste der verdutzten Theatergruppe zu. Ein paar Augenblicke später kam Don Quichotte hinzu, sah seine Freunde, lachte „Was für eine gelungene Überraschung Dulzinea, schau mal was ich gefangen habe“ fast unbemerkt warf er seine letzte Bola in Richtung Mühlenrad.

Bis zum nächsten Mal, wünsche ich einen schönen Start in die Woche. Es grüßt ein Exil lebender Hamburger in NRW

Erdi Gorch Fock

 

Cher und die verschwundenen MINI Lenkräder, Teil III

————— Teil III————–

So, mit dem dritten Teil von Cher und Ihren MINI Lenkrädern, feiere ich ein kleines Jubiläum, meine 50 Kurzgeschichte. Anstatt lange zu reden, über wie es mit dem schreiben angefangen hat, starte ich in meiner „Hamburger Art“ gleich mit der Fortsetzung…. nach dem Cher und ich die Wache verlassen hatten, klopfte Sven Eddi auf die Schulter….. oh ich bin schon wieder mittendrin….. Also, es war einmal……

Das hast Du genau richtig gemacht Eddi“, sagte der Revierleiter Sven Matke von der Polizeikommissariat Harburg zu seinem Kollegen. „Ich gebe jetzt alle Unterlagen zum LKA Berliner Tor ab.“ „Du meinst wohl Winterhude“ schmunzelte Eduard Otte, in Anspielung auf das Behördenhaus, daß wie ein Dekagramm 2001 nun das neue zu Hause des Polizeipräsidiums Hamburg ist. „Jaja, klei mi am Moors“, leicht verlegen griff Sven zum Telefon, suchend nach einen persönlichen Ansprechpartner im Polizeipräsidium, blätterte er missmutig im Telefonregister. Früher wäre er schnell mal mit dem Boot Elbe 14 rüber geschippert, hätte über Heidenkampsweg das Hochhaus am Berliner Tor geentert. „Ich gebe auf, ich wähle die Polizei Hotline an, so’n schiet“ am anderen Ende klingelt es…….

„….Bettina, ganz sutje, ich bin es nur Ronald“ gab sich der Bauamtsleiter zu erkennen, er war auch sofort aus dem Saal gegangen um nach seiner schönen Mitstreiterin zu sehen. „Man mir zittern immer noch die Knie, ich habe mich richtig erschreckt, laß mich schnell noch den abweichenden Bebauungsplan von der zukünftigen Seenplatte Hemmingen raus holen“. Ein paar Minuten später waren beide wieder im Lokal. Die nun vorgestellten Pläne beruhigten fast alle Anwesenden. Am Schluß der Informationsveranstaltung holte sich Bettina Lorz den Peter Junghans zur Seite und erzählte Ihm vom einer baldigen Eröffnung eines Autohauses in Laatzen. Mit diesen noch geheimen Informationen fuhr Peter nach Hause. Angekommen bestaunte er die neuen Emaille Schilder von Gisbert Hannen & Sohn, die sein Bruder Klaus mit Gisbert an der an der Einfahrt angebracht hatten. Bei einem abschließenden Kaffee erzählte Peter den beiden die erfreulichen Nachrichten aus dem Ricklingen Gasthof. Mit einem: „Tschüss bis moin“, verabschiedete sich der fleißige Hannen und fuhr Heim nach Westerfeld.

So, was ist Dir eingefallen ?“ neugierig kam ich auf Hans zu. „Weißt Du noch wie wir uns Lenkräder vom Schrottplatz besorgt haben, um sie am Rad zu montieren?“ lachend unterbrach ich meinen Freund, „Ja klar, kann ich mich erinnern, Du hast Dein Steuerrad als Sattel befestigt und behauptet, es sei von einem einem Mercedes.“ Nur weil das Emblem fehlte, ich hatte nicht die richtigen Schrauben und Muttern damals“, versuchte Hans die alte Geschichte zu retten. Plötzlich fiel mir was ein, ich schnappte mir mein Telefon und wählte die Nummer von Cher, statt eines Klingeltones am anderen Ende der Leitung kam nur ein Tüt,Tüt.tüt……

Das Besetztzeichen wollte nicht aufhören, ich wachte auf und bemerkte, daß ich vollkommen übermüdet vom Koffer und Karton packen auf dem Sofa eingeschlafen war, ich hielt noch meinen Telefonhörer in der Hand, meinen geliebtes graues Wählscheibentelefon wollte ich gerade verstauen, als mir spät abends die Augen zu fielen. Alles nur geträumt. Es war alles in meiner Fantasie entsprungen, schmunzelnd legte ich nun das Telefon in den Karton, klebte es mit Klebeband zu. Da schellte es an meiner Türe. Ich rappelte mich auf und öffnete die Tür. Cher stand draußen mit einem Picknick Korb in der Hand. „Du hast verschlafen, heute ist Markttag, wir treffen uns gleich mit den anderen“ zwitscherte sie fröhlich drauf los. Ich zog mich schnell an, unterwegs erzählte ich von meinen merkwürdigen Traum. Es war für mich der letzte Samstag auf Finkenwerder, warum nicht mit einem Markttag beginnen. Am Zeitungsstand trafen wir den Rest meiner Freunde. Zum letzten Mal blätterte ich zwischen den Heften, vielleicht nehme ich mir einen Kojak Krimi auf der Fahrt mit zum Niederrhein. „Niederrhein ?“ flüsternd echote Manu. „Wollen mal sehen, wie lange Du es da aushältst ?“ dabei setze sie mir einen Schmatzer auf meiner Wange,Ich hab was gefunden“ kam es von Cher, „ sagtest Du nicht was vorhin von Ricklinger Seenplatte und Marion Pitsch?“ Fast hätte ich mein Kojak fallen lassen, neugierig blättere ich in dem Sachbuch……es fehlten ein paar Seiten…. „Komm laß uns ins Freibad gehen, wir können dann mal alle ins Buch schauen“, drängelte Hans. „Also, dann verstelle ich mal das Lenkrad und wir quetschen uns alle in meinen Mini“, sagte Piti. „Ich glaube, ich habe ein Dejavu“, kam es aus mir heraus. „Darum kümmere ich mich gleich“, hauchte Manu mir ins Ohr. „Mit 5 Leuten im Mini, na das kann was werden.“ lachte Cher und stieg ein…….

für alle die bei sich bei diesem Thema nicht angesprochen fühlen…mein youtube Kanal…

Bis zum nächsten Mal, wünsche ich einen schönen Sonntag. Es grüßt ein Exil lebender Hamburger in NRW

Erdi Gorch Fock

Cher und die verschwundenen MINI Lenkräder, Teil II

————— Teil II————–

Für mich war der Tag gelaufen. Trotzdem versuchte ich mich zu beruhigen. Würde der Täter jemals gefasst werden ? Ich holte mir ein Notizbuch und schrieb alles auf, was mir einfiel. „ Bundesstraße B3, vom Norden bis Freiburg, nicht an der Elbe, wie weit ist es bis Breisgau? Seen, Hemmingen, Buxtehude“ mir gingen so viele Gedanken durch den Kopf, daß ich nicht mehr rational Denken konnte, erschöpft legte ich mich hin……..

Cher ließ diese flache Erklärung des Polizeibeamten keine Ruhe. Um abzuschalten unternahm sie einen Spaziergang. Auf alten verschlungen Pfaden auf Finkenwerder, am hinteren Teil des Ortsamtes war Sie zu Hause, vorbei am Freibad, nun im alten Gelände Ihrer Kindheit, sinnierend über nicht mehr vorhandene Straßen, erreichte sie zügig den Deich am Flugzeugbau, zu dieser abendlichen Tageszeit stand der Wind landeinwärts, zügig lief sie auf das Mühlenberger Loch zu. Was hatte sie damals nicht alles recherchiert, nun verliefen alle Spuren im Sande. Bei ihrem langen Spaziergang erreichte sie das Estesperrwerk. „Was schon so weit“, von der nahe gelegenen Bushaltestelle fuhr sie wieder nach Finkenwerder zurück. Die Fahrt dauerte diesmal etwas länger, da ein Auto mit Panne die lange Zufahrtsstraße versperrte. Die Polizei war gerade damit beschäftigt, den Verkehr im Minutentakt durch die Unfallstelle zu schleusen, nicht gerade einfach, stockend und langsam fuhr Cher am beschädigten Auto vorbei. Ein mulmiges Gefühl stieg in Ihr auf, endlich war sie an an den Finkenwerder Landungsbrücke an gekommen.

– Rückblick Mitte 1968, in eine Informationsveranstaltung zu Erweiterung der B 3

Warum müssen wir Hemminger denn alle weichen ? Ihr könnt Eure Bundesstraße 3 mit der Trassenführung über Westerfeld ziehen, da ist Platz genug“ „Das würde Mehrkosten bedeuten, die dann in die Millionen DM gehen, laß uns doch mal in Ruhe über den Bauplan schauen, betrachten wir dabei auch die Eingriffe in die Natur“ beruhigend klang das nicht, was der zuständiger Bauamtsleiter von Hannover, von sich gab. Er hatte sich extra für diese Veranstaltung einen neutralen Ort, eine alt eingesessene Gaststätte in Ricklingen ausgesucht, der Saal, mit herrlichen Ausblick auf die Ihme, war bis zum letzten Platz belegt, viele betroffene Anlieger aus Hemmingen, Linden und Umgebung, wollten Informationen haben. Eine schwierige Aufgabe für Ronald Pitsch, der nach einer guten Lösung für alle Beteiligten suchte. „Ist ja typisch, immer wieder Westerfeld ins Spiel zu bringen, dann kann ich unseren Nutzfahrzeuge Reparaturdienst schließen“, kam es von Peter Junghans heraus, er war mit seiner ganzen Familie am meisten betroffen von der geplanten Straßenverbreiterung der B3. „Meinem Bruder Klaus habt Ihr schon so einen Enteignungsbrief geschickt, der kann nun seine Werkstatt schließen und dadurch geht Ihm sehr wahrscheinlich das Geschäft mit Britsh Leyland durch die Lappen. Das ist willkürliche Diktatur, daß wird nicht nur ein heißer Herbst in Berlin, fangt nur an mit graben……. „Deswegen sind wir hier um eine Lösung zu finden, MINI Freunde müssen zusammen halten“, schaltete sich nun Frau Bettina Lorz ein, sie war stellvertretende Dezernentin der Enteignungsbehörde Hannover. „Klei mi am Moors“ wutentbrannt verließ Peter Junghans die Gaststätte……………

Bettina Lorz stand auf und verließ ebenfalls den Saal, sie hatte eine Mappe in Ihren Auto vergessen, am Wagen stehend, suchend nach Ihrem Türschlüssel, hörte sie auf einmal ein „Guten Abend“, hastig drehte sie sich um, vor lauter Schreck lies sie den Autoschlüssel zu Boden fallen.

Der Wecker riss mich aus tiefen Schlaf, ein paar Momente später würgte ich den elenden Klingelton endlich ab. Schleppend brachte ich meine körperliche Hülle in die Küche. Wieder klingelte es, diesmal an der Haustüre. „Man was ist denn heute morgen nur los“, brummelnd öffnend begrüßte ich Hans an der Türe. Er wollte mir beim Umzug helfen, in seinen Händen schleppte er ein Dutzend gefaltete Umzugskartons mit. „Moin, wohin damit ?, Kaffee fertig ?“ „Moin, leg irgendwo hin, ich bin noch nicht soweit, ich glaube, ich verschiebe den Umzug“ Hans grinste mir breit entgegen und hörte sich meine Erlebnisse vom gestrigen Tag an. Alles sprudelte noch mal aus mir raus, mit Cher auf der Polizeiwache, von der gesendeten Radionachricht bis hin zum Punkt, was ich mir alles noch aufgeschrieben hatte. „Zeig mal Deine Notizen her, vielleicht fällt mir noch was ein“, mit diesen Worten überflog er meinen Zettel. Es wurde still in meiner Küche, da ich beim lesen nicht störend wollte, suchte ich nach der Telefonnummer von meinem neuen Vermieter am Niederrhein, eigentlich wollte ich so schnell wie möglich umziehen, nun konnte ich mich nicht von meiner Insel los reißen. In diesem Moment wurden meine Gedanken unterbrochen, da ich von Hans hörte: „Mir ist was eingefallen“ „ Was…. „ war mein erster Gedanke könnte Hans eingefallen sein……………..

Fortsetzung …………folgt………..

Bis zum nächsten Mal, wünsche ich einen schönen Sonntag. Es grüßt ein Exil lebender Hamburger in NRW

Erdi Gorch Fock

Cher Lock ’s Enkel mag auch heute keine Schuluniformen…..

Wer Glück hat kommt in die Schule, entdeckt seine Individualität und lebt sich aus. Wer Pech hat kommt in die Penne, wird in alte Denkformen gepresst und hat ein Leben lang das nach sehen. Cher Lock hatte immer ein Gespür was gerade in Mode angesagt war. Ob praktisch oder chic, ganz egal, Hauptsache nicht zu kalt oder warm angezogen. So war sie als Jugendlicher in den 60′ zigern zur Schule gegangen und groß geworden. Es wurde getragen was gefällt oder was man / sie hatte. Was hätte Cher in dieser Zeit rebelliert gegen Schule, Staat und Spießer. Also, es war einmal……..

eine Zeit, da wurde in den Schulen noch gelernt. Alte Lehrer hatten mit sich zu kämpfen, ob noch Ohrfeigen im Unterricht verteilt werden durften oder nicht. Es herrschte Ordnung in den Klassenzimmern bis Mitte der 60′ ziger Jahre. Auf einmal wurde im ganzen Land rebelliert. – hier muß ich einschieben, daß ich nur einen kleinen Einblick in die Hamburger / Schleswig Holstein Schulen habe oder hatte, soll aber im weiteren Verlauf der Geschichte nicht störend sein oder ? – Was langsam mit der Musik der Beatles in die Klassenzimmer Einzug hielt, Kleidungsstil und Haarpracht, fand mit der Verbrennung der Büstenhalter seinen Höhepunkt und brachte eine ganze Generation von heutigen alten Lehrern und Direktoren in Wallung. Wer 1968 gerade sein Studium aufgenommen hatte, identifizierte sich über seine Klamotten, seiner Musik mit der Außenwelt. Ein „Make Love not War“ war Lebensgefühl. Auch haben viele noch die Studentenrevolten in der Bundesrepublik Deutschland mit erlebt. Wer heute von den Verantwortlichen in den Kultusministerien seinen Moralapostelhut aufsteckt, hat viel vergessen und geht hier zu weit in seiner Bevormundung gegenüber den heranwachsenden Schülern, die selbst entscheiden müssen was sie anziehen oder tragen wollen.

In den 70’zigern habe ich Ringelpullover und falsche Kunstnappalederhosen getragen, in der Musik wurden auf dem Schulhof keine Kompromisse gemacht, entweder ABBA, Sweet oder Slade, wir hatten klare Vorstellungen. Wir haben getragen, was in „ Bravo und Melodymaker Kult war“. Ich sage nur: „Bananenbadehosen und Bonanza Räder, Hot Pants und Dreiecks T-Shirt waren Pflicht“ Unsere Referendare, wartend auf Ihre feste Anstellung als Lehrer, hatten keine Probleme den Unterricht frei zu gestalten und uns im Sommer auf der Wiese den Lernstoff bei Eis und Bikini zu vermitteln. Wir hätten eine feste englische Kleiderordnung gar nicht durch gehalten.

So sind wir ( ich ) auch in die 80’ziger gerutscht. – Nie wieder Schule – war das neue Motto für die jungen Berufsanfänger, die in Ihrer angestrebten Stellung, damals die 12 Schuljahre in den Berufsschulen hinter sich brachten und den Unterricht gemeinsam zwischen Grund, Haupt- und Realschülern verbrachten. Wir waren Popper oder Punker – no future- war angesagt. Wir hätten eine gewünschte Kleiderordnung verbrannt oder geraucht und fertig wäre das Thema gewesen. Ich erinnere mich an Schüler-und Studentendemonstrationen die für den Stadtteil Hamburg – Rotherbaum angesagt waren und auf dem Kiez in St. Pauli mit Pali-Tüchern endeten. Ob für den Frieden gegen Helmut Schmidt oder Franz-Josef Strauß, Hauptsache die Hafenstraße lebt………. Wir haben uns nichts gefallen lassen.

Die 90’ziger waren richtig zahm, unsere alt 68’ziger haben Ihre Kinder ohne große Revolten in die Schule bekommen, die Einführung von schönen und guten Privatschulen war ein Thema, das für viele mit einer einheitlichen Ordnung, mehr einer gefühlten Anpassung zu tun hatte. An dieser Stelle einen schönen Gruß an alle Waldorfschüler, auch hier wurde eine strickte Kleiderordnung ausgeschlossen, da es nicht genug Persönlichkeit und Entwicklung für den einzelnen Schüler geben würde, wenn alle in ein Kleid gepresst würden. Eine Generation der Weicheier wurde gestylt und von Eltern gezeugt, die heute mit Ihren Vorstellungen keine klare Meinung definieren können. Liegt vielleicht auch an der Musik die mit Techno und Loveparade allgegenwärtig präsent war.

Nun sind wir im neuen Jahrtausend angekommen. Was im Norden als Klamotten in Schulen gebilligt und getragen wird, findet in der Mitte von Deutschland Beachtung, wird im Osten des Landes als Thema nicht war genommen, außer eine Gruppe von Schülern bringt Springerstiefel mit, wird selbst verantwortend und auf sachte Weise in Bayern an die Eltern abgeschoben unter den Tisch gekehrt, sehen wir mal von Kreuzen und Kopftüchern ab. Hier haben die Schüler für mich keine Entfaltungsmöglichkeiten mehr. Immer bedacht auf politisch korrekt und ja keinen verletzend, in seinem Glauben, steuern wir mit Vollkraft auf einen gleichförmigen Schüler in Deutschland zu. Wer heute als Heranwachsender Angst hat in der Schule mit Hilfe von Musik und Klamotten zu experimentieren, sich auszuleben, hat es im späteren Leben schwer damit mit anderen Mitmenschen klar zu kommen, das er / sie seit der Schule „in oder outsind. Ich hoffe, wir werden es nicht mehr erleben, das in der Bundesrepublik Deutschland eine Kleiderordnung an Schulen praktiziert wird. So wie ich auf die Individualität eines jeden Schülers zähle. Cher Lock’s Enkel sagt nein zu Uniformen, zur orwellschen Gesellschaft, Lebensweise und trägt was Ihr gefällt, sie braucht keine Kleiderordnung an Ihrer Schule.

Als kleines Beispiel und mal gegen den Strom gedacht……

Bis zum nächsten Mal, wünsche ich einen schönen Sonntag. Es grüßt ein Exil lebender Hamburger in NRW

ErdiGorchFock63

Die Hafenbahn und der Hamburger Flugzeugbau Finkenwerder, Hafengeburtstag 2015

Es ist schade, daß einiges vom Charakter einer Insel verloren geht, wenn keine Institution Verantwortung in Hege und Pflege übernimmt und es nach Jahren zum Zerfall von Brücken und Wegen kommt. Nur weil diese Zufahrten nicht mehr wirtschaftlich sind.

Der Erhalt einer kleinen Eisenbahnstrecke im Stadtteil Finkenwerder, ein Klotz am Bein ?

In einer schnelllebigen Zeit, wo alles auf Profit ausgerichtet ist, hat in der „modernen Welt“ die Romantik, die erlebte Geschichte keinen Platz mehr. Es sei denn: „ Wi köönt dormit een Batzen Boorgeld rutslaken“. Von der früheren Trassenführung der kleinen Hafenbahn (HB), die Neßkanal / Rüschkanal / Deutsche Werft / Steendiekkanal, bis zum südlichen Umschlagplatz Harburg (Maschen), ist nicht viel übrig geblieben. Dabei ist seit Kriegsende (1945) bis 1976 dieser Transportweg ein wichtiger Zubringer von Wertstoffen für den Hamburger Flugzeugbau und die Deutsche Werft gewesen. Solange die Wartungs- und Reparaturaufträge zur Aufrechterhaltung der Gleise bzw. der dazugehörenden Flurbereiche von MBB, HDW in Kooperation mit der Stadt gemacht wurden, gab es keine Probleme. Ausführende Baumaßnahmen erledigten sich schnell, von den jeweiligen Bauaufsichtsbehörden, Tiefbauämtern genehmigt, bearbeitet und so weiter. Nach Schließung der HDW wurden die Gleisanlagen, hinter der Schutzmauer, ständig zurück gebaut. Hierzu meine eigene Geschichte

https://erdigorchfock.com/2014/08/11/ruschsiedlung-finkenwerder-von-1973-1976-hamburg-meine-erinnerungen/

Es vergingen Jahre, bis sich die allein übrig gebliebene Airbus Unternehmensgruppe anschickte elegant von diesem wartungsintensiven Transportweg zu trennen. Es bestand schon lange Zeit kein Bedarf mehr die Wertgüter auf der Schiene zu transportieren. Im Laufe der Jahre (seit 1980), in den einzelnen Ausschüssen, wurden die Themen Brückensanierung und Rückbau der HB geschickt bis heute nicht angefasst. Einfach nicht besprochen, wie es weitergeht, Zuständigkeiten der Behördenabteilungen nicht genutzt. Ein Stück Geschichte mit Hafenbahn einfach vergessen. Natürlich wurde und wird ab und zu mal etwas gemacht in Finkenwerder, der Rüschpark angelegt, ein Hotel gebaut. Begehungen von den offiziellen Ämtern fanden über die Jahre nicht mehr regelmäßig statt. Im September 2014, mehr durch Zufall kam dann der Tagesordnungspunkt ‚Brückensanierung in Finkenwerder‘ im Reginonalauschuss Finkenwerder auf den Tisch.

Quelle: https://sitzungsdienst-hamburg-mitte.hamburg.de/bi/vo020.asp?VOLFDNR=1004613

Brückensanierung in Finkenwerder , 26.09.2014

Sachverhalt:

Bedingt durch die Vielzahl von Gräben gibt es in Finkenwerder ebenso eine Reihe von Holzbrücken, die die Grabenläufe queren. Im Laufe der Jahre sind die Brücken entweder durch die Witterungseinflüsse oder durch Vandalismus stark beschädigt worden. Dies gilt insbesondere für die Grünanlage im Rüschpark, wo Brückenteile als Feuerholz zweckentfremdet wurden. Aber auch die Brücke über den Finkenwerder Fleet (Gracht – östlicher Teil) ist zumindest an den Geländern stark beschädigt und zeichnet ein desolates Bild (siehe Anhang).

Ebenso beschädigt ist die Brücke am Bahndamm an der Finkenwerder Landscheide. Alles in allem sind die Brücken Teil der Wegestruktur von Finkenwerder und müssen dementsprechend gepflegt werden.

Petitum/Beschluss:

Vor diesem Hintergrund beschließt der Regionalausschuss Finkenwerder:

1. Das Bezirksamt wird aufgefordert, die oben genannten Brücken in Augenschein zu nehmen und in Abstimmung mit der Tiefbauabteilung und mit dem Management des Öffentlichen Raumes eine Bestandsaufnahme durchzuführen. Hierbei ist festzuhalten, welche Brücken eine besonders starke Beschädigung aufweisen. Diese sollten dann zeitnah einer Sanierung unterzogen werden.

Gleichzeitig ist zu ermitteln, aus welchen Titeln die Sanierung erfolgen könnte.

2. Der Regionalausschuss ist zeitnah über die Ergebnisse der Prüfung zu unterrichten.

3. Die Bezirksversammlung Hamburg-Mitte wird um Bekräftigung gebeten.“

Da stelle ich mir doch die Frage, wer soll das alles bezahlen soll ? Gibt es keine Möglichkeit den Nutznießer mit ins Boot zu nehmen ? Schließlich haben durch diese angelegten Bahntrasse Stadt und Firmen gut verdient oder ? Ein paar Monate später, kam es zu einer abschliessenden Lösungsmöglichkeit.

Ouelle: https://sitzungsdienst-hamburg-mitte.hamburg.de/bi/vo020.asp?VOLFDNR=1005820

Bezirksversammlung Hamburg-Mitte Drucksache – 21-0257.2

Betreff: Brückensanierung in Finkenwerder

Federführend: Fachamt Interner Service Beteiligt: Fachamt Management des öffentlichen Raumes

Bearbeiter/-in: Schustermann, Gerd

Regionalausschuss Finkenwerder 21.04.2015

Sachverhalt:

Der Regionalausschuss Finkenwerder hat den o.g. Antrag in seiner Sitzung am 07.10.2014 einstimmig beschlossen. Die Bezirksversammlung Hamburg-Mitte hat den Beschluss des Ausschusses in ihrer Sitzung am 30.10.2014 einstimmig bestätigt.

Das Fachamt Management des öffentlichen Raumes teilt hierzu Folgendes mit:

Die Brückengeländer im Rüschpark wurden erneuert. Die Bodenbeläge dieser Brücken sind jedoch auch abgängig und müssten erneuert werden. Das geht aber über die normale Unterhaltung (dafür erhält MR Mittel von der BWVI ) hinaus. Das Fachamt Management des öffentlichen Raumes wird mit der BWVI wegen der notwendigen Grundinstandsetzung der Brückenbeläge in Kontakt treten.

Die 4 Brücken am Finkenwerder Fleet und die Brücke am Bahndamm Finkenwerder Landscheide wurden geprüft und leider alle als abgängig bewertet. Auch hier muss die BWVI jeweils im Rahmen einer Grundinstandsetzung tätig werden. Das Fachamt Management des öffentlichen Raumes wird die BWVI kontaktieren.“

So einfach ist das. Es wird nicht mehr darüber gesprochen, es ist passiert, reissen wir alles ab. Wer, was, wann und wie reparieren und in Schuss halten sollte, kann nicht mehr ermittelt werden. Es kann kein Zufall sein, das diese Sitzung ein paar Tage vor dem Hamburger Hafengeburtstag statt fand oder? Nach dem ‚Prinzip Brot und Spiele‘, wir geben Euch neue Fahrrad Wege und Parkplätze, wird hier die eigene Unfähigkeit verschleiert, gute Verkehrsverbindungen zu erschaffen. In der Hoffnung das keiner was merkt. Hier stimmt was nicht, die intakte Hafenbahn Trasse hätte leicht zur einer Bahnverbindung von Finkenwerder nach Harburg ausgebaut werden können. Ich würde gerne die Zeit zurück drehen und mit den damaligen Verantwortlichen sprechen, warum Sie es zugelassen haben, daß Finkenwerder immer mehr seine Ursprünglichkeit verliert und warum am Ende eines profitablen Weges immer nur der kleine Bürger die Zeche bezahlen muß und Unternehmungen, die bis zum letzten an dieser schnellen Hafenbahn verdient haben, sich aus Ihre Verantwortung stehlen können und sich nicht am Bau einer S-Bahn beteiligen. Aber damit ist heute kein Batzen Geld mehr zu verdienen.

In Erinnerung an meine Rüschsiedlung…………

Bis zum nächsten Mal, wünsche ich einen schönen Sonntag. Es grüßt ein Exil lebender Hamburger in NRW

ErdiGorchFock63

Können Sie mir sagen, wo die Haifischbar ist ?

Diese Frage wurde mir früher oft gestellt, an den St. Pauli Landungsbrücken, am Ponton stehend, wenn ich auf meinen Dampfer nach Finkenwerder wartete. Je nach Lust und Laune, in der Art von „He lücht“, kam dann an die Quitscher’s eine Antwort von einem waschechten Hamburger. Mich wundert es ein bisschen, denn damals wie heute sind immer noch viele Leute davon überzeugt, daß es so eine tolle Lokalität in der Realität geben muß, es wurde ständig im Fernsehen gezeigt. Es kann nur ein verrücktes Beispiel von Leichtgläubigkeit sein, ein unerklärliches Phänomen, daß nach 1979, als diese Unterhaltungsendung vom NDR eingestellt wurde, immer noch nach der Haifischbar gefragt wird.

Mit einem einfachen „Ja, so eine Lokalität gibt es“ oder „Nein, das ist alles frei erfunden“ kommen wir hier an dieser Stelle nicht wirklich weiter. Betrachten wir es philosophisch. Finden wir gemeinsam eine Antwort und nehmen dabei gleichzeitig an, daß unser Denken nicht begrenzt und einsilbig ist. Gehen wir methodisch vor und bedienen uns der einfach angeboren menschlichen Werkzeuge, sprich unserer Sinne hören und sehen. Was muß passieren, daß wir so in die Irre geführt werden können ? Also fange ich an………

In einer Großstadt wie Hamburg ist nichts unmöglich. Gleich hinter dem Ponton gibt es tatsächlich viele urige Kneipen. Hier kann ich auf der Suche rund um dem Fischmarkt und auf St.Pauli fündig werden.

– Nur so nebenbei, meine Geschichte-

http://exillebenderhamburgerinnrw.com/2014/04/21/gedanken-an-st-pauli-kinonacht-fischmarkt-und-eine-nebelige-fahrt-auf-der-elbe/

Unsere Annahme wird nicht getäuscht, wir können den Instinkten hören und sehen vertrauen. Füge ich mich in einer Gruppe ein, mache nun mein Wissen kund und behaupte. „Es gibt so was schönes wirklich“, kann meine Aussage schnell entlarvt werden, da ich keinen realen Ort zeigen kann. Nehmen wir mal an, daß ich ein Radio und Fernsehsender bin, so sieht es schon ganz anderes aus. Beim Radio höre ich zu, die vorgestellten Nachrichten und Informationen sind gut. Ich finde diesen Kanal klasse und vertraue den Reportagen, also schaue ich mir bei nächster Gelegenheit diese Lokalität an, von dem da immer gesprochen wird.

Bis hier hin ist es nur eine These von mir, die aus Annahme und Vertrauen besteht. Es kommt der schwierige Teil, nun füge ich Glauben und Wahrheit hinzu. Das ist unmöglich ? Na,ich behaupte jetzt, „ ich habe davon im Radio gehört und es im Fernsehen gesehen“ und schon sind ganz viele Mitmenschen meiner Meinung, das es stimmt, was ich sage. Sie haben es alle gehört und im Fernsehen gesehen.

An diesem heiklen Punkt, wo alles zusammen fließt, schaltet unser Gehirn ab, füge ich noch einen Satz hinzu „ich habe die Haifischbar in Hamburg erlebt“, stehe ich mit meiner Meinung nicht mehr alleine da, die alt eingesessen Kenner von Hamburg werden mir auch zustimmen. Aus gehörten und gesehenen ist eine bewiesene Tatsache geworden. Philosophisch haben wir uns gerade erklärt, dass es die Haifischbar in Hamburg gegeben hat. Setzen wir einen Schlußpunkt und sagen: „Schade, es war eine schöne Zeit.“

ein Blick auf meinen youtube Kanal

Lassen wir mal unseren Verstand in uns sprechen. Eine knallharte Recherche im eigenen Oberstübchen hilft dabei mit: „Was haben wir gehört und gesehen? Wo soll sich die Haifischbar befinden ? Wer kennt es noch ?“ Bei diesem Entscheidungsprozess spielt die Sympathie eine große Rolle. Wir denken tagtäglich in wenigen W- Fragewörtern nach. Wir vertrauen unseren Empfindungen und lassen uns in die Irre führen.

Wer immer noch nicht daran glaubt, daß es so einfach geht, wir lassen uns doch kein X für ein U machen, dem kann ich an dieser Stelle weiterhelfen. Teilen wir diese Geschichte in zwei Varianten auf. Bei der ersten Variante bleibt die Geschichte so wie sie ist. Bei Variante zwei, für die nicht Leichtgläubigen unter uns, nun tauschen wir in diesem Text ganz einfach die Worte „Unterhaltungssendung vom NDR, Haifischbar, Lokalität und Lokal“ gegen das Wort „Firma“ und ersetzen „Ponton“ mit „Arbeitsamt“, für Hamburg setzen wir jede Stadt ein, die uns nicht gefällt, schon haben wir eine unsympathische Geschichte, die wir tagtäglich hören und sehen und am Ende glauben. Ohne es zu hinter fragen.

Ab und zu versuchen wir alle mal uns nicht fassbare Dinge und Sachen so zu erklären, damit unser Verstand es versteht. Das finde ich nicht schlimm, ist es doch nur allzu menschlich………….

Bis zum nächsten Mal, wünsche ich einen schönen Freitag. Es grüßt ein Exil lebender Hamburger in NRW

ErdiGorchFock63

Auf große Butterfahrt, einmal bitte Finkenwerder, Freihafen – Puttgarden Rødby und zurück

Was macht man nicht, um an schöne Sachen zu kommen. Am besten Zoll frei einkaufen, das spart eine Menge Geld. Zur damaligen Zeit waren Butterfahrten sehr beleibt. Bis zur deutsch – dänischen Grenze war es von Hamburg nicht weit. Parfüm, Schokolade, Kaffee, Zigaretten wurden auf solchen Seereisen billig angeboten. Von den norddeutschen Einheimischen wurde bis 1999 dieses kleine Vergnügen einer Einkaufsfahrt auf einem Ausflugsschiff gut angenommen. Ein paar Jahre später wurde nach fast 125 Jahren die Freihandelszone (als Zollausland geltend) Hamburg am 31.12.2012 geschlossen, der Freihafen mit seinen Speicherstadt wurde nun in die innerdeutschen Grenzen eingebettet. Dies sollte als Einleitung zu meiner Geschichte reichen. Also, volle Fahrt voraus.

Butterfahrten machen, das hatte was. Zur Zoll freien Einkaufstour konnte auf Finkenwerder am Neßdeich, Ecke Cafe Busch oder an den Finkenwerder Landungsbrücken eingestiegen werden. Die Busfahrten kosteten meist gar nichts. Trinkgeld für den Fahrer sammeln war uso und Ehrensache für die Passagiere. Bei der Hinfahrt sind wir oft durch den Freihafen gefahren, die Kattwykbrücke war eine ideale Abkürzung, den Elbtunnel links liegen lassend und einmal über den Köhlbrand fahren. Mit einem fetten Grinsen vorbei an den Freihafenzöllnern von Waltershof. Der Freihafen, ein magischer Anziehungspunkt, hier war immer was los. Auf den gut 180 Kilometer nach Puttgarden saßen 60 Personen dicht und eng beieinander, die Fehmarnsundbrücke war noch gute 2 Stunden von uns entfernt. Was würden wir heute erleben ?

Zugeben es waren immer viele Rentner und Kaffeetanten auf solchen Bustörns dabei, „de jungschen Lüüt“, meist in Unterzahl, von den ‚Alten‘ immer herzlich auf genommen.

Mit Aussicht auf reiche Beute, äh, ich meine auf einen guten Einkauf, hatte jeder von uns so viele Taschen bei sich, wie er tragen konnte. Auf der A1 tuckerten wir gemütlich die Vogelfluglinie entlang. Nach gut einer Stunde Fahrt steuerte, in der Höhe von Bad Schwartau, unser gemütlicher Raucherbus eine Raststätte an. So ein kurzer Stop mußte sein, damit die Nichtraucher unter uns überhaupt eine Chance hatten diesen Trip zu überleben.

Die meisten Reisenden kannten sich aus vielen gemeinsamen Fahrten, eine illustere Gesellschaft. Die Raucher plauderten mit den Nichtrauchern, schmunzelnd wurden kleine Absprachen getroffen, ausgelotet, was die jeweiligen Passagiere einkaufen wollten. Wichtige Fragen, wie: „Wie viele Zigaretten mehr können wir bunkern, wenn jedes nicht rauchende Individuum 2 Stangen kaufen würde? “Wokeen mi seggen, wi veel Rüükwater wi köpen köönt ? Die ‚4711‘ Drusen wollten immer mehr Parfüm haben, als Personen bedingt und Zoll technisch erlaubt war. Es bildeten sich feste Einkaufsgemeinschaften. Auch wenn es den Anschein hatte, wir haben uns nicht zum schmuggeln verabredet, nein, wir wollten nur mit voller Ladung zurück kommen. Als Hamburger, immer sehr diskret im Handeln und Geschäfte machen, verschweige ich mal den den errechneten Profit der eingeschworenen Butterfahrtfans. Natürlich auch die besonderen Rollen der mitfahrenden jungen „seuten Deerns un Buttjers“ auf dieser Kaperfahrt.

In Puttgarden Hafen konnten die Busse direkt bis an den Steg fahren. Beim verlassen des Busses zählte unser Busfahrer, für jeden gut hörbar, nochmal die Gäste ab. Nicht das nachher ein Gast fehlte und vergessen wurde. Mit schnellen Schritten machte sich unsere Gruppe winkend am Zollhäuschen vorbei zu den Schiffen auf. Unsere kleine eingeschworene Gemeinschaft wollte sich die besten Plätze auf der „Poseidon“ oder einem anderen Schiff, liebevoll von mir Dampfer genannt, sichern.

Kaum abgelegt, aus der Hafenmündung heraus fahrend, begann der gut organisierte Verkauf von Waren. Wir entfernten uns aus den deutschen Hoheitsgewässern, mit voller Fahrt auf Rødby zu.

Auf so einem Dampfer gab es alles was das Herz begehrte, Chanel Nr. 5, Johnnie Walker in Einliter Flaschen, Cadbury Dairy Milk Riegel, Schweizer Blockschokoladen, tausende Stangen Zigaretten, Zigarren und Tabakwaren. Für das leibliche Wohl war gesorgt, denn das Essen an Bord war klasse. Die einarmigen Banditen waren sofort in unserer Hand. Im hinteren Teil, auf dem Oberdeck konnte die raue See genossen werden. Zart besaitete Sehleute fanden in den verschieden Tanztempeln Unterhaltung. Richtige Männer platzierten sich an den Bars im Schiff, tranken einen oder zwei „Lütt un lütt“ knobelten, spielten Karten. Unsere gemachten Grüppchen standen an den Verkaufsgeschäften parat, zuerst der Einkauf, dann die Fahrt genießen. Wir kauften im großen Stil ein, handelten ganz nebenbei bei vielen Waren einen Mengenrabatt heraus. Jeder hatte seinen Spaß dabei.

Kurz vor der Hafeneinfahrt Rødby wurden die Verkaufsläden geschlossen, die Regale verplombt. Mit langsamer Fahrt wurde der Kai angesteuert, ein Schiffstau wurde einem Hafenbediensteten zugeworfen. Mit einem breiten Palstek wurde das Seil am Poller festgemacht, ohne daß das Schiff stoppen mußte. Hiermit hatten wir offiziell fest gemacht und konnten im gleichen Ruderschlag wieder nach Hause fahren. Dies war gängige Praxis bei Butterfahren und Zoll konform.

Nachdem wir Rødbyhavn hinter uns hatten, wurden die Verkaufstresen wieder geöffnet. Nun bildeten sich lange Schlangen an den Verkaufsständen, es war gerammelt voll. Das Bordleben tobte, die Spielautomaten und Verkaufskassen klingelten fröhlich vor sich her. Die Schiffsreeder verdienten, Passagiere und Besatzung machten Ihren Schnitt, alle hatten volle Taschen. Wir saßen gemütlich gemeinsam an einem Tisch, tranken Kaffee, aßen Kuchen satt, verteilten das „eingekaufte Warengut“ gleichmäßig auf unseren zusammen gewürfelten Club, die gebildeten Gruppen möchte mal hier in Schoko, Parfüm, Alkohol/Nikotin Gmbh einstufen. Als Jugendlicher war ich der Gruppe Schoko zugeteilt. Es war Zeit, daß sich unsere gut gebauten Ablenkungen, uups nun habe ich mich verplappert, auf der Schiffstoilette fertig machten. Nachdem meine ganzen Päckchen verstaut waren und ich die Hände gewaschen hatte, legten wir auch schon mit unserem Dampfer am Anleger Puttgarden Hafen an. Mit einem Mona Lisa Lächeln im Gesicht und mit vier schweren Taschen bewaffnet, machte ich mich direkt nach der Landung auf den Weg zum Bus, besser gesagt kam ich bis zur Schranke des Zollhäuschens. Die Zöllner richteten Ihre Aufmerksamkeit meist auf die jugendlichen Passagiere, die versuchten, schnell durch Zoll zu kommen. Vorbei gehende Reisende, die sich mehr im Mittelgang befanden, so wie unsere Handschuh tragenden Parfüm Ladys, fanden kaum Beachtung, da diese Damen immer einen sehr ehrlichen Eindruck machten. Die Alkohol/Nikotin GmbH Gruppe schlenderte geruhsam, mit weit auf gerissen Tüten an den durch winkenden Zöllnern vorbei.

So ein Mist !“, ich wurde raus gewunken und mußte meine Taschen einem Zöllner vorzeigen. „Warum ich ? Was habe ich falsch gemacht ?“ dachte ich plötzlich, als mich der Zöllner an schnurrte: „Haben Sie was zu verzollen ?“ Wie aus der Pistole geschossen, schnell und ohne jede Ruhe in meiner Stimme kamen meine Antworten: „Nein Herr Zöllner, ich habe nur …..Schokolade eingekauft, 100 Tafeln, 25 Stück in jeder Tüte, soll ich die Beutel auspacken?“ es kullerten schon die ersten 10 Tafeln aus meiner Tüte. „Nein, lassen Sie es stecken, Sie brauchen nicht die ganzen Beutel auspacken“ kam es leicht genervt vom Zöllner rüber. Nun fielen aus der zweiten Tasche die anderen Tafeln Schokolade auf dem Boden. Ich versuchte gleichzeitig alles auf zu fangen und wieder einzupacken. Mit der Hilfe des freundlichen Zöllners, wurden die Schokoladenpakete auf gesammelt und in meinen Beutel gesteckt. Immer wurde ich heraus gepickt und kontrolliert. Die anderen Buspassagiere waren schon eingestiegen und warteten geduldig. Der Busfahrer zählte mit den Worten Alle wieder da? dann ab nach Huus……“ noch mal durch, wir konnten los fahren.

Unsere Heimfahrt führte uns regelmäßig an einer Puttgardener Fischbude vorbei. Ein willkommener Halt, da wir erst mal unsere Sachen und Pakete sortieren und neu verpacken mußten, jeder sollte ja seinen gleichen Anteil bekommen. Diese Fahrt hatte sich wirklich gelohnt. Wir fuhren die A1 bis zur den Harburger Brücken durch. Es wurde langsam dunkel. Eine Abkürzung durch den Freihafen wollte keiner von uns mehr riskieren. Wir hatten alle unsere Einfuhrgrenze an zollfreien Sachen bis zum Anschlag ausgereizt. Gut gelaunt kamen wir in Finkenwerder an, in 14 Tagen wollten „wir uns treffen und mal wieder Zoll frei einkaufen…………

Bis zum nächsten Mal, wünsche ich einen schönen Sonntag. Es grüßt ein Exil lebender Hamburger in NRW

ErdiGorchFock63

Berufsanfang, Einblick in den Innendienst und nur weibliche Umkleideschränke für mich….

So ganz nebenbei, heute vor einem Jahr habe ich meine erste Kurzgeschichte geschrieben. Ein Rückblick auf 12 Monate wäre langweilig, deswegen werde ich bei dieser Geschichte einen Einblick in den Innendienst gewähren, wo ich vor langer Zeit angefangen habe, als „das Fräulein vom Amt“ in männlicher Form. In den 1980′ zigern wurden die reinen Frauendienststellen bei den Behörden in Hamburg aufgelöst. Für mich, damals jung und unerfahren, begann eine Reise in eine unbekannte Welt. Für die werten Leserinnen vielleicht was zum lächeln, für die ersten eingestellten Männer unter uns nicht gerade unproblematisch mit so viel Weiblichkeit um zu gehen.

Frisch von der Schule, am ersten Tag im August, machte ich mich zum Gänsemakt auf. Ich wollte am Einstellungstag pünktlich bei meinem neuen Dienstherrn sein. Um 06:00 fuhr ich mit dem Bus zum Dampferanleger, ungeduldig fieberte ich meinen Arbeitstag entgegen.

Endlich an der Drehbahn angekommen, ging es vorbei am Pförtner hinauf zur Personalstelle. Als ich die Türe vom Besprechungsraum aufmachte traf mich der Schlag. An den Tischen saßen über 20 Frauen. Ohne lange zu zögern und mit festen Blick setzte ich mich auf irgend einen Stuhl in diese Runde und staunte. Es dauerte ein paar Momente bis ich die zwei anwesenden männlichen Berufseinsteiger bemerkte. Etwas blass um die Nase vor sich hin grinsend. Vor jedem von uns lag eine Mappe, mit wichtigen Unterlagen, bestehend aus Dienstausweis, Abeitsvertrag und Kontoeröffnungsblättern, einem Stellenverzeichnis mit Raum und Etagennummern und dem wichtigen Treueeid Formblatt. Zur Begrüßung folgten einleitende Worte von der Personalchefin, in Ihrem Vortrag erzählte Sie von Grundlehrgängen, Aufbaulehrgängen und der abschließenden Beamtenprüfung, die in den nächsten Jahren auf uns zu kamen (- hierzu meine Geschichte Wer ist meine liebste Freundin ) Leicht abgelenkt verfolgte ich diesen wertvollen Beitrag, denn die seuten Deern’s am runden Tisch sahen alle klasse aus. Ganz weit entfernt hörte ich auf einmal…… „ die Kleiderordnung ist zu beachten, feste Schuhe und flache Pumps sind in Ordnung, Miniröcke und Highheels gehören nicht dazu…….“ Schade dachte ich, mein lächelndes Gesicht sprach Bände und die Vorstellung gefiel mir, ein Blick von Frau Fernmeldeoberrätin des Personals streifte mich und ein eiskalter Schauer durch fuhr meinen ganzen Körper. Es folgte der Schlußteil der Rede, mit der Unterschrift unter dem BAT Arbeitsvertrag und dem Gelöbnis des Amts-und Treueeides:

Ich gelobe, Ich werde meine Dienstobliegenheiten gewissenhaft erfüllen und das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland so wie die Gesetze wahren“

Nun konnten wir alle unsere neuen Dienstellen aufsuchen. Ich hatte Glück und kam im Wirrwarr der Gänge und Flure schnell in meine neue Abteilung. Meine neue Gruppenleiterin stellte mir beim ersten Rundgang durch die Räume meine neuen Kollegen vor. Es waren alles Frauen und ich war der erste männliche Kollege in dieser Stelle.

Meine neuen Kolleginnen erklärten mir meine neuen Aufgaben, zum Schluß zeigten sie mir meinen Schrank im Raum, wo ich meine Kleidung unter stellen konnte. Um es ganz deutlich zu sagen, die Umkleideschränke standen im Arbeitszimmer. Kein Extraraum, oder Trennungstür und keine Möglichkeit was zu verbergen beim umziehen. Null Privatsphäre für mich. Wie ich die Schranktüre aufmachte bekam ich einen weiteren Hieb versetzt. An der Innenseite der Türe begrüße mich das Profil von Sylvester Stallone, Arnold Schwarzenegger und das Bild von Randy West in voller Centerfold Größe des Playgirls Magazins.

Ja, es war ein ganz besonderer Willkommen Gruß, den ich lange verdauen mußte. Als James Bond und Playboy Fan zu dieser Zeit revanchierte ich mich mit Marilyn, Ursula, Bea Fiedler usw. Heute hängt in den Schranktüren kein Bild mehr und solche Umkleideschränke sind auch nicht mehr in den Arbeitsräumen gebilligt, irgendwie schade, den ich würde mir jetzt mir Diosa in den Schrank hängen.

Videoclip von meinen youtube Kanal

Bis zun nächsten Mal, wünsche ich einen schönen Sonntag. Es grüßt ein Exil lebender Hamburger in NRW

ErdiGorchFock63